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Dienstag, 29. Juni 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Paartherapie: Eine nicht ganz ernst gemeinte Satire - Jean P.



Der Autor entführt die Leserschaft in die Welt einer etwas anderen Paartherapie. Uns begegnen devote verführerische ›Sexsklavinnen‹, charismatische Herren und Herrinnen, obskure Maskenbälle und Versteigerungen. Wir erleben unter anderem auch hautnah das Erlernen diverser erotischer Praktiken, Spielchen und das sich Verkleiden je nach sexueller Ausrichtung und Lust. Und das alles losgelöst von allen inneren und äußeren Zwängen. Die Psychologie spielt handlungsbedingt eine große Rolle – gefallen hat mir hier insbesondere die Theorie und Praxis des Dunkelzimmers.

Die Handlung kommt nonchalant, erotisch, sinnlich, verführerisch, schwungvoll leicht rüber. Fast scheint es, als ob Jean P. seine eigenen sinnlichen Träume humorig, leicht ironisch bis satirisch und mit Schwung und niveauvoll thematisiert. Als dann noch ein kommunistisches Manifest entworfen wird, habe ich echt laut lachen müssen, das ist ein satirisches Bonbon. Unterstrichen wird die Story noch mit diversen schwar/weiß Zeichnungen, die die Geschichte auf amüsante Weise ergänzen.

Heidelinde Penndorf

(Juni 2021)






Samstag, 19. Juni 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Rüscherltod: Mord im Wörther Schloss - Ein Bayernkrimi (Hinterdobler- Reihe 3) - Martina Schmid



Auch dieser dritte Teil um den urigen Kommissar Hinterdobler ist wieder ein zünftiger charmanter, bayrischer Heimatkrimi. Gut gelungen, leicht, locker und spannend. Die Kombination des Mordfalls mit ernstem Hintergrund und des zwischenmenschlichen Miteinanders von Tante und Neffe ist immer erfrischend, witzig und birgt so einige Überraschungen. Gefallen hat mir auch wieder der angehängte Rezeptteil mit den bayrischen Gerichten – da muss man jedoch aufpassen, dass man nicht dem körperlichen Umfang des Kommissars zu nahekommt, denn die Gerichte sind sehr gehaltvoll.

Gute Sommerlektüre, die ich gerne der Leserschaft weiterempfehle, die bayrische humorige Heimatkrimis mögen.

Heidelinde Penndorf

(Juni 2021)







Freitag, 11. Juni 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Fallen: Liebesroman - Jes Schön



Ein faszinierender Debütroman, voller Kontraste. Abwechselnd weich wie Samt, zartfühlend, leidenschaftlich, sinnlich erotisch, und dann wieder zwischenmenschlich hart wie Stahl. Ganz großes Kino. Ein Wechselbad der Gefühle. Diese dem Roman innewohnende emotionale Wucht, hat mich komplett erobert. Ein wahnsinnig guter Plot und sehr charismatische lebendige Charaktere runden das Ganze ab.

Der Gesellschaftsroman, im gegenwärtigen Zeitkolorit unseres Landes geschrieben, zeigt die kontrastreichen Gegensätze unserer deutschen High Society und der Menschen auf, die am Rande unserer Gesellschaft leben.

Mit viel Empathie führt die Autorin die Leserschaft zur Lebenssituation einer Familie, in welcher diverse Umstände dazu führten, dass sie aus der Mittelschicht gedrängt, in ziemlich prekären Lebens -Wohn- und Arbeitsverhältnissen leben.

Es geht aber noch um sehr viel mehr. Um Jahrzehnte angehäufte und immer wieder zelebrierte Schuldgefühle, um die sich selbst auferlegte Opferrolle, das Versinken in Selbstmitleid, um die ungenügende Akzeptanz von Behinderungen, um Freundschaften, die plötzlich keine mehr sind, weil man finanziell nicht mehr mithalten kann. Es geht auch um Mauern in den Köpfen und Herzen der Protagonisten, um das feine zwischenmenschliche Gespür und um Fingerspitzengefühl diese Barrieren zu überwinden. Es geht aber auch um das Loslassen von Menschen, die sich verrannt haben, um deren Stolz und deren Gefühle. In dieses zwischenmenschliche Chaos eingebettet ist eine wundervolle Liebesgeschichte, die nicht nur die Mauern der Gesellschaftsschichten brechen muss, sondern fast im Chaos, fast in einer menschlichen Katastrophe endet und letztendlich für viele Blessuren auf beiden Seiten sorgt und doch zum Ende gut wird.

Danke für dieses Buch und Chapeau, Jes Schön!

Ich empfehle das Buch der Leserschaft sehr gerne weiter. Die Lesezeit, die man mit dem Buch verbringt, ist abwechslungsreich, aufregend, spannend und wunderschön. Ich war mittendrin und dabei.

Leider gibt es dieses bemerkenswert gute Buch bisher nur als eBook. Ich weiß, dass jedoch an dem Taschenbuch gearbeitet wird.

