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Mittwoch, 30. Dezember 2020

⭐neue Leseempfehlung⭐: Desire ... Teufel und Engel - Jenni Fenko


Die Story ist schockierend in ihrer schonungslosen Offenheit, doch gerade deshalb entfaltet sie eine große Wirkung. Verlorene Selbstliebe und verlorenes Selbstvertrauen führen eine junge Frau in die Abhängigkeit – Sex und Alkohol – beides in unzähligen Mengen – eine Sucht, die die Seele zerstört. Fast eine Selbstaufgabe. Sie ist eine Getriebene mit einer tiefen Sehnsucht nach innerem Frieden und Liebe. Ein seelisch tiefer, sich steigender Exzess – maßlos und hemmungslos, mit einem Bein schon im Abgrund … bis zu mehreren Aha-Erlebnissen. Doch der Ausstieg ist schwieriger, als sie denkt, wenn da nicht …

Was die junge Frau zurückführt, zu sich selbst, lesen Sie am besten selbst. Doch Vorsicht, Trigger-Gefahr, bei ähnlichen persönlichen Erlebnissen – darauf weist auch die Autorin mehrmals in ihrem Vorwort hin. 

Heidelinde Penndorf

(Dezember 2020)







Dienstag, 29. Dezember 2020

⭐neue Leseempfehlung⭐: ELISHA & ERIK: Wege des Schicksals (Band 2) - Katharina Franzen



Der zweite Teil dieser legendenumwobenen, fiktiven Geschichte, ist genauso eindrucksvoll und zauberschön in seiner Handlung, wie der erste Teil – abenteuerlich, aufregend und voller historischer Lebendigkeit. Die Handlung ist durchzogen mit massiven Missverständnissen zwischen Elisha und Erik. Beide stehen unter Strom, fechten viele innere Kämpfe aus, durchschreiten tiefe Täler und stehen emotional am Abgrund. Die zwei sind sich charakterlich so ähnlich – überaus intelligent, sehr heißblütig und nicht fähig klare Worte füreinander zu finden. Beide verletzten sich unwissentlich oft tief, fühlen sich in ihrem Stolz und ihrer Ehre gekränkt und kranken an der vermeintlich nicht erwiderten Liebe des anderen. Ihre spontanen unüberlegten Reaktionen aufeinander, bringen sie selbst und ihre Weggefährten, mehrfach in tödliche Gefahr. Das sachte Band innerer Verbundenheit bekommt tiefe Risse. Und dies führt sie letztendlich erst einmal auseinander, statt zusammen.

Die Autorin beschreibt die Charaktere der beiden Hauptprotagonisten beeindruckend tief. Gerade auch Erik, in seiner inneren Verletzlichkeit, seiner Stärke, seiner überdurchschnittlichen Intelligenz, seine Sanftmut und gleichzeitigen Wildheit wirken so stark, sodass auch ich seinem Zauber als Leserin erlag. Sein angeborenes Handicap tritt total in den Hintergrund - er berührt und fasziniert durch sein Wesen gleichermaßen, ebenso wie Elisha. Einfach beeindruckend, die beiden.

Dieser zweite Teil von Elisha und Erik führt die Leserschaft in eine fantastische aufregende Welt, aus einer Mischung gelebter Historie und Fiktion – exzellentes Kopfkino.

Der Schreibstil der Autorin ist wiederholt sehr lebendig und anspruchsvoll, der damaligen Zeit angepasst. Katharina Franzen hat bestimmte Satzgefüge, Begriffe und Redewendungen in Russisch, Farsi (persisch) und Latein geschrieben, was sich aber aus der Handlung erklärt und ich auch oft wusste, was gemeint war, außerdem hängt am Ende des Buchs ein erklärendes Glossar an.

Ich empfehle diesen zweiten Teil der Leserschaft uneingeschränkt weiter. Lesen Sie es und erleben Sie wundervolle, spannende und märchenhafte Abenteuer, gemeinsam mit Elisha und Erik.

Heidelinde Penndorf

(Dezember 2020) 





Montag, 28. Dezember 2020

⭐neue Leseempfehlung⭐: The Love Loop (Maybe 4) - Alva Furisto



Ein wunderbarer, starker vierter Teil dieser Buchreihe. Es geht um alles oder nichts, um Kompromisse, Geheimnisse, unliebsame Überraschungen, eine turbulente Hochzeit ohne Ende, neue und alte Freundschaften, neue Enttäuschungen, Narben auf der Seele und um die tiefe sinnliche, beeindruckende, erotische Liebesbeziehung dreier Seelenpartner – Georg, Josi und Sergej. 

Wieder braut sich Trennendes, zwischenmenschliche Abhängigkeiten, Ängste, Verzweiflung, innere Verletzlichkeiten und Instabilitäten, zu einem bedrohlichen emotionalen Gewitter zusammen. Explosiv, chaotisch, berauschend, dramatisch!

Um diesen vierten Teil richtig genießen zu können, sollte man die drei anderen Teile gelesen haben. Die Leserschaft erlebt einen gewaltigen, spektakulären, atemlosen, emotionalen Looping - sehr zu empfehlen.

Heidelinde Penndorf

(Dezember 2020)







Samstag, 19. Dezember 2020

⭐neue Leseempfehlung⭐: Der Winterkönig. Geschichten des Dreißigjährigen Krieges: Historischer Roman - Jörg Olbrich




Der erste Teil der historischen Buchreihe hat mich angenehm überrascht. Unterhaltsam, spannend und flüssig geschrieben, vermittelt es geschichtliches Wissen und hält ein gutes Maß zwischen Historie und Fiktionalen. Viele Protagonisten und Antagonisten haben wirklich gelebt, sind expressiv signiert und verleihen der Handlung eine fabelhafte historische Lebendigkeit. Die Handlung beschreibt die Ursachen des zweiten Prager Fenstersturzes, die Missachtung des Majestätsbriefs von 1609 des Kaiser Rudolf II, der sich für Religionsfreiheit ausspricht und zeichnet den Beginn des Dreißigjährigen Kriegs.

