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Freitag, 29. April 2022

⭐neue Leseempfehlung⭐: Im Morast der Lügen (Ein Harris & Morgan Thriller 2) - Marion Krafzik



Band II besticht mit einem hintergründig sozial-gesellschaftlichen Themenkomplex. High Society-Gier, die verführt, im Besitz dessen zu sein, was herausragend und einmalig ist. Menschen, mit normalen und/oder niedrigem sozialem Status, die ein Stück vom großen Kuchen abhaben wollen und bereit sind, dafür alles zu tun.

Toxische Rivalitäten, mafiöse Clanstrukturen, Neugier, Neuanfänge, die Jagd nach der perfekten Story, Verstrickungen, Intrigen und Lügen, all das ist verwoben zu einer stimmigen, spannenden, konfliktgeladenen, psychisch dichten und aufregenden Geschichte, die nach Namibia und London führt.

Ich habe mich gefreut, den zwei weiblichen Spürnasen des ersten Buchs zu begegnen. Beide können es nicht lassen einzugreifen, eben da, wo kriminelle Machenschaften Leben bedrohen. Frauen-Power im Doppelpack.

Sehr berührt hat mich die angerissene Lebensbiografie Annas, die eine Lebensrealität offenbart, die aufzeigt, was passieren kann, wenn Schuldgefühle zur Qual werden, Menschen in Abhängigkeit führen und wie holprig der Weg ist, der wieder ins normale Leben führt. Beeindruckend auch, wie warm und menschlich ein Arzt sein kann, wenn er denn voller Empathie auf seine Patienten zugeht.

Ein echter Krafzik Krimi, dynamisch und intelligent geschrieben. Die Autorin verleiht den Charakteren eine vielschichtige Lebendigkeit und führt ihre Leserschaft zu einer verblüffenden Auflösung, die ich habe so nicht kommen sehen.

Gern empfehle ich der Leserschaft das Buch weiter, es ist so nah an der Realität verschiedener Lebenswege.

Heidelinde Penndorf

(April 2022)






Dienstag, 12. April 2022

⭐neue Leseempfehlung⭐: Mainhattan Krimi 12: b-ebene - Dietmar Cuntz



Ein Krimi, der viele psychologische Aspekte anspricht und ihnen nachgeht. Was kann passieren, wenn ein Täter die Verantwortung seines Tuns verdrängt, aus Angst, sich einzugestehen, dass seine Unachtsamkeit Menschenleben auslöschte und auch aus Angst, dafür Verantwortung übernehmen zu müssen? Da können Überlebende zu Tätern abgestempelt werden, obwohl sie keine sind.

Diese psychologische Selbstverleugnung des eigenen ICHS, mit allen Aspekten, die dazugehören, kann so weit gehen, dass der eigentliche Täter sich als Opfer inszeniert und dies seine ganz eigne verdrehte Wahrheit wird. Seine Tat verdrängend, sollen andere dafür auf mörderische Weise büßen und sie auf diese Weise sühnen. Was für eine kranke Psyche!

Der Delinquent hat sich ein kleines Netzwerk von Handlangern zugelegt, die geldhungrig ihm zu Willen sind, bis einigen ihr soziales Gewissen schlägt. Dadurch entstehen verzwickte und verzweigte Ermittlungswege und auch Gefahren für Ermittler und Opfer, die von Deutschland ausgehend, bis nach Bulgarien und Belgien führen. So erfahren die Leser auch ein wenig die sozialen Gegebenheiten und Möglichkeiten der beiden Länder.

››b-eben‹‹ – ein gut gewählter Titel für den Krimi, denn nur durch die Aufdeckung komplizierter Beziehungsebenen, kommt man der Tätergruppe und letztlich einer für mich überraschenden Täterperson auf die Schliche.

Ein unverwechselbarer Dietmar Cuntz-Krimi, denn die Leserschaft erfährt nicht nur eine spannende Story, mit sehr lebendigen Charakteren, sondern auch viel über das Familienleben der beiden Ermittler.

