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Mittwoch, 28. April 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Palliative Begleitung: Abschied nehmen - Pat Langdon



Ich habe gar nicht überlegen müssen, als mich Pat Landon fragte, ob ich ihren Ratgeber zur palliativen Begleitung lesen und rezensieren möchte und zugesagt. Denn ab unserer Geburt gehört der Tod auch zu unserem Leben und doch verdrängen wir das oft, haben Scheu darüber zu reden und uns damit auseinanderzusetzen.

Dieser kleine Ratgeber ist ein einfühlsamer Wegweiser für Angehörige und Betroffene gleichermaßen. Feinfühlig und kompetent führt die Autorin die Leserschaft an das Thema heran, gibt wertvolle Hinweise und Ratschläge zur Pflege im eigenen Hausstand, zur Patientenverfügung, zur Palliativbetreuung und zur finalen Phase des Sterbens, des Hinübergleitens. Pat Landon betrachtet das Thema Sterben aus Sicht Betroffener und Angehöriger und lässt in ihrem Büchlein sogar Platz für eigene Notizen. Sie nimmt ihre Leserschaft auf sehr taktvolle Art und Weise an die Hand, lässt sie nicht allein mit diesem Thema. Ich habe mich während des Lesens gut aufgehoben gefühlt. Danke dafür an die Autorin und Chapeau, für den Mut, dieses Thema so sensibel geschrieben auf den Buchmarkt zu bringen.

Ich empfehle diesen kleinen Ratgeber der Leserschaft sehr gerne weiter.

Heidelinde Penndorf

(April 2021)




Samstag, 24. April 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Wenn Liebe mordet: Thriller (Brandenburg-Krimis 7) - Fiona Limar



Wenn Liebe mordet, wie in diesem Thriller, war es keine Liebe. Der psychische Auslöser im Buch liegt in der Vergangenheit – Verlustängste, Liebessehnsucht, wenig Selbstliebe, das Klammern an die Vergangenheit, das Gefühl nicht genügt zu haben, ausgenutzt worden zu sein, auch dass diese kriminelle Person Aufopferung mit Liebe gleichgesetzt – all diese Gedanken verstricken sich zu einem wirren Knäuel im Kopf, sorgen dort für negative Energie, bis hin zum Hass, bis hin zur Tat.

Nur gemordet werden in Stellvertretung andere – weil sie es angeblich verdient haben zu sterben, weil ihre Charaktere denen derer ähneln, die die Täterperson damit treffen will – glückliche Frauen, glückliche Familien, glückliche Partner.

Fiona Limar ist es gelungen durchweg eine subtile Spannung aufrechtzuerhalten und einen Tätercharakter zu erschaffen, dessen Identität erst im letzten Drittel des Thrillers, nach und nach an die Oberfläche gelangt und offenbart wird. Der Fall birgt viele Überraschungsmomente, ist psychologisch sehr dicht gearbeitet, führt die Leserschaft zu einigen zwischenmenschlichen Wahrheiten und das sympathische Ermittlungsteam und somit auch die Leserschaft, oft auf Irrwege.

Die Auflösung des Ganzen habe ich so nicht erwartet und endet für Marie Liebig in einer persönlichen Katastrophe, die sie psychisch erst einmal aufarbeiten muss und die mich tief berührt hat. Das ganze Ermittlungsteam befand sich zwischenmenschlich in einer stressigen, psychisch sehr extremen verstärkenden Ausnahmesituation.

Die Handlung überzeugt mit einem lebendigen interessanten Plot, gut gezeichneten Charakteren und einem stetig ansteigenden Spannungsbogen – beste Unterhaltung, so wie man es von der Autorin durchweg gewohnt ist. Ich empfehle das Buch der Leserschaft sehr gerne weiter.

Heidelinde Penndorf

(April 2021)






Montag, 19. April 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Kalte Klippen - Kanada-Krimi - Bernadette Calonego



Mit einem sehr lebendigen, atemberaubend, spannenden und fiktiven Plot führt die Autorin die Leserschaft durch die Handlung. Das Sündenbockthema – immer aktuell, zeigt es doch auch in diesem Krimi, dass eine Menschengemeinschaft, welche die Wahrheit und Ursachen bestimmter Ereignisse nicht akzeptieren will, sich einen Sündenbock aussucht. Der war es, der ist schuld! Er wird für alles verantwortlich gemacht und gemieden, sein Leumund ist ab diesem Zeitpunkt mies. Schlimm und unverantwortlich, wenn es dann die ganze Familie betrifft, einschließlich derer, deren Selbst nicht stabil ist – Kinder zum Beispiel.

