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Mittwoch, 26. Juni 2024

⭐neue Leseempfehlung:⭐ Das Emu Su und der Traum vom Fliegen - Günter Rüffer



Gelungene kreative positive Affirmationen, verpackt in dieser wundervollen inspirierenden Geschichte, um das Emu Su vermittelt den Kindern die gewichtige Botschaft, dass jedes Kind in seinem Wesen wertvoll und einzigartig ist. Es ist eine Geschichte zum Vorlesen und selbst Lesen. Sie kann Kindern helfen, ihr Selbstwertgefühl und ihre Resilienz zu stärken. Eltern können nach dem Vorlesen, so meine Meinung, mit ihren Kindern darüber sprechen und auch spielerisch und gemeinsam die Stärken ihrer Kinder herausarbeiten.
Ich empfehle dieses liebevoll illustrierte Kinderbuch sehr gern weiter. (Illustrationen von Kristina Plenter)

Es weckt die Aufmerksamkeit, dass jedes Kind anders und deshalb einzigartig zugleich ist. Und gleichzeitig wird durch die Geschichte erklärt, dass die Akzeptanz des Andersseins wichtig ist, um gemeinsam und miteinander und nicht einsam und gegeneinander durchs Leben zu gehen.

Heidelinde Penndorf

(Juni 2024)






Dienstag, 18. Juni 2024

⭐neue Leseempfehlung:⭐ REISPREIS - Dietmar Cuntz



Dietmar Cuntz versteht es immer wieder, seine Kriminalgeschichten charmant, mit leichtem Humor und spannend zu erzählen. So auch in diesem komplizierten Fall, in dem mehrere zwischenmenschlich komplizierte Verhältnisse aufgedeckt werden und sich dadurch der Kreis der Verdächtigen immer mehr erweitert.

Nicht ist, wie es scheint, und führt Bintje und ihren neuen Kollegen Nico oft auf Spuren, die rätselhaft alle miteinander verbunden scheinen. Sie und ihr neuer Kollege finden schnell zu einer gemeinsamen Arbeitsweise und stehen als Team zusammen. Schade finde ich, dass die Glückskekse weniger zum Einsatz kommen. Den Grund dafür erfahren Sie im Buch.

In diesem Kriminalfall gibt es mehrere soziale Schicksalsgeschichten, die in ihrer Vielfalt berühren, miteinander verbunden scheinen und letztlich zum Täter führen. Die Auflösung dieses Falls und wer nun wirklich der Täter war, hat mich vollkommen überrascht.

Dietmar Cuntz versteht es ausgezeichnet, seine Leserschaft auf falsche Wege zu locken. Es gibt in diesem Krimifall des Autors noch eine Geschichte am Rande, mit einem gesellschaftspolitischen Inhalt, die mich nachdenklich stimmt.

Gern empfehle ich das Buch der Leserschaft weiter, es hat mir eine sehr abwechslungsreiche, nachdenkliche und auch manchmal amüsante Lesezeit geschenkt.

Heidelinde Penndorf

(Juni 2024)








Sonntag, 16. Juni 2024

⭐neue Leseempfehlung:⭐ Der Schein trügt - Marion Krafzik



Die Geschichte hat mich sehr beeindruckt, fast umgehauen. Die Autorin führt uns in eine wundervoll beginnende Liebesgeschichte. Da haben sich zwei Seelenpartner gefunden, dachte ich. Doch weit gefehlt. Das Blatt wendet sich schon nach ein paar Wochen. Die Leserschaft erlebt die Grausamkeit einer toxischen Beziehung, die von perfiden Manipulationsstrategien durchdrungen ist. Emotionale Gewalt ist an der Tagesordnung. Das Urvertrauen der Protagonistin in ihre eigenen Wahrnehmungen erfährt eine fundamentale Erschütterung und wird fast zerstört. Die für sie konstruierte, manipulierte Wirklichkeit hüllt sie fast ein und lähmt sie in ihrem Denken.

Doch ihr Kampfgeist wird durch eine unerwartete Warnung geweckt. Trotz vieler verinnerlichter Zweifel findet sie zu sich selbst zurück. Auch die tiefe zwischenmenschliche, liebevolle, freundschaftliche Verbundenheit zu ihren Freunden hilft ihr, sich wieder selbst zu finden und zu stabilisieren. Sie fängt an, sich zu wehren, ist darin ihrem Partner fast ebenbürtig. Aber nur fast. Im letzten Drittel der Geschichte überschlagen sich die Ereignisse. Die Thriller-Effekte erreichen eindrucksvolle, fast nicht auszuhaltende Höhepunkte. Wie die Geschichte ausgeht, lesen Sie am besten selbst.

