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Donnerstag, 14. November 2019

⭐ neue Leseempfehlung ⭐: DER TÄNZER: Gay-Geister-Geschichte - Mari März



Ein kleines Büchlein – aber was für eines – Mari März stellt den verpflichtenden moralischen Aspekt ›Gegen das Vergessen‹ in den Vordergrund und erinnert an die bisher dunkelste grausame Geschichte unseres Landes. Einfühlsam und empathisch nutzt sie dazu eine fiktive Geschichte und verknüpft sie gekonnt mit den Verbrechen Hitlerdeutschlands.

Worum geht es? Es geht um das Anderssein – wenn Menschen nicht dem Raster der Werte und Normen entsprechen, die die Gesellschaft festgelegt hat. Mari März macht insbesondere darauf aufmerksam, dass in der Nazizeit Homosexualität aufgrund des Unzuchtparagraphen strafbar war, viele der Betroffenen in Umerziehungslager kamen und oft grausam zu Tode gefoltert wurden. Sie erinnert an die Mordaktion gegen Homosexuelle des Sommers im Jahr 1942 und auch daran, dass der Paragraph 175 bereits im 19. Jahrhundert im Gesetz Akzeptanz fand, dieser während der NS-Zeit verschärft wurde, in der ehemaligen DDR übrigens schon Ende der Fünfziger Jahre gestrichen, aber erst im Juni 1994 im wiedervereinigten Deutschland außer Kraft gesetzt wurde. Da hat sich Deutschland mit der Akzeptanz des Andersseins ziemlich schwergetan. Kein Wunder, dass nur wenige eine Opferrente bekommen und in den Geschichtsbüchern kaum darüber berichtet wird und wenn nur am Rande.

Es gibt eine Stelle im Buch, die hat mich aufhorchen lassen:

›Und auch, dass ein weiteres Mal das Licht zu erfrieren drohte, weil wir unsere Hoffnung verloren, unsere Identität, Das WIE‹.

Dieser Satz ist für mich eine Metapher – eine Warnung – das Licht unserer Seele verdunkelt sich, angesichts des rechten Gedankenguts, welches sich in unserem Land verstärkt hat. Es ist das WIE, welches überaus wichtig ist: Wie wir miteinander umgehen, die oft fehlende Akzeptanz des Anderssein, die moralischen emphatischen Werte, die verloren zu gehen scheinen. Deshalb kann nicht oft genug gemahnt werden, nicht oft genug daran erinnert werden, dagegen gesungen, Filme gedreht werden und geschrieben werden, so wie Mari März es mit dieser kleinen Novelle tut. Gegen das Vergessen angehen, denn so etwas darf sich nie wiederholen.

Chapeau Mari März! Das Buch hat meine absolute Leseempfehlung und ich wünsch der Autorin, dass das kleine Büchlein vielen Leserinnen und Leser haben wird.

Heidelinde Penndorf

(14.11.2019)






Mittwoch, 13. November 2019

⭐ neue Leseempfehlung ⭐: Daddy: Weltbürger wider Willen - von Nina Pfeffer Câmara & George Pfeffer



Eine bemerkenswerte und atypische Autobiografie eines Weltenbürgers wider Willen –Georg. M. Pfeiffer – ein jüdischer Wanderschauspieler – der den Regeln Hitlers trotzte und den Davidstern nie trug.

Einer der schon in jungen Jahren wusste, was Verantwortung ist, der in den schwierigsten Situationen immer einen Ausweg fand, um sich und seine Familie zu schützen und für sie zu sorgen – ein ziemlich kluger, kühler Kopf und Lebenskünstler.

Sein Talent und sein Einfallsreichtum waren enorm. Georg M. Pfeiffers Idee einer Wanderbühne, die er in die Tat umsetzte, rettete seiner Familie und ihm während der Nazizeit das Leben. Fast nie waren sie sesshaft, nirgend gemeldet, sondern zogen von Ort zu Ort. Dadurch fiel die Familie aus dem Raster der Nazis. Das verlangte der ganzen Familie einiges ab, fast immer unterwegs, nie irgendwo heimisch – kein zu Hause in dem Sinne, wie wir es kennen.

Aber es bewahrte die Familie vor dem KZ – die Wanderbühne war der beste Schutz. Doch es schützte nicht vor der inneren Zerrissenheit, denn aus der Ferne miterleben zu müssen, wie viele ihrer Freunde und auch einige Verwandte den Gräueltaten der Nazis zum Opfer fielen, war kaum zu verkraften. Als die politische Situation in Deutschlands sich immer mehr zuspitze emigrierte die Familie, um zu überleben, nach Brasilien.

Georg. M. Pfeiffer schrieb das Manuskript seiner Biografie schon in den 80er Jahren, seine jüngste Tochter Nina Pfeffer Câmara begleitete ihren Vater in den letzten Tagen seines Lebens, saß an seinem Bett und las in Abschnitten sein niedergeschriebenes Werk.

So kommt es, dass die Leserschaft zwei Erzählperspektiven erlebt – die des Vaters und die seiner Tochter, die zwischendurch immer wieder Rückblicke ihres ganz persönlichen Erlebens dieser Zeit mit ihrer Familie schildert und so das Manuskript ergänzte und bereicherte.