Doch damit nicht genug. Bernadette Calonego führt uns in die Abgründe des menschlichen Denkens und Handelns, zeigt auf wie Mobbing schon unter Kindern ausarten kann, wie eine Mädchen-Clique verbunden, durch ein schwerwiegendes Geheimnis, negativ austickt. Wir begegnen narzisstischen Persönlichkeiten, Menschen, die in ihren Charakteren instabil sind und explodieren. Die Leserinnen und Leser werden Zeugen von gemeiner Erpressung, Selbstüberschätzung, auch wie wichtige Informationen zurückgehalten werden und eine Kindstötung aus irrelevanten Gründen geplant und brutal ausgeführt wird. Die Leserschaft erlebt auch hautnah, wie eine Eisbergbesteigung und dessen tödliches Ende, eine Lawine von Beweisen und Erkenntnissen lostritt, die zur Auflösung der miteinander verbundenen Fälle führen.

Es ist der zweite Krimi der Autorin in welchem die Polizeidetektivin Calista Gates ermittelt. Sie ist eine sehr sympathische Protagonistin, intelligent, hartnäckig und mit feinem Ermittlungsgespür ausgestattet, doch immer noch physisch und psychisch durch das, auf sie ausgeübte Attentat gezeichnet. Subtil lässt uns die Autorin spüren, dass über Calista Gates immer noch ein dunkles mysteriöses Damoklesschwert schwebt,

Mit St. Anthony, einer kleinen Gemeinde, im Norden der Great Northern Peninsula von Neufundland, bietet Bernadette Calonego der Leserschaft ein sehr interessantes Setting, mit typischer Flora und Fauna und den regional charakteristischen Einzelheiten. Der Schreibstil der Autorin ist überaus lebendig und bildhaft. Interessant ist, dass der Krimi einmal aus der ICH – Perspektive der Ermittlerin und einmal aus der Sicht eines auktorialen Erzählers geschrieben ist. So haben wir zwei verschiedene Einblicke in das ganze Geschehen.

Die Protagonisten und Antagonisten sind vielschichtig und charakterlich expressiv gut gezeichnet. Welche Schlüsselrolle der Roman ›Herr der Fliegen‹ von William Golding in der Handlung spielt, finden Sie am besten selbst heraus. Lesen Sie diesen Kanada-Krimi der Autorin Bernadette Calonego. Ich empfehle das Buch den Leserinnen und Lesern gerne weiter. Die Handlung ist eine geniale Mischung aus Hochspannung, Thrillelementen, psychologischer Dichte und interessanter Lebendigkeit.

Heidelinde Penndorf

(April 2021)










Freitag, 9. April 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Rakumania: Im Zauber der Scrutarier - Uta Wunsch



Als ich das Buch aus dem Postumschlag enthüllte, hielt ich ein kleines Kunstwerk in den Händen – eines der wenigen Ausgaben in Hardcover und zauberschön in 3 D-Optik bedruckt und mit passender Titelschrift – da ist einfach alles stimmig. Genauso das Buchinnere – liebevoll und märchenhaft gestaltet – passend zur Geschichte, die Uta Wunsch, alias Aurelia Siebenstaub, der kleinen und großen Leserschaft erzählt.

Das Märchen, meist in Versform niedergeschrieben, berichtet von den kleinen, wuscheligen Geschöpfen, die in jedem Haushalt wohnen, Spülmaschinen ablehnen, Porzellangeschirr lieben und es mit Shabby-Chic verzieren. Die Geschichte ist bezaubernd und gleichermaßen für Alt und Jung, ein wundervolles, vergnügliches Leseerlebnis. Derzeit gibt es das Märchen im Handel leider nur im Kindle-Format. Doch wenn Sie sich etwas Gutes tun wollen, dann schauen Sie auf die Website der Autorin und erwerben dort das wundervolle Hardcover-Buch.

Ich empfehle das Buch sehr gern weiter.