Ein Buch, das sich auf zwei Themen konzentriert, die viel zu selten an die Öffentlichkeit gelangen – Gaslighting und Narzissmus. Marion Krafzik hat ausgezeichnet recherchiert und die Themen durch diese Geschichte genau auf den Punkt gebracht. Inhaltlich und thematisch wirkt das Buch ziemlich stark und lange nach – psychologischer Missbrauch ist gefährlich und wir als Leserinnen und Leser sollten über die Methoden und Anzeichen Bescheid wissen. Denn mit beiden Themen kann man sowohl beruflich als auch privat konfrontiert werden.

Danke, Marion Krafzik für dieses Buch.

Ich empfehle das Buch sehr gern weiter, es ist sehr spannend und aufschlussreich und weckt auch die Achtsamkeit in uns.

Heidelinde Penndorf

(Juni 2024)









Freitag, 14. Juni 2024

⭐neue Leseempfehlung:⭐ Dream of Orchids: Liebesroman - Jes Schön

Nach dem Prequel nun der Liebesroman und was für einer. Die Leserschaft erlebt ein wahres Gefühlskarussell – jede Buchseite eine emotionale Wucht.

Jen und Jack – zwei sehr ausgeprägte und liebenswerte Charaktere und Freunde für immer. Doch dann kommt alles anders. Die Liebe mischt sich ein und Jen verweigert sich ihr. Ihr Leben steht plötzlich Kopf. Ihre Psyche schlägt Purzelbäume und ihre posttraumatische Belastungsstörung katapultiert sie mit Flashbacks zurück in ihre Kindheit. Und die war toxisch, Lieblosigkeit und Aggressionen waren an der Tagesordnung.  

Jen ist vollkommen verunsichert. Warum sollte Jack sie plötzlich lieben, ausrechnet sie, eine Frau, die in einem Milieu aufgewachsen ist, das lieber verborgen bliebe? Sie vertraut nicht, weil sie seelisch noch in ihrer Vergangenheit feststeckt, für die sie allerdings keine Verantwortung trägt.

Freundschaft und unverbindlicher Sex ja, doch Liebe nein. Bis der Tag kommt, der alles verändert. Jen und Jack – Alles gut? Eben nicht! Beide machen grobe Fehler und Missverständnisse führen sie immer weiter auseinander.

Doch als unter dramatischen Umständen das kleine große Glück beide beschenkt, scheinen sie sich wieder anzunähern, bis eine ganz große Emotionsexplosion sie für immer zu trennen scheint. Gern hätte ich die beiden mal kräftig geschüttelt, damit sie zur Vernunft kommen, doch wie immer sind wir als Leserinnen und Leser nur Zuschauer des Geschehens. 

Wollen Sie wissen, ob es so bleibt und auch die diversen Dazwischen-Zeiten erfahren?

Dann lesen Sie das Buch, es hat mir eine aufregende, emotionale, bildhafte und sehr interessante Lesezeit geschenkt. 

Heidelinde Penndorf

(Juni 2024)

 



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Montag, 10. Juni 2024

⭐neue Leseempfehlung:⭐ Jolanda und Kirsten - Regina Rothengast



Ich bin absolut begeistert und auch beeindruckt von diesem Roman. Ich habe gelacht, geschmunzelt und auch geweint. Es ist eine atmosphärisch dichte und äußerst fesselnde Geschichte voller Feinsinn, Empathie, Humor und Melancholie. Sie zeigt, wie eng Liebe, wahre Freundschaft, Achtung, grenzenloses Vertrauen, Respekt und Loyalität miteinander verknüpft sind und der Schlüssel ist, für die Wohlfühlmomente des Lebens und ebenso für die orkanartigen Lebensstürme, die das Leben für immer verändern können.

Der Roman ist in weiten Teilen von tiefenpsychologischen Aspekten geprägt. Er zeigt auf, wie es ist, wenn sich von jetzt auf gleich das ganze Leben ändert, und der Schicksalsschlag so immens ist, dass die Lust auf das Leben einer großen Traurigkeit weicht, aus der es schwer ist, wieder herauszufinden.

Jolanda, eine Protagonistin im Buch, der all das geschehen ist, hat es geschafft, aus diesem ziemlich tiefen Tal wieder in das Leben zurückzufinden. Trauerbewältigung, eine erprobte und sehr verbundene Freundschaft, auch die Liebe und Selbstliebe, die fast erstickt wäre, und ein horrendes Ziel vor Augen, haben ihr herausgeholfen. Und sie merkt plötzlich, wie schön es ist zu leben, zu lieben, zu lachen und sich diversen Herausforderungen zu stellen.

Die Protagonisten sind lebensnah und lebendig gezeichnet und der flüssige, lebendige und bildhafte Schreibstil der Autorin schenkte mir ein turbulentes und einfühlsames Kopfkino, zumal Regina Rothengast es versteht, Ihren Schreibstil situationsangepasst sehr fein zu nuancieren.