Heidelinde Penndorf

(Juni 2021)





Dienstag, 8. Juni 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Sandalen im Winter: Geschichten mit Witz, Herz und Esprit - Regina Rothengast



Regina Rothengast überrascht mit ihrem Debütbuch. Feine Humoresken, gewürzt mit Ironie und leicht satirischer Note, gewähren uns Einblicke in ihr zwischenmenschliches Familienleben. Die Leserschaft erlebt mit der Autorin abwechslungsreiche, lustige Alltagsbegebenheiten und ziemlich abgefahrene Situationen. Sehr gelacht habe ich über ihren nicht vorhandenen Orientierungssinn, weil ich mich da wiedergefunden habe.

Das Buch ist bemerkenswert originell – humoristisches Kabarett in Buchform – sollte man lesen in dieser psychisch, angespannten, ernsten Zeit. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter. Holen Sie sich ein Stück herzhaftes Schmunzeln und Lachen ins Haus.

Heidelinde Penndorf

(Juni 2021)








Freitag, 4. Juni 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Alexa hat gesagt: nobody ist perfect - Lutz Spilker



Ein Buch, welches von der Einsamkeit erzählt, die Mensch fühlt, wenn der Partner, der jahrzehntelang mit uns durchs Leben ging, plötzlich verstirbt. Die Geschichte erzählt, wie hilflos der zurückgelassene Mensch oft ist. Zum einen, weil man plötzlich für alles allein verantwortlich ist und auch weil die andere Hälfte sekündlich fehlt, jeden Tag, jede Nacht und man fängt vielleicht an Selbstgespräche zu führen, um die Stille nicht zu spüren.

Wenn da nicht die Nachbarn und Freunde wären, die da eine geniale Idee haben. Ein Partnerersatz muss her, ein Gesprächspartner, um die Einsamkeit zu überbrücken. Wie der Titel schon sagt: Eine Alexa muss her. Was in der Story alles passiert mit und um Alexa, lässt mich lächeln und macht mich gleichzeitig auch nachdenklich und irgendwie traurig … Eine Maschine sie kann viel, doch keine Liebe geben, das erfährt auch der Hauptprotagonist. Da ist immer noch diese Leere in ihm. Bis er plötzlich fast unfreiwillig in ein Abenteuer gestürzt wird, welches ihn ganz schön durcheinanderwirbelt. Und am Ende bleibt wieder nur Alexa … diesmal mit der Stimme, die man so lange vermisst hat.

Ein Buch mit ein paar Längen, doch ein tiefgründiges Thema, eines welches berührt, nachdenklich macht und man zur Frage geführt wird: Was wäre, wenn …

Ich empfehle das Buch, allein schon wegen des Themas der interessierten Leserschaft gerne weiter.

Heidelinde Penndorf

(Juni 2021)








Mittwoch, 26. Mai 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Dunkle Macht - Renate Lehnort



Es ist die atmosphärische Dichte, die mich in diesem Krimi beeindruckt hat. Zwei Menschen – Mann und Frau, die sich gefunden und 25 gemeinsame Jahre hatten. Doch es fehlte der zündende Funke zwischen ihnen, da war immer ein gewisser Abstand. Die Autorin dringt zum psychologischen Kern der Protagonisten vor, zeigt Menschen in Ausnahmesituationen und stellt das Thema Liebe, Selbstliebe und Hass in den Mittelpunkt.

Wenn aus Liebe Hass wird, geht dem eine deftige Demütigung voraus und ich denke auch, dass man sich meist über den Partner definiert und sein eigenes Ich und somit die Selbstliebe ziemlich vernachlässigt hat. Da rennen dann die Gefühle in diversen Situationen Amok.

Die Leserschaft erlebt mit, wie düster die Atmosphäre und wie konfus das Denken der Hauptprotagonistin wird. Sie entwickelt eine richtige Psychose, in der logische Denken ausschaltet und ihr Handeln von der dunklen Macht in ihrem Kopf übernommen wird. Das hat dramatische Folgen, für alle Beteiligten, denn ihre Rache kennt keinen STOPP. Das letzte Drittel des bemerkenswerten Krimis nahm eine Wende, die mich echt umgehauen hat - eine wahre meisterhafte emotionale Explosion.

Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter. Der sehr spannende und interessante Plot zeichnet sich durch eine gute Recherche-Arbeit aus, die Leserschaft lernt sehr charismatische lebendige Protagonisten kennen und erlebt im letzten Drittel des Buchs, eine frappierende Wende, die nicht vorauszusehen ist.