Heidelinde Penndorf

(April 2021)









Donnerstag, 8. April 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Lyrik mal Pi - Christine Keller



Dieser kleine Lyrikband erstaunt. Bringt doch die Autorin Archimedes Konstante, die Kreiszahl Pi, in direkten Zusammenhang zu ihren Gedichten. Forscher sagen, dass ›Pi‹ nach dem Komma unendlich und die Zahlen zufällig verteilt seien. Theoretisch wäre jeder einzelne Buchstabe und jeder Text in ›Pi‹ nach der Kommastelle enthalten, da jeder Buchstabe mit Zahlen kodiert werden kann. Außerdem ist der Kreis auch ein Schutzsymbol, so die Autorin, und sein Zentrum stabil. Ihre Lyrik-Protagonistin die ›Prinzessin‹ ist das schöpferische Kreiszentrum und zeigt vielerlei Gesichter, Gefühle, Emotionen und das unterschiedliche TUN und WIRKEN von uns Menschen.

Die Autorin spiegelt unser Leben durch Pi-Prinzessinnen-Augen, geht auf diverse Alltagserlebnisse ein, schildert unseren Zwiespalt zur Natur, die wir lieben und doch uns schwertun mit deren Schutz, zeigt auf welch seelische Blessuren wir aus der Kindheit mit- und übernehmen, schildert auch unsere Wegwerf-Konsumgesellschaft – immer besser, immer schneller, immer weiter – und wie wir uns oft im Kreise unseres Denkens verlieren, ohne zu handeln und zu verändern. Ich gestehe, dass ich das Büchlein mehrmals gelesen habe, um die Wichtigkeit in Gänze zu sehen. Bemerkenswert, was Christine Keller in diese Prinzessinnenleichtigkeit alles hineingepackt hat.

Ich empfehle diesen Lyrikband sehr gerne weiter.

Heidelinde Penndorf

(April 2021)








Donnerstag, 1. April 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: blüten auf totholz - inge jung



Beim Lesen und Verstehen dieses Lyrikbands hielten sich bei mir oft Faszination und dissonatische Spannung die Waage. Die Worte der Autorin führen in die Vieldeutigkeit des Verstehens und auch in deren Dunkelheit und in das Abstrakte. Um hinter und zwischen die Worte zu schauen, ist es mit einmal lesen nicht getan. Da muss die Leserschaft sich Zeit nehmen, um das kleine Büchlein ein zweites und wahrscheinlich auch ein drittes Mal zu lesen

Inge Jung versteht es mit Worten zu spielen, sie zu Metaphern und Gleichnissen zu verbinden und die Leserschaft ins Rätselhafte und Abstrakte der modernen Lyrik zu führen. Die Sprache der Autorin ist filigran und von einer dunklen negativen Grundstimmung geprägt. Positives verbindet sie oft mit negativer Stimmung. Nur kurze, prägnante Hoffnungsschimmer leuchten in ihren Gedichten. Die Lyrik der Autorin beschreibt Lebenswege, verstaubte Kindheitserinnerungen, Hoffnungsträume die zerplatzen, die Vergänglichkeit des Lebens, der Liebe und des zwischenmenschlichen Verstehens. Beschreibt Abgründe und tiefe Täler, die MENSCH durchlaufen muss, um seinen ganz eigenen, persönlichen Weg, zu sich selbst, zu seinem ICH zu finden. Doch auch das gegenwärtige politische Zeitkolorit und Corona sind tief empfunden niedergeschrieben, ohne direkt benannt zu wird. Inge Jung bedient sich durchweg der konsequenten Kleinschreibung, das ist zwar ungewöhnlich und anfangs irritierend , doch nach ein paar Seiten, hatte ich mich daran gewöhnt.

Ich empfehle dieses Buch der Autorin sehr gerne weiter. Seien Sie neugierig auf Lyrik der modernen Art und lassen Sie sich vom Schreibstil der Autorin überraschen.

Heidelinde Penndorf

(April 2021)






Donnerstag, 25. März 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Yadelle - Thriller - L. Ryan



Da fasst die Autorin in ihrem Debüt gleich mehrere psychologisch dichte Probleme an. Themen mit gesellschaftlicher Brisanz, die nur wenig berührt werden, weil sie unbequem sind und oft nur an die Öffentlichkeit gelangen, wenn die Medien sie aufgreifen und gerade jetzt unter Corona meist untergehen.

Um was geht es im Buch? Es geht um Inzest unter Geschwistern und Halbgeschwistern, es geht um Transsexualität, um Mobbing, um falsche Identitäten, um Hass und vorgespielte Liebe und um exzessiven Computerspielkonsum, in welchem bewusst manipulativ die Trennung von Virtualität und Realität gekappt und in das reale Leben eingegriffen wird (fiktiv).