Ich empfehle dieses Buch sehr gern weiter, es schenkte mir eine spannende, kurzweilige und auch sehr emotionale Lesezeit.

Heidelinde Penndorf

(Juni 2024)








Dienstag, 4. Juni 2024

⭐neue Leseempfehlung:⭐ Deutschland und die Demokratie - Rainer Andreas Seemann



Das Buch hat mich nachdenklich zurückgelassen. Es ist eine kritische Betrachtung von außen auf den Zustand unserer Demokratie in Deutschland. Wir, die wir in Deutschland leben, nehmen es oft als gegeben hin, werden sozusagen betriebsblind, erkennen manchmal nicht, dass unsere Demokratie gerade in einer Krise steckt.

Doch der Autor legt den Finger in die Wunde und sorgt beim Lesen mit seinen Worten für AHA-Effekte, zustimmendes Nicken und auch für einige Fragezeichen, die ich dann gegoogelt habe.

Sei es die Verschuldung unseres Landes, auch die Sachlage der freien Meinungsäußerung und auch die ansteigende Politikverdrossenheit. Es ist nicht alles gut in unserem Land und das wird vermehrt sichtbar. Ein Blick von außen bringt mich wirklich zum Nachdenken. Ich bin nicht mit allem einverstanden, was der Autor anspricht, aber einigen Punkten stimme ich zu.

Vor allem muss es in einer Demokratie möglich sein, die Argumente der „Andersdenkenden“ zu akzeptieren solange sie nicht extremistisch sind. Denn die Meinungsvielfalt ist es, die eine Demokratie auszeichnet

Gern empfehle ich das Buch weiter, es ist richtig und auch wichtig, zu lesen, wie der Blickwinkel auf unser Land von außen aussieht.

Heidelinde Penndorf

(Juni 2024)










Sonntag, 2. Juni 2024

⭐neue Leseempfehlung:⭐ Blöder Mama!: Roman über den Familien-Alltags-Wahnsinn - Valerie Schussel



Der ganz normale Alltagswahnsinn mit zwei Kindern im Kita-Alter. Papa meist außen vor und Mama wuppt das bisschen Haushalt und das Ganze drumherum mit zwei Kleinkindern fast allein. Ich habe oft geschmunzelt und manchmal laut gelacht. Kinder haben immer wieder originelle Ideen, alles durcheinanderzubringen und wenn da noch eine Kita-Tante dabei ist, die dem Ganzen noch die Krone aufsetzt und mit den Kindern harmoniert, wird es richtig lustig. Bei der Sache mit dem löschbaren Whiteboard-Stift, habe ich laut gelacht.

Doch auch nachdenkliche Töne sind zu lesen. Imponiert hat mir auch, dass die Autorin anklingen ließ, wie sich die Corona-Zeit auf Kinder und Familie ausgewirkt hat.

Alles in allem schenkte mir das Buch eine kurzweilige, lustige und zuweilen auch nachdenkliche Lesezeit.

Ich empfehle das Buch sehr gern weiter.

Heidelinde Penndorf

(Juni 2024)









 

Samstag, 18. Mai 2024

⭐neue Leseempfehlung:⭐ Zeitbrücke - Hans Blazejewski



Der Autor hat der Leserschaft eine Zeitbrücke zwischen Damals und Heute gebaut, wobei sein Heute auch schon wieder ein jüngeres Damals ist. Erinnerungen aufgeschrieben in 47 Kurzgeschichten, die auf diese Weise auch die Zeit zwischen Generationen überbrückt.

Es ist eine kleine niedergeschriebene Zeitkapsel voller Reichtum an Weisheit und Wissen, die nachdenklich macht, berührt, von der Liebe erzählt, zwischenmenschliche Emotionen offenlegt, mich manchmal zum Schmunzeln brachte und auch episodenhaft den zweiten Weltkrieg berührt. Die Hommage an Wolfgang Borchert zum Beispiel hat mich tief bewegt

Sehr gern empfehle ich dieses Buch weiter, es öffnet die Herzen für das Wichtigste und Kostbarste des Lebens – Frieden, Liebe, zwischenmenschlicher Respekt, Freundschaft, sich selbst zu lieben und sich und seinen Lieben Zeit schenken.

