Dienstag, 30. April 2013

LOL - oder - Meine wundersamen Abenteuer in der Singlebörse- Peter Bunt


Das Buch ist ein wunderbares Medikament gegen Trübsal und Schmerzen und hat mich auf amüsante Art von meinem Beinbruch abgelenkt. Danke Peter Bunt! Lustige authentische Geschichten aus einer Internet- Singlebörse, drollig erzählt, mit einem Schuss Ironie, hat mir nicht nur ein kurzes Lächeln ins Gesicht gezaubert – das Buch bedeutet einfach fast durchweg Lachfaltenalarm!!!!


Zum Beispiel, als Peter Bunt seine Erlebnisse mit der »Walküre« in greifbar bunten Bildern zum Besten gibt, da war ich nicht mehr zu bremsen und prustete los und das in einem Zimmer der Unfallstation.

»LOL« bringt es trocken, mit feinster Selbstironie und Sarkasmus auf den Punkt, was man als Nutzer einer virtuellen Singelbörse so alles erleben kann. Wie im richtigen Leben- eben nur anders- wenn reale und virtuelle Welt aufeinander treffen, sich kreuzen! Und der Autor zeigt einen positiven Nebeneffekt seiner Ausflüge in die Singlebörse und sozialem Netzwerk- Freunde fürs Leben virtuell und real sind zwar nicht die Regel doch machbar und natürlich in diesem Falle weiblich.

Wer mal wieder richtig lachen möchte, dem empfehle ich »LOL - oder - Meine wundersamen Abenteuer in der Singlebörse!«

Doch nicht nur deshalb sollte man das Buch lesen! Es gibt auch Aufschluss über das »Das Rheinische (Kölsche) Grundgesetz«

Zitat :
Das Kölsche Grundgesetz beschreibt typische Kölsche und Rheinische Eigenarten und scheint bereits seit der Stadtgründung durch die Römer das Leben der Rheinischen Ureinwohner zu regeln, macht es schwerelos und wäre überhaupt eine Anregung für alle Völker der Erde. (Konrad Beykircher)

»So bin ich...Wenn es interessiert...« Peter Bunt - Autor


Wenn ich aus meinem Leben anfinge zu erzählen
Wären die Geschichten für drei dicke Bücher sicherlich gut
Lustiges, Besinnliches, Merkwürdiges, Abenteuerliches
Zum Lachen, zum Weinen, zum Staunen, über Irrwitz und Wut

Für mich war und ist das Leben ein Würfelspiel
Hab immer um extrem hohen Einsatz gezockt
Hab manchmal gewonnen und manchmal verloren
Und hohe Preise bezahlt, wenn ich wieder mal etwas verbockt

Es gibt kein Vertun, dafür stehe ich gerade
Das war früher so und so ist es auch heut
Doch bei aller daraus fälligen Konsequenz
Ich habe eigentlich nie etwas wirklich bereut.

Den alten Rebellen hab ich mir bewahrt
Der immer noch gerne gegen den Strom anschwimmt
Herdentum und Ungerechtigkeit habe ich immer gehasst
Feigheit und Diskriminierung haben mich sehr oft verstimmt.

Ich rede auch manchmal ungefragt
Wenn Gefahr besteht, dass mich Schweigen erstickt
Denn ein offenes Wort hat schon so manche Dinge
Zwischen zwei Menschen gerade gerückt
Ich stelle mich quer und bin manchmal stur

Vom Heiligenschein bin ich weit entfernt
Meine Fehler füllen ganze Bände
Vollkommen zu sein hab` ich nie gelernt
Ich mag keine Menschen, die sich nur verbiegen.

Ich mag die, mit Kanten und Ecken
Die, die sich zeigen, die mutig sind und die man hört
Und die sich nicht hinter anderen verstecken.
Für mich interessant sind nur die Unbequemen

Mit denen man diskutieren kann und streiten
Und die sich nicht, so wie es heute üblich
Mit Kompromissen den Weg bereiten.
Ich habe auch Feinde, ja und? Was soll`s
Wirkliche Freunde hatte ich nie sehr viel
Dafür war ich immer zu unangepasst
Und Kumpanei war nie mein Ziel.