Eine aufwendige Recherchearbeit des Autors macht es möglich, dass in die Handlung eingeflochten, eine gut gezeichnete, geografische Lage des damaligen Heiligen Römischen Reichs und des damaligen zersplitternden Europas, auch insbesondere ihrer Herrscher, bildhaft vorstellbar ist.

Der gut durchdachte und abwechslungsreiche Plot erzählt auch, welche interessante und arbeitsreiche Aufgabe die damaligen Sekretäre der Herrscher innehatten. Sie waren zuständig für die Chroniken sämtlicher historischer Begebenheiten und haben alles handschriftlich für ihre Nachwelt, also auch für uns, festgehalten.

Die Leserschaft erfährt auch wie viel unmenschliches Leid schon der Beginn des Kriegs auslöste. Kriegshandlungen und auch Plünderungen durch hungernde Söldner verwüsteten ganze Städte und Dörfer, Hungersnöte und Seuchen waren an der Tagesordnung.

Die Story ist durchzogen von vielen zwischenmenschlichen Situationen und historischen und fiktiven Einzelschicksalen markanter Personen. Eine alles überdauernde Liebe und tiefe feste Freundschaft und Kameradschaft sind kleine Hoffnungsschimmer eines jeden Kriegs, so auch in diesem historisch geprägten Roman.

Mein persönliches Resümee:

Der Dreißigjährige Krieg begann als Glaubenskrieg und fand sein Ende als Macht- und Verteilungskrieg. Die Menschheit, die Weltenlenker, haben aus historisch belegten Kriegen absolut nichts gelernt. Auch heute durchziehen unsere Erde vielfältige Glaubens-Macht- und Verteilungskriege und bringen unsägliches Leid und Zerstörung über die Menschen.

Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter. Seien Sie neugierig und erleben Sie selbst, wie denkwürdige historische Ereignisse, vermischt mit einigen fiktiven Elementen, sie spannungsgeladen durch den Beginn des Dreißigjährigen Kriegs führen und faktisch auch historisches Wissen vermitteln und auffrischen.

Heidelinde Penndorf

(Dezember 2020)







Montag, 14. Dezember 2020

⭐neue Leseempfehlung⭐: Nach all den Jahren - Lyrik - Heinz Flischikowski


                                                      
Nach all den Jahren – ein gespiegeltes Leben


Heinz Flischikowski – ein Mann und seine Geschichte – verpackt in tiefsinniger Lyrik.

Des Autors Lyrik geht unter die Haut, erreicht mein Innerstes, meine Seele, verweilt dort und lässt mich nachdenklich und auch erschüttert zurück.

Schmerz, Abschied, Zerrissenheit, Enttäuschung, seine Ohnmacht – nicht nur zwischen den Zeilen, sondern in jeder Zeile klar lesbar, spürbar. Klar und deutlich auch sein NEIN gegenüber jeglicher Gewalt, seine Machtlosigkeit gegenüber den Naturgewalten und seine offenen Fragen, die da stehen bleiben.

Ich fühlte seine Verlorenheit, seinen inneren Kampf, sein Ringen um Antworten, fühlte seine innere Zerrissenheit, seine ungestillte Sehnsucht, seine Wunden, sein Suchen nach seinem innerem ICH. Erlebte sein neues Wiederfinden, als seine Seele Stück für Stück heilte und er erkannte, dass MENSCH seinem Leben selbst einen Sinn geben muss.

Und immer wieder, in den Zeilen und zwischen den Zeilen – die Antwort auf unser geschenktes Leben – Liebe zu sich selbst und auch zwischenmenschlich.

Danke Heinz Flischikowski für diesen Lyrikband, der vereinzelt untermalt ist mit Bildern des Fotografen Lars Kressin.

Ich empfehle den Lyrikband sehr gerne weiter – ein kleiner Wegbegleiter in so manchen Stunden, wenn die Seele zweifelt, dunkel ist und Trost braucht.

Heidelinde Penndorf

(Dezember 2020)





Dienstag, 8. Dezember 2020

⭐neue Leseempfehlung⭐: NOVEMBERKIND - Esther Gille



Ein mutiges Buch, ein trauriges Buch, ein Buch, dessen Inhalt mich auch des Nachts beschäftigte, mich oft grübelnd und gedankenvoll zurückließ. Mir fehlten anfangs die Worte, es zu rezensieren – emotional fühlend war ich bei der Protagonistin und deren Familie. Eine Geschichte, die man sich so nicht ausdenken kann. Es ist eine erschütternde Autobiografie der Autorin Esther Gille, die gleichzeitig diverse politische Richtlinien der Adoptionsverfahren der Schweiz vor ca. siebzig Jahren und altbackene rückschrittliche damalige Denkweisen beschreibt.

Sprachlos musste ich manchmal das kleine Buch beiseitelegen, um Abstand zum Gelesenen zu finden.

Das innere Kind der Autorin war eine einzige Wunde, die fast sieben Jahrzehnte lang nicht heilen konnte – Selbstverachtung und Selbstaufgabe waren die Folge. Esther Gille definierte sich nur durch Leistung und dies sogar ausgezeichnet. Doch innerlich war sie leer, es bedeutete ihr persönlich nichts, was sie leistungsmäßig alles erreichte. Sie verzehrte sich nach Liebe und dachte, sie mit Höchstleistungen zu erlangen. Ja sie bekam verhaltene Achtung, die sie als Liebe deutete. Doch das übertünchte nicht ihr inneres seelisches Trauma. Immer wieder ging sie Partnerschaften der Abhängigkeit ein und entzog sich diesen erst, wenn es für ihr psychisches und physisches Wohlbefinden oft schon zu spät war.