Heidelinde Penndorf

(Mai 2024)









Donnerstag, 16. Mai 2024

⭐neue Leseempfehlung:⭐ Der Kuss - Maria Hellmann



Wenn ein religiöser Glaube das Leben verdunkelt, nicht nur das Lachen und die Farben wegnimmt, sondern auch das Zuhause sich in allen Nuancen dieser Stimmung angepasst hat, erleben wir zwischenmenschliche, religiös-moralische und psychisch ungesunde Zwänge. So geschehen in der Geschichte, die die Autorin Maria Hellmann erzählt. Die Leserschaft erlebt hautnah einen Drei Frauen-Generationen-Konflikt, der von krankhafter Religiosität getragen wird, erzeugt von überbordenden Schuldgefühlen. Diese Situation wurde durch die Älteste der drei Frauen, die gleichzeitig als Mutter und Großmutter das Zepter der täglichen Buße schwingt, den anderen Familienmitgliedern aufgezwungen.

Am meisten darunter gelitten hat die Jüngste, die das Haus als junge Frau verlassen und sich ein eigenes Leben aufgebaut hat. Doch der schwere Lebensrucksack lässt sich nicht so schnell ablegen.

Ein bedeutendes Ereignis und die zwischenmenschliche Liebe sorgen dafür, dass Mutter und Tochter aus dem Schatten des krankhaften Glaubens heraustreten können, sich ihr Leben wieder mit Farbe und Lachen füllt und beide auf unterschiedliche Weise lernen, neu zu leben.

Es ist ein berührendes Buch, weckt auch die Achtsamkeit der Leserschaft, ist einfühlsam geschrieben und sehr lebendige Charaktere begleiten uns durch die Handlung. Sehr gern empfehle ich das Buch den Leserinnen und Lesern weiter.

Heidelinde Penndorf

(Mai 2024)






Montag, 13. Mai 2024

⭐neue Leseempfehlung:⭐ Zwei wie Sekt und Selters - Viola Eigenbrodt



Eine bemerkenswerte Geschichte, amüsant und nachdenklich zugleich. Die Autorin stellt ein Thema in den Mittelpunkt, über das viel zu wenig geredet wird. Und doch ist es ausschlaggebend für die Geschwisterentwicklung.

Was passiert, wenn zwei narzisstisch veranlagte Eltern ihre Kinder immer wieder gegeneinander ausspielen? Die Geschwister sehen sich als Konkurrenten und entwickeln wenig Selbstvertrauen und Selbstliebe. Das hat psychologisch Auswirkungen auf ihr Leben. So geschehen bei diesen beiden Schwestern, die unterschiedlicher kaum sein können. Beide Frauen haben einen vergangenheitsschweren Rucksack zu tragen, der viele Gemeinsamkeiten in sich trägt. Damit müssen beide sich bei der Nachlassverwaltung angesichts des Todes ihres Vaters auseinandersetzen.

Niedergeschrieben wurde die Story in der lebendigen, abwechslungsreichen Ich-Erzählposition der zwei Hauptcharaktere. In Kurzform erfahren wir zwei turbulente Lebensgeschichten, voller Selbstzweifel, auch die zwischenmenschliche Liebe betreffend.

Bis beide bemerken, dass sie von ihren Eltern benutzt worden sind, liegt eine konfliktreiche Zeit vor Ihnen, denn immer wieder gibt es Reibungspunkte. Zwischenmenschlich passiert so viel in dieser Geschichte aus zweierlei Sichtweisen im Denken, Handeln und Fühlen. Gleichzeitig ist die Story auch interessant, amüsant, locker und spritzig, mit richtiger Situationskomik und brachte mich mehrmals zum Lachen. Die Szene mit dem imaginären Hund und auch die Szene mit der Sprungfeder – einfach köstlich humorig.

Wenn Sie erfahren möchten, was im Buch so alles passiert und wie die Geschichte ausgeht, dann lesen sie am besten selbst nach.

Sehr gern empfehle ich das Buch weiter, es schenkte mir eine wunderbare und auch nachdenkliche Lesezeit.

Heidelinde Penndorf

(Mai 2024)








Montag, 6. Mai 2024

⭐neue Leseempfehlung:⭐ Am Fluss der Susquehannock - Charles M. Shawin



1648 eine intensive Zeit der Einwanderung ins neue Land – Amerika. Im Mittelpunkt der Geschichte erlebt die Leserschaft eine 
niederländische Mutter mit zwei halbwüchsigen Jungen über eine erlebnisreiche und abenteuerliche Episodenzeitspanne von 12 Jahren. Die drei werden durch widrige Umstände auseinandergerissen und jeder der drei muss in dieser neuen Heimat seine ganz eigenen Erfahrungen erleben, die oft bis an die Grenzen des Aushaltbaren reichen.

Interessant und ausgewogen wird jeweils aus der Sicht der Ureinwohner und der Einwanderer ein Draufblick auf die komplizierten zwischenmenschlichen Situationen beider Seiten gezeichnet. Da treffen Welten aufeinander. Ohne kämpferische Auseinandersetzungen kamen die Menschen auch damals schon nicht aus.

