Montag, 29. Dezember 2014

Lesetipp : Die Belagerung von Nussia - Peter Bunt


Dieser Roman ist ein öffentlicher Achtungserweis des Autors an seine Heimatstadt Neuss und schildert Monat für Monat die Ereignisse, die sich während der fast einjährigen Belagerung durch das Heer Karls von Burgund in den Jahren 1474 / 1475 zugetragen haben.
Bis ins letzte Detail recherchiert, zeigt Peter Bunt die ganze Sinnlosigkeit, das brutale Abschlachten auf beiden Seiten auf, die letztendlich doch nur einen Schluss zulassen: Weder Kaiser, Papst noch Erzbischöfe scheren sich einen Dreck um das ganze Elend, Hunger und Tod der Menschen in der eingeschlossenen Stadt. „Die Belagerung von Nussia“ ist kein spätmittelalterliches Schmusebuch über holde Jungfrauen und stolze Helden. Es ist die wahre Geschichte einer Belagerung, die über 10.000 Menschen das Leben gekostet hat und, hätte sie Erfolg gehabt, das Gesicht Europas für immer verändert hätte. Historische Persönlichkeiten mischt Bunt gekonnt mit fiktiven Personen, lässt sie auferstehen und lässt uns als Leser teilhaben an ihren Nöten, Leiden und an ihrem Sterben. ...


Sonntag, 28. Dezember 2014

Meine Leseempfehlung: SO!KIA: Die vergangene Zukunft - Harald Kittner

Eine Wahnsinnsgeschichte, so unwahrscheinlich, dass sie grad deshalb wahr sein könnte ...

Aus diesem Grund verzeiht man dem Autor seine manchmal schlüpfrige Ausdrucksweise in wörtlicher oder gedachter Rede. Denn die Gewichtigkeit dessen, was die Leser in SO! KIA erfahren, lässt diesen Jargon fast verblassen.

In Ägypten, dem Nordosten Afrikas, Spanien, Russland, Australien, Tibet und auch im Nordpolarmeer und im Golf von Aden werden diverse Fundstücke sichergestellt. Sie sind so mysteriös und wissenschaftlich von großer Dynamik, dass die Staatsoberhäupter Frankreichs, Englands, Ägyptens und den USA vertraglich festlegen, die Erforschung dieser Objekte vertraglich auf diverse Forschungsinstitute in verschiedenen Ländern aufzuteilen. Damit sind der Einsatz der besten Forscher und somit auch das bestmöglichstes Ergebnis garantiert. ....




Dienstag, 23. Dezember 2014

Sophia - Dem Abgrund so nah - Valerie le Fiery - meine Empfehlung

Wie wenig Selbstliebe und Selbstvertrauen muss ein Mensch haben, um so tief zu fallen, wie Sophia? Was geht in einem Mensch vor, der durch Alkohol, Schmerz - und Schlafmittel, später dann auch durch harte Drogen sich selbst so missbraucht, seinen Körper so immens zerstört, wie es Sophia getan hat. Was muss passieren, damit man sein ganzes Geld nur noch dafür einsetzt, um sich so aus der Realität zu stehlen – sogar obdachlos wird? Diese Selbstaufgabe Sophias ist ein seelisch tiefer, sich steigernder Exzess, führt zur Abhängigkeit und fast zu ihrem Tod. Selbstmitleid, Selbstverachtung, Selbstaufgabe – ist das auch selbstbestimmtes Leben?

Menschen geben sich auf und merken es kaum, weil sie sich selbst verleugnen. Und so fängt der Absturz an, der Weg, für den sie sich entschieden haben. Der Weg aus Selbstmitleid, Selbstverleugnung und Selbstaufgabe. Bis es fast zu spät für sie ist, in ein normales Leben zurück zu finden. - für manche ist es zu spät - leider.

Sophies Kindheit und Jugend verlief nicht in geordneten Bahnen. Für sie war dies ein Mangel ihrer Kindheit und Jugend. Deshalb definiert sie sich nach Gründung einer Familie und ihrem erfolgreichem Abschluss des Studiums, nur noch über Arbeit. Sie möchte, dass es ihrer Tochter an nichts fehlt. Dabei vergisst sie zu leben und glücklich zu sein. Ihr Platz in der Familie ist wenig besetzt. Sie ist die rechte Hand des Chefs einer großen Modefirma, füllt dort ihren Platz voller Umsicht und Pflichtbewusstsein aus und unterdrückt eigene und die Bedürfnisse, Sehnsüchte und Wünsche ihres Ehemannes und ihrer Tochter. Schranke im Kopf! Ab und an meldet sich das schlechte Gewissen ihnen gegenüber. Doch sie verdrängt es immer wieder. Ihrer Tochter soll es an nichts mangeln, das Haus muss abbezahlt werden – der Ausreden gibt es viele. Bis es zu spät ist, bis es eines Tages den großen ultimativen Knall gibt in ihrer kleinen Familie. Ihr Ehemann wendet sich von ihr ab, lässt sich gar scheiden und ihre Tochter mag von ihr absolut nichts mehr wissen. Zu oft wurden beide enttäuscht, zu oft war ihr Platz zu Hause leer.

Ein ergreifendes Buch, stark berührend, ein Thema welches immer aktuell sein wird. Die Protagonistin Sophia erlebt die abstürzende Tiefe einer Obdachlosen und einer Süchtigen.