Beim Lesen war sie mir oftmals sehr nahe. Es fühlte sich an, als ob ich ihr lauschte, wie sie mir persönlich die Lebensgeschichte ihrer Familie und ihres Vaters auf sehr emotionale empathische Weise schilderte.

Die Autorin hat eine einfühlsame sachte Schreibweise. In jedem Satz schimmert die Liebe zu ihrem Vater und ihrer Familie durch die Zeilen. Es ist eine sehr berührende Lebensgeschichte, eine Autobiografie, die Mut macht, sich auch in schwierigen Zeiten zu behaupten und seine Liebsten zu schützen, eine die aufzeigt, das sich diese grausame Zeit, das bisher dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte, nie wiederholen darf.

Das Buch hat meine uneingeschränkte Leseempfehlung.

Heidelinde Penndorf

(13.11.2019)





Dienstag, 12. November 2019

⭐ neue Leseempfehlung ⭐: Lindenhof: Der beschwerliche Weg zurück - Danielle A. Patricks



Ein Gegenwartsroman, fast würde ich sagen, ein moderner Heimatroman, der durch die Beschreibung eines idyllisch gelegenen Gestüts, Bilder im Kopf der Leserschaft malt. Er erzählt von zerstörten Träumen, Zukunftsängsten, verlorenen Leben, Hoffnung, Liebe, zerbrochenen Freundschaften, von überholten Wertvorstellungen, einem kleinen Wunder und einem Neubeginn.

Die Story hat genau den richtigen Mix aus Spannung, Drama und Entspannung, gefällt mir sehr gut. Die Protagonisten und auch der Antagonist sind charakterlich sehr gut ausgearbeitet und sorgen für ein turbulentes zwischenmenschliches Miteinander.

Ich habe viel Wissenswertes über die Hippotherapie – ein therapeutischer Umgang und auch Reiten für Kinder und Erwachsene mit Handicap erfahren. Interessant, wie positiv sich der Umgang mit geschulten Pferden, auf die Physis und Psyche auswirken kann. Ein Roman, der Wissen vermittelt, der der Liebe zur Natur und zu den Pferden Raum gibt und eine bewegte Familien- und Liebesgeschichte erzählt und eine Frau in den Mittelpunkt stellt, die trotz einschneidender gesundheitlicher Beeinträchtigungen voller Mut und Zuversicht ihren Weg geht.

Gerne empfehle ich das Buch weiter – gute Lektüre zum Entspannen und Wohlfühlen – ein Frauenroman.

Heidelinde Penndorf

Sonntag, 27. Oktober 2019

⭐ neue Leseempfehlung ⭐: Das unerwünschte Mädchen - Tina Hope



Das Buch ist ein emotionaler Hammer – ein aufwühlendes Seelen-Tagebuch. Aber nicht nur dass, es ist auch ein mutiges Buch der Autorin – eine bewusste schonungslose Öffentlichmachung ihrer Vergangenheit und ihrer Kämpfe, um ihr eigenes Ich. Sie zeigt der Leserschaft nicht nur ihre Wunden und Narben in ihrer Seele, sondern offenbart auch, dass sie durch das jahrelange erduldete und erlittene Martyrium auch körperliche Schäden davongetragen hat.

Sogenannte Pflegeeltern zerbrachen ihre Kinderseele und haben das kleine Mädchen auf Wertlosigkeit programmiert/konditioniert, sie lebte lange Jahre fremdbestimmt. 

Aus den nachfolgenden unmenschlichen und kinderfeindlichen Sätzen, die sie fast täglich zu hören bekam: 





»Dich hat hier nie einer gewollt«
»Du bist nichts wert« 
»Du dummes Stück Dreck«


wurden Glaubenssätze für das Kind, dem jungen Mädchen und der jungen Frau. Und immer, wenn sie im Laufe der Jahre getriggert wurde, verlor sie ihr gerade erwachendes rationales Denken und glaubte daran:

»Ich habe das verdient – Ich bin nichts wert – Ich bin nur ein Stück Dreck – ich habe keine Rechte – ich habe es nicht besser verdient«

Auch als ihre damalige dominante Lebenspartnerin sie völlig beherrschte, sie als ihr Eigentum ansah, lies Tina Hope alles mit sich geschehen und erfuhr wiederum psychischen, physischen und sexuellen Missbrauch. In diesem Sog des Grauens übernahm irgendwann ihre kleine Tochter eine Schlüsselrolle, denn als dieser immer öfter körperliche Gewalt angetan wurde, geschah etwas in der Seele der Autorin, ihre innere Starre löste sich, sie stand plötzlich nicht mehr neben sich und war fähig mit ihrer kleinen Tochter zu fliehen. Tina Hope ist dieses vielleicht noch gar nicht bewusst, sie liebte ihr kleines Mädchen schon damals.

Der erste Schritt war getan, doch es waren noch viele kleine und große Schritte nötig, um aufatmen zu können, um sich zum eignen Ich zu bekennen, zur Selbstliebe und zur eignen Wertschätzung zu finden. und um festzustellen, dass beide – Mutter und Tochter – wertvolle Menschen sind, die es verdient haben, mit sich selbst und miteinander glücklich zu sein.