Dietmar Cuntz beschreibt sehr anschaulich, welche privaten Hürden sich auftun, wenn Mann und Frau mit Handicap plötzlich Eltern werden. Welche Herausforderungen kommen da körperlich und auch psychisch auf das Elternpaar zu? Und wie können Sie mithilfe der Großeltern und sozialer Einrichtungen gemeistert werden? Diese Kombination aus Krimi und des zwischenmenschlichen, sozialem Hintergrunds, finde ich beeindruckend gelungen.

Gern empfehle ich das Buch weiter. Prädikat lesenswert.

(April 2022)






Samstag, 9. April 2022

⭐neue Leseempfehlung⭐: Verdammtes Blut: Schwedenthriller - Fiona Limar & Leif Eklund



Das Autorenduo Fiona Limar & Leif Eklund schreibt sich mit diesem dritten Schweden-Thriller ein paar Plätze höher, hin zum Bestseller. Ganz nah an der Realität perverser Verbrechen haben sie eine mitreißende Story geschrieben, treiben den Spannungsbogen durchweg in die Höhe und halten ihn bis auf die letzten Seiten. Die Protagonisten wissen fast immer nur so viel wie die Leserschaft und das macht das ganze Geschehen überaus prickelnd interessant.

Die mehrdimensionalen handelnden Personen kommen sehr überzeugend rüber. Manche Protagonisten und Antagonisten sind Maskenmenschen und man muss genau schauen, was Schein und Wahrheit ist, beeindruckend gelungen. Frühe Vergangenheit und Gegenwart reichen sich die Hand, als ein sadistischer Serienkiller sein Unwesen treibt.

Da ich oft in Bildern denke, haben die Beschreibung seiner Taten bei mir Bilder in den Kopf gezeichnet, die grausig waren – also nichts für schwache Nerven. Mehrere spannende Handlungsstränge führen in die Vergangenheit Gotlands und in die Gegenwart Göteborgs, wo das wirre Knäuel zu einem roten wegweisenden Faden wird, der zum Ermittlungserfolg führt.

Doch bis dahin ist es ein langer verzweigter Weg, der oft in chaotischen Irrwegen verzweigt und Ermittler und Protagonisten fast verzweifeln lässt. Es gibt auch emotionale, schicksalhafte Begegnungen mit Personen, die gleichzeitigen Opfer und Täter in einem sind. Die Auflösung des Ganzen erfolgt erst auf den letzten Seiten des Buchs, ist überraschend für die Leserschaft und aufregend spannend.

Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter. Prädikat lesenswert.

Heidelinde Penndorf

(April 2022)










Samstag, 2. April 2022

⭐neue Leseempfehlung⭐: Friesenstern: Ostfriesen-Krimi (Diederike Dirks ermittelt 9) - Stefan Wollschläger



Wieder ein echter Wollschläger – Ostfriesen-Krimi und ein turbulentes und aufregendes Wiedersehen mit dem Ermittlungsteam um Diederike Dirks. Spannend, lebendig, auf Irrwege führend, gut ausgeprägte Charaktere mit psychologischer Dichte, viele soziale Interaktionen, die richtige Portion Dramatik und natürlich eine gute Dosis Lokalkolorit. Die Aufklärung eines grausigen Mordes hält das Team im Atem.

Was passiert, wenn Freigeist auf Narzissten trifft? Was kann geschehen, wenn Mensch als Kind im Elternhaus nur Härte, Schläge und Häme erlebt hat? Wie wirkt sich dies auf seine Psyche und sein Erwachsensein aus? Welche Probleme können sich auftun, wenn man Liebe mit emotionaler Abhängigkeit gleichsetzt oder wenn man aus Egoismus eine Wahrheit verschweigt, die letztlich ins Chaos führt.

All diese Fragen muss das Team nachgehen, um den Fall zu lösen. Die Auflösung des Ganzen ist überraschend anders, als ich dachte. Der lebendige Schreibstil, die Entwicklung der Handlungsbreite und die gut entwickelten Charaktere machen das Buch zu einem spannenden, abwechslungsreichen Lesevergnügen.

Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter.