Beschaffungskriminalität ist an der Tagesordnung in dieser Szene. Der Bahnhof der Ort, an dem man Dealern und Betroffenen begegnet. Man kennt sich, ist aufeinander angewiesen. Die Bahnhofsmission ist oft der letzte Ausweg, um sich einmal zu Duschen und um einmal in einem warmen Bett zu schlafen. Sonst halten Pappkartons her,um sich eine einigermaßen geschützte Schlafstätte unter einer Brücke zu bauen. Weihnachten in der Bahnhofsmission - ein bissel, wie das normale Leben, in einer Familie von Betroffenen. Streetworker versuchen zu helfen, oft selbst psychisch am Ende und sehr oft auch machtlos gegen den Teufelskreis, die Abwärtsspirale der Abhängigkeit, der Betroffenen

Menschlicher Tragödien real nachempfunden mit einem fiktiven Leben - ein Sturz in den Abgrund aus Abhängigkeit und Selbstaufgabe. Doch auch das Aufzeigen von Lösungen und Hilfen, da wieder hinaus zu finden und ein Leben zu führen, welches sich lohnt,es zu leben.. Glücklich sein, möchte man lernen.

Ich hab das Buch in einem Ritt durchgelesen und danke der Autorin Valerie Le Fiery für diese sehr nachdenkliche spannende und lehrreiche Unterhaltung. Gut geschrieben und gut recherchiert – sehr zu empfehlen.






Dienstag, 16. Dezember 2014

Die Belagerung von Nussia - ein besonderes Weihnachtsbuch - Geschenk

Heute hab ich ein ganz besonderes Weihnachtsbuch - Geschenk bekommen, von Peter Bunt, den ich sehr schätze und mit dem ich einmal zusammengearbeitet habe. Danke Peter , ich werde Dein Buch gern lesen und es rezensieren

hier kann man es kaufen und es lohnt sich:


denn ersten beiden Teile 

sind äußerst spannend und beinhaltet immens Geschichtswissen! Und genauso wird es mit dem Dritten Teil sein, da wird uns der Autor nicht enttäuschen.



Sonntag, 14. Dezember 2014

Ein besonderes Weihnachtsgeschenk für unsere Kinder und Enkel - ein Buch




Da schreibt Mona Frick – Garant für moderne lockere leichte Lektüre – ein Märchenbuch. Und was für eines, d’accord Mona Frick! »Sonne Mond und Märchen« – einfach bezaubernd, richtige Märchen eben, zum Wegträumen und liebevoll illustriert. ...







Ein wundervoller Weihnachtsteller - angefüllt mit Buchgeschenken




Wo? Na hier !




Freitag, 12. Dezember 2014

Zu Weihnachten Liebe auf den letzen Klick - meine Empfehlung


Ein Buch, dessen Handlung, trotz der oft deftigen Sprache amüsiert.
Ein Touch Nachdenklichkeit, ob der Erlebnisse die die Hauptprotagonistin mit Männern auf dem virtuellen Heiratsmarkt - einer Singlebörse - erlebt. Teilweise zum Lachen reizend, werden die Leser Mitwisser ihrer skurrilen Erfahrungen, mit dem »starkem Geschlecht«. ...

Verführung - Sinnlichkeit - Melancholie - das Buch ist einfach ein MUSS - meine Empfehlung für die Weihnachtszeit


Liebe, Lust, Leidenschaft und Sinnlichkeit – welch bittersüß melancholische Liebesgeschichte. In weiten Teilen durch die Tragik des Misstrauens beider Hauptprotagonisten – Marie und Alexander – getragen. Der Roman hat einen Touch Dramatik von »Romeo und Julian« und auch von den »Zwei Königskindern« die nicht zusammen kommen können.

Davids Lügengeschichten über Alexander, fallen bei Marie auf fruchtbaren Boden- Sie wendet sich von Alexander ab und heiratet David – Alexanders Widersacher. Alexander ist zu stolz um die Missverständnisse aufzuklären, er zieht weg und übertönt sein einsames leeres Innerstes mit seiner Arbeit als erfolgreicher Geschäftsmann. ...

Weihnachtswünsche - Erotik-Lust - Leidenschaft- Abenteuer - Ein Buch - Meine Empfehlung


Ein junger Honoré de Balzac ist geboren.

Sinnlich, frivol und amüsant erzählt Renard Fourrure in der fast vergessenen Briefform eine fiktiv spannende Geschichte um die Malet-Verschwörung, einem Staatsstreichversuch zum Sturz Napoleons. Abenteuerliches Vorhaben – doch überaus gut gelungen ! .....

Ein Buch zu Weihnachten - meine Empfehlung


Es ist ein ruhiger leiser Kurzroman, das Erstlingswerk der Autorin. Bemerkenswert gut gelingt es ihr, die tragische Lebens – Leidens – und Liebesgeschichte des 85-jährigen Maurice, den Lesern nahe zu bringen. Eine spürbare Melancholie durchzieht das Buch wie ein leicht säuselnder Wind. David, von ehrgeizigen Karriereplänen durchdrungen, hat die räumliche Trennung von seiner Verlobten in Kauf genommen, als sich ihm beruflich in Paris die Chance bot, als Museumskurator im Louvre, aufzusteigen. Doch so richtig glücklich ist er nicht, sehnsuchtsvoll sind seine Gedanken bei seiner Geliebten. Er trifft Maurice, der ihm seine Geschichte erzählt – die Geschichte von Maurice und Solange – die eine kurze glückliche Ehe führten und durch falsche persönliche Entscheidungen, für immer getrennt ihren Lebensweg gingen. ...

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Weihnachtszeit - Zeit für liebevolle Lebensweisheiten - es lohnt sich zu lesen -

Hildegard Paulussen – ihr Name steht für empathische Beständigkeit.
Schon mit ihrem kleinem emotionalen lyrischen Wegweiser »Leben leben- So oder so«, hat sie mir emotional viel gegeben. Mit ihrem neuen Buch setzt sie diesen Weg für ihre Leser fort. ...