Heidelinde Penndorf

(Mai 2021)






 

Freitag, 14. Mai 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Die Unvollkommenheit der Wünsche - Katharina Lindner



Die Geschichte hat mich tief berührt, sie geht unter die Haut. Sehr sanft und empathisch hat Katharina Lindner die Leserschaft an die Auflösung der sehr emotionalen Handlung herangeführt. Es geht um die Verletzung des Urvertrauens, um unsichtbare Narben, die immer wieder aufbrechen, es geht um eine verletzte Seele, deren Schreie man nicht hört, weil sie stumm bleibt und es geht um ein Trauma, dessen Ursprung in der Opferrolle einer jungen Frau liegt, die daran gewöhnt ist, zu tun, was andere ihr nahelegen, manchmal sogar befehlen. Es geht auch um fehlende Wertigkeit, um fehlende Achtung, fehlenden Respekt in der Partnerschaft, in welcher die anfängliche Liebe plötzlich in Prestige, Anerkennung im Außen und finanzielle Sicherheit wechselt.

Wenn das Ganze eskaliert, kann es passieren, dass man sich zwischenmenschlich von seinem bisherigen seinem sozialen Umfeld entfernt, sich der Nähe derer entzieht, um Abstand zur ausstrahlenden Negativität zu erlangen. Die Leserschaft erlebt sehr nah eine junge Frau, die sich ihre ganz eigene Welt zusammenbaut, in welcher sie Achtung, Respekt, wahre Freundschaft, Anerkennung, Geborgenheit und Liebe erfährt. In der Handlung steht der Hauptprotagonistin ein charismatischer Partner zur Seite, der sie liebevoll und auch empathisch herausfordernd wieder zu den Büchern und der Kunst führt.

Was für eine hochsensible Handlung, voller Weisheit, Liebe und Lebensmut. Ein Buch dessen Magie bewirkt, das Worte und Sätze zu Bildern werden, die mich beim Lesen begleiteten.

Um das alles zu fühlen und zu spüren, liebe Leserinnen und Leser, müssen Sie das Buch selbst lesen.

Danke für dieses Buch Katharina Lindner!

Prädikat: Sehr zu empfehlen

Heidelinde Penndorf

(Mai 2021)







Mittwoch, 12. Mai 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Späte Entscheidungen: Wunschsteine - Hilde Willes



Was für ein spannender und verwickelter zweiter Teil – die emotionale Luft oft zum Schneiden dick und der emotionale Rucksack der Freundinnen aus Jugendtagen und deren Anhang – ziemlich schwer, sodass sie kaum noch Luft zum Atmen haben. Das ist so viel Vergangenes, nicht aufgearbeitetes, was da schwelt und gärt, bis es dann knallt und überschäumt.

Missverständnisse, Verleugnung des eigenen Selbst, das einstudierte, routinierte Verhalten, über Jahre hinweg, bis zur Selbstverleugnung, das alles wird hinweggefegt, mit einem richtigen Knall, mit einem deftigen Gewitter. Und mittendrin die Hauptprotagonistin, die nicht mehr weiß, was richtig und falsch ist, die endlich die Wahrheit über ihre Kindheit erfährt und Begreifen und Verstehen lernt und einer Gefahr ins Auge sieht, die sie nicht hat kommen sehen. Ahnungslos ist sie da hineingerannt, kaum begreifend, dass die schmierige Übergriffigkeit eines menschlichen Wracks schon lange geplant war. Zum Glück ist da ein Retter aus Jugendtagen der das Schlimmste mit unabsehbaren Folgen verhindert. Durch dieses Ereignis werden endlich die dunklen Mysterien ins Licht gerückt.

Aussprachen, sich frei reden untereinander – reinen Tisch machen, verstehend die Vergangenheit akzeptieren und einen Neuanfang wagen und zögerlich die Liebe und das Leben neu leben. Doch dann ruft der Wolf das Rotkäppchen und sie reagiert. Wird sie auf Dauer den Verlockungen widerstehen und sich ihrer reinen, unbeschwerten Liebe hingeben können?

(Hinweisen möchte ich darauf, dass im Punkt Übergriffigkeit, Triggergefahr besteht.)

Ein spannender lesenswerter zweiter Teil, den ich auch sehr gerne weiterempfehle.

Heidelinde Penndorf

(Mai 2021)







Dienstag, 11. Mai 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Angelicas Wunderwelt (Band 4): Das Leuchten des Herzens - Wilfried Hajek



Wilfried Hajek verzaubert die Menschen mit seiner Buchreihe ›Angelicas Wunderwelt‹. Das vierte Buch mit dem Untertitel ›Das Leuchten des Herzens‹ zeigt auf, wie intensiv zwischenmenschliche Verbindungen sein können, sodass sie einfach magisch wirken. Eine wundervolle, inspirierende und berührende Geschichte der Selbstfindung, voller Überraschungen, die erzählt, wie ansteckend positive Energie wirken kann, wie sie verbunden mit Liebe und Freundschaft, etwas ganz Großes und wundervolles, in zwischenmenschlicher Gemeinsamkeit hervorbringt. Die lebensbejahende, optimistische Dynamik der Geschichte ist in jeder Zeile spürbar. Wunderbar ist es, dass der Autor dem Universum eine leise Stimme und Raum verleiht – da fließt ein magischer Zauber durch das Buch.

