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Montag, 28. Dezember 2015

Zwischen den Jahren - Zeit für gute Filme: Rules - Sekunden der Entscheidung - William Friedkin ♥


Rules - Sekunden der Entscheidung - William Friedkin
»Ob ein Mann des Mordes angeklagt wird oder als Held bejubelt wird, liegt oft eng beieinander« -  ein prägender Satz des Films!
Aus aktuell politischem Anlass habe ich mir den Film „Rules – Sekunden der Entscheidung“ angeschaut, obwohl  das normalerweise nicht mein Genre ist.
Die ersten Filmminuten, ein Rückblick auf den Vietnamkrieg, aus der Sicht des scheidenden Colonel Hays Hodges, 28 Jahre später, waren dramatisch, grausam, blutig.  Auch 28 Jahre nach dem Ende des Vietnamkrieges hat er diese Bilder noch im Kopf,  so als wäre alles erst gestern geschehen. Sie lassen ihn nicht los, diese grausamen Geschehnisse. Nach 33 Jahren beendet er seine Dienstzeit bei den United States Marine Corp.
Sein Kamerad und Freund Colonel Terry Childers, der ihm in Vietnam das Leben rettete, wird zu einem Spezialeinsatz nach Jemen abberufen. Eine Serie von Protesten und Aufständen gefährdet das Leben des amerikanischen Botschafters.  Colonel Terry Childers verliert bei diesem Einsatz mehrere Männer und befiehlt  seiner Einheit, das Feuer  auf die Aufständischen zu eröffnen. Unter ihnen sind auch zahlreiche Frauen und Kinder-unbewaffnet.
Nach kurzen ewig andauernden Minuten lässt er das Feuer wieder einstellen. Totenstille- der Blick der Zuschauer  erfasst das Massaker in seinem ganzen realen blutigem Ausmaß- und ihm graut. Reale Bilder eines Krieges, 83 Tote und über 100 Verletzte. Die Bilder gehen um die Welt, erschüttern die Menschen.
Die Welt und die US Regierung  fordern einen Schuldigen- die Tat wird abgestellt auf einen einzigen Mann- Colonel Terry Childers. Er wird es Mordes angeklagt, soll vors Kriegsgericht. Der nationale Sicherheitsberater  braucht einen Sündenbock, damit die USA als Land nach außen integer dasteht. Und so vernichtet er eine Videokassette die Childers Unschuld beweist.
Korrupt wird die Verhandlung so aufgezogen, als ob Childers den Schießbefehl auf friedliche Demonstranten eröffnete. Gezielt und gekonnt wird vertuscht, dass die Aufständischen mit Waffen das Botschaftsgebäude und auch die Marines angriffen. Man braucht einen Sündenbock, um sich als Land rein zu waschen.
Colonel  Hays Hodges steht zu seinem Freund und übernimmt als Anwalt seine Verteidigung, weil er von Childers Unschuld überzeugt ist.
Eindrucksvolle Worte im Film zur Begründung :
 »Wenn die das mit ihm machen können, dann sind Orden und Ehrungen einen Scheißdreck wert für die Zukunft- wenn sie Dich weghaben wollen!«
Nachhaltig einprägsam für zwei  oder auch drei Minuten im Film, die schwarze lange Glasmauer auf der zig Tausend Namen gefallener  Soldaten des Vietnamkriegs stehen. Kurze Zeit wird das Ausmaß der Katastrophe eines jeden Krieges klar und deutlich!
Regierungen sind bereit für Macht und Bodenschätze ihre eigne Bevölkerung und Soldaten zu opfern, dazu zitiere ich wieder beeindruckende Worte des Filmes:
»Von einem Soldaten zu fordern, sein Leben dem Land zu opfern«
»Von einem Soldaten zu fordern seine Kameraden sterben zu sehen«
Doch im Ernstfall nicht für den Soldaten einzustehen – führe ich selbst gedanklich weiter.
Am Ende des Films gibt es natürlich ein Happy End. Die Machenschaften des Nationalen Sicherheitsberaters werden aufgedeckt und Childer´s Unschuld bewiesen. Er wird ehrenhaft aus den United States Marine Corps entlassen.
Ich hab in diesem Film gelesen wie in einem Buch, auch zwischen den Zeilen!
Die Handlung kann überall stattfinden wo Kriege geführt werden. In jedem Krieg werden die Soldaten mit Leid, Elend, Gewalt, Mord und Tod konfrontiert, sind bereit für ihr Land den besten Einsatz zu geben, ja auch das Wertvollste was sie besitzen - ihr Leben!
Sie sehen  sich oft mit Situationen katastrophalen Ausmaßes konfrontiert, wo sie  immer selbst über ihr Handeln entscheiden müssen- auch in den extremsten Ausnahmesituationen. Und sie sehen Kameraden sterben, müssen im Notfall auch selbst töten! Soldaten erfahren in solchen Situationen Furcht, Hilflosigkeit und Entsetzen, können es kaum verarbeiten. Sie tragen im Ernstfall körperliche Verletzungen davon und Verletzungen, die man rein äußerlich nicht bemerkt.
Ihre Seele, ihre Psyche leidet, ist tief verletzt, oftmals für immer. Sie tragen Narben auf der Seele, die nie ganz verheilen und zu gewissen Zeiten aufbrechen, wie Geschwüre.  Ich denke, sie sind für den Rest ihres Lebens traumatisiert, dass verändert ihre Persönlichkeitsstruktur, ihr Leben ändert sich, bis hinein in den engsten Familien - und Freundeskreis.
Klar werden viele Leser entgegnen, die meine Rezension lesen, die Mehrheit der Soldaten meldet sich doch freiwillig für Kriegseinsätze. Stimmt! Doch sie wissen zu diesem Zeitpunkt nicht, auf was sie sich da einlassen. Ein Kriegsfilm im Kino oder im TV – da ist die Realität weit weg – da bin ich Zuschauer. Doch die Realität eines Krieges ist zornig, gemein, dramatisch und riecht nach Tod.
Und wer das erlebt hat, ist für die normale Welt oft verbraucht!
»Rules – Sekunden der Entscheidung« ist ein Film, der wichtige Elemente eines Anti-Kriegsfilmes hat und aufzeigt, wie sinnlos Kriege zerstören - und zwar  Frieden, Leben, Hoffnungen und Zukunft!
Natürlich Spitzenbesetzung :
Samuel L. Jackson; Tommy Lee Jones; Guy Pearce; Bruce Greenwood; Dale Dye; Philip Baker Hall; Blair Underwood; Ben Kingsley; Anne Archer                   
Heidelinde Penndorf
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