Montag, 8. Dezember 2014

meine Collagen für individualisierte Buchwerbung




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Filmtipp - Der Duft der Frauen



Ich bekam den Film „Der Duft der Frauen“ Weihnachten 2011 als DVD von einem lieben Freund geschenkt. Ein sensibler wunderbarer Film und dazu noch mit Al Pacino in der Hauptrolle!

zum Inhalt:

Der mittellose introvertierte und lebensunerfahrene Student Charlie Simms wurde unfreiwillig Zeuge eines gepfefferten Streichs auf Kosten des Schuldirektors Mr. Trask. Nun wird Charlie vom Schuldirektor. mit der noch ausstehenden College- Empfehlung vom Direktor unter Druck gesetzt, um zu sagen, wer die Übeltäter waren. Er bekommt eine Frist über »Thanksgiving«. Doch zum Nachdenken wird er keine Zeit haben. Denn er ist auf Nebenjobs angewiesen und hat für die Feiertage einen ergattert. Er wird den blinden Ex-Colonel Frank Slade betreuen, dessen Familie für diese Zeit einen Kurzurlaub geplant hat. Frank Slade will allerdings Thanksgiving nicht zu Hause verbringen und ehe sich Charlie versieht, sitzen sie gemeinsam im Flugzeug nach New York. ...





Renard Fourrure - Autor - meine Empfehlung







Ein Autor, der sein Antlitz verhüllt, genau wie das Antlitz seiner Hauptprotagonistin »Titi«. Interessant und geheimnisvoll!

Renard Fourrure, Jahrgang 1971, gebürtiger Deutscher und in Deutschland lebend, ist leidenschaftlicher Hobbyhistoriker und Autor im Selbstverlag. Nach mehr als fünfzehn Jahren währender schriftstellerischer Abstinenz, wurde er letztlich doch wieder vom Schreib-und Studiertrieb eingeholt. Er vergräbt sich zwischen alten Büchern und Almanachen in seinem historischen Gemäuer, in welchem er viel Zeit verbringt, um danach wieder mit einem neuen, erdichteten Zeitzeugnis einer vergangenen Epoche aufzuwarten. ...




Sonntag, 7. Dezember 2014

Ein Film, der mich tief berührte - meine Empfehlung Millionen Dollar Baby - mit Clint Eastwood



Skeptisch folgte ich dem Filmtipp eines Freundes. »Millionen Dollar Baby« - ein Boxerfilm! So gar nicht mein Geschmack. Ich habe es nicht bereut.

Als Zuschauer wird man nach kurzer Zeit in das Filmgeschehen hineingezogen, ist mittendrin. Es ist eine unglaublich berührende Geschichte, sehr zart und einfühlsam erzählt.

Die Boxfreunde unter den Zuschauern, kommen auch auf ihre Kosten. Alle gezeigten Kämpfe haben ein hohes Spannungsniveau. Boxen ist Magie für einen Träumer, der alles riskiert und im Kampf über alle Grenzen hinaus geht. Und Boxen ist etwas unnatürliches, weil man dem Schmerz entgegengeht, diese Sätze habe ich aus dem Film für mich mitgenommen.

Es ist die Geschichte des Boxtrainers Frankie Dunn (Clint Eastwood) der den großen Durchbruch nie schaffte und der jungen Kellnerin Maggie Fitzgeralde (Hilary Swank), die davon träumt Profiboxerin zu werden. Eigentlich trainiert Frankie Dunn keine Frauen, doch der natürliche Charme Maggies und die Überzeugungskraft des Hausmeisters und ehemaligen Boxers Eddie „Scrap“ Dupris( Morgan Freemann) bewirken, dass er das erste Mal eine Frau trainiert.

Maggie entwickelt sich gut und ist nach hartem Training bereit für die ersten Kämpfe. Sie boxt in Paris, Brüssel und Amsterdam und ist der Liebling des Publikums. Ihr Trainer und sie kommen sich näher und erkennen ineinander jeweils den geliebten Menschen, der ihnen bisher fehlte. Sie haben eine wundervolle „Vater- Tochter“ Beziehung , voller Liebe, Achtung und Vertrauen.

Die letzten zwanzig Minuten des Films sind ein Break zur bisherigen stark positiven Handlung. Der Zuschauer wird von einen emotionalem Hoch mit dem Geschehen in den tiefsten Abgrund geschleudert. ....







Weihnachtszeit - Bücher schenken - Lauf, Jane, lauf! - Joy Fielding - meine Empfehlung




Kennen Sie das auch? Sie lesen die ersten Sätze eines Buches und sind elektrisiert. Sie können das Buch nicht mehr weglegen. Sie müssen lesen, lesen, lesen. Die tagtägliche Arbeit zu Hause ist vergessen, der Abwasch bleibt stehen, die Wäsche ungewaschen und sogar das Essen ist nebensächlich. So ist es mir beim Lesen des Buches »Lauf, Jane, lauf!« von Joy Fielding gegangen.

»An einem Nachmittag im Frühsommer ging Jane Whittaker zum Einkaufen und vergaß, wer sie war«

Dieser Satz ist die Angel, an der die Leser hängen. Der Satz macht neugierig auf die Handlung, wirft Fragen auf, was der Protagonistin widerfahren ist und lässt die Leser nicht mehr vom Haken. ...






Rosenduft und Koriander-Susanne Wahl - meine Empfehlung zur Weihnachtszeit







Verena lebt immer im Schatten ihrer Mutter. Von klein auf ist ihr Tagesablauf rigoros geregelt. Ihre Mutter hat ihr ein Lebenskorsett verpasst, aus dem sie sich nicht herauswagt. Sie wird von ihrer Mutter immer gut versorgt. doch ihre Seele friert oftmals. Denn eines bekommt Verena von ihrer Mutter nicht, spürbare Wärme und Geborgenheit. Die einzigen Zugeständnisse, die ihre Mutter jemals machte, war die Akzeptanz der Freundschaft zwischen Verena und deren Freundin Monika und die Duldung, dass Verena in einem kleinen Gewächshaus Orchideen züchtete.