Und das Ganze ist eingebettet in einen Psychothriller, der es in sich hat, zumal manche Charaktere undurchsichtig bleiben, ihre Handlungen manchmal logisch nicht nachvollziehbar sind und es eine Beziehung der Spielercharaktere zur realen Welt gibt. Es ist ein mysteriöses Spiel, eines, welches es nicht im Handel zu kaufen gibt.

Wohldosiert hat die Autorin den Einsatz der Gamer- und Jugendsprache, auch sonst ist der Schreibstil flüssig. Die Handlung ist sehr facettenreich und interessant. L. Ryan versteht es, die Leserschaft mit aufsteigendem Spannungsbogen zu fesseln und sie auch auf falsche Fährten zu bringen. Fast jeder, im sozialen Umfeld der Hauptprotagonistin Nea Gomez, benimmt sich verdächtig. Die Auflösung des Ganzen ist eine Überraschung, die ich so nicht erwartet habe.

Ein richtig guter Debütroman, da schlummert noch unentdecktes, größeres Potenzial für so viel mehr.

Ich empfehle das Buch der Leserschaft sehr gerne weiter. Seien Sie neugierig, lesen Sie das Buch.

Heidelinde Penndorf

(März 2021)








Freitag, 19. März 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Rotbarts wilde Verwandte: zur Kulturgeschichte des anthropogenen Artensterbens - Wolfgang Schwerdt



Ein bemerkenswertes bildungsintensives Buch, eines mit prägnanter Recherche und ausgeprägtem Sachverstand.

Unsere Erde muss ohne uns Menschen, ein sich selbst regulierendes Paradies gewesen sein. Ich habe staunend gelesen, welche Vielfalt an Tieren es gab, Tiere, die ich noch nicht einmal den Namen nach kannte.

Die Umweltzerstörung findet ihren Anfang in der Entstehung von sogenannten Zivilisationen (z.B. Mesopotamien, Ägypten etc.). Der Eingriff in die Natur nahm seinen Anfang – Flora und Fauna sind von da ab, nicht mehr in Harmonie, sondern im Ungleichgewicht.

Die unumkehrbare globale Zerstörung der Natur und der Biodiversität wurde vorangetrieben, als sich die Europäer auf die Reise machten, ferne Länder zu entdecken. Geschildert wird im Buch unter anderem, wie MENSCH, ohne nachzudenken, Raubbau an den Wäldern unserer Erde betrieb und noch betreibt, den Lebensraum ganzer Wildtierarten und Insekten beschneidet und somit auch für das Massen-Artensterben derer, verantwortlich ist.

Der menschengemachte Klimawandel begann mit der industriellen Globalisierung. In den letzten 500 Jahren ist eine globale ökonomische Monokultur entstanden. Alles unterliegt den Zwängen des Profits. Massenproduktion an Lebensmitteln, um den Preis des Insektensterbens – Wegwerfgesellschaft – Lobbyisten-Wirtschaft - all das tut unserem Heimatplaneten nicht gut. Jeder Baum der stirbt, ist einer zu viel und jeder Baum der unter anderem auch den Windrädern weichen muss, ist der falsche Weg, den Klimawandel zu verlangsamen.

Die Auswirkungen - all das was wir seit Jahren und jetzt erleben, hat MENSCH selbst zu verantworten, auch die Kriege, Hungersnöte, die Armut, die Pandemien und Epidemien. Der Mensch ist eigentlich selbst sein größter Widersacher, denn er zerstört bewusst seinen Heimatplaneten und er hört nicht auf, obwohl er weiß, wie es um unsere Mutter Erde bestellt ist.

Aufgelockert wird das ernste Thema des Buchs durch interessantes Bildmaterial, einigen Karten und Auszüge der Geschichten um den weltreisenden Kater Rotbart. Auch zeigt Wolfgang Schwerdt auf, wie wir unsere Erde und somit auch uns Menschen retten, den Klimawandel verlangsamen könnten, sodass es für unsere Nachkommen lebenswert bleibt.

Chapeau und Danke für dieses Buch Wolfgang Schwerdt, es öffnet der Leserschaft die Augen und regt zum Nachdenken an. Ich empfehle das Buch der Leserschaft sehr gerne weiter und wünsche dem Autor, dass es grade wegen des brisanten Themas, viele Leserinnen und Leser findet.