Während des Lesens dieses autobiografischen Buchs hatte ich immer wieder das Gemälde des norwegischen Malers Edvard Munch ›Der Schrei‹ vor Augen – einen Angstschrei, einen Hilfeschrei – ja, ich konnte ihn fühlen, ihn hören, den Schrei des kleinen Mädchens, der jungen Frau und der Mutter, die von sich glaubte, ihr Kind nicht lieben zu können.

Ich wünsche der Autorin und ihrer Tochter alles Glück der Welt und dass sie irgendwann mithilfe ihrer Familie, Freunden und guten Therapeuten wieder ein Leben völlig ohne innere Ängste führen können, dass die Wunden zu heilenden Narben werden, die für immer geschlossen werden und nie mehr aufbrechen. Auch wünsche ich den beiden ein Leben voller Liebe und dass sich beide ihrer Stärke bewusst werden.

Meine persönliche Reflexion zu dem Thema des Buchs:

Und wieder haben wir beim Thema Gewalt gegen Kinder das sozial-gesellschaftliche Phänomen, dass keiner etwas gesehen, bemerkt und gehört hat. Den Mitarbeitern des zuständigen Jugendamtes, der Kita und der Lehrerschaft – allen scheint nichts aufgefallen zu sein – keiner hat die Wesensveränderung des kleinen Mädchens mitbekommen.

Das Thema des physischen, psychischen und sexuellen Missbrauchs muss immer wieder in den Fokus unserer Gesellschaft gerückt werden, denn die innere Akzeptanz, die Duldung der Gewalt gegen Kinder, Jugendliche und Frauen in unserer Gesellschaft, ist immer noch erschreckend groß – viele sehen einfach weg, trotz der Sensibilisierung durch die Öffentlichkeit und den vielen Organisationen, die immer wieder den Finger in die Wunde legen. Täglich erleben in unserem Land im Durchschnitt 40 Kinder pro Tag sexuelle Gewalt. Diese erschreckende Zahl nannte die Tagesschau am 06.06.2019 und berief sich dabei auf die Kriminalstatistik.

Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter. Ich wünsche der Autorin, dass ihr Buch sehr viele Leserinnen und Leser findet. Es ist ein schonungslos offenes Buch, eines welches unter die Haut geht und gerade deshalb eine große Wirkung entfaltet.

Chapeau Tina Hope, für diese Courage.

Heidelinde Penndorf

(27.10.2019)






Donnerstag, 17. Oktober 2019

⭐neue Leseempfehlung ⭐: Ricardos Weg: und weitere Erzählungen - Marc Schuhmacher



Diesmal überraschte mich der Autor mit einem beeindruckenden Rezensionsexemplar, welches vier Kurzgeschichten beinhaltet, die unter die Haut gehen, fast düster, wenn da am Ende nicht jedes Mal ein Ausweg und eine beginnende positive Lösung aufgezeigt wird. Die Geschichten beschreiben aus den Blickwinkeln junger Erwachsene unterschiedlicher sozialer Herkunft, dass Innere unserer Gesellschaft. 

Erfahrungswerte im zwischenmenschlichen Miteinander – Erfolgsdruck, der kaum auszuhalten ist und junge Menschen manchmal zu Hilfsmitteln/Rauschmitteln greifen, um das überhaupt auszuhalten, um weiter mithalten zu können, nach dem vorherrschendem Motto: ›Immer schneller, immer höher immer weiter, immer besser zu sein, als die anderen.‹

Das Buch erzählt von unserer Ellenbogengesellschaft, die diejenigen an die Wand drängt, die da nicht mithalten können, die einfach ausgesondert werden, deren Probleme man nicht sehen will, deren Seelen zertrampelt werden und die dann soviel Frust in sich ansammeln, dass sie dann austicken, wütend und unbeherrscht ihren Mitmenschen entgegenkommen – zum Beispiel in den Ämtern – Ausweglosigkeit.

Marc Schuhmacher schreibt auch über das Geschehen einer Liebe, die eigentlich nicht sein darf, weil einer der Partner anderen Glaubens mit strengen Sitten und Gebräuchen eines anderen Landes ist.

Überhaupt ist die Liebe der Lichtblick im Buch, denn alle beschriebenen Charaktere folgen am Ende ihrer Story, dem Pfad der Liebe und gehen einen neuen besseren Weg.

Es ist auch ein Buch, welches vom nicht loslassen der Vergangenheit erzählt, auch wie schwierig es ist, die persönliche falsche Konditionierung abzustreifen und das eigene Ich zu finden.

Und immer wieder begegnen den Leserinnen und Lesern im Buch der anarchistische Schriftsteller und Philosoph ›Dian the Sain‹ mit der Band ›Anarchonauten‹, die sich ziemlich kritisch mit unserer Gesellschaft und der Welt auseinandersetzen – düstere Texte, düstere Musik – passend zur Stimmung der jungen Menschen, die nicht mehr weiter wissen.

Die Storys bringen das Ganze sehr gut rüber, bringen es im Kern auf den Punkt, was in unserem Land schief läuft, an was unsere Gesellschaft krankt und was es manchmal mit den Menschen macht. Ein Buch welches unbequem ist, für Menschen, die das nicht sehen wollen und die nach dem Motto leben: ›Immer schneller, immer höher immer weiter, immer besser als die anderen‹. Der Ausweg aus alle gelebten Irrungen und Wirrungen, so zeigt es auch der Autor, ist immer die zwischenmenschliche Liebe; Freundschaft und der Weg zu sich selbst.