Ihr Leben ändert sich mit dem plötzlichen Tod der Mutter schlagartig. Der Notar Dr. Weydrich lüftet bei der Testamentseröffnung das streng gehütete Geheimnisse ihrer Familiengeschichte. Sie ist völlig überrascht,auch darüber, dass ihre Mutter ihr ein beträchtliches Vermögen hinterlassen hat. Verena, will nun so schnell wie möglich ihr einsames Leben unter der Glasglocke beenden. Sie kann es kaum erwarten, ihr Geburtshaus und alle Erinnerungen an ihr bisheriges Leben hinter sich zu lassen. Dr. Weydrich wird ihr Berater und sorgt dafür, dass Verena ihre Pläne verwirklichen kann. Das erste Mal in ihrem Leben kauft sie sich Kleidung, in der sie nicht aussieht, wie eine graue Maus, sondern sehr apart und schick. ... 




Weihnachtszeit -Bücherzeit - Die betrogene Frau - Gwen Hunter- meine Empfehlung





Der Titel des Buchs wird der Thematik der Handlung nicht gerecht! Er vermittelt den Eindruck einer Courths-Mahler bzw. einer Rosamunde Pilcher – Geschichte. Dem ist aber nicht so!



Sätze des Romans, die mich wahrscheinlich nie ganz loslassen werden:

Blutest du, Mama? Letztes Jahr, als Du von Tante Sonja wiedergekommen bist, hat Daddy gesagt, dass Du blutest und nicht verfügbar bist. Du hast geblutet und warst nicht verfügbar. Und wir mussten spielen. Und wie du diesmal weg warst, ist Onkel Richard zu Besuch gekommen. Und Daddy hat ihm Dessie zum Spielen gegeben.

Ein unter die Haut gehendes, sehr spannendes und sehr emotionales Buch. In der ICH Form geschrieben, verbindet die Handlung auf sehr nahe persönliche Weise, die Hauptprotagonistin Nicolett Danzincourt DeLande mit der Leserschaft. ... 





Samstag, 6. Dezember 2014

Weihnachtszeit - Bücherzeit - Zeit zum Vorlesen und lesen - mein Lesetipp


Da schreibt Mona Frick – Garant für moderne lockere leichte Lektüre – ein Märchenbuch. Und was für eines, d’accord Mona Frick! »Sonne Mond und Märchen« – einfach bezaubernd, richtige Märchen eben, zum Wegträumen und liebevoll illustriert. ...













Freitag, 5. Dezember 2014

Mission Herodes - Von Geistgreifern und Lichtwirkern - Patrick R. Ullrich- meine Empfehlung






»Mission Herodes – Von Geistgreifern und Lichtwirkern« ist der Auftakt zu einer großen vierteiligen Saga um die Befreiung der Menschheit von der Geisel der Unterdrückung.


Es ist ein hoffnungsvoller vielversprechender Auftakt und macht Lust auf mehr. Zu wünschen ist, dass der Autor Patrick Ullrich die Spannung, die Neugier und die Lust der Leserschaft die ganze Saga über aufrechterhält. Das Buch ist faszinierend, beeindruckend, lyrisch, äußerst spannungsgeladen und mit viel Herzblut geschrieben. Meinen Respekt Patrick Ullrich! Die Protagonisten sind sehr ausdrucksstark und expressiv signiert, sie leben. ...




Blutsommer - Rainer Löffler - meine Empfehlung




In Köln geschehen unglaubliche schreckliche Dinge. Rainer Löfflers »Blutsommer« lässt den Lesern fast das Blut in den Adern gefrieren. Das eigene moralische Weltbild der Leser wird aus den Angeln gehoben! Während sie der Handlung folgen, merken sie, dass was hier geschieht, ist eine neue abartige Dimension des Grauens.

Ein Serienkiller treibt ein diabolisches Spiel mit seinen Opfern.

Die Grausamkeiten die er sich ausdenkt, müssen seine Opfer bei vollem Bewusstsein ertragen. Er trinkt ihr Venenblut durch eine Braunüle, foltert sie auf grausamste Art mit diversen Werkzeugen und weidet sie regelrecht aus, wie ein Jäger sein erlegtes Wild. Er watet im Blut der Sterbenden und ist glücklich dabei. ...




Leben leben- So oder so - Lyrische Gedanken - Hildegard Paulussen - meine Empfehlung

Ich habe Hildegard Paulussens »Lyrische Gedanken« gelesen, als ich grad emotional an einem Tiefpunkt angelangt war. Bestandsaufnahme ihres Lebens - steht im Klappentext. Ja und irgendwie stimmt das, denn man hat für kurze Zeit Anteil an ihrem Leben, ihren Gefühlen, ihren Emotionen, erhält Einblicke in ihre Seele. Aus Hoffnungslosigkeit erwachsen Stärken und Hoffnung. Im ersten Kapitel – fühlbar die Resignation – spürbar das Aufbäumen und Hoffnung erweckend ihre Neuorientierung. Im zweiten Kapitel gibt sie uns sinnvolle emotionale Gedanken mit auf unseren Weg für einen Neuanfang, der im dritten Kapitel erst zaghaft, dann stark spürbar ist. Heimat und Natur haben einen besonderen Stellenwert in Hildegard Paulussens lyrischen starken Gedanken. ...




Marie-Christine: »Eine erotische Geschichte von Liebe, Macht und Unterwerfung« meine Empfehlung

Allein schon das Buchcover ist eine Augenweide, erotisch und geheimnisvoll und die Handlung sehr lebendig. Die Leser begleiten Marie-Christine, bildhübsch und noch voller naiver Unschuld, auf dem Weg, eben diese zu verlieren. Verpasste und auch misslungene Gelegenheiten reizen zum Lachen. Überaus sinnlich, sexy, erotisch, leidenschaftlich und brisant erfahren wir, wie diese junge Frau ihrem charismatischen Verlobten erlegen ist. ...













