Dienstag, 29. Mai 2018

*Neue Leseempfehlung*: Tränen gibt es überall - R.D.V. Heldt



Eine Geschichte, die mich alles ringsum vergessen ließ, und die Gegenwart total ausblendete. Dafür sorgte unter anderem auch der Schreibstil der Autorin – es war, als wenn ich das Tagebuch einer lieben Freundin las. Eine Geschichte, die unter die Haut geht, die mich gefesselt hat, von der ersten bis zur letzten Seite.

Es ist eine Geschichte, des »Sich-Hinein-Fühlen-Könnens« in menschliche Ausnahmesituationen (Empathie). Es ist eine Geschichte des Glaubens, eine Geschichte menschlicher Größe, voller Achtung und Respekt, voller Hoffnung, Zuversicht und voller Liebe. Eine Geschichte der ganzen Gefühlsskala rauf und runter. Es ist eine Geschichte der Menschlichkeit und Nächstenliebe. Die Autorin hat aufgeschrieben, was möglich ist, wenn man diese Werte lebt – Liebe ist immer die Antwort.

Chapeau und Danke JO Heldt!

Sehr gut gelungen, ich empfehle das kleine Büchlein sehr gern, dessen Cover eine Augenweide und völlig passen gewählt ist.

Heidelinde Penndorf





*Neue Leseempfehlung*: Bekenntnis blutrot: Marzanskys 4. Fall (Krimi aus der Vulkaneifel) - Jörg Fockenbrock


Ich bin durch Zufall vom ersten Fall Marzanskys gleich in den 4. Fall gestolpert und hab es nicht bereut, da gelandet zu sein. Ein Krimi mit charmantem Lokalkolorit der ziemlich spannend daherkommt. Die Charaktere der beiden Hobbydetektive  und des polizeilichen Ermittlungsteams Kyllerstals sind ausgereifter und lebendiger.

Die Handlung ist verzwickt – ein Mord der 15 Jahre zurückliegt und ein junger Mann, der durch Falschaussagen der damaligen Zeugen, 15 Jahre unschuldig in der JVA verbrachte. Ein ungesühnter Doppelmord und vier neue Morde, viele beweiserhebliche Tatsachen, immer wieder neu auftauchende Motive und weitere Falschaussagen führen das Polizeiteam und auch Marzansky immer wieder in die Irre und lassen sie oftmals auf der Stelle treten.

Die Leserschaft spürt regelrecht die inneren wachsenden Zweifel, welche Marzansky mit sich ausficht, als es um seine Mandantschaft-Übernahme eines Verdächtigen geht. Kompliziert wird es für Strafverteidiger erst recht, nachdem die Hinweise sich verdichten, dass auch sein Schwiegersohn in die ganze Geschichte involviert scheint und eine wichtige Zeugin ermordet wird, weil sie dem eigentlichen Täter, durch ihre privaten Ermittlungen, zu nahe kommt. Erst auf den letzten Seiten sorgt Jörg Fockenbrock für Aufklärung und das ziemlich gekonnt und mit überraschendem Ergebnis für die Leser.

Ein flüssig geschriebener Krimi, mit hohem Spannungsbogen, guten lebendigen Charakteren, der die Aufmerksamkeit der Leser fordert und den es zu lesen lohnt.
Ich empfehle das Buch sehr gern.

Heidelinde Penndorf







Samstag, 26. Mai 2018

*Neue Leseempfehlung*: Allahs Feuersturm - Thriller - Sigi Sternberg



Das Buch ist ein bisschen wie »Commissario Brunetti« und wiederum doch so ganz anders. Realistisch und fiktiv zu gleich, erzählt der Autor eine atemberaubende spannende Geschichte, mitten im Herzen Italiens. Die Handlung hat das Flair eines italienischen Regionalkrimis, die Leser verspüren die Leichtigkeit des Seins, das anziehend Charmante, Charismatische von Land und Leuten. Und man gibt sich mit Sarah, der deutschen Protagonistin, der Faszination des Lago Maggiore hin, erlebt mit ihr die Schönheit der einzigartigen Berg- und Seenlandschaft.

Doch plötzlich ist da ein Toter im Meer und die deutsche Journalistin lernt durch diesen Umstand, Commisario Luca Foscari kennen. Sarahs Journalisteninstinkt ist geweckt und sie ermittelt nach mehreren Unstimmigkeiten, gemeinsam mit dem Commisario.

Bemerkenswert gut hat es Siggi Sternberg verstanden, seine Charaktere mit der Handlung reifen und wachsen zu lassen, sie wirken dadurch überaus lebendig und lebensnah. Luca und Sarah geraten immer mehr in den Sog weitreichender Korruptionsstränge, bis ins kleinste Beamtentum und sogar bis weit in die Polizei hinein. Beide bekommen die Verquickungen der größten transnationalen Konzerne zu spüren, eben jenen, welche ihre finanzielle Macht nutzen, um ihren Einfluss auf die Politik zu vergrößern und das weltpolitische Gefüge, in ihrem Sinne zu lenken.