Heidelinde Penndorf

(17.10.2019)






Mittwoch, 16. Oktober 2019

⭐ neue Leseempfehlung ⭐: Spiegel der Angst - Thriller - Fiona Limar



Gleich zwei intensiv ethische, sensible und zwischenmenschliche Themen durchziehen die Handlung des Buchs, sorgen für Gänsehautfeeling und auch Nachdenklichkeit. 

Komplex ist das Fachgebiet der In-Vitro-Fertilisation mit Eizellen- und/ oder Samenspende und hilft vielen Ehepaaren, die sonst kinderlos blieben – in meinen Augen eine feine Sache. Doch in der Handlung führt die Autorin die Leser durch einen dramatischen Handlungsstrang, der sich mit einer unmoralischen, irrigen, menschlich dunklen Seite der In-Vitro-Fertilisation befasst. Diese verwerfliche Seite verkörpert eine fachliche Kapazität — ein Arzt— der sich gewissenlos als ›Schöpfer perfekter Kinder‹ sieht. Da spielt ein Mensch Gott und fühlt sich noch gut dabei. Er ist sogar davon überzeugt, das Beste für seine Patienten getan zu haben. Täter und Komplizen kommen skrupellos und eiskalt rüber – total ohne Gewissen! Die Folgen für alle Beteiligten sind enorm dramatisch, für manche sogar tödlich.

Der andere Handlungsstrang ist eng verwoben mit dem Thema und den handelnden Protagonisten und Antagonisten. Er führt die Leserschaft in eine private Psychiatrieklinik. Da passieren unheimliche Dinge. Wir begegnen Patienten, die keinen eigenen Willen mehr zu haben scheinen, vollgepumpt mit Medikamenten wirken sie apathisch und verwirrt – sie hören Stimmen und fühlen sich sichtlich unwohl, haben körperliche Missempfindungen und Angstzustände, dass dafür zum großen Teil eine Infraschall-Einspielung in ihrem Zimmer verantwortlich ist, können sie nicht wissen. Es scheint so, als sollen sie in den Wahnsinn getrieben werden. An diesem grausamen Ort landet auch eine unliebsame Zeugin – freiwillig überredet und fast hoffnungslos der Willkür des Personals ausgeliefert. Aber nur fast, denn sie hat einen immensen Überlebenswillen …

Fiona Limar gewährt den Leserinnen und Lesern einen tiefen Einblick in die Abgründe der menschlichen Psyche. Es ist erschreckend, zu welchen Verbrechen Menschen fähig sind und welche niederen und auch fanatischen Beweggründe sie dazu bringen. Die Autorin spielt mit ihrer Leserschaft, schickt sie auf falsche Fährten, durchzieht die Handlung mit Irrungen, verzwickten Situationen und sorgt so mit Geschick für einen gut aufgebauten Spannungsbogen, der die Leserinnen und Leser bis zum Schluss in Atmen hält.

Alles in allem ist das Buch ein kompakter Mix aus Hochspannung, Wissenstransfer und spannender Unterhaltung. Ein interessanter und beeindruckender Psycho-Cocktail, mit einer überaus lebendigen Handlung und sehr gut gezeichneten Charakteren.

Ich empfehle das Buch sehr gern weiter, es ist ein fiktiver Thriller und doch durchaus vorstellbar, dass so etwas passieren könnte, in einer Welt, die zum großen Teil empathisch und zwischenmenschlich aus dem Fugen geraten ist – unserer Welt!

Heidelinde Penndorf

(15.10.2019)






Donnerstag, 19. September 2019

⭐ neue Leseempfehlung ⭐: An dir verstummt -Alva Furisto




›An Dir verstummt‹ ist ein fiktiver, atmosphärisch dichter, sehr spannender und mutiger Roman. Beklemmend und erschreckend real wirkt auf mich die politische und gesellschaftliche innere Zustandsbeschreibung eines fiktiven Landes, welches mich stark an Nordkorea erinnert. Dieser Personenkult, die Lebensmittelknappheit, die vorherrschende Armut und die Menschenrechtssituation – einfach grausam und unmenschlich. 

Ein stark belastendes Schlüsselerlebnis, die konfliktträchtige, dramatische, manchmal knallharte und sehr lebendige Handlung, in Kombination mit exzellenten, ausdrucksstarken Protagonisten und Antagonisten, ergibt ein ziemlich aufwühlendes Kopfkino par excellence! Doch es wäre kein richtiger Furisto-Roman, wenn die Liebe in der Handlung fehlen würde – grade die ist es, die zu überraschenden Wendungen führt und welche die Autorin veranlasst, ihrer Leserschaft am Ende des Buchs, ein bemerkenswertes Angebot zu machen, in welches ich eingestiegen bin.

Ich empfehle das Buch sehr gern weiter, es ist ein interessantes, überaus rasantes und intensives Leseerlebnis.