Donnerstag, 4. Dezember 2014

Dezembernächte - Heidelinde Penndorf


Dezembernächte


Versilbert ist die Wiese, 
glitzert gar der Wald 
und auch die Flur
Diamantengleiches Funkeln
im hellen Mondeslicht
Schneeeflockentanz im Wirbel
decken nun die Blümlein zu
Wunderbare klare kalte Nächte
künden nun den Winter an
Drinnen in den warmen Stuben
wird gesungen zum Advent
Im Kamin funkeln Feuersterne
Punsch und Plätzchen stehn bereit
gemütlich ist`s zur Weihnachtszeit

Heidelinde Penndorf

Psst - Heidelinde Penndorf


Pssst !

ganz ganz leise!
Hört ihr es?
Spürt ihr es?
Riecht ihr es?
Es knistert
und wispert
und hämmert!
Die Wichtel sind da!
Sie basteln,
sie werkeln,
sie backen,
und kochen.
Zimt, Nelke
Koriander
Orange
mmmhh
wie das duftet
Und der Bratapfelduft,
ein Genuss für die Sinne
Da der Kerzenschein,
ein Glöcklein, so fein
Die Wichtel,
sie läuten die Weihnacht ein

Heidelinde Penndorf

Tití - Verschwörung in Paris 1812 - Renard Fourrure - meine Empfehlung





Ein junger Honoré de Balzac ist geboren.

Sinnlich, frivol und amüsant erzählt Renard Fourrure in der fast vergessenen Briefform eine fiktiv spannende Geschichte um die Malet-Verschwörung, einem Staatsstreichversuch zum Sturz Napoleons. Abenteuerliches Vorhaben – doch überaus gut gelungen !








Die Wahrheit ist ein Schlund - Maria Zaffarana - meine Empfehlung





»Die Wahrheit ist ein Schlund« – Gesellschaftskritik – erfrischend anders. Die Autorin führt die Leser mittels Rückblende in die Kindheit des 40jährigen Literaturprofessor Tim Zobern.

12 Jahre ist Tim, hellwach und überdurchschnittlich intelligent. Seine Beobachtungsgabe seines sozialen Umfeldes und die damit verbundene Analyse menschlicher Eigenschaften und Schwächen sind frappierend genau.

Tim Zobern, als 12jähriger, ein kleiner Außenseiter, nur einen Freund und Spielkamerad an seiner Seite – für ihn verändert sich von einer Sekunde zur anderen die Welt. Denn er spricht aus, was er denkt – die Wahrheit! Die Wahrheit in seiner Klarheit angereichert mit misanthropischen Zügen eines Kindes. Das bringt Tim in arge Bedrängnis und inkafkaeske Situationen. ....




Mittwoch, 3. Dezember 2014

»Ich sag`s nur dir« Teil I und II - James Henry Burson - meine Empfehlung


James Henri Burson wählte für seine Duo Biografie einen sehr individuellen Buchtitel. »Ich sag`s nur dir« - birgt eine gewisse Intimität, eine unmittelbare Nähe zum Leser. Der erlebt über den Inhalt beider Bände fast so etwas wie ein sehr ernsthaftes, stark emotionales Zwiegespräch zwischen sich und dem Autor, verstärkt wird dieser Eindruck auch durch die ICH-Erzählweise Bursons, die sehr charmant rüberkommt, in einfacher verständlicher Weise.


Und doch ist irgendwie eine Distanz spürbar, manchmal hatte ich den Eindruck der Autor wahrt auch innerlich zu sich selbst Distanz – schildert mit einem gewissen innerem Abstand seine stark traumatisierte Kindheit, Jugend und sein junges Erwachsenenleben.Vielleicht eine Schutzmaßnahme.

Bursons Courage, das Trauma seiner Kindheit und Jugend und seine Entwicklung zum Erwachsenen für uns aufzuschreiben, ist bewundernswert. ...





Interview - Heidelinde Penndorf im Gespräch mit Patrick R. Ullrich - Autor meine Empfehlung

Interview - Heidelinde Penndorf im Gespräch mit Patrick R. Ullrich - Autor
 
Mein heutiger Interviewpartner ist der Oppenheimer Autor Patrick R. Ullrich. R steht übrigens für Rolf. Und damit komme ich auch gleich zu meiner ersten Frage: Siezen wir uns während des Interviews oder bleiben wir bei dem inzwischen vertrauten »Du«?
 
Ja, sicher doch.

Kennengelernt haben wir uns auf facebook indirekt über einen anderen Autor. Weißt du noch? Und da ich damals dein E-Book trotz Gutschein nicht hochgeladen bekam, hast du mir kurzerhand die PDF-Datei geschickt. So kam ich im Endeffekt zu deinem Buch  »Misssion Herodes«.
Dann ging alles sehr schnell. Meine Rezension zu »Mission Herodes«, einschließlich des Trailers zum Buch fanden einen Platz auf meiner Website. Fast zeitgleich stellte ich eine Buch- Rezension für einen Autor des Verlags 3.0 ein und plötzlich war ein Kontakt hergestellt, da der Verlag schon allein vom professionellen Buch- Trailer begeistert war.
Nun sitzen wir hier zusammen – du der Autor und ich die Projektbetreuerin des Verlags. Und jetzt möchte ich deine Leserschaft nicht länger auf die Folter spannen und dir die erste Frage stellen:

 
In deinem Buch »Mission Herodes« wird eine sehr lebhafte, eigene Sprache lebendig, die Sprache Thules – ich sehe da Parallelen zu Tolkien. Ist es auch bei dir die Liebe zu den Worten (Philologie), die dich dazu bewegte, die Thulsche Sprache zu entwickeln?

