Mittwoch, 13. Juni 2018

*Neue Leseempfehlung*: Nytrax: Das Phönixsiegel - Andrew C. Fox



Die Geschichte ist gut, sehr gut sogar, sie hat etwas von Tolkiens »Herr der Ringe«, Roland Emmerichs »Stargate«, auch etwas von Cornelia Funkes »Tintenherz« und ist doch so ganz anders. Sie besitzt das ganz gewisse eigne ›Etwas‹, welches die Leserschaft in ihren Bann zieht – tiefgründig und vielschichtig eben, à la Andrew C. Fox.

Es ist eine Reise zwischen Zeit und Raum und berührt damit die Relativitätstheorie Einsteins. Eine Geschichte von Archetypen, des inneren Werdens und Reifens, eine Geschichte des menschlichen Egos, welches immer wieder an seine engen Grenzen stößt und es zwingend, durch diverse Gefahren, vom ICH zum WIR geführt wird.

Es ist auch eine Geschichte fremder, fantasievoller Welten, die von geheimnisvollen Schattenwesen, feenartigen Zeitenwächtern, Sehern, Drachen, seelenlosen Körpern und entmachteten grausamen Herrschern, erzählt – eine Geschichte in der das Gute gegen das Böse ankämpft, in der fast jeder ein Geheimnis mit sich führt, aus vergangenen Zeiten, oder seines existenten gegenwärtigen ICHS und es ist eine Geschichte des sich Findens in einer Gemeinschaft, in welcher einer dem anderen zur Seite steht, um die Menschheit zu retten – wieder vom Dunkeln des Erdinneren, ins Licht zu führen.

Die Geschichte um Nytrax, dem 16-jährigem ›Erlöser‹ und seinem Team, ist faszinierend, interessant, und überaus spannend, sie hat meines Erachtens mythischen Charakter und stellt Bücher – als Wissensschatz – in den Mittelpunkt, beschäftigt sich auch mit dem Unterbewusstsein, unseren tiefsten Ängsten, Träumen und Hoffnungen.

Andrew C. Fox Schreibstil ist sehr lebendig, flüssig und intensiv gefühlvoll, die Charaktere sind illustrativ gut gezeichnet, der Spannungsbogen enorm hoch, flacht nie ab – Kopfkino pur!

Das Cover des Buchs ist eine Augenweide und unterstreicht den Buchinhalt auf künstlerische Weise. Ich freue mich auf die Fortsetzung der Geschichte und empfehle das Buch sehr gern, denn es ist ein lohnendes, überaus spannendes und abwechslungsreiches Lesevergnügen.

Heidelinde Penndorf







Freitag, 8. Juni 2018

*Neue Leseempfehlung*: Der Zauber einer Eisnacht - Emilia Cedwig



Was für ein wundervolles zauberhaftes Märchen. Jede einzelne Figur, die Handlung, die Natur und Gebäude so toll beschrieben, dass die Bilder im Kopf sehr lebendig werden – Kopfkino par excellence!

Ein Märchen für Kinder und Erwachsene gleichermaßen, die im Geiste jung, eine Geschichte zum Wegträumen, hinein in eine glitzernde fantastische Fantasiewelt. Eine Geschichte, die vom wachsenden Selbstvertrauen und Liebe erzählt, auch vom Gleichgewicht der Natur, der Ausgewogenheit der Macht und Gerechtigkeit. Eine Geschichte um vergangene Kriege, der Stabilität des Friedens und der Ausgeglichenheit der Länder – weil jeder Herrscher seines Reichs, sich ein Stück weit zurücknimmt, manchmal zwar nur gezwungenermaßen, aber immerhin tun sie es. 

Die Geschichte ist echt zauberschön, sie könnte verfilmt, zu Weihnachten, vielen Menschen Freude bereiten – ähnlich, wie »Drei Haselnüsse für Aschenbrödel«.

Ich empfehle das Buch sehr gern – Lesestoff voller Zauber und Wunder, für Kinder und Erwachsene gleichermaßen.

Heidelinde Penndorf






Dienstag, 5. Juni 2018

*Neue Leseempfehlung*: Deichkind - Krimi - Moriz Boll


Der Schreibstil des Autors ist zwar aufmerksamkeitsfordernd, aber auch sehr eloquent und detailverliebt. Das ummantelt die Handlung mit einem faszinierendem Lokalkolorit, der die Lebensweise der Menschen in Nordfriesland einbezieht, aber auch gleichwohl das Mystische dieses besonderen Landstriches und des Geburtsortes/sozialen Lebensumfelds Theodor Storms, bildhaft rüberbringt.

Genial auch, wie Moriz Boll seine Gourmet-Gaumenfreuden der nordfriesischen Küche, den beiden Hauptprotagonisten, Hannah und Holk, angedeihen lässt und die beiden diese exklusive Küche genießen dürfen. Boll ist unter anderem der Haute Couture sehr zugetan und kleidet den größten Teil seiner Protagonisten dementsprechend ein – Kopfkino pur. Aber nicht nur da! Genauso spitzenmäßig ist der Einsatz der Ermittlungs-Flipchart im Buch, die Holk in seinem Laptop anlegt und der Leserschaft, in einigen Buchseiten zur Kenntnis gebracht wird.. Brillant auch seine Verknüpfungen sozial-politischer/kirchlicher Kritikpunkte der Nachkriegszeit, bis hinein in die Gegenwart – klar und deutlich gezeichnet, manchmal auch überzeichnet, damit die Leserschaft aufmerksam bleibt.

Hannah und Holk - die Hobbydetektive – ein apartes Pärchen,welches der Autor da geschaffen hat – charmant, charismatisch, sexy und auch ab und an einem Flirt und explizit Holk, einer Liaison nicht abgeneigt. Die Leser dürfen gespannt sein.

Kinder der Nachkriegszeit, die keiner wollte, die aufs Land abgeschoben wurden, die »Schwarze Pädagogik« dieses Zeitkolorits, ihre Ausuferungen und Ausschweifungen und die damit verbundene falsche Sozialisation – die daraus resultierenden posttraumatischen Belastungsstörungen, die im Verborgenen gedeihen und wuchern – ein Psychogramm – welches unter gegebenen Umständen, zum auslösenden Handeln wird, in welchem Opfer gleich Täter und Täter gleich Opfer sind.

Die ganze Handlung insgesamt, engmaschig mit dem friesischen Nationalsport »Boßeln« zu verbinden, ist gut gelungen. Ich gestehe, ich musste nachfragen und auch die Suchmaschine des Internets bemühen – ich weiß jetzt, was »Boßeln« ist.

Finden Sie, liebe Leserschaft es ebenfalls heraus und lesen Sie, warum die Urlauber aus Frankfurt - Hannah und Holk - plötzlich zu Hobbydetektiven werden und Hannah persönlich in Gefahr gerät. Finden Sie auch heraus, welch typisches Merkmal »Deichkind«, von Moriz Boll und »Der Schimmelreiter«, von Theodor Storm, gemeinsam haben. 

Lesen Sie das Buch, denn es ist ein illustres, nicht alltägliches Lesevergnügen, hinter all die Geheimnisse zu kommen und deren Auflösungen mitzuerleben. Ich empfehle das Buch sehr gern, allen Fans der Friesenkrimis, aber nicht nur denen, denn es ist kurzweilig, spannend und unterhaltend – deshalb ist »Deichkind« ein Buch für alle Krimi-Liebhaber und solche die es werden wollen.

Heidelinde Penndorf