Heidelinde Penndorf

(18.09.2019)





Montag, 16. September 2019

⭐ neue Leseempfehlung ⭐: Eine Bonner Studentin aus Mali - Assitan Soumare



Ein wunderbares Buch, dieses Erstlingswerk der Autorin. Es vereint Kluges, Lehrreiches und Nachdenkliches, ist interessant, sehr ehrlich, lebendig, empathisch und amüsant geschrieben. Der westafrikanische Binnenstaat Mali ist mir ein Stück nahe gerückt. Ich habe einiges über dessen Geschichte und viel über die Sitten, Gebräuche und des sozialen Zusammenlebens einiger Ethnien der ländlichen Regionen und Vorstädte erfahren.

Das Buch ist eine kleine Brücke des Verstehens verschiedener Kulturen, Religionen und Gesellschaftsarten. Es wirbt auf sehr sympathische Art für mehr Toleranz, Weltoffenheit, für ein friedliches, integrierendes Miteinander und auch für eine Aneignung einer interkulturellen Kompetenz.

Einige Episoden der Handlung brachten mich zum Lachen, andere zum Staunen und wiederum andere machten mich sehr nachdenklich. Im Buch spiegelt sich größtenteils auch das soziale, amtliche und wirtschaftliche europäische und individuell das zwischenmenschliche Miteinander unseres Landes wider. Verständlicherweise war dies für die beiden Mädels aus Mali ein ziemlicher Kulturschock, den es zu verarbeiten galt.

Dieses Hasten und Eilen, als wären wir jede Minute unseres Lebens auf der Suche, dieser Konsumrausch, dem wir erlegen sind, die Wegwerfgesellschaft, zu der wir uns entwickelt haben, die Ellenbogengesellschaft, zu der wir mutiert sind – alles unschöne Entwicklungen des menschlichen Seins. Auch wie wir auf andere herabschauen, die da nicht mithalten können und wie wir größtenteils zwischenmenschlich miteinander umgehen, auch auf andere Kulturen herabsehen, ohne ihr Dasein zu erforschen, eigentlich beschämenswert für uns alle. Wenn die zwischenmenschlichen empathischen Werte in Europa auf Dauer größtenteils negiert werden, leben wir uns kaputt. Doch Gott sei Dank gibt es mittlerweile viele positive Ausnahmen in unserem Land und das ist gut so. Diese positiven Ausnahmen werden auch im Buch charmant beschrieben und zauberten mir ein Lächeln ins Gesicht.

Ich wünsche dem Buch sehr viele Leser und gebe ihm meine ausgesprochene Leseempfehlung. Der Inhalt des Buchs führt uns über unseren ureigensten Tellerrand hinaus und erweitert unseren Blickwinkel um wesentliche wissenserweiternde Punkte.

Chapeau Assitan Soumare für dieses Buch und viel Erfolg und Glück für Ihre Arbeit in Bamako.

Heidelinde Penndorf

(16.09.2019)



Samstag, 14. September 2019

⭐ neue Leseempfehlung ⭐: Die Frau des Zuckerhändlers - Nathalie C. Kutscher



Die Autorin streift in ihrem Buch ein Stück Weltgeschichte. Die Handlung berührt den transatlantischen Sklavenhandel genauso, wie die Kolonisierung und die Gründung von Handelsniederlassungen an den Küsten der Meere – hier die Insel Barbados, dessen Kolonialmacht England in der Zeit um 1788, wirtschaftlich in den Zuckerrohrhandel einstieg. Barbados war um diese Zeit eine der größten Zuckerproduzenten der Welt. Der Reichtum derer, die davon profitierten fußte auf den Rücken der Sklaven, die die Felder bearbeiteten und die Ernte einbrachten.

Im Buch geht es dann insbesondere um die Rechte der Frauen. Die waren zu dieser Zeit rechtlos, auch die der gehobenen Schicht. Sie wurden verheiratet, ihr Mitspracherecht bei der Wahl des Mannes war gleich null. Als Witwe durften sie die Geschäfte ihres Mannes nicht weiterführen, sondern mussten dafür einen Verwalter einstellen. Frauen sprach man das Verständnis für geschäftliche Angelegenheiten ab.

Eingebettet in dieses Zeitkolorit, erlebt die Leserschaft eine aufregende spannende Geschichte einer jungen Frau, die durch ihren Vater ziemlich selbstbewusst und frei erzogen wird. Sie führt zusammen mit ihm sein Geschäft und ihm auch die Bücher. Doch ihre Freiheit endet, als ihr Vater sich verspekulierte und glaubte, sein Geschäft nur retten zu können, indem er seine Tochter reich verheiratet. Die junge Dame hat keinerlei Einfluss auf die Wahl ihres Ehemannes. Sie erlebt vom ersten Tag an die Hölle auf Erden. Die Brutalität ihres Mannes kennt keine Grenzen, er ist zügellos ihr gegenüber. Es scheint keinen Ausweg zu geben, bis zu dem Tag, an welchem sie Jade, einer Kreolin begegnet, die ein Bordell führt. Doch bis beide Frauen ein freies, unabhängiges, gemeinsames Leben führen können, haben sie noch viele unschöne Erlebnisse und Hürden zu überwinden.

