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Posts mit dem Label Heidelinde Penndorf -Rezensionen - Lyrik werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
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Mittwoch, 26. Mai 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Dunkle Macht - Renate Lehnort



Es ist die atmosphärische Dichte, die mich in diesem Krimi beeindruckt hat. Zwei Menschen – Mann und Frau, die sich gefunden und 25 gemeinsame Jahre hatten. Doch es fehlte der zündende Funke zwischen ihnen, da war immer ein gewisser Abstand. Die Autorin dringt zum psychologischen Kern der Protagonisten vor, zeigt Menschen in Ausnahmesituationen und stellt das Thema Liebe, Selbstliebe und Hass in den Mittelpunkt.

Wenn aus Liebe Hass wird, geht dem eine deftige Demütigung voraus und ich denke auch, dass man sich meist über den Partner definiert und sein eigenes Ich und somit die Selbstliebe ziemlich vernachlässigt hat. Da rennen dann die Gefühle in diversen Situationen Amok.

Die Leserschaft erlebt mit, wie düster die Atmosphäre und wie konfus das Denken der Hauptprotagonistin wird. Sie entwickelt eine richtige Psychose, in der logische Denken ausschaltet und ihr Handeln von der dunklen Macht in ihrem Kopf übernommen wird. Das hat dramatische Folgen, für alle Beteiligten, denn ihre Rache kennt keinen STOPP. Das letzte Drittel des bemerkenswerten Krimis nahm eine Wende, die mich echt umgehauen hat - eine wahre meisterhafte emotionale Explosion.

Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter. Der sehr spannende und interessante Plot zeichnet sich durch eine gute Recherche-Arbeit aus, die Leserschaft lernt sehr charismatische lebendige Protagonisten kennen und erlebt im letzten Drittel des Buchs, eine frappierende Wende, die nicht vorauszusehen ist.

Heidelinde Penndorf

(Mai 2021)






 

Freitag, 9. April 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Rakumania: Im Zauber der Scrutarier - Uta Wunsch



Als ich das Buch aus dem Postumschlag enthüllte, hielt ich ein kleines Kunstwerk in den Händen – eines der wenigen Ausgaben in Hardcover und zauberschön in 3 D-Optik bedruckt und mit passender Titelschrift – da ist einfach alles stimmig. Genauso das Buchinnere – liebevoll und märchenhaft gestaltet – passend zur Geschichte, die Uta Wunsch, alias Aurelia Siebenstaub, der kleinen und großen Leserschaft erzählt.

Das Märchen, meist in Versform niedergeschrieben, berichtet von den kleinen, wuscheligen Geschöpfen, die in jedem Haushalt wohnen, Spülmaschinen ablehnen, Porzellangeschirr lieben und es mit Shabby-Chic verzieren. Die Geschichte ist bezaubernd und gleichermaßen für Alt und Jung, ein wundervolles, vergnügliches Leseerlebnis. Derzeit gibt es das Märchen im Handel leider nur im Kindle-Format. Doch wenn Sie sich etwas Gutes tun wollen, dann schauen Sie auf die Website der Autorin und erwerben dort das wundervolle Hardcover-Buch.

Ich empfehle das Buch sehr gern weiter.

Heidelinde Penndorf

(April 2021)









Donnerstag, 8. April 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Lyrik mal Pi - Christine Keller



Dieser kleine Lyrikband erstaunt. Bringt doch die Autorin Archimedes Konstante, die Kreiszahl Pi, in direkten Zusammenhang zu ihren Gedichten. Forscher sagen, dass ›Pi‹ nach dem Komma unendlich und die Zahlen zufällig verteilt seien. Theoretisch wäre jeder einzelne Buchstabe und jeder Text in ›Pi‹ nach der Kommastelle enthalten, da jeder Buchstabe mit Zahlen kodiert werden kann. Außerdem ist der Kreis auch ein Schutzsymbol, so die Autorin, und sein Zentrum stabil. Ihre Lyrik-Protagonistin die ›Prinzessin‹ ist das schöpferische Kreiszentrum und zeigt vielerlei Gesichter, Gefühle, Emotionen und das unterschiedliche TUN und WIRKEN von uns Menschen.

Die Autorin spiegelt unser Leben durch Pi-Prinzessinnen-Augen, geht auf diverse Alltagserlebnisse ein, schildert unseren Zwiespalt zur Natur, die wir lieben und doch uns schwertun mit deren Schutz, zeigt auf welch seelische Blessuren wir aus der Kindheit mit- und übernehmen, schildert auch unsere Wegwerf-Konsumgesellschaft – immer besser, immer schneller, immer weiter – und wie wir uns oft im Kreise unseres Denkens verlieren, ohne zu handeln und zu verändern. Ich gestehe, dass ich das Büchlein mehrmals gelesen habe, um die Wichtigkeit in Gänze zu sehen. Bemerkenswert, was Christine Keller in diese Prinzessinnenleichtigkeit alles hineingepackt hat.

Ich empfehle diesen Lyrikband sehr gerne weiter.

Heidelinde Penndorf

(April 2021)








Donnerstag, 1. April 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: blüten auf totholz - inge jung



Beim Lesen und Verstehen dieses Lyrikbands hielten sich bei mir oft Faszination und dissonatische Spannung die Waage. Die Worte der Autorin führen in die Vieldeutigkeit des Verstehens und auch in deren Dunkelheit und in das Abstrakte. Um hinter und zwischen die Worte zu schauen, ist es mit einmal lesen nicht getan. Da muss die Leserschaft sich Zeit nehmen, um das kleine Büchlein ein zweites und wahrscheinlich auch ein drittes Mal zu lesen

Inge Jung versteht es mit Worten zu spielen, sie zu Metaphern und Gleichnissen zu verbinden und die Leserschaft ins Rätselhafte und Abstrakte der modernen Lyrik zu führen. Die Sprache der Autorin ist filigran und von einer dunklen negativen Grundstimmung geprägt. Positives verbindet sie oft mit negativer Stimmung. Nur kurze, prägnante Hoffnungsschimmer leuchten in ihren Gedichten. Die Lyrik der Autorin beschreibt Lebenswege, verstaubte Kindheitserinnerungen, Hoffnungsträume die zerplatzen, die Vergänglichkeit des Lebens, der Liebe und des zwischenmenschlichen Verstehens. Beschreibt Abgründe und tiefe Täler, die MENSCH durchlaufen muss, um seinen ganz eigenen, persönlichen Weg, zu sich selbst, zu seinem ICH zu finden. Doch auch das gegenwärtige politische Zeitkolorit und Corona sind tief empfunden niedergeschrieben, ohne direkt benannt zu wird. Inge Jung bedient sich durchweg der konsequenten Kleinschreibung, das ist zwar ungewöhnlich und anfangs irritierend , doch nach ein paar Seiten, hatte ich mich daran gewöhnt.

Ich empfehle dieses Buch der Autorin sehr gerne weiter. Seien Sie neugierig auf Lyrik der modernen Art und lassen Sie sich vom Schreibstil der Autorin überraschen.

Heidelinde Penndorf

(April 2021)