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Mittwoch, 4. Dezember 2019

⭐ neue Leseempfehlung ⭐ Meine Partnerseite jetzt auch auf meinen Blog


Diese Partnerseite mit den Verlinkungen zu den Autorenseiten, ist ein kleiner Baustein meiner Literatur-Oase, um der Autorenschaft Danke zu sagen. Danke dafür, dass sie trotz aller Umbrüche in der Buchwelt schreiben. 

Danke auch für das breitgefächerte Angebot der Genres und die vielen interessanten Handlungen, die oft ernste zwischenmenschliche und soziale Hintergründe aufweisen. Sie sind die stellvertretenden Boten der Literatur, die den Mut haben, im Durcheinander des Buchmarktes zu schreiben und dem Chaos die Stirn bieten. Es sind auch oft solche Autoren, die nicht Mainstream gerecht schreiben und deshalb Mühe haben, einen fairen Verlag zu finden. Seien Sie leseneugierig und blättern Sie auf den Autorenseiten.


Ein Klick auf das entsprechende Autoren-Foto, oder dessen Namen, manchmal auch auf beides – und die Tür zu einer Welt voller Überraschungen und Abenteuer öffnet sich:


 Autorenduo
Valerie le Fiery & Frank Böhm
 Dirk von Grolman   †  März 2019
Norbert Sternmut
 Konstanze Harlan
               Lina George
Mari März

  
 
Bea Insel
Anke Kopitz
Alex Wagner
Moritz Boll
Ulrike Blatter
          Karolyne Stopper
            Eva-Maria Silber
           Rega Kerner
          Liane Scholl
              Maria Zaffarana
       Stefan Wollschläger
 
Fiona Limar
                 Mona Frick
 Marion Krafzik
      
 
 
 

  
             Paula Dreyser
       James Henry Burson
             Martina Schmid
 Joan Hill
  
  Rena Bardorf
 
Helena Baum
 
 
Heidemarie Pläschke
                                 
 
Ilse Campbell
  
Olaf Warnsing
 
 
 
Anne Card
 
 
 Francis Linz 
 
Martin Schörle
         Christina Unger
            Alva Furisto

   
Brigitte Teufl-Heimhilcher
Andrew C. Fox
            Emilia Cedwig
  Franck Sezelli

 
 
 Dagmar Tollwerth
 
 
Magdalene Möricke
 
Sigi Sternberg
 
 
         
       
Gabriela Alexandra Scharff
 
 
T.A.M. Lang
 
 
 
Patrick R. Ullrich
 
 
 
Lisa Michaelis 
 
 
 
 
      Reinhard Belser
         Stefanie Friedl
           Christine Bouzrou
 
Peter Bunt 
 
              Cornelia Briend
 
Andreas Puderbach 
 
 Hilde Willes
 
Judith Brivule
Jean P.
Michael Paul
Renate Lehnort
Amelie Sander
Radka van Bashuisen
Verena Dahms
Birgit van Troyen
         Martine Lestrat
          Doris Köhl

 
Nathalie C.Kutscher
Assitan Soumare
   Marc Schuhmacher
         Tina Hope
   
Nina Pfeffer Câmara
A.C.LoClair
Danielle A. Patricks

 und hier auf meinerWebsite





Dienstag, 3. Dezember 2019

⭐ neue Leseempfehlung ⭐: Christmas Nights: oder der Zauber von Weihnachten - Valerie le Fiery & Frank Böhm



Das Autorenduo präsentiert ihrer Leserschaft zur Adventszeit zwei kleine, liebenswerte Weihnachtsgeschichten – süße bezaubernde Weihnachtskekse für Erwachse und Kinder gleichermaßen. Eines ist im modernen Zeitgeist, spannend und lustig und das andere in Art der Großelternmärchen geschrieben. Wobei ich da oft schmunzeln musste, weil der kleine Enkel seinen Opa mit seinen bohrenden Fragen zwischendurch ganz schön ins Schwitzen bringt und die Phantasie Flügel bekommt. Ich freu mich auf Adventszeit – da sind immer Vorlesetage für unsere Zwillingsenkel und die zwei Weihnachtsgeschichten von Valerie le Fiery und Frank Böhm werden dabei sein. 