Heidelinde Penndorf

(April 2022)







Mittwoch, 23. März 2022

⭐neue Leseempfehlung⭐: Immaculati - Gefährliches Spiel - Jean P. & Esther Novalis



Das Autorenduo ist bekannt für seine inspirierenden, lustvollen und abenteuerlichen Stories und enttäuscht auch diesmal nicht. Die Handlung des Buchs ist realistischer als man glaubt, denn es gibt ihn, den Frauenhandel, mit mafiösen Strukturen. Das Buchcover wirkt auf mich wie ein flammendes Inferno und unterstreicht hervorragend das Grundthema des Buchs.

Esther Novalis und Jean P. stricken aus diesem Thema einen gut ausgefeilten, spannungsgeladenen, fiktiven Plot, der die Leserschaft mit sehr lebendigen Charakteren durch die Handlung führt. Ziemlich interessant ist die Vergangenheit, auch der Wechsel zwischen den verschiedenen Gedanken- und Zeitebenen, die eingebauten Flashbacks und telepathischen Fähigkeiten des Ermittlungsduos Bea und Marc.

Lassen Sie sich überraschen und lesen Sie selbst, wie deren Ermittlungsarbeiten verlaufen, wie sie diversen Ritualen gegenüberstehen, und ob beide wegen des großen Drucks ihre Ermittlungen erfolgreich abschließen können. Die Handlung bescherte mir eine spannende, interessante und abwechslungsreiche Lesezeit, ich empfehle das Buch sehr gern der Leserschaft weiter.

Heidelinde Penndorf
(März 2022) 










Samstag, 19. März 2022

⭐neue Leseempfehlung⭐: Schall & Rausch: Der Graskönig von Berlin - Hanfkrimi - Martin Müncheberg & Stefan Schweizer



Die beiden Bücher, die ich bisher von Stefan Schweizer gelesen habe, sind knallharte, systemkritische, reflektierende, politische Krimis. Doch dieses Buch, geschrieben im Duett mit Martin Müncheberg, ist etwas völlig Neues – und es ist mein erster lupenreiner Cannabis-Krimi.

Erfrischend amüsant, aufklärend und spannungsgeladen wird die Leserschaft durch die Cannabis-Aura Berlin geführt. Sie erfährt einen kleinen Einblick in diverse aufwendige Aufzuchtmöglichkeiten und deren Genetik und erlebt handlungsbezogen diverse brisante Situationen des kriminellen Vertriebsmilieus. Die Beschreibung der legendären, berauschenden Partys der Clubszene um Sido, malte Bilder in meinem Kopf – Berlin im Rausch – echt verrückt.

Wir lernen das kauzige Ermittlungsduo Schall & Rausch kennen, die absolut witzig rüberkommen und verfolgen ihren nicht immer ganz koscheren Weg bei der Aufklärung eines Mordes. Bilder im Kopf auch bei den witzigen Rauschzuständen, die der Wahrheit letztlich zum Sieg verhelfen. Und dazwischen lugt natürlich systemische Kritik durch die Zeilen, die auch vor den Strukturen der Drogenfahndung nicht Halt macht. Hintergründig steht da auch die Frage der Legalisierung im Raum – schon allein die Zitate im Vorwort sind bedeutungsschwanger.

Einmal angefangen zu lesen, kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Übrigens ist das Cover ein brillanter, karikaturistischer Eyecatcher.

Fazit: Eine kurzweilige, augenzwinkernde, interessante und unterhaltsame Lektüre – Prädikat lesenswert

Heidelinde Penndorf

(März 2022)







Dienstag, 1. März 2022

⭐neue Leseempfehlung⭐: DIE CAPELLA-SINGULARITÄT - Ruben Schwarz



Eine SF-Geschichte mit prophetisch dystopischen Zügen, die unser aller Zusammenleben, politisch und zwischenmenschlich, tausende Jahre später, düsterer beschreibt, als es jetzt schon ist. Viele Metaphern zeigen den Weg unseres verlassenen Heimtatplaneten – kaputt gewirtschaftet, ausgelaugt.