 
Ich mag das Wort und achte es. Wörter, Sprache sind mehr als Vehikel zur Informationsübermittlung und ich war immer ein Freund guter Texte. Aber als Philologen möchte ich mich nicht bezeichnen und mein Respekt vor der Leistung Meister Tolkiens (und ich benutze das Wort Meister mit Bedacht) ist zu groß, als dass ich mich daran messen lassen wollte. J.R.R. Tolkien hat eine Welt erschaffen, in der seine Sprachen funktionieren sollten. Das ist in dieser Art ziemlich einmalig, vielleicht noch vergleichbar mit dem Star-Trek-Universum Gene Roddenberrys, für welches z.B. das Klingonische entwickelt wurde. Beide, Tolkien und Roddenberry, sind übrigens echte Helden für mich. 
In den Vier Reichen habe ich im Wesentlichen einfach auf die Verwendung moderner Begriffe verzichtet. »Hallo«, »Hi«, oder »Toll« passen zu einer mittelalterlichen Atmosphäre wie Ketchup zu Chateaubriand. Des Weiteren sollte sich der Duktus der Fantasy-Charaktere, erstens, abheben von den historischen, »echten« Menschen und, zweitens, auch Unterscheidbarkeit, Individualität schaffen. Der Knabe Godfrey, der spätere Legat der Menschen, spricht und denkt schon als Kind sehr bedacht.
König Keleb poltert schon mal los, Erzmagier Wenduul drückt sich differenziert und vielschichtig aus, die Elfen kommunizieren eher ein wenig lyrisch usw..
Letztlich ist alles dem Bestreben geschuldet, den Helden der Vier Reiche Leben einzuhauchen, sie greifbar und körperlich zu machen. Dass Dietrich von Bochuum ein Liebhaber der Dichtkunst Goethes ist, soll eine Allegorie zu denDichtern und Denkern – Mördern und Henkern sein und natürlich auch eine Hommage an einen der Größten überhaupt.
  
 
Patrick, du nimmst deine Leserschaft an die Hand und führst sie durch Thule – ein mystisches Zwischenreich und plötzlich tauchen Begriffe auf, wie Sturmmann, Rottenführer, Oberscharführer, Sturmbannführer, SA und SS; und am Schluss deines Buches wird die Leserschaft endgültig aus der abgeschotteten Welt dieses fantastischen Universums geworfen und mit möglicherweise erschrockener Irritation in der historischen Gegenwart des sterbenden deutschen Kaiserreichs mit dem heraufziehenden Horror des Dritten Reiches konfrontiert. 

 
So ist es beabsichtigt. Erschrocken? Gut! Macht es nachdenklich? Noch besser! Von Staunen bis Empörung ist alles erwünscht.
Nur kalt sollte es einen nicht lassen, dann hätte ich etwas falsch gemacht.

 
Du schlägst also aus dem Reich der Fantasy eine Brücke zur deutschen Geschichte der Zeit um 1918 bis hin zum Nationalsozialismus? Warum? Was steckt dahinter?

 
Viele Fragen sind bis heute offen und die routinierten Moralpredigten der einschlägigen Dokumentationen in Funk und Fernsehen, die immer gleichen Ermahnungen, langweilen offensichtlich nicht nur mich. Eine der zentralen Fragen, auf die zu antworten zwar viele, viele Versuche unternommen wurden, die aber mindestens spannend bleibt, ist: Warumfolgten die Menschen Hitler? Selbst jene, die ihm zum Opfer fielen! Warum hofierte ihn das Ausland jahrelang? Worin lag die Faszination, die ihn und die Seinen so mächtig machte? Haben die Menschen nicht vielleicht Hitler erst erschaffen? Und – ist er wirklich eine Ausnahme, oder steckt »Hitlereskes« nicht in vielen, provokant gefragt, gar allen Menschen? 
Ich habe mich gefragt: Wie müssten Wesen beschaffen sein, um IHM zu widerstehen? Diese Fragen erzeugten neue und eine davon war: Wie hätten sich die Völker Tolkiens angesichts des aufkommenden Nationalsozialismus verhalten? Wie würde eine Welt der Magie, in der ein Gott unter den Bewohnern wandelt, auf eine Konfrontation mit der unsrigen reagieren? Wie würden Orks, Zwerge und Elfen die Menschen jener Zeit beurteilen und verstehen? Und, und, und …

 
Im Vorfeld des Interviews hast du mir erzählt, dass du jahrelange Recherche zur Deutschen Zeitgeschichte betrieben und dich auch neu mit der Person Hitlers auseinandergesetzt hast. Wie ist deine Einstellung insgesamt zur Thematik des Nationalsozialismus und dem damit verbundenen Holocaust?