Es gibt Machtkämpfe zwischen den indigenen Stämmen und den Einwanderern, aber auch beiderseits untereinander. Und immer geht es um fruchtbares Land und abgesteckte Jagdgründe der Wälder und Flüsse.

Doch damit nicht genug, ein gläubiger Teil der europäischen Einwanderer will die verschiedenen indigenen Stämme und auch anderen Einwanderer, ihre verschiedenen Glaubensrichtungen nahebringen – das führt oft zu Ablehnung und auch Anfeindungen.

Die beiden Jungen sind, obwohl getrennt, immer hautnah in ihrer eigenen Lebenswelt dabei. Für keinen der beiden ist es einfach – der Jüngste wird von Jesuiten aufgenommen und will Priester werden, der andere nach langen Irrwegen von einem indigenen Stamm. Auch die Mutter der beiden findet völlig erschöpft, nach Jahren der Suche, bei Freunden endlich eine Bleibe.

Wie alle drei – Mutter und Söhne wieder zueinanderfinden, welche Abenteuer sie bis dahin erleben und welche Lebenserfahrungen sie alle drei sammeln, erfahren Sie, wenn Sie das Buch lesen.

Es ist eine fiktive Geschichte, spannend und lebendig erzählt. Sehr ausgeprägte und sich weiterentwickelnde Protagonisten und Antagonisten führen uns durch die Handlung, in die auch tatsächliche Ereignisse, wie die Anfeindungen der Jesuiten, die große Überschwemmung New Niederlands und die Pockenepidemie bei dem Stamm der Susquehannock eingeflochten sind.

Ich empfehle das Buch sehr gern weiter, es ist nahe an der damaligen Wirklichkeit. Spannend und abenteuerlich führt uns diese Geschichte ein wenig zurück in die damalige Zeit, zeigt auch auf, dass die Menschen über die Jahrhunderte nichts dazu gelernt haben. Noch immer gibt es gegenwärtig Kriege um Land, Bodenschätze und Macht.

Heidelinde Penndorf

(Mai 2024)








Freitag, 19. April 2024

⭐neue Leseempfehlung:⭐ Sehnsucht nach Liebe - Jackie: (Teil 2 der Familiensaga: Sehnsucht nach ... )



Und wieder ist es diese tiefgründige, beeindruckende, emotionale Wucht, die mich als Leserin auch im zweiten Teil der Buchserie fast umgehauen hat. Die Story hat es wirklich in sich, sensibel, leise, ernst, traurig, dann wieder laut und so lebendig, real, zornig, mörderisch, angsteinflößend und kalt.

Jackie, Melvins Schwester, ist auf der Suche nach der Liebe, doch sie hängt psychisch noch in ihrer Vergangenheit fest und hat Schwierigkeiten in ihrer Gegenwart anzukommen. In dieser Gemütsverfassung tritt nun das schwere Erbe ihres Bruders an. Es ist nicht einfach für sie, sich in dieser neuen Welt zurechtzufinden. Oft stellt sie sich selbst ein Bein und rasselt von einer Katastrophe in die nächste. Immer wieder helfen ihr Freunde aus den Tiefs heraus und ein ganz besonderer Mensch, ein Auftragskiller, rettet ihr auf berührende Weise das Leben, weil er das Geheimnis kennt, welches Melvins Tod betrifft und ihn Jackie auch berührt.

Der Roman verbindet geschickt und passen zur Story, Fiktion mit den dunkelsten Kapiteln der deutschen Geschichte, und beschreibt unter anderem wie dem „Todesengel von Auschwitz“ und anderen Verbrechern des NS-Regimes es 1945 gelang, sich der gerechten Strafe zu entziehen.

Mehrere Handlungsstränge, verschiedene Zeitebenen, teils Rückblenden in verschiedene Leben, machen die Geschichte besonders prickelnd und interessant. Am Ende führt alles zu einem Finale, welches die Leserschaft wieder mit einem Cliffhänger zurücklässt: Es klingelt an der Tür …

Es passiert so viel in diesem Roman, die Geschichte ist so ereignisreich und rasant spannend, dass es einen guten Filmstoff abgeben würde.

Sehr gern empfehle ich auch den zweiten Teil dieser Familensaga weiter.

Heidelinde Penndorf

(April 2024)








Donnerstag, 11. April 2024

⭐neue Leseempfehlung:⭐Stirb zweimal, Schwesterherz: Psychothriller - Fiona Limar



Spannungsgeladen, emotional, fesselnd, psychologisch tiefgreifend und interessant, so kommt der neue Psychothriller von Fiona Limar rüber. Wir als Leserschaft erleben die perfekte Täuschung, das fast perfekte Verbrechen. Doch nichts ist so, wie es scheint. Die Negativität der Antagonisten ist in ihrem Handeln und Denken skrupellos, brutal und fast manisch, um ihr Ziel zu erreichen. Sie zerstören zwischenmenschlich liebevolle Lebenswelten.