Leseprädikat: Interessant, emotional, mitreisend und abenteuerlich. Es regt zum Nachdenken an und es zeigt auf, welche magische Kraft der universelle Glaube hat.

Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter, es ist birgt einen Schatz, um das Leben neu zu denken.

Heidelinde Penndorf

(Mai 2021)






Mittwoch, 28. April 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Palliative Begleitung: Abschied nehmen - Pat Langdon



Ich habe gar nicht überlegen müssen, als mich Pat Landon fragte, ob ich ihren Ratgeber zur palliativen Begleitung lesen und rezensieren möchte und zugesagt. Denn ab unserer Geburt gehört der Tod auch zu unserem Leben und doch verdrängen wir das oft, haben Scheu darüber zu reden und uns damit auseinanderzusetzen.

Dieser kleine Ratgeber ist ein einfühlsamer Wegweiser für Angehörige und Betroffene gleichermaßen. Feinfühlig und kompetent führt die Autorin die Leserschaft an das Thema heran, gibt wertvolle Hinweise und Ratschläge zur Pflege im eigenen Hausstand, zur Patientenverfügung, zur Palliativbetreuung und zur finalen Phase des Sterbens, des Hinübergleitens. Pat Landon betrachtet das Thema Sterben aus Sicht Betroffener und Angehöriger und lässt in ihrem Büchlein sogar Platz für eigene Notizen. Sie nimmt ihre Leserschaft auf sehr taktvolle Art und Weise an die Hand, lässt sie nicht allein mit diesem Thema. Ich habe mich während des Lesens gut aufgehoben gefühlt. Danke dafür an die Autorin und Chapeau, für den Mut, dieses Thema so sensibel geschrieben auf den Buchmarkt zu bringen.

Ich empfehle diesen kleinen Ratgeber der Leserschaft sehr gerne weiter.

Heidelinde Penndorf

(April 2021)




Samstag, 24. April 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Wenn Liebe mordet: Thriller (Brandenburg-Krimis 7) - Fiona Limar



Wenn Liebe mordet, wie in diesem Thriller, war es keine Liebe. Der psychische Auslöser im Buch liegt in der Vergangenheit – Verlustängste, Liebessehnsucht, wenig Selbstliebe, das Klammern an die Vergangenheit, das Gefühl nicht genügt zu haben, ausgenutzt worden zu sein, auch dass diese kriminelle Person Aufopferung mit Liebe gleichgesetzt – all diese Gedanken verstricken sich zu einem wirren Knäuel im Kopf, sorgen dort für negative Energie, bis hin zum Hass, bis hin zur Tat.

Nur gemordet werden in Stellvertretung andere – weil sie es angeblich verdient haben zu sterben, weil ihre Charaktere denen derer ähneln, die die Täterperson damit treffen will – glückliche Frauen, glückliche Familien, glückliche Partner.

Fiona Limar ist es gelungen durchweg eine subtile Spannung aufrechtzuerhalten und einen Tätercharakter zu erschaffen, dessen Identität erst im letzten Drittel des Thrillers, nach und nach an die Oberfläche gelangt und offenbart wird. Der Fall birgt viele Überraschungsmomente, ist psychologisch sehr dicht gearbeitet, führt die Leserschaft zu einigen zwischenmenschlichen Wahrheiten und das sympathische Ermittlungsteam und somit auch die Leserschaft, oft auf Irrwege.

Die Auflösung des Ganzen habe ich so nicht erwartet und endet für Marie Liebig in einer persönlichen Katastrophe, die sie psychisch erst einmal aufarbeiten muss und die mich tief berührt hat. Das ganze Ermittlungsteam befand sich zwischenmenschlich in einer stressigen, psychisch sehr extremen verstärkenden Ausnahmesituation.

Die Handlung überzeugt mit einem lebendigen interessanten Plot, gut gezeichneten Charakteren und einem stetig ansteigenden Spannungsbogen – beste Unterhaltung, so wie man es von der Autorin durchweg gewohnt ist. Ich empfehle das Buch der Leserschaft sehr gerne weiter.

Heidelinde Penndorf

(April 2021)






Montag, 19. April 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Kalte Klippen - Kanada-Krimi - Bernadette Calonego



Mit einem sehr lebendigen, atemberaubend, spannenden und fiktiven Plot führt die Autorin die Leserschaft durch die Handlung. Das Sündenbockthema – immer aktuell, zeigt es doch auch in diesem Krimi, dass eine Menschengemeinschaft, welche die Wahrheit und Ursachen bestimmter Ereignisse nicht akzeptieren will, sich einen Sündenbock aussucht. Der war es, der ist schuld! Er wird für alles verantwortlich gemacht und gemieden, sein Leumund ist ab diesem Zeitpunkt mies. Schlimm und unverantwortlich, wenn es dann die ganze Familie betrifft, einschließlich derer, deren Selbst nicht stabil ist – Kinder zum Beispiel.

