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Montag, 7. Dezember 2015

Leseprobe: Arena des Satans: Die Edelhure - Erotischer Kurz-Thriller - Sidney Rose


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    Erlesen unanständig

     »Zieh dich an und verschwinde!«, schleudert mir Oliver entgegen.
     »So kann ich nicht raus. Ich muss ins Bad«, entgegne ich.
     Er winkt nur und ich eile in den kleinen, marmorglänzenden Raum. Auf der Toilette presse ich Williams Gaben heraus, so gut ich es nur schaffe, und wasche mein vollgespritztes Gesicht. Die Strumpfhosen sind hin, der Rock ist eingerissen. Zum Glück verdeckt der Mantel die Beschädigungen. Auf einem gläsernen Regal liegt ein Stapel Pappkärtchen: »William Shore & Oliver Smith Garment Ltd.« Die Adresse steht auch darauf. Ich stecke eines davon in die Tasche und gehe zurück ins Zimmer.
     William steht bereits an der Tür. Er will mich grob hinausbefördern. Ich bleibe stehen.
     »Auch Engländer müssen bezahlen, wenn sie meine Dienste in Anspruch nehmen«, spreche ich mit fester Stimme und blicke ihnen in die Augen.
     »Wir haben dich bezahlt, Hure, einhundert Dollar sind genug!«
       Ich verschränke die Arme.
     »Das war die Hälfte. Außerdem bekomme ich noch mal fünfzig Dollar für die zerrissenen Sachen!«
      William drückt die Klinke herunter. Ich bleibe im Türrahmen stehen.
     »Wenn ich nicht sofort das Geld bekomme, schreie ich und dann telegrafiere ich einen hübschen Text an eure biedere Firma in England. Schöne Adresskärtchen übrigens ...«
     Wutentbrannt kramt William einhundertfünfzig Dollar aus seinem Sakko, wirft das Geld auf den Gang und schlägt hinter mir die Türe zu, dass mich der Luftzug trifft wie eine Sturmböe. Warum müssen die Kerle nur immer solche Schweine sein?

Madame Janine

     Ich stürme durch die Lobby und nehme mir noch nicht einmal die Zeit, den Mantel zu schließen: raus hier, nur weg! Der Typ im Empfang winkt mich heran, ich laufe weiter, höre Schritte hinter mir und springe in das erste Taxi, das direkt vor dem Eingang parkt. Der Fahrer begreift sofort, was hier abgeht, und startet den Wagen. Das war knapp. Im Majestic werde ich mich nie mehr blicken lassen können – für lumpige zweihundertfünfzig Dollar!
     »Wohin, 43. Straße?«, fragt der Fahrer.
     »Ja«, antworte ich schwach.
     Im Gegensatz zu den Hotelgästen hat er mir sofort angesehen, wo ich hingehöre. Ich will dort aber nicht hingehören, ich will raus aus all dem Schmutz und ein normales Leben führen! Dafür hab ich nicht mein Paris verlassen! Als ich das Taxi bezahlen will, lehnt der Boy ab.
     »Verflucht, Lady, kommen Sie erstmal wieder zu sich, alles Gute!«
     Er fährt los und ich bin geschockt, von einem Mann zuvorkommend und freundlich behandelt worden zu sein. Jetzt ist mir kalt, ich raffe den Pelz zusammen, es ist nicht mehr weit bis in meine elende Absteige. Hier stehen überall die Nutten an jeder Straßenecke. Zuerst hatte auch ich versucht, mein Glück in diesem Quartier zu machen. Aber die Reviere waren abgesteckt und als ›Selbständige‹ hatte ich nur Feinde. Also überlegte ich mir die Strategie mit der Oper, nutzte meine Bildung, meinen Esprit, meinen Charme, um an die vermögende Kundschaft heranzukommen. Dennoch reicht mein Geld nicht, dem Tenderloin endlich den Rücken zu kehren.
     »Verdammtes Miststück«, brüllt eine widerwärtige Stimme.
     Ich bekomme einen harten Schlag in die Kniekehlen und breche augenblicklich zusammen. Als ich aufschaue, saust der Gummiknüppel mit voller Wucht über mein Gesicht. Durch das herabströmende Blut über meine Augen erkenne ich wie durch einen roten Vorhang Clubber-Chuck, einen der übelsten, korruptesten Cops im Revier.
     »Wenn Sie mich so zurichten, dann kann ich nicht mehr arbeiten«, schreie ich mit zitternder Stimme.
    »Du brauchst auch nicht mehr zu arbeiten, wenn du dich von Kundschaft in Upper East ficken lässt und meinen Anteil unterschlägst, du Betrügerin!«
     Er holt erneut aus. Schützend halte ich die Hände über den Kopf und der Schlag trifft meinen Rücken. Ich habe das Gefühl, die Wirbel würden auseinanderbersten und schreie vor Schmerzen. Dieser Clubber-Chuck trägt seinen Namen nicht zu Unrecht, denn er ist für seine äußerste Brutalität bekannt, weil er einem kräftigen Manne mit einem Hieb seines Knüppels das Kreuz gebrochen hatte. Sein Opfer war auf der Stelle tot und Chuck wurde als Held gefeiert. Das ist Tenderloin – die Hölle auf Erden! .... hier weiterlesen