Wenn ich mir etwas wünschen könnte, dann
Dass einige von denen sagen, die ich gemocht
„Er ist ein Mensch, einfach und geradeheraus
Und er steht immer zum gegebenen Wort"



empfohlen von 




Dienstag, 23. April 2013

23.April höchster weltweiter Feiertag der Bibliophilen- Feiertag des Buches! Heidelinde Penndorf


Seit 1995 ist der 23. April der weltweit eingerichtete Feiertag für das Lesen, für Bücher, für die Kultur des geschriebenen Wortes und auch für die Rechte ihrer Autoren.

Lesen zählt meines Erachtens zu den wichtigsten Kulturfertigkeiten und  ist ein Teil unserer Kommunikation

Lesen ist der Zugang und die Grundlage zur Bildung schlechthin. Ohne Lesen bleiben dem Menschen sämtliche Bildungschancen verschlossen und somit auch der Zugang zu einen besserem Leben.

Laut Stiftung Lesen liest ein Viertel aller erwachsenen Deutschen überhaupt keine Bücher mehr. Es entsteht so nach du nach ein relativer Analphabetismus Von dieser Veränderung sind alle Gesellschaftsschichten betroffenen, auch Manager und ja auch Studenten.

Verlernt Deutschland das Lesen?  Das wäre echt schlimm. Denn wer nicht Lesen kann, der hat auch Schwierigkeiten beim Schreiben.

Und die Kompetenzen  Lesen und Schreiben beeinflussen direkt Einkommen, Arbeit und Gesundheit. Menschen mit geringer Lese – und Schreibkompetenz brauchen mit Sicherheit oft staatliche Unterstützung.

Gerade in unserer wissensintensiven Gesellschaft, und im Lebenslangen Lernprozess  sind Lesen und Schreiben wichtigste Grundvoraussetzungen, damit man nicht abgekoppelt wird, vom Rest der Gesellschaft.

Zitat
»Bücher haben große Kraft. Sie eröffnen fremde Welten und neue Blickwinkel auf das Leben. Wer Bücher liest, lernt die Welt um sich herum zu verstehen.«
Zitatende

Prof. Dr. Gottfried Honnefelder, 
Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels







Dienstag, 16. April 2013

Neulich, beim Italiener……zusammen mit meiner Freundin……Situationskomik von Peter Bunt - Autor


Ich: "Ich bestelle Pizza. Willst du auch was?"
Sie: "Nein."
Ich: "Okay."
Sie: "...oder doch?!"
Ich: "Was denn nun?"
Sie: "Ich weiß nicht."
Ich: "Du weißt nicht, ob du etwas essen möchtest?"
Sie: "Nein."
Ich: "Hast du Hunger?"
Sie: "Keine Ahnung, irgendwie schon."
Ich: "Was heißt 'irgendwie'...?"
Sie: "Das heißt, dass ich mir nicht sicher bin."
Ich: "Also, wenn ich Hunger hab, dann merke ich das."
Sie: "Vielleicht hab ich ja nachher Hunger."
Ich: "Also bestell ich dir was. Pizza?"
Sie: "Ja.....Nein! Moment..."
Ich: "Was denn jetzt noch?"
Sie: "Und wenn ich später doch nichts mehr will...?"
Ich: "Dann isst du es halt nicht."
Sie: "Das ist doch Verschwendung."
Ich: "Dann lass sie dir einpacken und heb sie dir eben für morgen auf."
Sie: "Und wenn ich morgen gar keinen Appetit auf Pizza habe?"
Ich: "Pizza kann man immer essen."
Sie: "Ich nicht."
Ich: "Dann such dir was anderes aus."
Sie: "Ich will aber nichts anderes."
Ich: "Also doch Pizza."
Sie: "Nein."
Ich: „???????“
Sie: „Vielleicht hab ich ja doch keinen Hunger.“
Ich: "Also gar nichts."
Sie: "Doch."
Ich: „Ja was denn nun?“
Sie: „Ich bin mir nicht sicher.“
Ich: „Nicht sicher? Wegen was?“
Sie: „Ich überlege noch.“
Ich: „Die machen um 23:00 Uhr die Küche dicht.“
Sie: „Hetzen geht ja mal gar nicht.“
Ich: „Dann hast jetzt also keinen Hunger?“
Sie: „Jetzt im Moment weniger.“
Ich: „Also, ich hab Hunger.“
Sie: „Ich vielleicht gleich auch.“
Ich: "Du machst mich verrückt."
Sie: "Bestell du doch schon mal was."
Ich: "Mach ich jetzt auch."
Sie: "Aber nimm die Pizza mit Brokkoli."
Ich: "Ich mag aber kein Brokkoli."
Sie: "Ich schon."
Ich: "Ich dachte ich sollte MIR was bestellen...?!"
Sie: "Sollst du ja auch."
Ich: "Und warum dann Brokkoli...?"
Sie: "Falls ich doch Hunger kriege, wenn dein Essen da ist."
Ich: "Und?"
Sie: "Glaubst du, ich will was essen, was mir nicht schmeckt?"
Ich: "Wieso du?"
Sie: "Wieso nicht?"
Ich: "Moment... ich soll also MIR was bestellen, was DU gerne dann essen
würdest, falls du eventuell doch Hunger bekommen solltest...?!"
Sie: "Genau."
Ich: "Und was bitte soll ICH dann essen?"
Sie: "Na, vielleicht hab ich ja nachher doch keinen Hunger..."
….
….
Anmerkung:
Das Landgericht sprach mich vom Vorwurf des versuchten Totschlages im Affekt frei und erkannte auf Notwehr..
.






