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Samstag, 2. Januar 2016

Jetzt mit Leseprobe: Sophia - Dem Abgrund so nah - Valerie le Fiery - Empfehlung



Wie wenig Selbstliebe und Selbstvertrauen muss ein Mensch haben, um so tief zu fallen, wie Sophia? Was geht in einem Mensch vor, der durch Alkohol, Schmerz - und Schlafmittel, später dann auch durch harte Drogen sich selbst so missbraucht, seinen Körper so immens zerstört, wie es Sophia getan hat. Was muss passieren, damit man sein ganzes Geld nur noch dafür einsetzt, um sich so aus der Realität zu stehlen – sogar obdachlos wird? Diese Selbstaufgabe Sophias ist ein seelisch tiefer, sich steigernder Exzess, führt zur Abhängigkeit und fast zu ihrem Tod. Selbstmitleid, Selbstverachtung, Selbstaufgabe – ist das auch selbstbestimmtes Leben?

Menschen geben sich auf und merken es kaum, weil sie sich selbst verleugnen. Und so fängt der Absturz an, der Weg, für den sie sich entschieden haben. Der Weg aus Selbstmitleid, Selbstverleugnung und Selbstaufgabe. Bis es fast zu spät für sie ist, in ein normales Leben zurück zu finden. - für manche ist es zu spät - leider.

Sophies Kindheit und Jugend verlief nicht in geordneten Bahnen. Für sie war dies ein Mangel ihrer Kindheit und Jugend. Deshalb definiert sie sich nach Gründung einer Familie und ihrem erfolgreichem Abschluss des Studiums, nur noch über Arbeit. Sie möchte, dass es ihrer Tochter an nichts fehlt. Dabei vergisst sie zu leben und glücklich zu sein. Ihr Platz in der Familie ist wenig besetzt. Sie ist die rechte Hand des Chefs einer großen Modefirma, füllt dort ihren Platz voller Umsicht und Pflichtbewusstsein aus und unterdrückt eigene und die Bedürfnisse, Sehnsüchte und Wünsche ihres Ehemannes und ihrer Tochter. Schranke im Kopf! Ab und an meldet sich das schlechte Gewissen ihnen gegenüber. Doch sie verdrängt es immer wieder. Ihrer Tochter soll es an nichts mangeln, das Haus muss abbezahlt werden – der Ausreden gibt es viele. Bis es zu spät ist, bis es eines Tages den großen ultimativen Knall gibt in ihrer kleinen Familie. Ihr Ehemann wendet sich von ihr ab, lässt sich gar scheiden und ihre Tochter mag von ihr absolut nichts mehr wissen. Zu oft wurden beide enttäuscht, zu oft war ihr Platz zu Hause leer.

Ein ergreifendes Buch, stark berührend, ein Thema welches immer aktuell sein wird. Die Protagonistin Sophia erlebt die abstürzende Tiefe einer Obdachlosen und einer Süchtigen.

Beschaffungskriminalität ist an der Tagesordnung in dieser Szene. Der Bahnhof der Ort, an dem man Dealern und Betroffenen begegnet. Man kennt sich, ist aufeinander angewiesen. Die Bahnhofsmission ist oft der letzte Ausweg, um sich einmal zu Duschen und um einmal in einem warmen Bett zu schlafen. Sonst halten Pappkartons her,um sich eine einigermaßen geschützte Schlafstätte unter einer Brücke zu bauen. Weihnachten in der Bahnhofsmission - ein bissel, wie das normale Leben, in einer Familie von Betroffenen. Streetworker versuchen zu helfen, oft selbst psychisch am Ende und sehr oft auch machtlos gegen den Teufelskreis, die Abwärtsspirale der Abhängigkeit, der Betroffenen

Menschlicher Tragödien real nachempfunden mit einem fiktiven Leben - ein Sturz in den Abgrund aus Abhängigkeit und Selbstaufgabe. Doch auch das Aufzeigen von Lösungen und Hilfen, da wieder hinaus zu finden und ein Leben zu führen, welches sich lohnt,es zu leben.. Glücklich sein, möchte man lernen.

Ich hab das Buch in einem Ritt durchgelesen und danke der Autorin Valerie Le Fiery für diese sehr nachdenkliche spannende und lehrreiche Unterhaltung. Gut geschrieben und gut recherchiert – sehr zu empfehlen.

 
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