Heidelinde Penndorf

(März 2021)



››Die Natur braucht uns Menschen nicht – wir Menschen brauchen die Natur‹‹

© Hannelore Elsner




Freitag, 12. März 2021

Der grüne Löwe: Jim O' Flower (Jim O' Flower ermittelt 1) - Alexander Gross



Es war anstrengend und zähflüssig, das Buch von der ersten bis zur letzten Seite zu lesen. Doch erstens ist es ein Rezensionsexemplar und zweitens war ich auch neugierig, ob sich im Laufe der Handlung, der Schreibstil des Autors ändert. Das war jedoch nicht der Fall. Stilistisch ist das Buch für mich eine mittlere Katastrophe. Syntax und Semantik der hunderteinundneunzig Seiten ebenso.

Die Personen im Buch sind charakterlich fast gar nicht oder nur unklar gezeichnet und glitten mir immer wieder weg. Gefühle im Buch werden nur angetippt und dringen kaum zum Leser durch. Da fehlt der emotionale Schwung in der Handlung.

Der Plot beschäftigt sich mit den kriminellen Machenschaften mehrerer Clans, der Korruption bis in die höchsten Ebenen, Waffen- und Drogenhandel, illegaler Prostitution, Mord, Geldwäsche und Erpressungsgeschäften. Und doch sprang der Funke bei mir nicht über, weil eben vieles im Buch nicht stimmig ist.

Marcel Reich-Ranicki und Denis Scheck, beide von mir sehr geschätzt, würden wahrscheinlich sagen: ›Das kann weg‹.

Doch ganz so einfach ist das nicht. Es ist Alexander Gross erstes Buch. Irgendwann, hat er gemeint, muss man ja mal anfangen. Gut! Doch dann vielleicht mit einem professionellen Lektorat, oder einen Ghostwriter zusammenarbeiten – denn aus dem Plot hätte eine wirklich spannende Geschichte werden können.

Heidelinde Penndorf

(März 2021)










Montag, 8. März 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Martha nimmt die Ausfahrt - Maria Hellmann



Würden Sie aus pragmatischen Gründen heiraten? Sie als Mann, weil Sie sich versorgt wissen, und ab und zu auch mal eine Frau im Bett haben wollen – und Sie als Frau, weil Sie froh sind, endlich unter die sprichwörtliche Haube zu kommen? Sagen Sie jetzt nicht, dass es so etwas nicht gibt. Denn so etwas gibt es! Ich habe Martha kennengelernt – die Hauptprotagonistin aus diesem Buch, samt Ehemann. Und beide haben sich genau aus diesen Gründen zusammengetan.

Karl profitierte und Marthas Selbstbewusstsein, welches schon nicht das Größte war, schrumpfte auf eine Winzigkeit zusammen. Sie wurde klein gehalten in ihrem Ego, durfte kein Handy haben, keinen Laptop, keine EC-Karte und dergleichen mehr. Komfortzone in der Ehe sieht anders aus. Ich glaub sie blieb nur aus Gewohnheit und Bequemlichkeit bei ihrem Karl. Ich wäre schon lange auf Nimmerwiedersehen verschwunden gewesen.

Martha war schon sechzig Jahre, als der Zufall sie aus ihrem alten Leben in eine völlig neue Welt katapultierte. Eine Welt, die für andere Menschen normale Routine ist. Ab da, geht es sehr turbulent zu, im Leben der Hauptprotagonistin. Sie muss sich ernsthaft mit sich selbst und ihrem bisherigen Leben auseinandersetzen, hat sehr viel nachzuholen, zu lernen, muss sich neu orientieren, erlebt viele Abenteuer, nimmt auch so manche heikle Hürde und kommt in sich und überhaupt im Leben richtig an.

Ein ziemlich ernstes Thema, doch Maria Hellmann gelingt es, mit bemerkenswerter Sensibilität, Leichtigkeit und auch und einer guten Portion Humor, Marthas Geschichte zu erzählen. Das Buch regt zum Nachdenken an und vielleicht ist der Inhalt des Buchs, für manche Leser auch ein kleiner liebevoller Stups, in die richtige Richtung des Lebens.

Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter.