Samstag, 13. April 2013

Do it yourself! Peter Bunt - Autor


Seit zwanzig Jahren, fast auf den Tag
Kenne ich meine Frau, die ich liebe und mag

Keinen Tag wollte und will ich sie missen
Ohne sie wäre ich völlig aufgeschmissen

Wir stehen stets zusammen, so wie es sich gehört
Wir sind wie eine Mauer, die niemand zerstört

Zwei Jungs machen unsere Familie komplett
Zwei stolze Buben, aufrecht und nett

Wir bewohnen ein Häuschen, nicht groß und nicht klein
Einfach und gemütlich, aber es ist unser Heim

Ich fahre tagtäglich recht froh ins Büro
Der Job macht mir Spaß, trotz Stress und so

Das Leben, es könnte so unbeschwert herrlich sein
Schlügen manchmal nicht unverhofft Blitz und Hagel ein

Vier Buchstaben nur, für sich gesehen recht friedlich wie es scheint
Doch zusammengefügt werden sie zu meinem erklärten Feind

Kaum spricht meine geliebte Gattin den Namen aus
Überfallen mich Alpträume, voller Horror und Graus

Der Satz: „Ich hab` da was Tolles gesehen!!“
Lässt bei mir sämtliche Räder durchdrehen

„Ein Schränkchen, nicht teuer, aber unheimlich schön.
Ich seh` es schon vor mir im Kinderzimmer stehn.“

Begeistert davon wäre natürlich auch unser ältester Sohn
Ich spüre den Dolchstoß im Rücken schon

Anstatt unter Männern zusammenzuhalten
Hat er die Fraktion Vater und Sohn schnöde gespalten

Des Vaters Freundschaft für einen Schrank, das ist jämmerlich
Dafür wird er noch büßen, das schwöre ich!

Ich müßte nur noch, meinen sie hinterhältig, gemein und unverhohlen
Kurz mit fahren um das Schränkchen dort abzuholen

Ich wehre mich heroisch, ich will da nicht hin
Der Gedanke an Scheidung kommt mir kurz in den Sinn

Scheidungsgrund: Für meine Frau scheint es nichts Schöneres zu geben
Als ein blau gelbes Möbelhaus aus dem fernen Schweden

Die Familie zerrüttet, zerstört, keine Basis mehr da
Und Schuld trägt alleine die Firma IKEA

Ich schwöre Euch Freunde, diese Firma, da gibt es nichts zu lachen
Wurde nur deshalb gegründet um MICH fix und fertig zu machen

Ich zittere am Körper, der Schweiß bricht aus
Ich weiß nicht ein und auch nicht aus

Ich fühle mich körperlich elend und krank
Wozu, zum Teufel, brauchen wir noch einen Schrank?