Und ich empfehle das Buch sehr gerne weiter – es schenkt gemeinsame Lese- und Vorlesezeit mit den Kindern und Enkeln – grad in der Weihnachtszeit einfach perfekt.

Heidelinde Penndorf

(03.12.2019)







Sonntag, 1. Dezember 2019

⭐ neue Leseempfehlung ⭐: Rionnag: Krieger meiner Seele - A.C. LoClair



Der Debütroman der Autorin ist eine Reise zwischen Vergangenheit und Gegenwart, zwischen Zeit und Raum, zwischen Tod und Leben und auch eine Reise zwischen den Sphären verschiedener Gedanken-, Erlebens- und Glaubenswelten.

Reinkarnation ist das große Thema – Kendra, die Hauptprotagonistin der Jetztzeit, hat eine uralte Seele und übermittelt uns in ihren Flashbacks und auch in geführten hypnotischen Trancezuständen, beeindruckende Bilder der Lebensumstände der Kelten des 12. Jahrhunderts an der schottischen Küste. Anfangs etwas langatmig, entwickelt sich die Story jedoch sehr spannend und man mag gar nicht aufhören zu lesen. Beachtlich ist auch, der fast in Vergessenheit geratene kleine Wissensschatz der Naturheilkunde, den die Leserschaft in der Handlung erfährt – einfach exzellent.

Insgesamt eine fantastische Geschichte, die aufzeigt, dass aufrichtige Liebe auch keine zeitlichen Grenzen kennt, die Zeit überdauert, dass Menschen, die man liebt und die gegangen sind, trotzdem immer bei uns sein werden. Die Liebe im Zusammenspiel unseres Karmas – also die moralischen/ethischen Werte, sind für unser aller friedliches Zusammenleben ausschlaggebend, so zeigt es diese Story und so bewahrheitet es sich im Kleinen und auch im Großen.

Ich empfehle das Buch der Leserschaft sehr gerne weiter, es ist mit viel Herzblut gestaltet und geschrieben, die Protagonisten sind lebendig und charakterlich gut gezeichnet, die Handlung ist interessant, mit steigendem Spannungsbogen, birgt einige Überraschungen und übermittelt Wissen.

Die Geschichte erzeugt bei mir einen AHA-Effekt, denn mir wurde in der Essenz klar, dass es viele Berührungspunkte der damaligen keltischen Kultur und des Buddhismus gibt – es ist nicht nur der Punkt der Reinkarnation, sondern auch die miteinander harmonisierenden positiven Wertevorstellungen, die übereinstimmen.

Heidelinde Penndorf

(01.12.2019)






Donnerstag, 21. November 2019

⭐ neue Leseempfehlung ⭐: Apostelmord: Ein Kriminalroman aus dem römischen Wien (Antike Morde 2) - Alex Wagner



Das Grundthema des Buchs: Die Auswirkungen des Fanatismus – wenn durch unterschiedliche Religionen/Glaubensrichtungen durch bestimmte Interessengruppen Machtansprüche entstehen und man Andersgläubigen mit Gewalt den eigenen Glauben aufzwingen will. Das Thema ist so alt wie die Menschheit selbst und doch immer noch aktuell, eigentlich aktuelle denn je. Denn immer noch werden im Namen verschiedener Religionen Verbrechen begangen und gemordet. Es ist uns Menschen über die Jahrhunderte hinweg nicht gelungen, gegenüber jedem anderen Glauben Akzeptanz zu zeigen und einem guten zwischenmenschlichem Miteinander Raum zu geben – das zeugt von einer immensen charakterlichen Schwäche der Menschheit. – wir lernen einfach nicht aus den historisch belegten Fehlern, die gemacht wurden.