Doch damit nicht genug. Bernadette Calonego führt uns in die Abgründe des menschlichen Denkens und Handelns, zeigt auf wie Mobbing schon unter Kindern ausarten kann, wie eine Mädchen-Clique verbunden, durch ein schwerwiegendes Geheimnis, negativ austickt. Wir begegnen narzisstischen Persönlichkeiten, Menschen, die in ihren Charakteren instabil sind und explodieren. Die Leserinnen und Leser werden Zeugen von gemeiner Erpressung, Selbstüberschätzung, auch wie wichtige Informationen zurückgehalten werden und eine Kindstötung aus irrelevanten Gründen geplant und brutal ausgeführt wird. Die Leserschaft erlebt auch hautnah, wie eine Eisbergbesteigung und dessen tödliches Ende, eine Lawine von Beweisen und Erkenntnissen lostritt, die zur Auflösung der miteinander verbundenen Fälle führen.

Es ist der zweite Krimi der Autorin in welchem die Polizeidetektivin Calista Gates ermittelt. Sie ist eine sehr sympathische Protagonistin, intelligent, hartnäckig und mit feinem Ermittlungsgespür ausgestattet, doch immer noch physisch und psychisch durch das, auf sie ausgeübte Attentat gezeichnet. Subtil lässt uns die Autorin spüren, dass über Calista Gates immer noch ein dunkles mysteriöses Damoklesschwert schwebt,

Mit St. Anthony, einer kleinen Gemeinde, im Norden der Great Northern Peninsula von Neufundland, bietet Bernadette Calonego der Leserschaft ein sehr interessantes Setting, mit typischer Flora und Fauna und den regional charakteristischen Einzelheiten. Der Schreibstil der Autorin ist überaus lebendig und bildhaft. Interessant ist, dass der Krimi einmal aus der ICH – Perspektive der Ermittlerin und einmal aus der Sicht eines auktorialen Erzählers geschrieben ist. So haben wir zwei verschiedene Einblicke in das ganze Geschehen.

Die Protagonisten und Antagonisten sind vielschichtig und charakterlich expressiv gut gezeichnet. Welche Schlüsselrolle der Roman ›Herr der Fliegen‹ von William Golding in der Handlung spielt, finden Sie am besten selbst heraus. Lesen Sie diesen Kanada-Krimi der Autorin Bernadette Calonego. Ich empfehle das Buch den Leserinnen und Lesern gerne weiter. Die Handlung ist eine geniale Mischung aus Hochspannung, Thrillelementen, psychologischer Dichte und interessanter Lebendigkeit.

Heidelinde Penndorf

(April 2021)










Freitag, 9. April 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Rakumania: Im Zauber der Scrutarier - Uta Wunsch



Als ich das Buch aus dem Postumschlag enthüllte, hielt ich ein kleines Kunstwerk in den Händen – eines der wenigen Ausgaben in Hardcover und zauberschön in 3 D-Optik bedruckt und mit passender Titelschrift – da ist einfach alles stimmig. Genauso das Buchinnere – liebevoll und märchenhaft gestaltet – passend zur Geschichte, die Uta Wunsch, alias Aurelia Siebenstaub, der kleinen und großen Leserschaft erzählt.

Das Märchen, meist in Versform niedergeschrieben, berichtet von den kleinen, wuscheligen Geschöpfen, die in jedem Haushalt wohnen, Spülmaschinen ablehnen, Porzellangeschirr lieben und es mit Shabby-Chic verzieren. Die Geschichte ist bezaubernd und gleichermaßen für Alt und Jung, ein wundervolles, vergnügliches Leseerlebnis. Derzeit gibt es das Märchen im Handel leider nur im Kindle-Format. Doch wenn Sie sich etwas Gutes tun wollen, dann schauen Sie auf die Website der Autorin und erwerben dort das wundervolle Hardcover-Buch.

Ich empfehle das Buch sehr gern weiter.

Heidelinde Penndorf

(April 2021)









Donnerstag, 8. April 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Lyrik mal Pi - Christine Keller



Dieser kleine Lyrikband erstaunt. Bringt doch die Autorin Archimedes Konstante, die Kreiszahl Pi, in direkten Zusammenhang zu ihren Gedichten. Forscher sagen, dass ›Pi‹ nach dem Komma unendlich und die Zahlen zufällig verteilt seien. Theoretisch wäre jeder einzelne Buchstabe und jeder Text in ›Pi‹ nach der Kommastelle enthalten, da jeder Buchstabe mit Zahlen kodiert werden kann. Außerdem ist der Kreis auch ein Schutzsymbol, so die Autorin, und sein Zentrum stabil. Ihre Lyrik-Protagonistin die ›Prinzessin‹ ist das schöpferische Kreiszentrum und zeigt vielerlei Gesichter, Gefühle, Emotionen und das unterschiedliche TUN und WIRKEN von uns Menschen.