Jetzt meldet sich auch noch mein Magengeschwür
Hat denn überhaupt niemand Mitleid mit mir?

Jederzeit gerne, sag ich, fahr ich euch hin
Aber gerade heute hätte ich anderes im Sinn

Heute wäre es unmöglich, denn der Rasen im Garten ........
„Quatsch.“ Meint die Gattin, „Der Rasen kann warten.“

Wie in Ketten gelegt und ins Auto eingesperrt
Werde ich schließlich doch dorthin gezerrt

Und vor der Eingangstür habe ich dann gespürt
Wie sich ein Ochse fühlt, wenn man ihn zur Schlachtbank führt

Meine Gattin, von der ich immer dachte, daß sie mich nur liebt
Bekommt strahlende Augen, lebt auf und ist richtig vergnügt

Sie zeigt nach links und rechts, ist total weg und entzückt
Wie im Drogenrausch der Wirklichkeit völlig entrückt

Vor Jahren hat sie mir ewige Treue geschworen
Und jetzt habe ich sie an ein Möbelhaus verloren

Hoffentlich sind wir bald wieder draußen, so denke ich nur noch verstört
Damit sie mir endlich wieder alleine gehört

Dann stehe ich fassungslos im Gang Nummer Sieben
Mich trifft fast der Schlag, es ist nicht übertrieben

Das reizende Schränkchen, wie es meine Gattin es genannt
Entpuppt sich als Dreimeterkleiderschrankwand

„Guck doch mal, soviel Platz. Da geht eine ganze Menge rein.“
Träum` ich, oder wach` ich? Kann das denn echt die Wirklichkeit sein?

Mit glitzerndem Blick sieht die Gattin mich an
(Wie falsch doch das Wesen der Frauen sein kann)

„Ich hab`s gestern ausgemessen, er passt perfekt
So halb hinter der Türe im Zimmer versteckt.“

Ach so ist das, denke ich, ich habe es doch geahnt
Dieser Anschlag auf mich war schon lange perfekt geplant

Ich suche nach Hilfe, erblicke Sohn Nummer zwei
Der ist, obwohl er nicht wollte, auch mit dabei

„Was sagst du dazu? Ein solches Monstrum
Nimmt doch viel Platz weg und steht nur rum.“

„Ich finde ihn schön.“ So plappert er naiv und unverzagt
„Das hat mir die Mama letzte Woche schon gesagt.“

Und im Übrigen, sagte er und ich spüre das Zittern in meinen Beinen
Bekäme er schließlich auch so einen.

„Gleich Zwei.“ Schreie ich laut. „Das ist doch nicht wahr!
„Nur über meine Leiche, das ist ja wohl klar!“

Fein ausgedacht, sage ich streng, ihr habt wohl geglaubt
Ihr könnt mich übertölpeln! Mich, das Familienoberhaupt!

Das könnt` euch so passen! Aber nicht mit mir, auf gar keinen Fall
Schließlich bin ich derjenige, wo es dann heißt, sei so nett und bezahl

Zwei Schränke! Da werdet ihr euch an mir die Zähne ausbeißen!
Nie und nimmer, eher will ich Rumpelstielz heißen!

Sehr vorsichtig fahrend kam Rumpelstielz dann
Mit zwei Schränken beladen Zuhause wieder an

„Trage du die Packen hoch.“ weist die Gattin mich an
„Das ist deine Sache, du bist hier der Mann.“

Mit einem Siegerlächeln geht sie dann voraus
Und verschwindet leichten Schrittes erstmal im Haus

Meine Söhne, wie habe ich sie all die Jahre verkannt
Sind ebenso schnell auf den Spielplatz gerannt

Wer übrig bleibt gehört zu den Deppen
Und muß die Schränke die Treppen hoch schleppen

Mit wackelnden Knien, das Kreuz tut mir weh
Steht nun alles oben, das wäre also o.k.