Zu den bestehenden alten seelischen Wunden kamen immer neue hinzu, weil sie sich eben immer Freundschaften und Partnerschaften suchte, die sie diesbezüglich herausforderten. Schmerz, Scham und das Gefühl nicht zu genügen, Trotz und Wut mit sich selbst, waren an der Tagesordnung.

So konditioniert gab sie dies auch an ihre Kinder weiter, die dadurch auch einen großen geerbten genetischen Rucksack zu tragen haben, zumal sie einige diesbezügliche Partnerschaften miterlebten und so doppelt negativ konditioniert sind.

Während des Lesens hatte ich oft das Gefühl, eingreifen zu müssen, die damals junge Frau durchschütteln zu müssen, damit sie aufwacht und erkennt, dass sie, dass ihr Selbst, nicht durch Leistung dazu führt, dass sie als Mensch die Liebe erfährt. Liebe – nach der sie sich schon ihr ganzes Leben lang sehnte.

Immer wieder begab sie sich in Situationen, die ihrem inneren Kind und ihrem inneren Erwachsenen sehr schadeten, sie immer tiefer in den Abgrund führten.

Und plötzlich ging nichts mehr – körperlich nicht, sprachlich nicht, und psychisch nicht – und eigentlich war das ihr großes Glück, so tief abzustürzen. Denn sie erfuhr dann endlich, fast mit siebzig Jahren, die Erlösung. Esther Gille begegnete einem sehr empathischen und fachlich sehr gutem Therapeuten, der sie wieder ins Licht des Lebens führte. Das war oft schmerzlich, sie war oft unsicher, doch sie hat es geschafft, sonst gäbe es dieses Buch nicht.

Ich danke Esther Gille für ihre Offenheit, für dieses Buch, welches ich uneingeschränkt weiterempfehle. Menschen, die in ähnlicher Situation sind, können sich daraus viel mitnehmen, sollten aber aufpassen, wenn sie spieglungsgleiches erlebt haben, besteht Triggergefahr,

Ich wünsche der Autorin noch viele schöne Jahre, um ihr befreites Selbst genießen zu können.

Heidelinde Penndorf

(Dezember 2020)






Mittwoch, 2. Dezember 2020

⭐neue Leseempfehlung⭐: Die Weihnachts-Marie - Valerie le Fiery & Frank Böhm





Fast schon traditionell ist es, dass ich in der Weihnachtszeit eine kleine Weihnachtsgeschichte des Autorenduos Valerie le Fiery & Frank Böhm lese und rezensiere. Diesmal überraschen beide mit einer kurzen, modernen Weihnachtsgeschichte in lebendiger, illustrativer Schreibweise, die mir sehr gefällt.

Es ist eine Geschichte für die ganze Familie, zeigt auf, welch kommerzieller Wirbel um die Weihnachtszeit veranstaltet wird und wie es ist, wenn Menschen da finanziell nicht mehr mithalten können.

Es lugt die Sehnsucht nach den traditionellen, zwischenmenschlichen, emphatischen Werten des Weihnachtsfestes um die Ecke und die Leserschaft erlebt, wie ein kleines Mädchen für ganz große und kleine zwischenmenschliche, liebevolle Herzens-Wunder sorgt.

Ein kluges und schönes Weihnachtsmärchen, für große und kleine Menschen, um sich der wahren Werte bewusst zu werden.

Ich empfehle das kleine Büchlein sehr gerne weiter.

Heidelinde Penndorf

(Dezember 2020)





Dienstag, 1. Dezember 2020

⭐neue Leseempfehlung⭐: Kalt blütig: Thriller - Katharina Durrani





Um was geht es in Kalt blütig?

Es geht um Erbschleicherei, um Gier, um ein echtes Gemälde des Expressionisten Egon Leo Adolf Ludwig Schiele, um Schizophrenie und der damit verbundenen Wahnvorstellungen, und es geht um mehrere kaltblütigen Morde – eine explosive Mischung.

Das Cover ist bestrickend schön, der Klappentext macht neugierig. Doch irgendwie hat mich die Handlung auf Distanz gehalten. Die kurzen Kapitel ließen anfangs nicht zu, dass man die Protagonisten und Antagonisten richtig kennenlernen konnte. Die Charaktere rutschten mir immer wieder weg, oft musste ich zurückblättern, damit ich mir verinnerlichte Wer eigentlich Wer ist und zusammengehört. Ich denke, dass die Leserschaft das erste Buch der Möchtegerndetektivin Simone Jaan gelesen haben sollte, um zumindest deren soziales Umfeld zu kennen, damit der Lesefluss in diesem Buch nicht zu sehr ausgebremst wird. 

Ab Mitte des Buchs ändert sich dies, es wird flüssiger, spannender und der Schlussakt des Buchs bringt dann eine Auflösung, mit der ich nicht gerechnet hatte.

Doch möge sich die Leserschaft selbst ein Bild machen. Seien Sie neugierig und lesen sie den Thriller.

Heidelinde Penndorf

(November 2020)




Freitag, 27. November 2020

⭐neue Leseempfehlung⭐: Lieb mich lieber Morgen: Sommertrilogie Band 2 - Lily Winter




Die Leserschaft erlebt in der Fortsetzung ein buntes und liebevolles Zusammenwachsen der Patchworkfamilie. Eine schöne Idee, dass die Tochter Annas und der Sohn Ralfs, ähnliches miteinander erleben, wie Anna und Ralph im ersten Buchteil. Sozusagen Stimulus-Response-Lernen – Eltern-Kind – Lerneffekt. Beide sind auch charakterlich vergleichbar gestrickt, wie Anna und Ralf – zögerlich, abwartend, sich zurücknehmend. Die Beibehaltung der Tagebuchform finde ich genial und gut gelungen.