Doch auch in der Welt ferner anderer Planeten, auf die sich Mensch gerettet und weiterentwickelt hat, gelingt es einer wirtschaftlich hoch entwickelten, sehr fortschrittlichen, despotischen, irdischen Spezies ein Machtgefüge zu installieren, dem sich viele durch Flucht ins Universum entziehen. Macht, Neid, Hass, Narzissmus und Gier, Missachtung des Völkerrechts und Unterdrückung, Krieg, genau wie im Hier und Jetzt, in vielen Teilen der Erde. Gut gelungen auch der Brückenschlag zur Apollo-Mission der NASA.

Der Autor stellt sich in der Geschichte auch den Fragen, was wäre, wenn MENSCH die Vergangenheit beeinflussen könnte, um die Zukunft empathischer gestalten zu können und was würde passieren, wenn die künstliche Intelligenz plötzlich durchdreht und Menschenleben vernichtet, statt schützt.

Ein interessanter und spannender Plot, mit lebendigen Charakteren, führt die Leserschaft durch die Handlung. Ruben Schwarz Schreibweise bringt das Geschehen und seine Charaktere nahe an die Leser, da ist man mittendrin im Geschehen. Insgesamt eine nachdenklich stimmende fiktive Geschichte, die mich zur Frage bringt, wie wir in Zukunft unser Zusammenleben zwischenmenschlich gestalten sollten (müssen), um nicht in so eine Ausweglosigkeit zu kommen. Prädikat: Lesenswert

Heidelinde Penndorf

(März 2022)









Samstag, 26. Februar 2022

⭐neue Leseempfehlung⭐: Geheimbund mit Dame - Mira Stern



Dieses Buch ist eine Wucht. Der Autorin ist es gelungen, charaktertypische Eigenschaften der Protagonisten, Gefühle und Emotionen in Farbexplosionen umzuwandeln – einfach genial durchdacht und umgesetzt.

Es ist eine spannende, mystische, metaphysische Geschichte über das Ringen von Gut und Böse, Licht und Dunkelheit, das Ringen auch um Gleichberechtigung, eine Geschichte der Liebe, der Macht und des Unvorstellbaren. Nichts ist, wie es scheint und doch verknüpft sich alles zu einem Ganzen.

Es ist eine außergewöhnliche Geschichte, die durch das wundervolle Cover noch unterstrichen wird. Wer neugierig auf das Außergewöhnliche ist, sollte das Buch unbedingt lesen.

Prädikat: Lesenswert

Heidelinde Penndorf

(Februar 2022)







Sonntag, 20. Februar 2022

⭐neue Leseempfehlung⭐: Die Chroniken der Grenzlande: Traumhaft - Johannes Freitag




Ein faszinierendes Debüt – erlebnisreich, traumhaft, spannend – eine Mischung aus Märchen und Fantasie. Doch, nicht nur das. Der Autor schlägt eine Brücke vom realen Leben, in die Grenzlande, in das Traumland und nutzt für seine Geschichte die Macht der inneren Bilder, die Macht unseres Unterbewusstseins und wie MENSCH denkt, fühlt und sich selbst wahrnimmt. Psychologische Effekte eben.

Parallelwelten – Dunkle Mächte, Schatten, das Positive, Träume, Wirklichkeit und Opferdenken ringen miteinander. Auf dem langen Weg zu ihrem selbstbewusstem ICH haben die beiden Hauptprotagonisten der Menschenwelt zusammen mit ihren Freunden der Traumwelt, so manches Abenteuer zu bestehen. AHA-Erlebnisse gibt es so einige und beide beginnen sich zu verändern, nehmen immer wieder ein kleines Stück ihrer wachsenden, inneren Stärke mit in die reale Welt hinüber. Die Leserschaft erlebt lebendige, interessante Protagonisten, subtile Antagonisten, wird in ein spannungsreiches Traumland gebeamt und erfährt, welche dunkle Macht auf die reale Welt übergreifen will.

Ich empfehle den ersten Teil der ››Chroniken der Grenzlande‹‹ sehr gerne weiter. Es ist ein Buch für alle Leserinnen und Leser, die im Herzen jung sind und sich traumhaft verzaubern lassen möchten.