Die Leserinnen und Leser werden auch mit der ziemlich realistischen Beschaffenheit des Maßregelvollzugs konfrontiert – Überbelegung, wenig Personal und dementsprechend auch wenig Therapieangebote. Und wenn dann noch voreingenomme Therapeuten ins Spiel kommen, wird es verstörend und verzweifelnd für die psychisch kranken oder suchtkranken Straftäter, sodass man am liebsten als Leser einschreiten möchte. Leider sind wir sind als Leser nur Zuschauer, Regie führt die Autorin.

Doch am Ende des Tunnels leuchtet ein Licht für die Hauptprotagonistin, weil sie jemanden zur Seite hat, der an sie glaubt. Ende gut, alles gut? Nein, denn zu viel ist passiert, das Trauma zu groß, als dass sie unbeschwert ihr Leben weiter leben kann – da werden große Narben bleiben, die wahrscheinlich nie ganz verheilen.

Sehr gern empfehle ich diesen Psychothriller der Leserschaft weiter, das Buch schenkte mir eine atemberaubend, spannende Lesezeit.

Heidelinde Penndorf

(April 2024)








Samstag, 6. April 2024

⭐neue Leseempfehlung:⭐Die merkwürdigen Abenteuer der Marina Casanova aus Köln: Dresdener Preziosen - Wolfram Christ



Es ist ein vielschichtigen, faszinierenden Buch, das geschickt zwischen Realität und Fiktion jongliert. Der Autor entführt die Leserinnen und Leser in eine Welt voller Emotionen und Intrigen. Die intensive Gefühlswelt der Hauptprotagonistin Marina Casanova führt uns noch einmal die düstere Zeit der Corona-Lockdowns, in welcher das öffentliche Leben zum Stillstand kam. Marina fühlte genau wie ich damals, den inneren Drang, aus dieser beklemmenden Situation auszubrechen. Sie setzte ihr Verlangen in die Tat um, und machte sich auf den Weg in die befreiende Atmosphäre der Toskana.

Inmitten der prachtvollen Kulisse von Florenz erleben wir durch die Augen Marinas die majestätischen Uffizien und die Einzigartigkeit und Schönheit des kulturellen Erbes. Und genau hier beginnt ihr Abenteuer, als ihr ein verheißungsvoller Job als Kunstexpertin angeboten wird, der sich als nicht ganz koscher herausstellt. Es geht um den gestohlenen Schatz des Dresdner Grünen Gewölbes

Entschlossen, Gerechtigkeit walten zu lassen, schwört sich Marina, den gestohlenen Schatz des Dresdner Grünen Gewölbes aus den Fängen der Diebe zu retten, diese zu stellen und und die Preziosen nach  Dresden zurückzubringen.

Unterstützung findet sie in Ihrem Tanzpartner Kevin von der Karnevalstanzgruppe „Kölsche Harlequins“. Gemeinsam stürzen sie sich in ein rasantes, turbulentes, manchmal kapriziöses Abenteuer. Wir als Leser erleben hautnah die Macht und Arbeitsweise der italienischen Mafia ‘Ndrangheta in den abgelegenen Dörfern Kalabriens - Könige eines Reiches, das von Täuschung und unumkehrbaren Entscheidungen geprägt ist. Mariana erfährt eine intensive und tiefe Liebe, die sie zur Königin der mafiösen Herzen machen würde, wenn sie bleiben würde.

Doch am Ende nimmt die Geschichte eine unerwartete Wendung, die sowohl die handelnden Personen als auch die Leserinnen und Leser überrascht und in ihren Bann zieht.

Sehr gerne empfehle ich dieses Buch weiter, es schenkte mir eine abwechslungsreiche, spannende und amüsante Lesezeit und entführte mich auf unterhaltsame Weise nach Florenz, eine Stadt, die ich liebe und die ein einzigartiges kulturelles Kleinod Italiens ist.

Heidelinde Penndorf

(April 2024)










Donnerstag, 4. April 2024

⭐neue Leseempfehlung:⭐Dream of Orchids - Herzmomente: Kurzroman - Jes Schön



Jes Schön beteiligte sich 2011 in der Zeitspanne von zwanzig Wochen an einer Schreibchallenge ›Shortstorydienstag‹ auf Instagram. Das Besondere an dieser Herausforderung: eine Stichwortvorgabe. Da die Short-Storys der Autorin miteinander verbunden sind, entwickelten ihre Charaktere ein Eigenleben, riefen förmlich nach Weiterentwicklung der Kurzromane, denn sie haben eine Geschichte, die erzählt werden will.

Und so entstand der Kurzroman ›Dream of Orchids – Herzmomente‹, mit zwanzig kurzen Kapiteln.