Vermisst habe ich manchmal die geniale jugendliche Lebendigkeit und Ausstrahlung beider Hauptprotagonisten. Mir fehlt auch die Tiefe in der Charakterbeschreibung der narzisstischen Antagonistin, die sich mit verschmähter Liebe auseinandersetzen muss und ihre Handlungen letztendlich zeigen, wie aus Liebe Wahn und Hass wird, mit verheerenden Folgen.

Und doch ist das Buch leicht zu lesen – eine durchaus gelungene Zusammenfassung des zwischenmenschlichen Miteinanders einer Patchworkfamilie im Auf und Ab des Lebens.

Heidelinde Penndorf

(Dezember 2020)






Sonntag, 15. November 2020

⭐neue Leseempfehlung⭐: Pati - Mildred Speet

 


Die Autorin zeichnet düstere Bilder des zwischenmenschlichen Zusammenlebens. Wir werden mit handlungsbedingten Situationen konfrontiert, in welchen die meisten Menschen einfach wegschauen, entweder weil sie die Dunkelheit, die seelisch psychologische Verrohung, oder auch die Einsamkeit mancher Leben entweder nicht ertragen oder weil sie es einfach aus den unterschiedlichsten Gründen nicht kümmert, was da gerade geschieht. 

Im Mittelpunkt der Handlung steht eine junge Frau mit einer dissoziativen Identitätsstörung. Wir erleben auf der einen Seite eine Hauptprotagonistin, erschreckend einsam, menschenscheu, im Schatten lebend, kaum wahrnehmbar, sehr sensibel aber auch hilfsbereit und auf der anderen Seite ein ausartendes aggressives mörderisches Ausrasten. 

Die Leserschaft erlebt eine Atmosphäre, ähnlich der in Hitchcocks Film ›Psycho‹ – Horrorelemente, düster, grausam, gruselig – stygisches Kopfkino – nichts für schwache Nerven.

Wer gerne Thriller mit einem Touch Horror mag, ist mit diesem Buch gut bedient, denn Nervenkitzel und Gänsehaut sind garantiert.

Heidelinde Penndorf

(November 2020)





Mittwoch, 11. November 2020

⭐neue Leseempfehlung⭐: Mutterliebe - Thriller - Ruben Schwarz

 



Der Thriller liest sich, als hätten Edgar Allen Poe und Stephen King hier abwechselnd die Feder geschwungen. Dem ist aber nicht so – ganz alleine Ruben Schwarz ist für diesen interessanten und lebendigen Krimi verantwortlich. Schon alleine der Prolog ist eine kleine interessante Geschichte für sich und macht neugierig auf die ereignisreiche Handlung des Buchs. Durch die auktionale Erzählweise erhält die Leserschaft einen intensiven Einblick in das soziale und zwischenmenschliche Gefüge aller Protagonisten und Antagonisten.

Es tun sich Abgründe auf, die Gänsehaut verursachen – wir erleben ein Duell zwischen unerfüllter Liebe, Mutterliebe und Kindesmissbrauchs. Doch die Zündschnur, die das Ganze im wahrsten Sinne des Wortes explodieren lässt, ist der Fanatismus des christlichen Glaubens. Eine verirrte Kinderseele wird in den verschiedensten Lebenszyklen so geformt, dass deren christlicher Glaube zum religiösen Wahn mutiert, verbundenen mit kaum vorstellbaren psychosozialen Auswirkungen, bis hin zu einer krankhaften fanatischen Psychose, die zur Apokalypse führt – viele werden in den Abgrund gerissen. Irgendwie gar nicht so weit entfernt von der Wirklichkeit.

Sehr lebendige und liebenswerte Charaktere zeichnen in dieser Düsternis, die zwischenmenschlichen Lichtblicke des Lebens und zeigen auf, was empathisches Menschsein ausmacht – sozusagen der positive Gegenpol des abgrundtief Bösen hier im Roman.

Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter, es ist ein lohnendes spannendes, aufregendes und auch nachdenkenswertes Leseerlebnis.

Heidelinde Penndorf

(November 2020)






Freitag, 6. November 2020

⭐neue Leseempfehlung⭐: Zum Teufel mit Kafka - Maria Zaffarana



Teuflisch amüsant dieses Buch. Gekonnte Satire – bissig erhöht und zwischenmenschlich ironisiert entlarvend. Wer genau hinliest – liest die Kritik am zwischenmenschlichen Miteinander, die Kritik wie Mensch mit Mensch umgeht – teilweise schon eine Persiflage der oft hochgehaltenen empathischen menschlichen Werte – die in der Handlung ja irgendwie völlig negativ aus dem Ruder laufen. Jeder ist dem anderen sein Teufel – Gesellschaftskritik vom Feinsten

Der satirische Rahmen der Handlung lässt es auch zu, dass ›Fressattacken‹ zelebriert und kultiviert erhöht werden – der Hintergrund dessen steht zwischen den Zeilen: die innere Leere übertünchen, sich aus der gesundheitlichen Verantwortung stehlen, weil man dann Besonders ist und Aufmerksamkeit bekommt – quasi Ersatz für Selbstliebe und innere Zufriedenheit.

Echt herausfordernd, das kleine Büchlein, reflektiert es doch bissig ein Stück unseres gesellschaftlichen Seins. Der Inhalt erzählt auch etwas über Machtausübung, Machtausnutzung und Persönlichkeitsentwertung - wie oft habe ich zwischendurch gedacht, dass ich diese Familien nicht geschenkt haben mag und schon lange das Weite gesucht hätte.