Heidelinde Penndorf

(Februar 2022)







Mittwoch, 2. Februar 2022

⭐neue Leseempfehlung⭐: Lass es zu!: Das Ende (Lass es zu! 1) - Jes Schön



Eine interessante und spannende Story, brillant geschrieben. Inmitten der High so Society und des wirtschaftlichen Establishments führt uns die Autorin in einem rasanten, sich dramatisch entwickeltem Plot durch die Handlung. Es passieren Dinge, die die Lebenswelt aller handelnden Personen auf den Kopf stellen, ihr Leben gerät aus den Fugen. Nichts ist mehr so, wie es war, manches könnte auch so verändert bleiben, wird es aber nicht. Hinter der Liebe lauert das Dunkle.

Mit ihrem anschaulichen Schreibstil hat mir Jes Schön ein temperamentvolles Kopfkino geschenkt. Die lebendigen charismatische handelnde Personen waren mir beim Lesen sehr nahe. Ich erlebte ihre Zweifel, Ängste und ihre tiefe Liebe mit den leidenschaftlichen, erotischen, spielerischen Szenen als exzellenten Film im Kopf.

Essstörungen, Magersucht, zwischenmenschlicher Zusammenhalt, Kameradschaft, Freundschaft, Neid, Hass, Lügen und Intrigen sind die Begleiter, welche die Story flankieren. Es ist also nicht alles gut, wenn man schön, reich und begehrenswert ist.

Die Geschichte beginnt mit einem Knall und endet mit einem Knall und ich dachte: ››Das kann doch nicht wahr sein, das kann doch die Autorin nicht machen, diesen atemberaubenden Cliffhänger als Schlussszene des ersten Teils ohne Auflösung so stehen lassen‹‹. Doch sie kann es! Und ich bin jetzt schon neugierig, wie die Geschichte weitergeht.

Das Buch-Cover ist eine Augenweide und ergänzt hervorragend die Story. ››Lass es zu !: Das Ende‹‹ ist ein richtig guter Unterhaltungsroman, den ich gerne weiterempfehle

Prädikat Lesenswert

Heidelinde Penndorf

(Februar 2022)






Mittwoch, 19. Januar 2022

⭐neue Leseempfehlung⭐: Raum 211 - Marcel Riepegerste



Schon allein der Prolog lässt aufhorchen – ›Das Böse im Menschen‹ – eine Kommunikation zwischen Schirach und Precht, ausgestrahlt am 03.11.2013 im ZDF.

Eine ungewöhnliche, interessante, dystopische und spannende Story, das Thema sehr brisant und aktuell. Der Autor stellt die Thesen des Libet-Experiments aus den 80-er Jahren in den Mittelpunkt, stellt sie nicht infrage, sondern strickt daraus eine fiktive, diabolische und sehr intelligente Geschichte.

Sie ist keineswegs abwegig, wenn man diverse vorausgegangene Konditionierungen des menschlichen Charakters heranzieht und deren Eigenschaften durch auslösende KI gesteuerte Momente noch forciert. Hier kommen unter anderem Manipulation, Hass, Rachegelüste, Gier, Machthunger, gesteigerter Egoismus und Geltungsdrang zum Tragen und enden in geführten emotional gesteuerten Explosionen. Ein Cliffhänger am Ende der Geschichte sorgt für genügend Neugier auf den zweiten Teil.

Die Story hat mich dazu veranlasst, mich mit den Thesen, die das Libet Experiment aufwirft, auseinanderzusetzen. Lange vor einer Handlungsentscheidung werden diverse charakteristische Hirnsignale gesendet, die dann unser Handeln bestimmen, besagt das Libet-Experiment. Ist das wirklich so oder ist unser Wille doch freier als gedacht?

Deutsche Psychologen haben eine andere These zum Libet-Experiment aufgestellt, nämlich dass die charakteristisch auslösenden Hirnsignale lange vor einer Entscheidung, nicht der Auslöser für eine Entscheidung und Handlung sind, sondern ausschließlich die Wahl unserer Handlung und Entscheidung erleichtern. Es kommt also auf unser entwickeltes Bewusstsein, auf unsere innere Konditionierung an. Wir Menschen können also unsere Entscheidung bewusst verändern und das noch Sekunden vor unserer Handlung. Das bedeutet also, dass wir uns jeden Tag unserer emphatischen Werte bewusst sein sollten und auch danach handeln. Denn nur so ist ein gemeinschaftliches friedliches Zusammenleben möglich.

Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter, es hat gerade durch seine dystopischen Züge das Potenzial, das Positive des Menschseins ins Gedächtnis zu rufen.

Heidelinde Penndorf

(Januar 2022)








Dienstag, 18. Januar 2022

⭐neue Leseempfehlung⭐: Der Flaschensammler von Blankenberge - Dietmar Cuntz



Eine dramatische Kriminalgeschichte, die mich berührt und aus dem Leben gegriffen scheint. Zwei unmittelbar zusammenhängende Tathergänge verdeutlichen der Leserschaft eindringlich, wie ausufernder Alkoholgenuss zu stark antisozialem Verhalten, nicht zu bremsenden Aggressionen und Selbstüberschätzung führen kann. Meist, wie auch in dieser Story, sind es charakterlich und/oder körperlich schwächere Personen, die es dann aus heiterem Himmel treffen kann, weil sie zufällig am selben Ort weilen und sich irgendwie auf den Täter einließen.

Die Protagonisten und Antagonisten sind charakterlich realistisch gezeichnet. Der Autor hat auch gut herausgearbeitet, dass suchtkranke Mitläufer das Potenzial haben, unmittelbar zu Tätern zu werden, wenn sie in sich instabil sind, denn die Hemmschwelle ist niedrig, Wahrnehmung und Reaktionsfähigkeit sind durch den Alkohol beeinflusst.

Dietmar Cuntz nimmt die Leserschaft auch mit in die fühlbare Einsamkeit und die geringe finanzielle Reichweite diversen Rentnerdaseins, ohne sentimental zu werden. Und Ermittler und Hauptzeuge sind sich sehr ähnlich – introvertiert, impulsiv, stur und einsam. Kein Wunder, dass beide immer wieder emotional aneinandergeraten und sich gegenseitig bei den Ermittlungsarbeiten im Wege stehen.

Nachvollziehbar, dass die Ermittlungen deshalb manchmal stocken, der Hauptzeuge auf eigne Gefahr ermittelt und sich dabei mehr als nur blaue Flecke holt. Und so bleiben verschiedene dramatische Entwicklungen nicht aus. In der drastischen Folge des Ganzen, liegt im Hintergrund noch ein dunkleres Drama, welches eigentlich nur am Rande der Erzählung erwähnt wird. Welches das ist, lesen Sie am besten selbst. Ich empfehle das Buch der Leserschaft sehr gerne weiter.

Heidelinde Penndorf

(Januar 2022)





Montag, 17. Januar 2022

⭐neue Leseempfehlung⭐: Erotische Märchen - Franck Sezelli



Verführerische, sinnlich erotische Geschichten frei nach den Gebrüdern Grimm – gut umgesetzt vom Autor, ohne ins Vulgäre abzurutschen. Beachtenswert ist, dass Jacob und Wilhelm Grimm ihre Kinder – und Hausmärchen nach ihrer ersten Auflage enterotisiert und sie regelrecht antisexuell umgestaltet haben – kindgerecht eben. Doch so ganz ist es ihnen nicht gelungen. In manchen Märchen sind trotz allem noch ein Hauch Erotik und Sexualität zu spüren. Wahrscheinlich hat gerade das Franck Sezellis Fantasie angeregt.

Das Buch liest sich locker und vergnüglich weg, das Interessante am Buch ist, dass der Verlag und der Autor die Gestaltung des Covers und auch die Schrift- und Bildgestaltung der damaligen Zeit nachempfunden haben. Bemerkenswert gut gelungen ist auch die Gegenüberstellung des jeweiligen Originals der Gebrüder Grimm in damaliger Schreibweise. Alles in allem ein abwechslungsreiches Buch, welches ich gerne weiterempfehle.