Jes Schöns Schreibweise ist prägnanter, als ich sie bisher kannte, aber dennoch spannend, lebendig und interessant.

Die beiden Hauptcharaktere Jen und Jack sind wunderbar gezeichnet und die Leserschaft erlebt ein wahres Gefühlskarussell. Denn Jen’s Vergangenheit lässt sie nach dem Motto Christian Morgensterns leben: ››Weil nicht sein kann, was nicht sein darf‹‹.

Sehr gern empfehle ich das kleine Büchlein weiter, es ist ein wunderbares Prequel zum Roman ››Dream of Orchids‹‹, der im Sommer das Licht der Buchwelt erblicken wird. Lesen Sie es und erleben Sie einen Vorgeschmack auf den Sommer mit Jen und Jack.

Heidelinde Penndorf

(April 2024)








Montag, 25. März 2024

⭐neue Leseempfehlung:⭐ und überall sind Füchse - Lyrik - Edgar Bangert



Seine Gedichte muss man mehrmals lesen, seinem geschriebenen Wort nachsinnen, sie erfühlen, sich auf die Gefühlswelt des Autors einzulassen.

Seine Lyrik beeindruckend.

Spürbare Hilflosigkeit, Enttäuschung und Zorns gegenüber der gegenwärtigen Weltsituation und gegenüber zwischenmenschlicher Beziehungen. Es sind auch Worte einer verletzten vernarbten Seele der Angst, sich selbst zu verlieren, allein zu sein inmitten des Chaos. Es sind auch Worte des Rückblicks, verlorener Liebe, verlorener Zweisamkeit, verlorener Jahre. Einsamkeit inmitten der Freunde, der Kollegen, der Menschen an sich und Fragen nach dem Wohin. Manchmal ein Schiff ohne Kapitän und alles im Leben hinterfragend, auch sich selbst. Und zwischendurch winzig kleine Hoffnungsschimmer. Einige Gedichte des Autors sind Menschen gewidmet die Edgar Bangert viel bedeutet haben und es wahrscheinlich auch noch tun, denn es sind Weggefährten seines Lebensweges, manche verloren, manche sind geblieben,

Gern empfehle ich Lyrikfreunden dieses kleine Büchlein, weiter. Tauchen Sie in die Gefühlswelt Egdar Bangerts ein.

Heidelinde Penndorf

(März 2024)








Sonntag, 24. März 2024

⭐neue Leseempfehlung:⭐ Herr der Gestrandeten - Herbert H.T. Osenger



Stellen Sie sich vor, Sie sind jung, gut situiert, studiert und leben einfach in den Tag hinein und tun nur das, was Ihnen Spaß macht. Plötzlich werden Sie von einer Minute zur anderen in die entgegengesetzte Welt katapultiert. Ihr Leben gerät völlig aus den Fugen und nichts ist mehr so, wie es war. Ab jetzt gehören Sie einer skurrilen Wohngemeinschaft Obdachloser an. So geschehen dem Protagonisten Berthold Berndorfer, in dieser Story. Ein Albtraum, der manchen Privatier aber sicher guttun würde.

Doch das ist noch nicht der Weisheit letzter Schluss. Die Geschichte geht psychologisch tiefer. Die Leserschaft erlebt durch die Augen Berndorfers sein instinktives Verhalten zur Bewältigung dieser neuen Lebenssituation, um zu überleben. Sein Weg der Selbstfindung beginnt. Dieser Weg ist steinig und führt über die Erfahrung einer Reinkarnation, aus der er geläutert hervortritt.

Was er im Einzelnen erlebt, lesen Sie am besten selbst. Ich kann Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, versichern, dass sie eine spannende, interessante, fesselnde und brillant geschriebene Story erleben werden, die Sie so schnell nicht vergessen.

Sehr gern empfehle ich dieses Buch weiter.

Heidelinde Penndorf

(März 2024)












Sonntag, 10. März 2024

⭐neue Leseempfehlung:⭐ Reisebus & Pflaumenmus: In 32 Tagen von Indien nach Europa - Thomas Edler



Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen. So auch der Autor Thomas Edler. Er hat ein interessantes Buch geschrieben und nimmt uns mit auf eine abenteuerliche Reise. Wir erfahren geopolitische, kulturelle, geschichtliche und wirtschaftliche Exkurse der Staaten Indiens, Pakistans, Irans, der Türkei und vieles mehr. Doch nicht nur das, die Leserinnen und Leser erleben auch einen kleinen Geschichtskurs hinsichtlich Alexander des Großen (Mythos und Wirklichkeit), erhalten unter anderem auch wichtige Kenntnisse über den Islam und den ersten Golfkrieg. Thomas Eder bringt der Leserschaft die Länder nahe, die sein Freund und er bereist haben, die mit vielen interessanten Einblicken und persönlich erlebten Abenteuern verbunden sind. Das Quellenverzeichnis zeigt, dass der Autor eine intensive Recherche betrieben hat, um seinen Reisebericht mit umfassenden und wissenswerten Details zu ergänzen. Das macht das Ganze, zusammen mit den Fotos, zu einem echten Highlight.