Ein wichtiger psychologischer Fakt der hintergründig im Buch eine wesentliche Rolle spielt, spiegelt sich auch im Mainstream TV und im Denken vieler Menschen wieder.

Damit sich unsere erzählende Hauptfigur einigermaßen gut fühlt, braucht er jemanden im sozialen Umfeld, der mental und psychisch, vielleicht auch noch zwischenmenschlich und finanziell noch tiefer am Abgrund steht als er selbst – also eine Erhöhung des eigenen Selbst auf Kosten eines anderen. Ignoranz seiner eigenen inneren Befindlichkeit.

Wieder einmal hält Maria Zaffarana unserer Gesellschaft einen sarkastisch geputzten Spiegel vor: kleinbürgerliches Denken und Verhalten, wenn es um das sozial –zwischenmenschliche Antlitz geht.

Der Schreibstil der Autorin ist illustrativ lebendig, sehr ausdruckstark und flüssig. Die Charaktere sind sarkastisch anspruchsvoll gezeichnet.

Ich empfehle das Buch sehr gerne an die Leserschaft weiter, ein durchweg vergnügliches Leseerlebnis.

Heidelinde Penndorf

(November 2020)






Mittwoch, 28. Oktober 2020

⭐neue Leseempfehlung⭐: Der Teufels vom Brocken - Eva-Maria Silber



Zwei denkwürdig historische Geschehnisse:

Die mysteriösen Ereignisse am Djatlow - Pass 1959 
und die Brockenbefreiung im Dezember 1989

Dazwischen liegen dreißig Jahre .

Der Autorin ist es richtig gut gelungen, beide bedeutsamen historischen Vorgänge, in ihrem neuen Buch miteinander zu verweben. Sie strickt daraus einen gut durchdachten und interessanten Plot, der spannungsgeladen und überaus lebendig, durch die fiktionale Handlung führt und im unmittelbaren Zusammenhang mit der Brockenbefreiung steht.

Eva-Maria Silber beleuchtet die Zeit des Ungewissen – zwischen Mauerfall und Wiedervereinigung beider deutscher Staaten. In dieser Übergangzeit war die Macht der Staatssicherheit, gerade auch bei den Ermittlungsarbeiten eines neunfachen brutalen perfiden und grausamen Studentenmordes, immer noch präsent – Vertuschung eben, wie eh und je. Und wer weiterdachte, wurde kaltgestellt und lief gegen Windmühlen an. Vieles, was bei den ersten Ermittlungsarbeiten nicht passte, wurde unter dem Siegel der Verschwiegenheit, passend gemacht.

Die Umstände erfordern jedoch später eine enge Zusammenarbeit von BKA und ostdeutschen Kriminalbeamten. Gut gekonnt spiegelt die Autorin die unterschiedlichen Sozialisierungen beider Personengruppen wieder. Doch man rauft sich zusammen, knüpft während der Ermittlungszeit sogar zarte Freundschaften und mehr – Ost und West fangen an, sich zu mögen. Einer steht für den anderen ein und das bringt die Ermittlungsarbeiten voran – echtes Teamwork eben

Es offenbaren sich tiefe menschliche Abgründe, wir blicken hinter die Fassade einer korrupten Mörderbande und erleben den Anführer – narzisstisch, arrogant und selbstsicher. Als das Ermittlungsteam ihm und seiner eingeschworenen Truppe zu nahekommt, gefährden sie ihr eigenes Leben – es steht Spitz auf Knopf.

Angefüllt mit Geheimnissen fast aller Beteiligten, führt die Story die Leserschaft auch in die Vergangenheit dieser, lässt uns tief in das soziale und berufliche Gefüge schauen und schafft es, uns in die grausame Brutalität zu verdeutlichen, mit der die neun Studenten ermordet worden sind. Fast hab ich gemeint, die zwischenmenschliche Kälte zu verspüren, die die Täter ausstrahlen. Da wirkt die beschriebene winterliche und frostige Atmosphäre auf dem Brocken wie eine Metapher, und unterstreicht die menschliche Eiseskälte der skrupellosen Mörder.

Eva-Maria Silber präsentiert ihren Leserinnen und Leser einen beachtlichen, fiktionalen und sehr spannenden Krimi, mit eindrucksvollen handelnden Charakteren. Sie zeichnet mit ihrem lebendigen Schreibstil auch ein interessantes und abwechslungsreiches Kopfkino in die Köpfe der Leserschaft. Der Schluss des Buchs lässt mich auf eine Fortsetzung des Ermittler-Teams aus Ost und West hoffen.

Ich empfehle das Buch sehr gerne allen Krimifreunden weiter. Seien Sie neugierig und erleben Sie selbst, wie denkwürdige historische Ereignisse, die dreißig Jahre auseinander liegen, gekonnt zu einem richtig guten Leseerlebnis verknüpft werden.

Heidelinde Penndorf

(Oktober 2020)






Freitag, 23. Oktober 2020

⭐neue Leseempfehlung⭐: D’n’A – wird schon schiefgehen, ganz sicher! (D'n'A 2) - Jenni Fenko



Auch der zweite Teil der Buchserie ist überwältigend stark, in jeder Zeile zeichnet die Liebe bunt schillernde Gefühlswelten der beiden Hauptprotagonisten. Wir erleben die beiden in intensiven psychischen Ausnahmezuständen. Es geht rasant, atemlos, sinnlich erotisch und sehr spannend weiter. Mehrmals erlebte ich eine überwältigende berauschend psychische Tiefe, die mich sehr berührte.