Die Autorin spiegelt unser Leben durch Pi-Prinzessinnen-Augen, geht auf diverse Alltagserlebnisse ein, schildert unseren Zwiespalt zur Natur, die wir lieben und doch uns schwertun mit deren Schutz, zeigt auf welch seelische Blessuren wir aus der Kindheit mit- und übernehmen, schildert auch unsere Wegwerf-Konsumgesellschaft – immer besser, immer schneller, immer weiter – und wie wir uns oft im Kreise unseres Denkens verlieren, ohne zu handeln und zu verändern. Ich gestehe, dass ich das Büchlein mehrmals gelesen habe, um die Wichtigkeit in Gänze zu sehen. Bemerkenswert, was Christine Keller in diese Prinzessinnenleichtigkeit alles hineingepackt hat.

Ich empfehle diesen Lyrikband sehr gerne weiter.

Heidelinde Penndorf

(April 2021)








Donnerstag, 1. April 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: blüten auf totholz - inge jung



Beim Lesen und Verstehen dieses Lyrikbands hielten sich bei mir oft Faszination und dissonatische Spannung die Waage. Die Worte der Autorin führen in die Vieldeutigkeit des Verstehens und auch in deren Dunkelheit und in das Abstrakte. Um hinter und zwischen die Worte zu schauen, ist es mit einmal lesen nicht getan. Da muss die Leserschaft sich Zeit nehmen, um das kleine Büchlein ein zweites und wahrscheinlich auch ein drittes Mal zu lesen

Inge Jung versteht es mit Worten zu spielen, sie zu Metaphern und Gleichnissen zu verbinden und die Leserschaft ins Rätselhafte und Abstrakte der modernen Lyrik zu führen. Die Sprache der Autorin ist filigran und von einer dunklen negativen Grundstimmung geprägt. Positives verbindet sie oft mit negativer Stimmung. Nur kurze, prägnante Hoffnungsschimmer leuchten in ihren Gedichten. Die Lyrik der Autorin beschreibt Lebenswege, verstaubte Kindheitserinnerungen, Hoffnungsträume die zerplatzen, die Vergänglichkeit des Lebens, der Liebe und des zwischenmenschlichen Verstehens. Beschreibt Abgründe und tiefe Täler, die MENSCH durchlaufen muss, um seinen ganz eigenen, persönlichen Weg, zu sich selbst, zu seinem ICH zu finden. Doch auch das gegenwärtige politische Zeitkolorit und Corona sind tief empfunden niedergeschrieben, ohne direkt benannt zu wird. Inge Jung bedient sich durchweg der konsequenten Kleinschreibung, das ist zwar ungewöhnlich und anfangs irritierend , doch nach ein paar Seiten, hatte ich mich daran gewöhnt.

Ich empfehle dieses Buch der Autorin sehr gerne weiter. Seien Sie neugierig auf Lyrik der modernen Art und lassen Sie sich vom Schreibstil der Autorin überraschen.

Heidelinde Penndorf

(April 2021)






Donnerstag, 25. März 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Yadelle - Thriller - L. Ryan



Da fasst die Autorin in ihrem Debüt gleich mehrere psychologisch dichte Probleme an. Themen mit gesellschaftlicher Brisanz, die nur wenig berührt werden, weil sie unbequem sind und oft nur an die Öffentlichkeit gelangen, wenn die Medien sie aufgreifen und gerade jetzt unter Corona meist untergehen.

Um was geht es im Buch? Es geht um Inzest unter Geschwistern und Halbgeschwistern, es geht um Transsexualität, um Mobbing, um falsche Identitäten, um Hass und vorgespielte Liebe und um exzessiven Computerspielkonsum, in welchem bewusst manipulativ die Trennung von Virtualität und Realität gekappt und in das reale Leben eingegriffen wird (fiktiv).

Und das Ganze ist eingebettet in einen Psychothriller, der es in sich hat, zumal manche Charaktere undurchsichtig bleiben, ihre Handlungen manchmal logisch nicht nachvollziehbar sind und es eine Beziehung der Spielercharaktere zur realen Welt gibt. Es ist ein mysteriöses Spiel, eines, welches es nicht im Handel zu kaufen gibt.

Wohldosiert hat die Autorin den Einsatz der Gamer- und Jugendsprache, auch sonst ist der Schreibstil flüssig. Die Handlung ist sehr facettenreich und interessant. L. Ryan versteht es, die Leserschaft mit aufsteigendem Spannungsbogen zu fesseln und sie auch auf falsche Fährten zu bringen. Fast jeder, im sozialen Umfeld der Hauptprotagonistin Nea Gomez, benimmt sich verdächtig. Die Auflösung des Ganzen ist eine Überraschung, die ich so nicht erwartet habe.

Ein richtig guter Debütroman, da schlummert noch unentdecktes, größeres Potenzial für so viel mehr.