Das Ganze hat Alex Wagner gut gekonnt, im zweiten Teil ihrer Buchserie ›Antike Morde‹ integriert. Die Leserschaft wird wieder in die römische Provinzstadt Vindobona, das spätere Wien, entführt, begegnet dort den liebgewonnenen Protagonisten des ersten Teils und erlebt hautnah mit, wie im Namen der Religion, ein ziemlich intelligent ausgeführter Serienmord initiiert wird.

Die fiktive Handlung ist durchweg interessant, spannend, lebendig und intelligent, wartet mit einigen Verwicklungen auf und führt die Leserschaft erst auf den letzten Buchseiten zur Auflösung des Serienmords.

Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter.

Heidelinde Penndorf

(21.11.2019)






Samstag, 16. November 2019

⭐ neue Leseempfehlung ⭐: Let's talk about 6 - Hilde Willes



Der Roman ist ein richtiger Knaller, ein Gassenhauer der literarischen Unterhaltung. Er beschreibt den ganz normalen alltäglichen Wahnsinn unseres Lebens. Ein echter Hilde Willles Roman eben – authentisch, gewürzt mit feinsinniger Ironie, Wortwitz, einer entwaffneten Offenheit und manchmal einer saloppen Sprachführung. Es ist ein Feuerwerk der Emotionen unterschiedlichster Situationen und Gefühle.

Vier Frauen und jede davon mit ihrem individuellen Lebensrucksack ausgestattet. Vier beste Freundinnen, die zusammenstehen, wenn mal wieder das Chaos ausbricht und die Karten des Lebens neu gemischt werden. Sie helfen und unterstützen sich gegenseitig, reden nächtelang, lachen und weinen gemeinsam und teilen ihre Erlebnisse und Geheimnisse miteinander. Unverzagt und positiv dem Leben zugewandt, bauen sie gemeinsam aus den Trümmern ihrer Vergangenheit etwas Neues und Schönes. Echte Freundschaft eben.

Alle Charaktere der Handlung sind lebendig gezeichnet, mit all ihren Stärken und Schwächen, es sind Menschen, wie du und ich auf der Suche nach Liebe, Glück, Geborgenheit, auf der Suche nach dem eigenen Ich, nach dem Sinn des Lebens.

Es ist auch ein bissel wie ››SEX and the City‹‹ – ein Spiegel unserer heutigen Zeit, in welcher man sich immer mehr ins Internet zurückzieht, um den richtigen Partner zu finden. Einsamkeit, Neugierde, Bestätigung und auch Lust auf Sex, die die Freundinnen dazu führt, sich in Dating-Portalen anzumelden. Die Erfahrungen, die sie mit den unterschiedlichsten Dating Partnern sammeln, stimmen nachdenklich, sind manchmal zum Brüllen komisch und auch skurril, manchmal auch traurig und wunderschön.

Eine Geschichte, wie sie das Leben schreibt – mit genau der richtigen Portion Tiefgang, Leichtigkeit und Humor, die sie zu einem richtig guten Lese-Erlebnis macht. Ich empfehle das Buch sehr gerne der Leserschaft weiter und nicht nur den Damen, sondern auch den Herren. Yes – Let's talk about 6

Heidelinde Penndorf

(16.11.2019)







Donnerstag, 14. November 2019

⭐ neue Leseempfehlung ⭐: DER TÄNZER: Gay-Geister-Geschichte - Mari März



Ein kleines Büchlein – aber was für eines – Mari März stellt den verpflichtenden moralischen Aspekt ›Gegen das Vergessen‹ in den Vordergrund und erinnert an die bisher dunkelste grausame Geschichte unseres Landes. Einfühlsam und empathisch nutzt sie dazu eine fiktive Geschichte und verknüpft sie gekonnt mit den Verbrechen Hitlerdeutschlands.