Die Einzelheiten der Story erfahren Sie, wenn Sie das Buch kaufen. Ich empfehle es Ihnen sehr gern weiter. Sie erleben ein Stück bedeutsame historische Zeitgeschichte. Die lebendigen Protagonisten und Antagonisten führen Sie durch die interessante, fiktionale, spannende und abenteuerliche Handlung.

Heidelinde Penndorf

(14.09.2019)









Montag, 2. September 2019

⭐ neue Leseempfehlung ⭐: Blackout und Magie: Auserwählt (Galduron-Saga 1) - Arthur Gustav Steyn - Arthur Gustav Steyn

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n ne va plus – nichts geht mehr, im wahrsten Sinne des Wortes – globaler Stromausfall. Etwas hat das Licht ausgeknipst – und nicht nur das – jeglicher zivilisierter Komfort ist nicht mehr nutzbar – kein fließend Wasser mehr, der öffentliche Nah -und Fernverkehr kommt zum Erliegen und Ihr Auto funktioniert auch nicht, genauso wenig wie Ihre Kreditkarte und Ihr Handy. Sämtliche Internetverbindungen sind gekappt und auch TV und Radio senden weder Ton noch Bild. Sie sind von der Außenwelt abgeschnitten – haben keinerlei Informationen, was überhaupt los ist. Sie erleben einen Zustand der Gesetzlosigkeit – Plünderungen – Beschaffungskriminalität – Chaos – Hilflosigkeit. Und das alles von jetzt auf gleich, es gibt keine Gewöhnungsphase. Wir müssen neu denken und leben lernen. Aber damit nicht genug – zeitgleich zu diesem verheerenden Ist-Zustand, öffnet sich noch das Tor der Anderswelt einer anderen Dimension und unsere Erde bevölkert sich mit Gnomen, Feen, Drachen und andren Geschöpfen. Ein Machtkampf zwischen Gut und Böse ist die Folge. Mittendrin der Hauptprotagonist Oliver – ein wichtiger Mann für beide Seiten.

Am Ende der Story wird ein Kind geboren. Steht es für Hoffnung und Neuanfang oder für das Böse an sich?

Das erfahren Sie mit Sicherheit, wenn Sie das Buch lesen. Ich empfehle Ihnen den Debüt-Roman und gleichzeitigen erste Teil dieser Fantasy Geschichte, sehr gerne, lesen Sie ihn. Der Autor hat es verstanden, Spannung und Abenteuer mit witzigen Szenen, gekonnt lebendig zu kombinieren.

Bemerkenswert ist, dass Arthur Gustav Steyn in seinem dystopischen Roman ein brisantes, wissenschaftlich begründetes Thema auf den Tisch der Leser bringt – Stromausfälle durch das Weltraumwetter.

Eine originelle Idee des Autors ist es, die Leserschaft zum Schluss des Buchs, auf seine Website zu lotsen. Dort finden Interessierte Hintergrundwissen zum Thema und auch ein kostenfreies eBook zum Download. Dessen Inhalt führt uns in die Anderswelt der anderen Dimension – richtig gut gelungen, dieses Überraschungsbonbon.

Heidelinde Penndorf

(01.09.2019)




Dienstag, 27. August 2019

⭐ neue Leseempfehlung ⭐: Schmetterlingsschwester: Ein Kretakrimi - Doris Köhl



Mit dem Buch ›Schmetterlingsschwestern‹ präsentiert die Autorin der Leserschaft ein interessantes, durchweg spannendes und lebendiges Debüt. Ein Kreta-Krimi mit immens psychologischer Dichte – erstaunlich realen Lebenswegen, individuellen zwischenmenschlichen Beziehungsmustern und fesselnden Charakteren. Eine bemerkenswerte aktiv gestaltete Handlung führt uns rasant durch das Buch.

Da sind unter anderem der jähzornige Kontrollfreak, der immer wieder ausrastet und seine Frau, die sich ihm völlig unterordnet, bis sie eines Tages aufwacht und aus ihrer Opferrolle aussteigt, dann dieser Womanizer, ein gefährlicher Psychopath, noch dazu ein Maskenträger mit falscher Identität und diabolisch anziehender Ausstrahlung, auf den die Frauen nur so fliegen, der natürlich auch nichts anbrennen lässt und seine viel ältere Lebensgefährtin, die aus einer anderen Zeit gefallen zu sein scheint, wie die Autorin selbst schreibt - eine Malerin, die durchweg düstere, anziehend gute Bilder malt, aber zwischenmenschlich etwas wunderlich und unnahbar wirkt. Dann ist da noch das frisch verliebte Pärchen, welches auf Kreta ihrem Hobby nach geht, dem Geocaching – einem Suchspiel – bei dem man mit Smartphone oder GPS Gerät ausgestattet, im unbekannten Gelände, mit durchgegebenen Koordinaten auf ›Schatzsuche‹ geht.

Insgesamt zeichnet Doris Köhl eine bunte Mischung menschlicher Profile, die durch verschiedene Interaktionen miteinander verbunden sind und im Finale eine Konstellation erfahren, die einige von ihnen nicht überleben werden.

Der Prolog ist ein raffinierter Cliffhänger, denn die erwartungsvolle Leserschaft, wird zuerst nach Deutschland des Jahres 1983 geführt, erfährt dort von einem Raubmord und einer Jugendlichen, welche im Zusammenhang mit der Tat, schwer verletzt gefunden wird.