Gattin und Kinder, so sehr sie auch von IKEA entzückt
Beim Aufbauen der Möbel habe ich sie noch niemals erblickt

Und derjenige, der mich bis jetzt nicht versteht
Weiß ab dem Zeitpunkt worum es sich dreht

Niemand ist je wieder von IKEA entzückt
Der schon mal einen Dreimeterkleiderschrank zusammengeflickt
Alle, die einmal so einen Schrank zusammengebaut
Haben sich freiwillig nie wieder herangetraut

Und viele von ihnen, so hört man einige Gerüchte
Sitzen seit Jahren schon in der Rappelkiste

Wo sie sorgsam betreut, vorbereitet und zurückgeführt werden
In die Wirklichkeit von Gottes schöner Erden

Die Pappe entfernt, die Folien abgepellt
Die Bretter schön vorsichtig hin gestellt

Die Seiten, den Boden das Holz für`s Innenregal
Ich sortiere sie genau, aber eigentlich ist das egal

Weil sich im Nachhinein herausstellen wird
Daß ich mich mit den Brettern sowieso geirrt

Die Zweikilotüte mit Schrauben, Holzstiften und Kleber
Die öffne ich noch nicht, das lasse ich lieber

Ich hab` was vergessen, ich weiß noch nicht was
Etwas sehr wichtiges, ich spüre das

Und dann, als ich beginnen will, da fällt es mir ein
Der Bauplan, die Zeichnung, die muß doch noch irgendwo sein

Der Plan, für einen strategischen Aufbau gezeichnet
Und selbst für einen Idioten wie mich, angeblich geeignet

Findet sich schließlich, wo ich ihn bereits vermutet hatte
In der Mülltonne, bei der Verpackungspappe

Ich setzte mich nieder, studiere intensiv diesen Wisch
Eine Mischung zwischen Höhlenzeichnung und Altgriechisch

Unglaublich, denke ich, und seh` vor mir, wie der Planzeichner sich suhlt
Und vor Lachen sich kringelt, denn wer ist schon als Ingenieur geschult

„Kommst du voran?“ höre ich die Stimme meiner Gattin hoffnungsfroh
Ich gebe keine Antwort, das wäre unter meinem Niveau

Sie fragt nicht noch einmal, da kennt sie mich schon
Das nennt man, glaube ich, weibliche Intuition

Sie weiß genau, daß es besser ist, wenn sie geht
Kurz bevor der Blitz einschlägt

„Ich fahre mal eben........“ höre ich sie noch einmal
Wohin sie auch fährt, ist mir in der Situation völlig egal

Haut doch alle ab! Würde ich am liebsten laut schreien
Und laßt mich mit meinem Elend allein!

Vielleicht ist es auch besser so, denn es bedarf keiner Frage
Wenn ich alleine arbeite, bin ich auch immer Herr der Lage

Zurück zum Plan und zum ersten Bild
Das ist ja noch einfach, gar nicht so wild

Ich muß nur die Seitenwände auf die Bodenplatte stellen
Fast hätt` ich`s geschafft, da höre ich es schellen

Die Seitenwand neigt sich und kippt sehr real
Hintenüber in des Sohnes schönes Wandregal

Da ging was kaputt, da konnte ich aber nun wirklich nichts dafür
Schließlich hatte es geklingelt und ich mußte an die Tür

Sohn Nummer Zwei steht dort und lächelt froh
„Na endlich Papa, ich muß mal auf`s Klo.“

„Verflixt nochmal! Kannst du nicht warten?
Wenn es wirklich dringend ist, dann pinkle im Garten

Ich hänge da oben zwischen Brettern, Schrauben und all dem Mist
Glaubst du denn, daß ein Schrankaufbau so einfach ist?“

Er geht stolz an mir vorbei und meint noch es reicht
So ein Aufbau der wäre ja wohl Puppenleicht

Die Jugend von heute, wo kommen wir mit denen noch hin
Für Verständnis entwickeln die absolut keinen Sinn

Zeichnung Nummer Eins noch einmal angeschaut
Und dann munter weiter gebaut

Es klappt nicht, was ich auch mache, es ist doch zu dumm
Sobald ich die Seitenwand loslasse, fällt sie wieder um

Dann kommt mir die Idee. Mal sehen ob es was nützt
Wenn die Seitenwand wird durch ein Brett abgestützt

Na also! Es klappt doch, wer sagt es denn, es geht
Die Wand steht zwar wackelig, aber sie steht

Ich habe es geschafft, da kann sich niemand beklagen
Es tut gut, die Lage unter Kontrolle zu haben

Auf Zeichnung Nummer Zwei ist die Seitenwand rechts anzubringen
Na da habe ich ja jetzt Übung, das wird schon gelingen

Vielleicht war es ja falsch, daß ich mich gegen IKEA so verschließe
Wenn ich nur wüßte, wo diese Seitenwand sich finden ließe

Verflixt nochmal und zugenäht!
Kann es sein, daß sie noch dort im Lager steht?