 
Im Zuge der von dir erwähnten Recherche gab es oft Momente, wo ich plötzlich an die Luft musste, weil mich der Wahnsinn aus einer dunklen Ecke angrinste. Besonders stark hat mich Eugen Kogons Buch »Der SS-Staat« beeindruckt. Kogon beschreibt Funktion und Arbeitsweise der Konzentrationslager der SS. Er selbst war von 1939-1945 inhaftiert in Buchenwald, die Realitätsnähe seiner Ausführungen kann also kaum bezweifelt werden. Was hier beschrieben wird, spottet zuweilen jeglicher Vorstellungskraft. Spottete, denn im Laufe eines jahrelangen Prozesses wurde es mir möglich, zu verstehen, was unverständlich erscheint. Aber es war ein Weg.
Was den Reichskanzler und Führer Adolf Hitler betrifft, hat mich der Mann hinter dem stets cholerisch Kreischenden, den uns oben erwähnte Film-Dokus fast ausschließlich vorführen, interessiert. Konnte der eigentlich lachen? Wie war der im Gespräch auf einem Empfang, einer Party? Nach meinem Dafürhalten hat Bruno Ganz in »Der Untergang« das erste Mal der Figur Hitler auch menschliche Züge verliehen, obwohl es ja nicht die erste Verfilmung war und schon der großartige Anthony Hopkins sich an dieser Rolle versuchte. Ich meine – wer kann sich denn nun wirklich vorstellen, dass da ein total Verrückter daher kam, jahrzehntelang stringent seine Idee verfolgte, Millionen dazu brachte ihn und noch weitere teuflische Verrückte als Regierung zu wählen und schließlich mit Hurra und Bravo in den mörderischsten Krieg der Weltgeschichte zu ziehen? Hieße solches nicht, alle damaligen Deutschen (und nicht nur die) für komplett dämlich zu erklären? Hier war eines der wichtigsten Nachschlagewerke für mich das Buch »Monologe Hitlers«.
Im Auftrag des Reichsleiters Bormann wurden Gesprächsprotokolle während der nächtlichen »Teestunden« in den Führerhauptquartieren angefertigt. »Hitler – fast privat«, sozusagen.
Der Holocaust, als industrialisierter Massen- und Völkermord, entspricht in seinen Dimensionen – vor allem den quantitativen – ganz den Ausmaßen der rahmengebenden Handlungen dieser Zeit. Wer die Mörder waren, weiß die Welt, wer aber die Juden, Sinti, Roma, Homosexuellen, Andersdenkenden u.v.m. NICHT gerettet hat, darüber wird bis heute weitestgehend geschwiegen. 
Kurz: Auch in den Vier Reichen sind die Bösen bös, aber wahrscheinlich die Guten längst nicht so gut, wie sie sich selbst wähnten und/oder erscheinen lassen mochten.

 
Mission Herodes – eine Mission? Nur als Handlung im Buch? Oder verbindest du als Autor damit auch eine Mission bzw. Botschaft an die Leserschaft?

 
Missionieren kann man mit dem Neuen Testament der Bibel. Da sollte eigentlich alles drin stehen, was dazu taugt. Guter Autor, das! 
»Mission Herodes« hat zunächst einmal einen klaren Bezug zum Auftrag der Schläfer, als das Kind die Welt Wenduuls betritt. 
Also möchte ich es nicht als meine Mission bezeichnen. Eine Botschaft haben die Vier Reiche und damit die »Mission Herodes« aber gleichwohl.
Die simple Verdammung Hitlers und seiner Paladine, die schlichte Dämonisierung,
birgt Gefahren. Der Führer der Deutschen war ein Mensch! Ihn und andere als Unmenschen zu klassifizieren, ist natürlich verführerisch.
Denn dann kann es »mir« ja nicht passieren. »Ich« bin ja kein Unmensch. Ganz abgesehen davon, dass die Unterteilung in Mensch und Unmensch der nationalsozialistischen Auffassung von Herren- und Untermensch irgendwie ziemlich gleichkommt, nicht?

 
Ist das kostenfreie E- Book ein Mittel zur Verbreitung der Botschaft?

 
Dass »Mission Herodes« als eBook kostenlos zur Verfügung steht, auf Amazon und vielen anderen Plattformen, hat natürlich den Wunsch nach größtmöglicher Verbreitung zum Grund. Das eBook als solches hätte eine Revolution gleich der Erfindung der Druckerpresse sein können oder der Bibelübersetzung Luthers. Jeder wirtschaftlich noch so Benachteiligte hätte damit in den Genuss von Literatur kommen können. Anstatt die unglaublich preiswerte Produktion des eBooks als Vorteil an jenen Leser/Leserinnen weiterzugeben, hat man sich – welch Wunder – dafür entschieden, gewinnmaximierende Schlachtfelder zu eröffnen. Wie eine meiner Lieblingsfiguren aus den Vier Reichen zu sagen pflegt: »Nichts geschieht nur aus einem Grund allein. Der Wunsch nach einer einzigen Erklärung für komplexe Dinge ist der größte Fehler kleiner Geister.«
Das nächste Buch »Die Legaten« wird auch als eBook nicht gratis zu haben sein, aber deutlich preiswerter als das gedruckte Format. Ein kleiner Geldbeutel soll nicht der Grund dafür sein, die Vier Reiche nicht zu lesen.

 
Die Protagonisten deines Buches sind nicht exakt in gut und böse eingeteilt, es gibt hier also kein Schwarz und Weiß, sondern viele Grauabstufungen. Welches Werteprinzip der Charaktereigenschaften an sich ist für  dich wichtig, wenn du deine Protagonisten lebendig werden lässt.