Heidelinde Penndorf

(März 2021)





Montag, 1. März 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: SIMULATION: Die perfekte Illusion - Die perfekte Droge - Matthias Clostermann



Die Lesezeit, die ich mit diesem Buch verbracht habe, war rasant, interessant und aufregend. Bildhaft beschreibt der Autor das Geschehen, sodass ich ein exzellentes Kopfkino erfuhr. Staunende AHA-Effekte ließen mich manchmal innehalten und das eben Gelesene überdenken.

Als Leser fällt man quasi in das Geschehen hinein, findet sich sofort zurecht und erlebt die Story ziemlich nah. Das liegt an der lebendigen Schreibweise des Autors, die manchmal erschreckend schnell, von einem chaotischen Wirbel zum nächsten wechselt, ohne der Leserschaft eine Atempause zu gönnen – spannend, bewegend und dramatisch, von Szene zu Szene.

Um was geht es? Es geht um Macht, maximalen Profit, um Menschen, die von Gier getrieben, keine Grenzen zu kennen scheinen, es geht um verlorene Realitätswahrnehmung, um persönliche Verantwortungen und um das Leben – um die Gesetze des Lebens direkt. Die Frage steht im Raum, ob wir Menschen das Gleichgewicht des Lebens ins Wanken gebracht haben und unsere Zeit auf der Erde sich dem Ende zuneigt.

Und da kommt die Entwicklung der perfekten Illusion eines glücklichen erfüllten Lebens ins Spiel – eine göttlich magische Droge, die allen zur Verfügung steht und der viele Menschen verfallen. Nach einigen Stunden des illusionistisch erlebten Glücks, versagt ihr Körper und sie sterben, wahrscheinlich mit einem Lächeln im Gesicht.

Und so nach und nach holt sich die Natur wieder zurück, was wir ihr genommen haben …

Was für ein Debüt, mitten in Corona-Zeiten – ziemlich dystopisch und keinesfalls unrealistisch und eigentlich eine leise Mahnung für ein ›Weiter so‹. Doch in den Zeilen versteckt, finden wir genügend nachdenkliches Wissen, welches geradezu auffordert, das Leben wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Das Buchcover unterstreicht signitiv diese außergewöhnliche Geschichte, welche der Autor Matthias Clostermann der Leserschaft nahebringen mag.

Das Buch hat meine ausgesprochene Leseempfehlung.

Heidelinde Penndorf

(März 2O21)







Freitag, 19. Februar 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Späte Entscheidungen: Verstörende Fragen - Hilde Willes



Eine Mädchenclique – Abitur-Zukunftsträume – Wir erobern die Welt – Wir leben die Liebe und das Leben!

30 Jahre dazwischen und die Wechselfälle des Lebens der Protagonisten zeigen zersprungene Träume und Seelen, die eine ganze Menge aushalten mussten. Alle verbergen ihr wahres ICH, ihr wahres Selbst – verstecken ihre Authentizität hinter einer Maske – nein, keine Corona-Maske – sondern eine, die man nicht sieht. Einstudiertes, routiniertes Verhalten, über Jahre hinweg, immer mehr verfeinert, ergänzt – im wahrsten Sinne des Wortes Schauspielerei.

Der auktoriale (allwissende) Erzähler der Geschichte, schaut allen Protagonisten über die Schulter, erzählt ihre Geschichten, beleuchtet kurz dunkelste Winkel und Mysterien, die nicht ganz offenbart werden, lässt uns teilhaben an den intimsten Geheimnissen der Beteiligten, erzählt von Liebe, die nicht sein sollte, weil sie nicht sein dürfte, von schwachen Männercharakteren, gewalttätigen Narzissten, Helikopterehefrauen, die sich in die perfekte Welt flüchten, von schweren Depressionen und Ängsten, das Leben verpasst zu haben und auch von zwei Männern, die ganz anders sind – die ihr Sein, ihr Selbst leben.

Und zwischendurch der Blick auf ein entstehendes Frauenhaus, weil die Gewalttätigkeit gegen über ihnen es einfach erfordert, so eines im Ort haben zu müssen.

Es sind sprunghafte Gedankenkarusell-Ketten, die wir als Lesende erleben, also keine fortlaufende, sich entwickelnde Handlung, sondern Momentaufnahmen des Lebens der verschiedensten Protagonisten.

Ich würde sagen, dass mindestens 97 % der Protagonisten sich in der Opferrolle befinden und somit die Verantwortung für ihr Leben an andere Mitmenschen delegiert haben. Doch zwei davon, darunter Katja, die Hauptprotagonistin, endlich bereit sind, den Schritt raus aus der Opferrolle zu wagen.