Es ist unter anderem die bewegte Geschichte des verletzten inneren Kindes, welches mit seinem inneren Erwachsenen nicht im Einklang lebt. Dadurch kommt es oft zu inneren Spannungen, die zwischenmenschlich auch in ihr soziales Umfeld wirken, zu Konflikten führen und das Leben mehrerer Personen manchmal völlig aus den Fugen hebt.

So geschehen ist es auch der Hauptprotagonistin. Doch dann geschieht etwas unglaubliches Zauberschönes. Ziemlich spontan und unbewusst schafft sie sich in einer prägnanten Ausnahmesituation einen imaginären sicheren Schutzort in ihrer Seele. Stundenlang verweilt sie dort, lässt niemanden eindringen, auch ihren Ehemann nicht. Sie ist der realen Welt völlig entrückt und formt sich in ihrer fiktiven Welt, auch das fast unbewusst, ihre Zukunft und trifft für sich die einzig richtige, positiv zukunftsweisende Entscheidung.

Ganz süß kommt das mit der ›Erdnuss‹ rüber. Die ausgesuchte Playlist zum Buch ist bemerkenswert gut und passt zu den Geschehnissen. Großartig finde ich auch, dass die Autorin Jenni Fenko im Vorwort des Buchs und auch zwischendurch in ihrem feinen, lockeren und lebendigen Schreibstil mit ihren Leserinnen und Lesern plaudert. Das verleiht dem Buch eine besondere Lebendigkeit.

Ich empfehle auch den zweiten Teil der Leserschaft ab dem 18. Lebensjahr sehr gerne weiter. Es ist ein sehr emotionales, temporeiches Lesevergnügen, mit wunderschönen, überaus erotischen, lustvollen Szenen angereichert, die für ein sehr lebendiges Kopfkino sorgen.

Heidelinde Penndorf

(Oktober 2020)







Sonntag, 18. Oktober 2020

⭐neue Leseempfehlung⭐: Ssabena - Wilde Wege zum Seelenheil - Imme Demos



Stellen Sie sich vor, Sie erfahren schon als ganz junges Kind, dass Sie adoptiert worden sind.

Was würde das mit Ihnen machen?

Wie würden Sie damit umgehen?

Die Autorin jedenfalls hat es buchstäblich aus ihrer Mitte gerissen, sie kippte aus ihrer seelischen Stabilität, verlor teilweise den Bezug zu ihrem Selbst. Es ist die Urangst, die sich da ihren Weg an die Oberfläche bahnte, die Angst verlassen zu werden, das Gefühl der Hilflosigkeit und Angst vor dem Alleinsein. Ihre Lebensenergie geriet völlig aus dem Gleichgewicht. Angststörungen, Bulimie und andere psychische Störungen waren ab da jahrelang ihre ständigen Begleiter.

Nur die Musik durchbrach dieses Dunkel, denn da war sie ganz bei sich, konnte sich intensiv spüren und erleben und die Angst war verschwunden.

Als junge Frau reiste sie quer durch die Welt, um sich selbst und Antworten auf ihre unzähligen Fragen des Lebens zu finden.

Es ist ein autobiografischer Roman, den Imme Demos da geschrieben hat. Sie nimmt uns mit auf diese sehr eloquente, spannende, aufregende und sehr lebendige Reise. Wir erleben intensiv den oft holprigen, sehr lebhaften Weg zu ihrem Ich, lernen die Menschen kennen, die ihren Weg kreuzen, sie für kurze oder längere Zeit begleiten und erleben, wie die Autorin für sich immer das Wichtigste aus diesen Zusammentreffen und deren Erleben herausfiltert und mitnimmt auf ihrem weiteren Weg der Selbstsuche. Es sind Schlüsselerlebnisse und auch insbesondere drei intensive Schlüsselbegegnungen, die sie voranbringen und dann zu ihrem ureigenstem ICH führen.

Das Printbuch wird begleitet durch eine Musik-CD, die mir sehr gefällt. Ein Lied daraus, welches bezeichnend ist für die jetzige Imme Demos, habe ich zur Rezension dazugestellt, weil dieser Text und die Musik zeigt, wie man sich fühlt, wenn MENSCH mit sich im Reinen ist.

Was ich für mich mitnehme aus dem Buch: Von Geburt an ist niemand böse, doch wir Menschen erleben im Laufe unseres Lebens viele Dinge und haben Erlebnisse, die negativ sind, das erzeugt Wut, Hass, Ablehnung und Traurigkeit. Diese Gefühle sind aber nicht von uns alleine, wir bekommen sie auch übertragen von unseren Eltern und den Generationen vor ihnen. Wie ein Staffelstab werden diese negativen Emotionen immer weitergereicht an die nächste Generation und generiert neue Erlebnisse, wenn wir diese Mauer nicht durchbrechen können – das Gesetz der Anziehung greift hier – immer! Wären alle Menschen sich dessen bewusst, könnte die Welt eine bessere sein.

Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter. Es ist eine bewegende Lektüre, auch für Männer, eine, aus deren Inhalt wir viel für uns selbst mitnehmen und lernen können.

Heidelinde Penndorf

(Oktober 2020)




Medien


Sonntag, 11. Oktober 2020

⭐neue Leseempfehlung⭐: Einzigartiger: Haiku für Dich - Elena Abendroth

 



Kurze Erklärung:

Haiku ist eine der Natur zugewandte japanische Gedichtform, und gilt als die kürzeste der Welt. Diese Gedichtform wendet sich auch an jeden einzigartigen Menschen, insbesondere auch die Liebsten.