Kein Brett von denen, die ich ordentlich an der Wand aufgereiht
Hat eine Ähnlichkeit mit dem, was die Zeichnung mir zeigt

Dann sehe ich sie und denke, Mann, ist das hart
Mir bleibt im Leben auch wirklich nichts erspart

Ich will nicht fluchen, deshalb fasse ich mich knapp
Die rechte Seitenwand stützt gerade die linke ab

Was mach ich denn nun? Keine Hilfe ist nah
Wenn ich die Gattin mal brauche, dann ist sie nicht da

Ich hör` die Toilettentür. Das ist Sohn Nummer Zwei
Rufe laut seinen Namen und brav eilt er herbei

Ich erteile ihm eine genaue Instruktion
Schnell hat er kapiert, er ist ja mein Sohn

„Ich muß aufpassen, daß das Brett nicht umfallen kann.
Das kann ich sicher, ich bin ja schon fast ein Mann.“

Die Stütze nehme ich weg, das andere Brett fällt wieder um
Ich kann nichts sagen, gucke nur dumm

Sohn Nummer Zwei betrachtet sinnend das Malheur
„Mensch Papa, das Brett war mir aber doch etwas zu schwer.“

Ich suche eine Tür, ein winziges Türchen
Dahinter will ich mich für ewig verschließen

Zwei Stunden später sitze ich da
Und denke, wie fröhlich ich früher mal war

Nun fühle ich mich verlassen, verraten und geschlaucht
Man hat meine Gutmütigkeit grausam mißbraucht

Die Welt ist voll Hähme, voll Spott und voller Hohn
Voller Undank ist selbst der Liebsten Lohn

Mein Schädel brummt, meine Finger sind steif
Und im TV zeigen sie Fußballeuropapokal live

Während ich mich hier oben nach dem Feierabend sehn
Macht Sohn Nummer Eins es sich vor dem Fernseher bequem

Für Fußball im Allgemeinen interessiert er sich überhaupt nicht
Er tut es nur um mich zu ärgern, dieser elende Wicht

„Mach` den Fernseher aus, komm rauf und hilf mir. Jetzt ist aber Schluß!“
„Das geht nicht Papa, weil ich dringend noch Mathe üben muß.“

In meinem bisherigen Leben habe ich nie etwas Unrechtes getan
Wer hat also etwas gegen mich? Wer hegt diesen schlimmen Plan?

Warum habe ausgerechnet ich so wenig zu lachen
Und muß für IKEA den Deppen machen

Und als ich nach vier Stunden dachte, es wäre geschafft
Hätte mich ein Herzschlag fast dahingerafft

Der Schrank der steht, fest wie ein Brückengerüst
Nur, daß bei ihm Oben nun Unten ist

Die Bodenplatte (Wehe ihr lacht!!!!)
War eigentlich für oben gedacht

Die Seitenwände sind wohl auch nicht richtig
Aber das ist nur für Spießer wichtig

Und das besondere an dem Möbel ist (es ist nicht zu fassen),
daß sich die Türen nur nach innen öffnen lassen

Für mich bekam der Schrank dadurch einen besonderen Effekt
Eigentlich war ansonsten alles Okay und perfekt

Im Übrigen bin ich unschuldig, denn ich hab alles so verschraubt und gedreht
Wie es auf der Zeichnung geschrieben steht

Ich bin stolz, es ist geschafft, ich sehe das Prunkstück mir an
Ach ja, und morgen kommt ja der Schrank von Sohn Nummer Zwei noch dran

© by PM


»Meine Abenteuer verstecken sich in Büchern. So, wie es mein Vater vor langen, langen Jahren bereits festgestellt hatte.«
Peter Bunt - Autor