Der Schreibstil, ganz Hilde Willes Stil, führt die Leserschaft manchmal locker und beschwingt, manchmal humorvoll und manchmal schwermütig-melancholisch, durch die Handlung. Der erste Teil der Story endet mit Fragen und abrupt, ohne Cliffhänger zum zweiten Teil. Mal sehen, ob der zweite Teil so manche dunkle Wolke auflöst.

Ein lesenswerter erster Teil dieser Zweierreihe in Hilde Willes Manier. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter.

Heidelinde Penndorf

(Februar 2021)







Dienstag, 16. Februar 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Mehr Demokratie wagen - Stefan Schweizer & Christof Wackernagel



Ein kluges Buch, eines welches die Intelligenz der Leserschaft herausfordert. Eines, welches clever einen Zwischenraum zwischen Fiktion und vergangener Realität geschaffen hat, in welchem die beiden Autoren ihre Geschichte erzählen – spannend, informativ, erschütternd, und mich nachdenklich zurücklassend.

Es ist ein reflektierend politisches Buch, welches die Entwicklung aufzeigt, die unsere Demokratie in eine Krise führte. 

Die Story lenkt die Aufmerksamkeit der Leserschaft auch auf die expliziten Schwächen unseres Systems – zu seiner Korrumpierbarkeit, seinen demokratisch entgegenstehenden individuellen freiheitseinschränkenden Maßnahmen – beruflich und auch privat – und zeigt, welche Macht das sogenannte Küchenkabinett innehat.

Die Handlung switcht zwischen den 70er und der jetzigen Zeit hin und her und vermittelt zugleich einen Einblick in die Zeit der 70er Jahre der damaligen BRD, den ich bisher nicht hatte. Interessant auch der Draufblick, auf die damalige Einflussnahme der USA und der ehemaligen Sowjetunion.

Willy Brandt, ihn hätte ich gern gekannt und mich auch gern mit ihm über seine Ideen eines sozialdemokratischen, gemeinsamen Deutschlands unterhalten – das Beste aus beiden Systemen für ein gemeinsames Deutschland – das wäre es gewesen, wovon alle Menschen profitiert hätten.

Seien sie neugierig auf neue Eindrücke, lassen Sie sich auf diese interessante Lektüre ein. Das Buch der beiden bekannten Autoren hat meine uneingeschränkte Leseempfehlung.

Heidelinde Penndorf

(Februar 2021)







Mittwoch, 10. Februar 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Guilty - Zeit der Vergeltung - Marion Krafzik



Ich durfte das Buch im Vorab lesen und bin total begeistert. Marion Krafzik überrascht die Leserschaft mit einem Psycho-Thriller par excellence. Ein spannungs- und konfliktgeladener Plot führt uns in die Untiefen menschlicher Abgründe und verwebt dies mit ausgefeilten und sich weiterentwickelnden Psychogrammen der Protagonisten und Antagonisten.

Die Charaktere sind vielschichtig und expressiv gezeichnet. Von naiv, gutgläubig, hilfsbereit, zuverlässig, empathisch bis ehrgeizig, eifersüchtig, selbstsüchtig, narzisstisch, psychopathisch und abgrundtief böse – die ganze Bandbreite wird abgedeckt.

Psychologisch dicht, fesselnd, raffiniert und faszinierend spannend dieses Buch – ein Krafzik-Thriller eben.

Die Leserschaft wird hineingezogen in eine rasante Abfolge von Ereignissen: Verurteilungen, Lügen, Intrigen, Täuschung, gewalttätige Partnerschaften und ihre Folgen, falsche Identitäten, Hass verborgen unter vorgetäuschter Liebe und Freundschaft, das Belichten von Vergangenheiten, Enttäuschungen, unterlassene Hilfeleistung, und Psychospiele – alles drin und emotional atemberaubend.

Das letzte Drittel des Buchs gipfelt in einem brillanten, explosiven, nervenaufreibenden und überraschenden Finale.

Chapeau Marion Krafzik

Das Buch hat meine absolute Leseempfehlung.