 
»Es kann der Frömmste nicht in Frieden leben, wenn es dem bösen Nachbarn nicht gefällt.« Dieses Zitat Schillers ist nur eine der möglichen Erklärungen. Es ist doch eine der grundsätzlichen Fragen, auch unserer Zeit, wie weit der »Gute« gehen darf, um »Böses« zu bekämpfen. Wann wird er selbst, womöglich in bester Absicht, zum dem, was er zu bekämpfen trachtet? Andererseits ist schwerlich zu leugnen, dass das Werfen rosaroter Wattebällchen den entschlossenen »Bösen« kaum beeindrucken würde. Innerhalb dieser Spannungsbögen, einem steten Balanceakt verpflichtet, bewegen sich auch die Wesen der Vier Reiche.
Wenduul von Thule, der greise und mächtige Erzmagier des Königs, einer der wichtigsten Charaktere der »Mission Herodes«, unterliegt selbst einmal der Versuchung des Machtmissbrauchs. Das Kind, nahezu übermächtig, hat Schwierigkeiten, die ihm innewohnende Kraft zu kontrollieren. König Keleb selbst, der Herrscher Thules, ist impulsiv und – obwohl im Kern leidenschaftlich gerecht – von zornigem Gemüt. Nur aus diesen Dreien ergeben sich schon eine Menge Fragen, was den Umgang mit der Macht angeht. Hat sie, die Macht, vielleicht an sich schon einen verderblichen Einfluss auf denjenigen, der sie ausübt? Wie stark im Charakter muss also jener sein, der sich der Macht bedienen will? 
»Kinder an die Macht«, singt Herbert Grönemeyer seit den 80ern und ich kann mich trotzdem an ein Interview mit ihm erinnern, in dem er im Tenor sagt: »Kinder fahren da mehr eine geradlinige Grausamkeit und nicht so eine subtile Brutalität wie die Erwachsenen.« Dem Sinne nach müsste ich es richtig wiedergegeben haben, ansonsten bitte ich um Vergebung. Interessante Aussage, über die allein man ein Buch schreiben könnte.
In »Mission Herodes« treten ein paar wirklich »schlimme Finger« auf. Naturtalente des Bösen, sozusagen. Ich glaube, dass der wirklich abgrundtief böse Mensch, einer, der bösartig ist nur um der Bösartigkeit willen, nur sehr, sehr selten vorkommt. Tatsächlich war makabererweise ein Problem der SS-Führung, in ausreichendem Maße »geeignetes« Personal für Tötungsaufgaben aller Art zu finden. Über welche Eigenschaften also muss ein Folterknecht verfügen? Inwiefern unterscheidet er sich in seinem Tun von einem Bomberpiloten, der anonym tötet? Wenn Wenduul, den die Elfen den Geistgreifer nennen, den Willen eines Anderen bricht – ist er dann, als »Kopf«, nun der einzig Verantwortliche für dessen Taten? 
Die Zahl der Menschen, die bereit sind zur eigenen Vorteilserlangung »Schlechtes« zu tun, wird schon deutlich höher sein. Beträchtlich höher. Erschreckend hoch! Es sind die Mitläufer und Krisen- oder Kriegsgewinnler. Keleb nennt sie die Krämerseelen. Gegen jene wirkt doch ein echter Überzeugungstäter schon fast wieder … menschlich? Wer ist mehr zu verurteilen, der Käufliche oder jener, der sich im Recht glaubt, weil er einer Ideologie erlegen ist? Und ist jemand, der womöglich tatsächlich im Recht ist, gegen jeden Vorwurf gefeit, obwohl er sich furchtbarer Methoden bedient?
Fragen, Fragen, Fragen. Wie gut, dass die Vier Reiche gleich über so viele hervorragende Helden verfügen, die sich an der Beantwortung versuchen. Aus diesem Grunde – um auf die Frage nach den Charaktereigenschaften einzugehen – ist ein wichtiges Merkmal der Protagonisten der Vier Reiche, dass sie ihr Handeln moralisch hinterfragen und bewerten.
 Das macht sie nicht unfehlbar, aber es bewahrt sie hoffentlich vor den Fehlern jener, die sich stets im Recht glauben.

Mission Herodes ist das Prequel zur Tetralogie (Saga) »Die vier Reiche«. Wie lange muss deine ungeduldige Leserschaft auf die Fortsetzung warten und wie wird es weitergehen in Thule?

 
Es ist ein riesiges Thema, folglich musste es eine große Saga werden. Noch in diesem Jahr, also 2013, werden »Die Legaten« folgen, als eigentlicher erster Band. Dann, wenn alles klappt, soll jedes Jahr ein weiterer Band folgen. Aber keine Angst – keine Endlos-Serie à la »weil´s jetzt halt so prächtig läuft«.

 
Deine Buchcover sind sehr provokant, ist das beabsichtigt?

 
Das Hakenkreuz, die Swastika, ist nun einmal DAS Symbol Hitler-Deutschlands. Seine fast mythische Wirkung hat es der infantilen Tabuisierung zu verdanken. Man reserviert es ja geradezu für den ausschließlichen Missbrauch durch Unbelehrbare. Entzaubern! Das wäre, meiner Meinung nach, die richtige Verfahrensweise, oder war das Verbotene nicht immer schon irgendwie interessant? 
Zugegebenermaßen ist dieser bedauerliche Zustand für unser Projekt nützlich, denn:
Der Fantasy-Markt ist überschwemmt von endlos pubertierenden Vampirchen, schnuckeligen Werwölfchen, flirtenden Untoten und was es da sonst noch an Abstrusitäten und Überflüssigkeiten gibt. Ah, die Engel-Inflation hätte ich beinahe vergessen. Daneben fluten B-Promis aller Art die Regale, auch die virtuellen, mit ihren Biografien und/oder den gewaltigen Erkenntnissen ihrer 20-jährigen Leben. Lieschen Müller Sado-Maso und ähnliche Titel, wie etwa »Morastige Gegenden«, stapeln sich meterhoch auf für diesen Zweck bezahlten Verkaufstischen. Insofern, ja, die Cover sollen durchaus provozieren. Ich respektiere, wenn Einzelne Anstoß daran nehmen, die bisherige Erfahrung – »Mission Herodes« ist seit Wochen unter den Top Ten der Gratis-eBooks bei Amazon, meist auf Platz 1-3 – zeigen aber, dass nur sehr wenig Anstoß an der Symbolik genommen wird. Wohin die Reise geht, scheint also in der Geschichte selbst klar zu werden.

 
Was wolltest du deiner Leserschaft schon immer mal sagen?

 
Eines vor allem anderen: Keine Angst vor Wenduul von Thule, Keleb Feuerbart, oder dem Kind. Keine Angst vor Terek, dem Kriegsherrn der Orks, den Legaten Barim und Raissa, oder dem Baumgeist Wargrim. 
Keine Angst vor den Vier Reichen! 
Letztlich wollen sie alle eine Geschichte erzählen, die fesseln und zum Nachdenken anregen soll. Kaum eine Denkaufgabe ist wichtiger als der Wechsel der Perspektive. Die Augen der Zwerge, Orks und Elfen helfen Ihnen dabei.

 
Patrick, ich danke dir herzlich für dieses ausführliche Gespräch.

 
Ich danke!