Ich empfehle das Buch der Leserschaft sehr gerne weiter. Seien Sie neugierig, lesen Sie das Buch.

Heidelinde Penndorf

(März 2021)








Freitag, 19. März 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Rotbarts wilde Verwandte: zur Kulturgeschichte des anthropogenen Artensterbens - Wolfgang Schwerdt



Ein bemerkenswertes bildungsintensives Buch, eines mit prägnanter Recherche und ausgeprägtem Sachverstand.

Unsere Erde muss ohne uns Menschen, ein sich selbst regulierendes Paradies gewesen sein. Ich habe staunend gelesen, welche Vielfalt an Tieren es gab, Tiere, die ich noch nicht einmal den Namen nach kannte.

Die Umweltzerstörung findet ihren Anfang in der Entstehung von sogenannten Zivilisationen (z.B. Mesopotamien, Ägypten etc.). Der Eingriff in die Natur nahm seinen Anfang – Flora und Fauna sind von da ab, nicht mehr in Harmonie, sondern im Ungleichgewicht.

Die unumkehrbare globale Zerstörung der Natur und der Biodiversität wurde vorangetrieben, als sich die Europäer auf die Reise machten, ferne Länder zu entdecken. Geschildert wird im Buch unter anderem, wie MENSCH, ohne nachzudenken, Raubbau an den Wäldern unserer Erde betrieb und noch betreibt, den Lebensraum ganzer Wildtierarten und Insekten beschneidet und somit auch für das Massen-Artensterben derer, verantwortlich ist.

Der menschengemachte Klimawandel begann mit der industriellen Globalisierung. In den letzten 500 Jahren ist eine globale ökonomische Monokultur entstanden. Alles unterliegt den Zwängen des Profits. Massenproduktion an Lebensmitteln, um den Preis des Insektensterbens – Wegwerfgesellschaft – Lobbyisten-Wirtschaft - all das tut unserem Heimatplaneten nicht gut. Jeder Baum der stirbt, ist einer zu viel und jeder Baum der unter anderem auch den Windrädern weichen muss, ist der falsche Weg, den Klimawandel zu verlangsamen.

Die Auswirkungen - all das was wir seit Jahren und jetzt erleben, hat MENSCH selbst zu verantworten, auch die Kriege, Hungersnöte, die Armut, die Pandemien und Epidemien. Der Mensch ist eigentlich selbst sein größter Widersacher, denn er zerstört bewusst seinen Heimatplaneten und er hört nicht auf, obwohl er weiß, wie es um unsere Mutter Erde bestellt ist.

Aufgelockert wird das ernste Thema des Buchs durch interessantes Bildmaterial, einigen Karten und Auszüge der Geschichten um den weltreisenden Kater Rotbart. Auch zeigt Wolfgang Schwerdt auf, wie wir unsere Erde und somit auch uns Menschen retten, den Klimawandel verlangsamen könnten, sodass es für unsere Nachkommen lebenswert bleibt.

Chapeau und Danke für dieses Buch Wolfgang Schwerdt, es öffnet der Leserschaft die Augen und regt zum Nachdenken an. Ich empfehle das Buch der Leserschaft sehr gerne weiter und wünsche dem Autor, dass es grade wegen des brisanten Themas, viele Leserinnen und Leser findet.

Heidelinde Penndorf

(März 2021)



››Die Natur braucht uns Menschen nicht – wir Menschen brauchen die Natur‹‹

© Hannelore Elsner




Freitag, 12. März 2021

Der grüne Löwe: Jim O' Flower (Jim O' Flower ermittelt 1) - Alexander Gross



Es war anstrengend und zähflüssig, das Buch von der ersten bis zur letzten Seite zu lesen. Doch erstens ist es ein Rezensionsexemplar und zweitens war ich auch neugierig, ob sich im Laufe der Handlung, der Schreibstil des Autors ändert. Das war jedoch nicht der Fall. Stilistisch ist das Buch für mich eine mittlere Katastrophe. Syntax und Semantik der hunderteinundneunzig Seiten ebenso.

Die Personen im Buch sind charakterlich fast gar nicht oder nur unklar gezeichnet und glitten mir immer wieder weg. Gefühle im Buch werden nur angetippt und dringen kaum zum Leser durch. Da fehlt der emotionale Schwung in der Handlung.

Der Plot beschäftigt sich mit den kriminellen Machenschaften mehrerer Clans, der Korruption bis in die höchsten Ebenen, Waffen- und Drogenhandel, illegaler Prostitution, Mord, Geldwäsche und Erpressungsgeschäften. Und doch sprang der Funke bei mir nicht über, weil eben vieles im Buch nicht stimmig ist.

Marcel Reich-Ranicki und Denis Scheck, beide von mir sehr geschätzt, würden wahrscheinlich sagen: ›Das kann weg‹.

