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Mittwoch, 9. September 2026

⭐neue Leseempfehlung ⭐: Herabschauender Hund: Es ist nicht, wie du denkst - Jes Schön



Es gibt Bücher, die liest man. Und dann gibt es Bücher, die sich in der Seele breitmachen, sich einnisten, einiges durcheinanderbringen, die dich nicht mehr loslassen, ob des abrupten Wechsels von zauberschön zu einem psychischen und physischen Martyrium. „Herabschauender Hund“ gehört für mich genau zu diesen Büchern, denn Die Geschichte hat mich am Ende sehr nachdenklich und aufgewühlt zurückgelassen

Ich wusste durch die Triggerwarnungen, dass mich keine leichte Geschichte erwarten würde. Trotzdem war ich nicht darauf vorbereitet, wie tief mich Anna und Felix berühren würden. Das atmosphärische und isolierte Setting in den Bergen, rund um das alte, renovierungsbedürftige Forsthaus, unterstreicht Annas Einsamkeit und ihren Wunsch nach Schutz perfekt. Man spürt beim Lesen förmlich die raue Natur und die Stille, die diesen Ort umgibt und gleichzeitig Raum für die langsame Annäherung der beiden Figuren bietet. Von der ersten Seite an war spürbar, dass hinter Annas rauer und abweisender Fassade unendlich viel Schmerz steckt. Je mehr sich ihre Geschichte entfaltet hat, desto schwerer wurde mein Herz. Ich wollte sie so oft einfach nur in den Arm nehmen und ihr sagen, dass sie all das Leid niemals verdient hat. Ihre Ängste, ihre Zweifel und ihre inneren Kämpfe wurden so authentisch beschrieben, dass ich sie in jeder einzelnen Zeile fühlen konnte.

Und dann ist da Felix ... Was für ein wundervoller Mensch. Geduldig, einfühlsam, respektvoll und voller Wärme. Er wollte Anna nie verändern oder sie retten. Er war einfach da und wirkte. Er hat ihr die Zeit gegeben, die sie brauchte, und ihr gezeigt, dass Vertrauen wachsen darf – ohne Druck und ohne Erwartungen. Genau das hat mein Herz so unglaublich berührt. Besonders gut gefallen hat mir der Wechsel zwischen den beiden Sichtweisen. Durch die wechselnden Kapitel aus Annas und Felix’ Perspektive bekam ich einen tiefen Einblick in die Gedanken- und Gefühlswelt beider Protagonisten. Ich verstand Annas tiefsitzende Ängste genauso gut wie Felix’ Faszination und seine Geduld, mit der er versucht, ihre Mauern Stein für Stein abzubauen.

Die Autorin Jes Schön erzählt diese Geschichte mit einer unglaublichen Sensibilität. Sie beschönigt nichts und zeigt schonungslos, welche Spuren Gewalt, Missbrauch und Traumata hinterlassen können. Gleichzeitig verliert sie aber nie den Blick für das, was am Ende bleibt: Hoffnung. Hoffnung darauf, dass selbst tiefste Wunden irgendwann heilen können und dass es Menschen gibt, die einem zeigen, dass man wieder leben und lieben darf.
Ich habe beim Lesen gelächelt, gehofft, mitgefiebert und mehr als einmal mit den Tränen gekämpft. Manche Szenen haben mir regelrecht die Luft zum Atmen genommen, andere haben mein Herz Stück für Stück wieder zusammengesetzt. Genau diese Mischung aus Schmerz, Hoffnung und leisen Glücksmomenten hat dieses Buch für mich so besonders gemacht.

Sehr beeindruckt hat mich, wie authentisch die Figuren gezeichnet sind. Sie sind nicht perfekt – sie sind echt. Mit all ihren Ängsten, Fehlern und Narben. Gerade deshalb konnte ich mich ihnen so verbunden fühlen.

Für mich ist „Herabschauender Hund“ viel mehr als eine Liebesgeschichte. Es ist eine Geschichte über Vertrauen, Mut, Selbstfindung und Heilung. Darüber, dass Liebe nicht laut sein muss. Manchmal heilt sie ganz leise. Mit Geduld, Verständnis und dem Gefühl, endlich gesehen zu werden.Dieses Buch hat mich tief berührt und wird noch lange einen Platz in meinem Herzen haben. Anna und Felix werde ich so schnell nicht vergessen

Danke, liebe Jes Schön, für diese wunderschöne, schmerzhafte und gleichzeitig hoffnungsvolle Geschichte. Sie hat mich emotional vollkommen abgeholt und mir gezeigt, dass selbst nach der dunkelsten Nacht irgendwann wieder Licht erscheinen kann. Von mir gibt es eine absolute Herzens- und Leseempfehlung.

Heidelinde Penndorf

(September 2026)










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