Elena Abendroth führt uns mit ihren Dreizeilern fast durch ihr ganzes Leben. Wir erleben ihre tiefe, sinnliche und wundervolle Liebe zu ihrem Partner, erfahren ihrer beider innige Zweisamkeit und auch deren situationsbedingte Spannungen. Ihre gedankenreiche Liebe zur Natur wirkt wie Metaphern und stehen sicher für ihre vielfältigen Lebensveränderungen. Angst ist in den Zeilen greifbar, als plötzlich durch die Realität spürbar wird, dass das Leben vergänglich und endlich ist und man diesen letzten Weg alleine gehen muss, ohne den Partner. Doch auf Hoffnung und Zuversicht und ihre Lebenslust schimmern durch die Zeilen. Es offenbart sich uns ein ganzes Leben in nur wenigen Zeilen und Bildern.

Das Buch gefällt mir sehr gut und ich empfehle es gerne weiter. Seien Sie neugierig, auf Elena Abendroths Leben, in Haiku-Form.

Heidelinde Penndorf

(Oktober 2020)






Mittwoch, 7. Oktober 2020

⭐neue Leseempfehlung⭐: Sarah will hoch hinaus - Verena Dahms

 


Auf den ersten Blick ist das Buch ein lockerer, leichter und charmanter Unterhaltungsroman, doch liest und denkt man tiefer, dann ist die Handlung mit so einigen psychologischen Aspekten unterlegt, die mich zum Nachdenken bringen.

Sich immer wieder beweisen müssen, von Kind an, rauswollen aus dem kleinbürgerlichen Mief, mit seinen zwischenmenschlichen Urteilen und Vorverurteilungen, weil man anders ist und es einfach nicht mehr ertragen kann, nicht so angenommen zu werden.

So geht es auch der Hauptprotagonistin Sarah – leistungsorientiert und Perfektionistin – bis einschneidende Veränderungen eintreten, die sie psychisch so ins Abseits drängen, ins Schleudern bringen und sie mehrmals impulsiv handelt, ohne richtig prüfend nachzudenken – Perfektionismus außer Kraft. Da sind natürlich gravierende Fehler und demzufolge auch Enttäuschungen vorprogrammiert.

Die schwelenden zwischenmenschlichen Konflikte in ihrer Familie und deren Intoleranz gegenüber Homosexualität, tragen außerdem zusätzlich dazu bei, dass ihre innere Balance ins Wanken gerät.

Damit aber nicht genug! Denn plötzlich passiert um ihre Person ein gravierender Einschlag, der sie völlig außer Kraft setzt, psychisch und physisch. Das wäre es dann, wenn da nicht ihre drei charmanten Freunde wären – ihre drei Männer – auf die sie immer bauen kann.

Wie die Autorin verraten hat, trägt das Buch ein klein wenig autobiografische Züge. Deshalb ist der Handlungsort des Buchs auch die Schweizer Stadt Basel. Es ist schön und interessant, im Buch auch einiges über diese Stadt und deren Sitten und Gebräuche zu erfahren. Muss ja wirklich toll sein, in so einer Basler Fasnachtsclique dabei zu sein und dann zur Fasnacht verkleidet und musizierend durch die Straßen zu ziehen.

Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter, es ist ein vergnügliches, interessantes und manchmal nachdenkliches Lesevergnügen.

Heidelinde Penndorf

(Oktober 2020)








Sonntag, 4. Oktober 2020

⭐neue Leseempfehlung⭐: Blackout und Magie: Weiße Drachen (Galduron-Saga 3) - Arthur Gustav Steyn

 


Der dritte Teil der Saga ist ziemlich spannend. Die Welt ist immer noch in Veränderung. Die bequeme alte Zivilisation mit all ihren Annehmlichkeiten ist für immer verloren. Der Konflikt zwischen Gut und Böse wird jetzt offener und aggressiver ausgetragen. Die dunkle Seite der Macht wartet mit Überraschungen auf, die den Menschen viel Kraft abverlangt und auch Verluste mit sich bringt. Die magische Welt dringt immer mehr in die Menschenwelt ein und da deren Bedürfnisse andere sind, kommt es zu schwelenden Konflikten, die fast unlösbar erscheinen. Ein dauerhaft friedvolles Zusammenfinden und Zusammenleben scheint auf Dauer kaum möglich. Innere Spannungen und Zweifel lassen Oliver manchmal fast verzagen, bis er seine Bestimmung in der Blackout-Welt endlich gefunden hat.

Was ich aus dem Buch für mich mitnehme: Böses nicht mit Bösem vergelten – denn das nährt die Aggressivität und die dunkle negative Seite der Macht.

Von mir gibt es ein uneingeschränktes Ja zur Empfehlung des dritten Teils dieser Fantasy-Saga, zumal wenn man Fan dieser Buchserie ist.

Heidelinde Penndorf

(Oktober 2020)






Dienstag, 29. September 2020

⭐neue Leseempfehlung⭐: Wenn es zwickt, stinkt und knackt, leben wir noch: 100 faszinierende Fakten des Körpers - Dr. med. Petra Sommer



Das Buch ist einfach genial. Allein der Buchtitel lässt mich schmunzeln und beim Thema Schnarchen habe ich herzhaft gelacht. Der Inhalt zeichnet sich durch eine kreative, sympathische und humorige Grundstruktur aus, die für ein emphatisches Verstehen der Leserschaft sorgt. Die Autorin nimmt uns mit auf eine interessante und anschauliche Reise durch unseren Körper. Sie erklärt mit Wortwitz und in amüsanter bildhafter Sprache, wie unser Körper funktioniert und übermittelt eindrucksvoll und einfach Faktenwissen und Kuriositäten über die Funktionen unserer Organe. Vortrefflich weckt sie damit die Aufmerksamkeit und die Neugier der Leserinnen und Leser. 
Mein Resümee:

›Wenn Arzt und Patient eine gute gemeinsame kommunikative Ebene miteinander finden, stärkt dies das gegenseitige Vertrauen und sie begegnen sich auf gleicher Augenhöhe. Die Autorin hat erkannt, dass die Ärzteschaft ihr Fachwissen im Arzt-Patienten-Gespräch auf die Laien-Ebene runterbrechen sollten, um zu uns, den potenziellen Patienten, durchzudringen und so Therapieradläufe positiv nachhaltig zu beeinflussen.‹ 
Ergänzt durch lustige und auch informative Illustrationen, ergibt das Ganze ein mit Wissen angereichertes und lesenswertes Potpourri für medizinische Laien, sprich potenzielle Patienten. Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter. Es ist erstaunlich originell und lesenswert.