Heidelinde Penndorf

(Januar 2022)








Dienstag, 21. Dezember 2021

Meine Weihnachtsgrüße 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Grabesgrauen: Kanada-Krimi (Calista Gates ermittelt 3) - Bernadette Calonego



Ein sehr spannender, gut strukturierter, konfliktträchtiger und atmosphärisch dichter Plot führt die Leserschaft durch die Handlung. Die Charaktere sind realistisch gezeichnet und haben alle ihre Ecken und Kanten wie im richtigen Leben. Worum geht es im Buch. Es geht um Personen der Öffentlichkeit, mit narzisstischen Zügen, Karrieristen, um Blender – mehr Schein als Sein und es geht um vorgetäuschten Respekt, ums antichambrieren und auch um instabile Arbeitsbedingen und um Drogenhandel.

Jede Menge Konfliktstoff also, der eingebunden ist um ein schreckliches Geheimnis einer archäologischen Ausgrabung. Rückblenden in Form eines fiktiven Tagebuchs über die Zeit der Ausgrabungen, geben der Geschichte einen realen, interessanten Touch. Am Ende erleben die Leser einen Plot-Twist mit einer überraschenden Auflösung.

Spannend und mysteriös auch die geheimnisvolle Mail und SMS, die das Ermittlungsteam in Habachtstellung versetzt. Denn das dunkle, geheimnisvolle Damoklesschwert senkt sich wieder ein Stück weiter auf die ermittelnde, sympathische Polizeidetektivin Gates herab, die immer noch mit den Folgen des auf sie ausgeübten Attentats zu kämpfen hat.

Eingeflochten in die Handlung sind sehr informative geschichtsträchtige Informationen über die Inuit, deren Lebensweise und Kultur. Die Kulisse diesen Krimi bilden wieder wunderbare Naturbeschreibungen der entlegenen Küste des Nordens Neufundlands und die urwüchsige wilde Natur Labradors. Einfach herrlich bildhaft beschrieben.

Prädikat: Lesenswert

Heidelinde Penndorf

(Dezember 2021)







Dienstag, 14. Dezember 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Der Weihnachtszauberstein - Valerie le Fiery & Frank Böhm



Was wäre, wenn der Weihnachtszauber einfach verschwindet? Die Welt wäre um vieles ärmer und kälter. Gerade auch in der heutigen Zeit, wo vieles durcheinander gerät und Chaos herrscht, brauchen die Menschen kleine Herzenswunder. Ein wunderschönes, modernes Weihnachtsmärchen, nicht nur für Kinder. 

Einfach bezaubernd. Herzlichen Dank dem Autorenduo Valerie le Fiery und Frank Böhm für diese herzige kleine Weihnachtsgeschichte.

Ich empfehle das kleine Büchlein sehr gerne weiter.

Heidelinde Penndorf

(Dezember 2021)







Freitag, 10. Dezember 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Die Spur der Verlorenen: Thriller (Brandenburg-Krimis 8) - Fiona Limar



Das neue Buch der Autorin ist einfach bemerkenswert in seiner kompakten psychologischen Tiefe und berührt mehrere Themen, die uns auch im Leben begegnen können. Wir lernen einen Narzissten kennen, der sein wahres Gesicht erst zeigt, wenn er sein Opfer sicher weiß und es ihm hörig sind.

Es geht auch um Ideenklau, auch um den taktischen Beischlaf eines Mannes, um auf der Karriereleiter ganz nach oben zu kommen. Es geht auch um ›graue Mäuse‹ – die Unterdrückung der Frau in Beziehungen. Frauen, die immer im Schatten ihres Mannes stehen und sich selten daraus lösen können. Da gibt es auch die Opfer-Täter Konstellation, die sich, wie im richtigen Leben, auch umkehren kann – Opfer werden zu Tätern aus den niedrigsten Gründen heraus.

Und dann gibt es die geniale Idee eines Umzugsunternehmens, wenn da nicht das Böse im Hintergrund lauern würde. Einfach genial welche Handlung Fiona Limar daraus gestrickt hat. Gut gewobene Fallstricke führen die Leserschaft auf falsche Pfade und viele komplizierte Sachverhalte und Verwicklungen, gestalten die Ermittlungsarbeiten kompliziert. Spannend geschrieben, von Anfang bis Ende und überaus lebendige Charaktere führen uns durch die Handlung und zum Schluss erlebt die Leserschaft einen psychologisch gut fundierten AHA-Effekt.

Prädikat: Lesenswert!

Heidelinde Penndorf

(Dezember 2021)