Worum geht es? Es geht um das Anderssein – wenn Menschen nicht dem Raster der Werte und Normen entsprechen, die die Gesellschaft festgelegt hat. Mari März macht insbesondere darauf aufmerksam, dass in der Nazizeit Homosexualität aufgrund des Unzuchtparagraphen strafbar war, viele der Betroffenen in Umerziehungslager kamen und oft grausam zu Tode gefoltert wurden. Sie erinnert an die Mordaktion gegen Homosexuelle des Sommers im Jahr 1942 und auch daran, dass der Paragraph 175 bereits im 19. Jahrhundert im Gesetz Akzeptanz fand, dieser während der NS-Zeit verschärft wurde, in der ehemaligen DDR übrigens schon Ende der Fünfziger Jahre gestrichen, aber erst im Juni 1994 im wiedervereinigten Deutschland außer Kraft gesetzt wurde. Da hat sich Deutschland mit der Akzeptanz des Andersseins ziemlich schwergetan. Kein Wunder, dass nur wenige eine Opferrente bekommen und in den Geschichtsbüchern kaum darüber berichtet wird und wenn nur am Rande.

Es gibt eine Stelle im Buch, die hat mich aufhorchen lassen:

›Und auch, dass ein weiteres Mal das Licht zu erfrieren drohte, weil wir unsere Hoffnung verloren, unsere Identität, Das WIE‹.

Dieser Satz ist für mich eine Metapher – eine Warnung – das Licht unserer Seele verdunkelt sich, angesichts des rechten Gedankenguts, welches sich in unserem Land verstärkt hat. Es ist das WIE, welches überaus wichtig ist: Wie wir miteinander umgehen, die oft fehlende Akzeptanz des Anderssein, die moralischen emphatischen Werte, die verloren zu gehen scheinen. Deshalb kann nicht oft genug gemahnt werden, nicht oft genug daran erinnert werden, dagegen gesungen, Filme gedreht werden und geschrieben werden, so wie Mari März es mit dieser kleinen Novelle tut. Gegen das Vergessen angehen, denn so etwas darf sich nie wiederholen.

Chapeau Mari März! Das Buch hat meine absolute Leseempfehlung und ich wünsch der Autorin, dass das kleine Büchlein vielen Leserinnen und Leser haben wird.

Heidelinde Penndorf

(14.11.2019)






Mittwoch, 13. November 2019

⭐ neue Leseempfehlung ⭐: Daddy: Weltbürger wider Willen - von Nina Pfeffer Câmara & George Pfeffer



Eine bemerkenswerte und atypische Autobiografie eines Weltenbürgers wider Willen –Georg. M. Pfeiffer – ein jüdischer Wanderschauspieler – der den Regeln Hitlers trotzte und den Davidstern nie trug.

Einer der schon in jungen Jahren wusste, was Verantwortung ist, der in den schwierigsten Situationen immer einen Ausweg fand, um sich und seine Familie zu schützen und für sie zu sorgen – ein ziemlich kluger, kühler Kopf und Lebenskünstler.

Sein Talent und sein Einfallsreichtum waren enorm. Georg M. Pfeiffers Idee einer Wanderbühne, die er in die Tat umsetzte, rettete seiner Familie und ihm während der Nazizeit das Leben. Fast nie waren sie sesshaft, nirgend gemeldet, sondern zogen von Ort zu Ort. Dadurch fiel die Familie aus dem Raster der Nazis. Das verlangte der ganzen Familie einiges ab, fast immer unterwegs, nie irgendwo heimisch – kein zu Hause in dem Sinne, wie wir es kennen.

Aber es bewahrte die Familie vor dem KZ – die Wanderbühne war der beste Schutz. Doch es schützte nicht vor der inneren Zerrissenheit, denn aus der Ferne miterleben zu müssen, wie viele ihrer Freunde und auch einige Verwandte den Gräueltaten der Nazis zum Opfer fielen, war kaum zu verkraften. Als die politische Situation in Deutschlands sich immer mehr zuspitze emigrierte die Familie, um zu überleben, nach Brasilien.

Georg. M. Pfeiffer schrieb das Manuskript seiner Biografie schon in den 80er Jahren, seine jüngste Tochter Nina Pfeffer Câmara begleitete ihren Vater in den letzten Tagen seines Lebens, saß an seinem Bett und las in Abschnitten sein niedergeschriebenes Werk.