In der darauffolgenden Handlung beamt uns Köhl aber in den Monat Oktober des Jahres 2016, auf die Insel Kreta, genau zu dem Zeitpunkt, als die beiden Geocacher einen grausigen Fund machen. Die Insel Kreta nicht verlassend, erfährt die Handlung nochmals einen kurzen Zeitsprung rückwärts, zum Ende des Julis 2016. Diese Cliffhänger sind erst verwirrend, aber durch die nachfolgenden Ereignisse durchaus schlüssig. Außerdem bringt das viel Lebendigkeit in die Handlungsstränge, die alle miteinander verbunden sind – eine Handlung zum aktiven Mitdenken.

Während des spannenden Zeitverlaufs, gibt es immer wieder Momente, in welchen wir die Schönheit der Insel und das Leben der Menschen dort kennenlernen. So wie die Autorin das zwischenmenschliche Zusammenleben beschreibt, gewinnen die Leser den Eindruck, dass die Kretaer gelassener und zufriedener mit ihrer sozialen Lebenssituation umgehen, irgendwie in sich ruhen und Gäste immer herzlich willkommen sind. Doris Köhl führt uns auch in das soziale Umfeld einiger Auswanderer, Aussteiger und Langzeiturlauber und vermittelt einen Draufblick, auf deren Lebenssituationen und warum gerade für diese Gruppe, Kreta der ideale Ort für einen Neuanfang ist.

Alles in allen eine runde Sache dieser Roman. Chapeau für dieses Debüt, Doris Köhl. Ich empfehle das Buch sehr gerne allen Krimifreunden und auch allen Leserinnen und Leser weiter, die jetzt, durch meine Rezension, neugierig auf die Handlung geworden sind. Die lebendige Schreibweise der Autorin sorgt für ein ausgesprochen gutes Kopfkino und die Leserschaft erlebt ein spannungsreiches unterhaltsames Lesevergnügen.

Heidelinde Penndorf

(26.08.2019)






Mittwoch, 21. August 2019

⭐ neue Leseempfehlung ⭐:Bonjour Deutschland! - Martine Lestrat



Ein Klassiker fürs Wartezimmer – kurzweilig, amüsant und humorvoll, gespickt mit einer guten Portion Ernsthaftigkeit, die nachdenklich macht und zur Selbsterkenntnis führt. Martine Lestrat zwischen ihrer Heimat Frankreich und ihrer Wahlheimat Deutschland, in welcher sie nun schon länger lebt, als in Frankreich – ankommen und heimisch werden. Gar nicht so einfach, in unserem Land und das liegt nicht nur allein an der Sprache. Es sind auch die unterschiedlichen Gewohnheiten, Kulturen, Sichtweisen und auch das zwischenmenschliche Miteinander des Verstehens – Barrieren im Kopf. Oft urteilt man über eine Nation und das meist nicht durch eigenes Erleben, sondern vom Hörensagen her, und vergisst das individuelle Selbst eines Menschen.

Taktvoll und charmant spiegelt die Autorin das Verhalten verschiedener Sachverhalte ihres Privat- und Berufslebens in Deutschland, unter anderem auch das Verhalten der Mitarbeiter einiger Ämter. Da schämt man sich manchmal schon fremd. Noch eines hat mich ins Grübeln gebracht: Die Mauer in den Köpfen der Menschen beider Länder – errichtet durch die mörderischen Ereignisse beider Weltkriege – wann wird die endlich fallen?

Und doch habe ich oft laut gelacht – im Wartezimmer meines Hausarztes – denn Lestrat hat es vermocht, ihre Erlebnisse mit uns, den deutschen Mitbürgern, sehr pointiert, in heiterer Weise niederzuschreiben. Auch einige Bonmot’s sind zu finden – einfach köstliche Unterhaltung.

Ich empfehle das kleine Buch sehr gern weiter - eben weil es uns auf beeindruckende, lebendige Manier, in den Spiegel schauen lässt und uns zur Selbsterkenntnis bringt.

Heidelinde Penndorf

(21.08.2019)









Donnerstag, 15. August 2019

⭐ neue Leseempfehlung ⭐: Sommer in der Toskana: ein erotisches Abenteuer - Franck Sezelli



Es ist kein sinnlicher, erotischer Roman mit ernstem Hintergrund und doch hat er was, dieser Roman. Ein leichte unbeschwerte Handlung, es geht um Spaß am Sex, um Verführung und um Lust des Spiels mit vielen Varianten...