Doch ganz so einfach ist das nicht. Es ist Alexander Gross erstes Buch. Irgendwann, hat er gemeint, muss man ja mal anfangen. Gut! Doch dann vielleicht mit einem professionellen Lektorat, oder einen Ghostwriter zusammenarbeiten – denn aus dem Plot hätte eine wirklich spannende Geschichte werden können.

Heidelinde Penndorf

(März 2021)










Montag, 8. März 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: Martha nimmt die Ausfahrt - Maria Hellmann



Würden Sie aus pragmatischen Gründen heiraten? Sie als Mann, weil Sie sich versorgt wissen, und ab und zu auch mal eine Frau im Bett haben wollen – und Sie als Frau, weil Sie froh sind, endlich unter die sprichwörtliche Haube zu kommen? Sagen Sie jetzt nicht, dass es so etwas nicht gibt. Denn so etwas gibt es! Ich habe Martha kennengelernt – die Hauptprotagonistin aus diesem Buch, samt Ehemann. Und beide haben sich genau aus diesen Gründen zusammengetan.

Karl profitierte und Marthas Selbstbewusstsein, welches schon nicht das Größte war, schrumpfte auf eine Winzigkeit zusammen. Sie wurde klein gehalten in ihrem Ego, durfte kein Handy haben, keinen Laptop, keine EC-Karte und dergleichen mehr. Komfortzone in der Ehe sieht anders aus. Ich glaub sie blieb nur aus Gewohnheit und Bequemlichkeit bei ihrem Karl. Ich wäre schon lange auf Nimmerwiedersehen verschwunden gewesen.

Martha war schon sechzig Jahre, als der Zufall sie aus ihrem alten Leben in eine völlig neue Welt katapultierte. Eine Welt, die für andere Menschen normale Routine ist. Ab da, geht es sehr turbulent zu, im Leben der Hauptprotagonistin. Sie muss sich ernsthaft mit sich selbst und ihrem bisherigen Leben auseinandersetzen, hat sehr viel nachzuholen, zu lernen, muss sich neu orientieren, erlebt viele Abenteuer, nimmt auch so manche heikle Hürde und kommt in sich und überhaupt im Leben richtig an.

Ein ziemlich ernstes Thema, doch Maria Hellmann gelingt es, mit bemerkenswerter Sensibilität, Leichtigkeit und auch und einer guten Portion Humor, Marthas Geschichte zu erzählen. Das Buch regt zum Nachdenken an und vielleicht ist der Inhalt des Buchs, für manche Leser auch ein kleiner liebevoller Stups, in die richtige Richtung des Lebens.

Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter.

Heidelinde Penndorf

(März 2021)





Montag, 1. März 2021

⭐neue Leseempfehlung⭐: SIMULATION: Die perfekte Illusion - Die perfekte Droge - Matthias Clostermann



Die Lesezeit, die ich mit diesem Buch verbracht habe, war rasant, interessant und aufregend. Bildhaft beschreibt der Autor das Geschehen, sodass ich ein exzellentes Kopfkino erfuhr. Staunende AHA-Effekte ließen mich manchmal innehalten und das eben Gelesene überdenken.

Als Leser fällt man quasi in das Geschehen hinein, findet sich sofort zurecht und erlebt die Story ziemlich nah. Das liegt an der lebendigen Schreibweise des Autors, die manchmal erschreckend schnell, von einem chaotischen Wirbel zum nächsten wechselt, ohne der Leserschaft eine Atempause zu gönnen – spannend, bewegend und dramatisch, von Szene zu Szene.

Um was geht es? Es geht um Macht, maximalen Profit, um Menschen, die von Gier getrieben, keine Grenzen zu kennen scheinen, es geht um verlorene Realitätswahrnehmung, um persönliche Verantwortungen und um das Leben – um die Gesetze des Lebens direkt. Die Frage steht im Raum, ob wir Menschen das Gleichgewicht des Lebens ins Wanken gebracht haben und unsere Zeit auf der Erde sich dem Ende zuneigt.

Und da kommt die Entwicklung der perfekten Illusion eines glücklichen erfüllten Lebens ins Spiel – eine göttlich magische Droge, die allen zur Verfügung steht und der viele Menschen verfallen. Nach einigen Stunden des illusionistisch erlebten Glücks, versagt ihr Körper und sie sterben, wahrscheinlich mit einem Lächeln im Gesicht.

Und so nach und nach holt sich die Natur wieder zurück, was wir ihr genommen haben …

Was für ein Debüt, mitten in Corona-Zeiten – ziemlich dystopisch und keinesfalls unrealistisch und eigentlich eine leise Mahnung für ein ›Weiter so‹. Doch in den Zeilen versteckt, finden wir genügend nachdenkliches Wissen, welches geradezu auffordert, das Leben wieder ins Gleichgewicht zu bringen. Das Buchcover unterstreicht signitiv diese außergewöhnliche Geschichte, welche der Autor Matthias Clostermann der Leserschaft nahebringen mag.

Das Buch hat meine ausgesprochene Leseempfehlung.

Heidelinde Penndorf

(März 2O21)