Heidelinde Penndorf

(Februar 2021)








Dienstag, 9. Februar 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Lieber den Spatz in der Hand als gar keinen Vogel: Liebeskomödie - Ella Marcs



Die Zeit, die ich mit Ellas Marcs’s Debütroman verbrachte, war voller Leichtigkeit – so richtig vergnügliche Lesestunden. Turbulent, witzig, rasant, charmant und aufregend kommt der Debütroman der Autorin rüber. Es gibt urkomische Szenen – die Wacholderschnapsszene, mit anschließender Fahrradtour zum Beispiel – einfach köstlich und amüsant. Der Schluss des Buchs dann jedoch zu abrupt, sehr chaotisch und doch auch zauberschön, da kullerten die Tränen. Etwas zu zackig kam mir die Auflösung der aberwitzigen Verstrickungen der beiden Familien rüber, weil das Thema dahinter ein ernsteres war und ja, liebe Ellen Marcs, den Genitiv habe ich schon etwas vermisst.

Und wer denkt, die Geschichte hat keinen psychologischen Tiefgang, der irrt. Denn auf Kira, die Hauptprotagonistin trifft zu:
Wenn du ››ja‹‹ sagst, dann sei dir sicher, dass du nicht ››nein‹‹ zu dir selbst sagst! 
(© Paulo Coelho)
Insgesamt ist es ein Buch, welches mir amüsante Heiterkeit und abwechslungsreiche Lesezeit schenkte. Da steckt noch sehr viel Potenzial in der Autorin.

Ich empfehle diese beschwingte Liebeskomödie sehr gerne weiter.

Heidelinde Penndorf

(Februar 2021)






Freitag, 5. Februar 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Eine Panchakarma-Kur in einem indischen Krankenhaus: Eindrücke und Informationen - Ricarda Wilhelm



Ricarda Wilhelm schildert ihre Erfahrungen mit und um eine Panchakarma-Kur, in einem indischen Krankenhaus. 96 Seiten – unterhaltsam, rasant, authentisch, amüsant und informativ. Humoristisch und kreativ nimmt sie bestimmte Hürden und Anweisungen während der Kur und geht auf die gleiche Weise, auf so manche Eigenheiten der Lebensweise der indischen Bevölkerung ein.

Wer sich jedoch noch nie mit Ayurveda Kuren und mit der klassischen Panchakarma-Kur beschäftigt hat, sollte sich im WWW noch zusätzlich belesen, da die diversen Kuranwendungen und fachlichen Begriffe sonst etwas holprig und unverständlich bleiben. Hat man sich da eingelesen, ist der Erfahrungsbericht der Autorin, ergänzend sehr aufschlussreich und interessant.

Seien Sie neugierig auf den Erlebnisbericht der Autorin.

Heidelinde Penndorf

(Februar 2021)





Dienstag, 26. Januar 2021

⭐Lesevielfalt⭐ - Cover anklicken und überraschen lassen

 

Aktuelles


            Meine Leseempfehlungen 

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 Moritz Boll
       
    
Carmen Yvonne Kopsch 
 R.D.V. Heldt
Katja Zimiak
Joan Hill 
     
    
Anne Card  
Lisa Michaelis 
    
    
 Sigi Sternberg Jörg Fockenbrock  
   
    
James Henry Burson    
  
    
Francis Linz    
 
    
Isabell Aigen  Magdalena MörikeOlaf Warnsing 
    
    
   Hildegard Paulussen   Anke Kopitz 
   
    
Jennifer de Bricassardt
Bea Insel 
 Ilse Campbell
 Erika Dreier
 
    
    
Leila Christiane Jäger
 Anette Koestner  
Werner Koch
Dirk von Grohlman 
 
      
    
Tam Lang 
 
Paula Dreyser 
Stefanie Friedl 
 

 
    
 Peter Bunt   
   
 Peter Bunt   
    
    
Panja Bartsch 
Jens Draeger 
Harald Grenz / 
Graf von Sternenberg   
 Clemens  Laar
        
    
Mona Frick
  
 
   
    
Mona Frick
 
Lutz Semisch
Benni Bødker u. 
Karen Vad Bruun  
 
    
Susann Klossek
Dagmar Tollwerth
 
Claudia Carrido Luque
    
Micha Ela
Annell Ritter
Harald Kittner
Anja Heitlinger
  
    
Holger Hagenah
Margit Marion Mädel,
Marina BC., Hans Dieter Wege
Peter Georgas Frey 
Ulf Deutscher 
   
    
Sidney Rose
   
 
Renard Fourrure
   
  
    
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