So kommt es, dass die Leserschaft zwei Erzählperspektiven erlebt – die des Vaters und die seiner Tochter, die zwischendurch immer wieder Rückblicke ihres ganz persönlichen Erlebens dieser Zeit mit ihrer Familie schildert und so das Manuskript ergänzte und bereicherte.

Beim Lesen war sie mir oftmals sehr nahe. Es fühlte sich an, als ob ich ihr lauschte, wie sie mir persönlich die Lebensgeschichte ihrer Familie und ihres Vaters auf sehr emotionale empathische Weise schilderte.

Die Autorin hat eine einfühlsame sachte Schreibweise. In jedem Satz schimmert die Liebe zu ihrem Vater und ihrer Familie durch die Zeilen. Es ist eine sehr berührende Lebensgeschichte, eine Autobiografie, die Mut macht, sich auch in schwierigen Zeiten zu behaupten und seine Liebsten zu schützen, eine die aufzeigt, das sich diese grausame Zeit, das bisher dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte, nie wiederholen darf.

Das Buch hat meine uneingeschränkte Leseempfehlung.

Heidelinde Penndorf

(13.11.2019)





Dienstag, 12. November 2019

⭐ neue Leseempfehlung ⭐: Lindenhof: Der beschwerliche Weg zurück - Danielle A. Patricks



Ein Gegenwartsroman, fast würde ich sagen, ein moderner Heimatroman, der durch die Beschreibung eines idyllisch gelegenen Gestüts, Bilder im Kopf der Leserschaft malt. Er erzählt von zerstörten Träumen, Zukunftsängsten, verlorenen Leben, Hoffnung, Liebe, zerbrochenen Freundschaften, von überholten Wertvorstellungen, einem kleinen Wunder und einem Neubeginn.

Die Story hat genau den richtigen Mix aus Spannung, Drama und Entspannung, gefällt mir sehr gut. Die Protagonisten und auch der Antagonist sind charakterlich sehr gut ausgearbeitet und sorgen für ein turbulentes zwischenmenschliches Miteinander.

Ich habe viel Wissenswertes über die Hippotherapie – ein therapeutischer Umgang und auch Reiten für Kinder und Erwachsene mit Handicap erfahren. Interessant, wie positiv sich der Umgang mit geschulten Pferden, auf die Physis und Psyche auswirken kann. Ein Roman, der Wissen vermittelt, der der Liebe zur Natur und zu den Pferden Raum gibt und eine bewegte Familien- und Liebesgeschichte erzählt und eine Frau in den Mittelpunkt stellt, die trotz einschneidender gesundheitlicher Beeinträchtigungen voller Mut und Zuversicht ihren Weg geht.

Gerne empfehle ich das Buch weiter – gute Lektüre zum Entspannen und Wohlfühlen – ein Frauenroman.

Heidelinde Penndorf

Sonntag, 27. Oktober 2019

⭐ neue Leseempfehlung ⭐: Das unerwünschte Mädchen - Tina Hope



Das Buch ist ein emotionaler Hammer – ein aufwühlendes Seelen-Tagebuch. Aber nicht nur dass, es ist auch ein mutiges Buch der Autorin – eine bewusste schonungslose Öffentlichmachung ihrer Vergangenheit und ihrer Kämpfe, um ihr eigenes Ich. Sie zeigt der Leserschaft nicht nur ihre Wunden und Narben in ihrer Seele, sondern offenbart auch, dass sie durch das jahrelange erduldete und erlittene Martyrium auch körperliche Schäden davongetragen hat.

Sogenannte Pflegeeltern zerbrachen ihre Kinderseele und haben das kleine Mädchen auf Wertlosigkeit programmiert/konditioniert, sie lebte lange Jahre fremdbestimmt. 