Stilistisch allerdings hätte ich mir mehr sprachlichen Feinschliff gewünscht. Und doch empfehle ich dieses Buch sehr gern weiter, weil es wissensvermittelnd einfach wertvoll ist und was es mit dem Pflaumenmus auf sich hat, erfahren Sie, wenn Sie das Buch lesen.

Heidelinde Penndorf

(März 2024)






Donnerstag, 29. Februar 2024

⭐neue Leseempfehlung:⭐ SCHREI IM EIS: Kanada-Krimi (Calista Gates ermittelt 5) - Bernadette Calonego



Sehr spannend, gut strukturiert, konfliktträchtig und atmosphärisch dicht, mit illustrativen Charakteren, so präsentiert uns die Autorin den fünften Fall Calista Gates.

Detective Sergeant Calista Gates Loyalität und ihr Gewissen drängen sie weiterhin, die Korruption in den eigenen Führungsreihen aufzuklären. Dass diverse Kollegen ihr deshalb nicht wohl gesonnen sind und gegen sie intrigieren, ist auch in diesem Fall an der Tagesordnung. Skrupellos legen sie fingierte Spuren, die in falsche Richtungen führen und Calista Gates fast das Leben kosten.

Die Story ist in zwei Zeitebenen eingeteilt – einer Rückblende zu einem nie aufgeklärtem Vermisstenfall und in die Zeit der gegenwärtigen Ermittlungen. Eine gute Wahl der Autorin. Denn diese beiden Zeitebenen erleichtern den Leserinnen und Lesern den Überblick, weshalb beide Fälle letztlich unmittelbar miteinander in Verbindung stehen.

Um Calista kreisen in dieser Story zwei Männer. Ein Kollege, der sich eines Tages entscheiden sollte, was er wirklich will und der seine Kollegin mit seiner Achtsamkeit schützt und einer, den sie liebt und während ihrer Ermittlungen auf dramatische Weise für immer verliert, und sich fast mit.

Die einfließenden Naturbeschreibungen Neufundland lockern die psychologisch dichte Handlung etwas auf und schenkten mir ein wundervolles bildgewaltiges Kopfkino.

Am Ende der Handlung lässt uns die Autorin Bernadette Calonego mit einem interessanten Cliffhänger zurück, sodass ich mich jetzt schon auf den sechsten Fall von Detective Sergeant Calista Gates freue und auch neugierig bin, wie es weitergeht. Sehr gern empfehle ich der Leserschaft diesen fünften Teil der Calista weiter. Freuen Sie sich auf eine spannende und interessante Lesezeit.

Heidelinde Penndorf

(März 2024)







Donnerstag, 15. Februar 2024

⭐neue Leseempfehlung⭐: Der fünfte Turm - Herbert H. T. Osenger



Herbert H.T. Osenger, für mich ein deutscher Stephen King, mit einem Touch Hitchcock im Gepäck. Der Autor spielt mit den Urängsten seiner Leserschaft, weckt die schlafenden Dämonen in unserer Seele und lässt sie in seiner Geschichte lebendig werden.

Und er hat recht, wenn er in seinem Nachwort schreibt, dass diese Ängste immer dann stark werden, wenn das Außen nicht stimmt, wenn Not herrscht und Menschen in Gefahr schweben. Wichtig ist auch, dass wir erkennen, dass diese Urängste es sind, die uns herausfordern, das Richtige zu tun, um zu überleben.

Es gibt mystische Orte, an denen die Toten nicht zu ruhen scheinen, an denen man sich nicht wohlfühlt und die eine beklemmende düstere Stimmung erzeugen. Orte, in denen Untote umgehen, von deiner Seele Besitz ergreifen und dir durch manipulative Macht ihren Willen aufzwingen wollen. Das würde ihnen auch gelingen, wenn nicht die empathischen Kräfte gegen wirken würden. So geschieht es dem Romanhelden Kevin Simon in dieser Geschichte.

Der Fünfte Turm – ein Buch mit einer psychologisch dichten Wucht, aufgelockert durch hitschcockhafte Humor-Szenen, dessen Inhalt fasziniert und lange nachwirkt, und auf seine eigene Weise mich nachdenklich zurückgelassen hat. Nachdenkend über das Leben an sich, dem Sinn des Lebens, der in der Liebe zu finden ist.

Ich empfehle das Buch sehr gern weiter.

Heidelinde Penndorf

(Februar 2024)