Die interessierte Leserschaft erlebt viele kleine, voyeuristische, prickelnde Lesemomente, die sie in eine freizügig offene Künstlerkolonie der Toskana führt, in welcher man der Freikörperkultur frönt – nur gut, dass es ein heißer Sommer ist – im wahrsten Sinne des Wortes. Nicht nur die Temperaturen sind es, sondern auch die Einblicke, die uns der Autor in das unbeschwerte, zwischenmenschliche, erotischen Sex- und Liebesleben, der dort wohnenden Künstler und ihren Gästen gewährt. Drei Mädels und ein junger Mann, gestandene Abiturienten, verbringen in dieser Künstlerkolonie ihre Ferienzeit als Praktikanten, stehen den Künstlern Model. Hautnah erleben wir, wie Daniel seine Unschuld verliert und sexuell auftaut. Der Spaß am Sex und die Lust und Anziehung aufeinander, zaubert den jungen Menschen und dem Künstlerteam immer wieder neue Lustspiele in den Kopf, die sie miteinander ausprobieren. Erfahrung gepaart mit Ungezwungenheit und Neugier. Oh làlà! Heißblütig, wild, freizügig und unbeschwert geht es in dieser Story zu, ohne dabei ins Vulgäre abzurutschen. Nur die wundervolle vielfältige Natur- und Kulturlandschaft der Toscana kommt im Buch etwas zu kurz, aber ist ja auch verständlich auf Grund der interessanten Gruppe, die ja fast Tag und Nacht zwischenmenschlich aufeinander fliegen und mit sich beschäftigt sind.

Mit einem Augenzwinkern frage ich mich, wie viel eigene gelebte Erfahrung des Autors, steckt in dieser Geschichte? Ich empfehle das Buch gern an alle Leser weiter, die dieses Genre mögen und auch an Leser, die grade neugierig geworden sind.

Heidelinde Penndorf

(15.08.2019)






Freitag, 9. August 2019

⭐neue Leseempfehlung ⭐: Dunstkreis - Krimi - Birgit van Troyen



Liebe Leserinnen und Leser, stellen Sie sich folgendes Szenario vor:

Irgendwie haben Sie schon immer gewusst, dass in ihrem Leben etwas fehlt, schon als Kind und später als Jugendlicher und auch als Erwachsener. Den richtigen Draht zu ihren Eltern hatten Sie nie – irgendetwas war da dazwischen – ein unsichtbares Hindernis, nicht zu bezwingen, sondern stetig wachsend. Nie fühlten Sie sich vollständig und wussten nicht warum. Und plötzlich stehen Sie geschockt vor Ihrem eigenen Grab und lesen Ihren Namen. Und als Sie die Bilder des Toten dann bei der Kripo sehen, schauen Sie in Ihr Gesicht. Sie sind erschüttert und alles zieht Sie zu dem toten Unbekannten. Es ist wie ein Sog, dem Sie nicht widerstehen können, denn Sie fühlen sich dem Toten auf geheimnisvolle Weise verbunden und zum ersten Mal vollständig und doch irritiert. Dieses schockierende Erlebnis müssen Sie erst einmal verarbeiten. Doch dazu kommen Sie nicht. Sie sind ruhelos und getrieben, denn Sie wollen wissen, was passiert ist mit Ihrem anderen Ich und geraten in die Machenschaften der ›Ndrangheta‹ – der italienischen Mafia.

So geschehen ist es Maik Bender, dem Hauptprotagonisten im Buch. Wie die Story ausgeht, lesen Sie am besten selbst. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter. Die Handlung ist spannend, abwechslungsreich und interessant, die charismatischen Protagonisten und Antagonisten führen uns durch eine rasante Story mit überraschenden Wendungen.

Heidelinde Penndorf

(10.08.2019)




Medien




Montag, 5. August 2019

⭐neue Leseempfehlung ⭐: ENSO: Der Kreis öffnet sich - Radka van Bashuisen



Ein interessantes und kurzweiliges Leseerlebnis. Die Autorin nutzt das Genre eines Unterhaltungsromans, um der Leserschaft die Essenz des Buddhismus nahezubringen. Die Lesezeit war für mich eine Zeit des AHA-Effektes und des Wiedererkennens diverser Lebensregeln, die ich seit sieben Jahren in mein Leben einbeziehe und mich auch damit wohlfühle.

Zu wissen, dass jegliche positiven und negativen Gefühle und auch unser Handeln, unser Tun, großen Einfluss auf Psyche und Physis haben, bestätigt sich oft, nur die meisten Menschen bringen dies nicht in einem Zusammenhang miteinander. Wie wir leben, wie wir zwischenmenschlich miteinander umgehen, wirkt sich auf unser Leben aus, bis in unsere Zukunft hinein – positiv oder negativ – dadurch erklärt sich vieles, auch die zahlreichen verschiedenen inneren und äußeren persönlichen Umstände unseres sozialen Umfeldes. Das deckt sich auch mit einigen Thesen Einsteins, auch mit den Thesen des Wissenschaftlers Roger D. Nelson – Alles ist miteinander verbunden – und bezieht auch das Gesetz der Resonanz mit ein. Einfach fantastisch.

Und all das erfährt die Leserschaft, weil sich in der Handlung des Buchs, zwei Seelen vor ihrer Reinkarnation treffen und unterhalten. Eine weise, uralte Seele und eine unerfahrene Seele. Die Erstere gibt ihr Wissen an Letztere weiter. Die weise Seele erzählt über ihre verschiedene Leben auf der Erde, in welchen und wie vielen Personen sie lebte und welche großen Fehler sie in ihren jeweiligen Leben machte, und die dann in weiteren Leben korrigierte.

Bemerkenswerte Story, die, wie ich in einem Kurzinterview der Autorin Radka van Bashuisen las, autobiografische Hintergründe hat. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter, die Leserinnen und Leser können sich viel für ihr persönliches Leben mitnehmen.

Heidelinde Penndorf

(05.08.2019)