Das Leben beider Protagonisten und auch das Leben ihres unmittelbaren sozialen Umfelds, gerät immer mehr aus den Fugen und zunehmend auch in Gefahr. Die Leserschaft wird von der Handlung mitgerissen, beklemmende Ängste werden mit der fiktiven Darstellung des Endzeitszenarios der Menschlichkeit geweckt, welches durch das beherzte Eingreifen mutiger Menschen in letzter Sekunde verhindert wird.

Wieder ist es der endlose, nie endende ausufernde Fanatismus, um die Macht der Religionen, die Menschen zum Töten und unendliches Leid mit sich bringt. Am Ende des Buchs ist man als Leser froh, dass dieses Szenario nur eine Fiktion und keine Gewissheit ist. Bemerkenswert im Buch sind auch die tiefgründigen Liebesszenen, sie geben der Handlung eine leicht sinnlich-erotische Würze – passt ganz gut, inmitten der ganzen dunklen Grausamkeit, denn Liebe, Liebe ist immer die Antwort auf das abgrundtief Böse.

Das Buch wartet mit sehr gut recherchiertem Hintergrundwissen auf, die sehr lebendigen Charaktere, der leserfreundliche Schreibstil des Autors und die Hammer-Handlung, machen das Buch zu ein exklusives Leseerlebnis. Ich empfehle das Buch sehr gern.

Heidelinde Penndorf





*Neue Leseempfehlung*: Du siehst sie nicht: Außer sie zeigen sich - James Henry Burson



Ungewöhnlich und unkonventionell setzt sich James Henry Burson, in diesem kleinen Büchlein, mit dem Thema Demenz auseinander.

Eine Geschichte um den Protagonisten Paul, die spannend, oft locker und mit viel Munterkeit erzählt wird. Und trotzdem, verliert der Autor nie die Ernsthaftigkeit des Themas aus dem Auge, im Gegenteil.

Bewusst führt er die Leserschaft auch an die Klippen von Situationsängsten, die sehr real sind und mit denen man sich beim Lesen auch auseinandersetzen muss. Burson ist der Spagat gelungen, ein sehr ernstes Thema humor- und respektvoll, in eine fiktive Geschichte einzubinden und somit auf wache Weise, auf die Thematik der Demenz aufmerksam zu machen, die man im Alltag meist oft weit von sich wegschiebt.

Das Cover ist sehr passend gewählt.

Ich empfehle dieses Buch der Leserschaft sehr gern.

Heidelinde Penndorf




*Neue Leseempfehlung*: Färbst du noch oder lebst du schon? - Bea Insel



Superoriginell, Bea Insels Erstlingswerk, gefällt mir sehr gut. Sie tritt unmittelbar mit ihrer Leserschaft in Kontakt, redet und plaudert mit ihnen, fordert sie in bestimmten Bereichen zu ergänzenden Mitmachaktionen auf.

Die Leserschaft erhält einen kleinen Einblick in die Geschichte des Haarefärbens, auch der jeweiligen Technik und Chemie, der weiblichen Schönheitsideale und der aufgezwungenen Mainstreamnormen und Trends. Die Autorin geht auch ein, auf die damit verbundenen gesundheitlichen Risiken, und ganz wichtig, auch auf die Psyche derer, die ihre Haare färben oder färben lassen. Selbstachtung und Selbstliebe spielen da eine nicht unwesentliche Rolle.

Das alles ist normalerweise trockener Lesestoff, doch Frau Insel versteht es, das Ganze locker und leicht in die Geschichte zwei Protagonistinnen unterschiedlicher Generation einzubinden. Wir erfahren auch, wie wichtig es ist, die Farben unseres eignen Typs zu finden und dass eine ganzheitliche Farb-Beratung oftmals einen AHA-Effekt auslöst.

Insgesamt kommt der Inhalt des Buchs sehr authentisch, lebendig und flüssig rüber und man fühlt sich als Leserin durch diese Spontanität direkt angesprochen. Mir hat es den letzten Kick gegeben, mein schon im Kopf gefastes Vorhaben, nun direkt umzusetzen. Ich hab jetzt einen Kurzhaarschnitt, lasse mein naturfarbenes Haar rauswachsen und fühl mich damit sehr wohl.

Ich empfehle das kleine Büchlein sehr gern allen Frauen und auch Männern, die zu sich selbst stehen möchten und vielleicht einen letzten Anstoß brauchen, um sich zu trauen.

Heidelinde Penndorf