Chapeau Frau Dr. Sommer!

Heidelinde Penndorf

(September 2020)






Donnerstag, 24. September 2020

⭐neue Leseempfehlung⭐: Herbstrebellen: Resümee der Leidenschaften (Lieben des Lebens, Band 1) - Roda Roth


Ein starkes, mutiges Debüt, eines mit voller emotionaler Wucht. Eines dessen Inhalt, ob seiner Tiefe seiner nackten Ehrlichkeit, mich tief in der Seele berührt.

Die 75-jährige Autorin, wahrhaft eine Rebellin – sie schreibt über die Liebe, ihre Gefühle, schenkt uns ihre ganz persönlichen Gedanken. Mit ihren Gedichten und Prosatexten gewährt uns Roda Roth einen tiefen Einblick in ihre Seele. Manchmal dachte ich beim Lesen, wir sitzen bei einem Glas Wein zusammen und sie erzählt mir ihre Lebens-Liebesgeschichte.

Kommt seht her, ich war leidenschaftlich, stark wie ein Baum, ich habe das Leben geliebt und die Liebe. Ich habe den Himmel gesehen, war verzückt, wurde geliebt und habe geliebt mit allen Sinnen – ohne Mittelmaß. Meine Liebe und ich, wir haben uns einander geschenkt, uns einander hingegeben ganz und gar – fragten nicht nach dem Morgen
.
Dann Versprechen gebrochen und großes Schweigen, die Zeit wurde eine andere.

Schaut ihr Leserinnen und Leser, ich bin verletzlich, so wie ihr auch. Manchmal habe ich auch neben mir gestanden und der Whiskey war mein einziger Freund. Verzehrt habe ich mich nach meiner großen Liebe, war wütend, dann verzweifelt und wollte aufgeben, weil ich einfach nicht mehr konnte, nicht mehr weiterwollte.

Die Erinnerungen an die Zeit, die wir zusammen hatten, meine große leidenschaftliche Liebe und ich, sie haben mich fast gebrochen – darüber vergingen die Jahre. Ich habe den Himmel gesehen und dann die Hölle erlebt. Und ich habe mich wiedergefunden – anders – aber ganz. Ich bin eine zeitlose Herbst-Rebellin, leidenschaftlich, neugierig, das Leben liebend und die Liebe.

Rebellisches Denken und ihr lebendiger mitreißender Schreibstil begeistern und die Skulpturen, die sie zu ihren Worten gesetzt hat, sind bildhafte Ausrufungszeichen mit Herz. Roda Roth – den Namen sollte man sich merken. Mit 75 Jahren so ein überwältigendes Debüt hinzulegen – Chapeau!

Ich empfehle dieses Buch der Leserschaft ab dem 18. Lebensjahr sehr gerne weiter, ein aufwühlendes mitreißendes Lesevergnügen.

Heidelinde Penndorf 

(September 2020) 



Medien



Montag, 21. September 2020

⭐neue Leseempfehlung⭐: Blau wie der Tod (Brandenburg-Krimis 5) - Fiona Limar



Fiona Limar ist immer für eine Überraschung gut. Diesmal geht es um eine esoterische These, welche sich den Weg in den Mainstream erobert hat, obwohl sie wissenschaftlich und fachärztlich absurd, auch nicht bewiesen und unterlegt ist. Die Autorin stellt daneben noch ein psychologisch fundiertes Thema, verbindet beides und strickt daraus einen gut durchdachten und interessanten Plot, der spannungsgeladen durch die Handlung führt.

Die Story ist durchdrungen von Geheimnissen fast aller Beteiligten, führt die Leserschaft auch in die Vergangenheit dieser, lässt sie tief in das soziale und berufliche Gefüge schauen und schafft es, uns am menschlichen Abgrund entlang balancieren zu lassen. Psychologisch tiefgründig lässt die Handlung die Leser auch tief in verletzte Seelen schauen, zeigt auf, was passiert, wenn MENSCH aus der Opferrolle nicht herausfindet und sein Denken und Handeln sich in die falsche Richtung – in diesem Fall – Rache, bewegt.

Warum der Mörder am Tatort immer ein bestimmtes Relikt hinterlässt, zeigt auf, wie sehr sich diese esoterische These in seinem Denken verankert hat und ihn zu makabren Handlungen treibt. Im Grunde ist es die Umkehr einer wahnhaft kranken Opfer-Täter-Beziehung.

Der Schreibstil der Autorin ist wie immer flüssig, schnörkellos und sehr gut, die Protagonisten und Antagonisten sehr lebendig und interessant gezeichnet. Wie so oft lockt Fiona Limar ihre Leserschaft auf falsche Fährten, durchzieht die Handlung mit vielen zwischenmenschlich konfliktgeladenen Beziehungen, sodass das Ermittlungsteam Mühe hat, den Kreis der unmittelbar Verdächtigten einzugrenzen. Wer nun wirklich der Mörder ist, hat mich völlig überrascht und hätte ich so nicht erwartet.

Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter, denn es ist ein sehr spannendes, interessantes und mitreißendes Lesevergnügen, mit einem AHA-Effekt und dazu noch eines, mit einer völlig überraschenden Auflösung. Seien sie neugierig.

Heidelinde Penndorf

(September 2020)