Aus den nachfolgenden unmenschlichen und kinderfeindlichen Sätzen, die sie fast täglich zu hören bekam: 





»Dich hat hier nie einer gewollt«
»Du bist nichts wert« 
»Du dummes Stück Dreck«


wurden Glaubenssätze für das Kind, dem jungen Mädchen und der jungen Frau. Und immer, wenn sie im Laufe der Jahre getriggert wurde, verlor sie ihr gerade erwachendes rationales Denken und glaubte daran:

»Ich habe das verdient – Ich bin nichts wert – Ich bin nur ein Stück Dreck – ich habe keine Rechte – ich habe es nicht besser verdient«

Auch als ihre damalige dominante Lebenspartnerin sie völlig beherrschte, sie als ihr Eigentum ansah, lies Tina Hope alles mit sich geschehen und erfuhr wiederum psychischen, physischen und sexuellen Missbrauch. In diesem Sog des Grauens übernahm irgendwann ihre kleine Tochter eine Schlüsselrolle, denn als dieser immer öfter körperliche Gewalt angetan wurde, geschah etwas in der Seele der Autorin, ihre innere Starre löste sich, sie stand plötzlich nicht mehr neben sich und war fähig mit ihrer kleinen Tochter zu fliehen. Tina Hope ist dieses vielleicht noch gar nicht bewusst, sie liebte ihr kleines Mädchen schon damals.

Der erste Schritt war getan, doch es waren noch viele kleine und große Schritte nötig, um aufatmen zu können, um sich zum eignen Ich zu bekennen, zur Selbstliebe und zur eignen Wertschätzung zu finden. und um festzustellen, dass beide – Mutter und Tochter – wertvolle Menschen sind, die es verdient haben, mit sich selbst und miteinander glücklich zu sein.

Während des Lesens dieses autobiografischen Buchs hatte ich immer wieder das Gemälde des norwegischen Malers Edvard Munch ›Der Schrei‹ vor Augen – einen Angstschrei, einen Hilfeschrei – ja, ich konnte ihn fühlen, ihn hören, den Schrei des kleinen Mädchens, der jungen Frau und der Mutter, die von sich glaubte, ihr Kind nicht lieben zu können.

Ich wünsche der Autorin und ihrer Tochter alles Glück der Welt und dass sie irgendwann mithilfe ihrer Familie, Freunden und guten Therapeuten wieder ein Leben völlig ohne innere Ängste führen können, dass die Wunden zu heilenden Narben werden, die für immer geschlossen werden und nie mehr aufbrechen. Auch wünsche ich den beiden ein Leben voller Liebe und dass sich beide ihrer Stärke bewusst werden.

Meine persönliche Reflexion zu dem Thema des Buchs:

Und wieder haben wir beim Thema Gewalt gegen Kinder das sozial-gesellschaftliche Phänomen, dass keiner etwas gesehen, bemerkt und gehört hat. Den Mitarbeitern des zuständigen Jugendamtes, der Kita und der Lehrerschaft – allen scheint nichts aufgefallen zu sein – keiner hat die Wesensveränderung des kleinen Mädchens mitbekommen.

Das Thema des physischen, psychischen und sexuellen Missbrauchs muss immer wieder in den Fokus unserer Gesellschaft gerückt werden, denn die innere Akzeptanz, die Duldung der Gewalt gegen Kinder, Jugendliche und Frauen in unserer Gesellschaft, ist immer noch erschreckend groß – viele sehen einfach weg, trotz der Sensibilisierung durch die Öffentlichkeit und den vielen Organisationen, die immer wieder den Finger in die Wunde legen. Täglich erleben in unserem Land im Durchschnitt 40 Kinder pro Tag sexuelle Gewalt. Diese erschreckende Zahl nannte die Tagesschau am 06.06.2019 und berief sich dabei auf die Kriminalstatistik.

Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter. Ich wünsche der Autorin, dass ihr Buch sehr viele Leserinnen und Leser findet. Es ist ein schonungslos offenes Buch, eines welches unter die Haut geht und gerade deshalb eine große Wirkung entfaltet.

Chapeau Tina Hope, für diese Courage.

Heidelinde Penndorf

(27.10.2019)






Donnerstag, 17. Oktober 2019

⭐neue Leseempfehlung ⭐: Ricardos Weg: und weitere Erzählungen - Marc Schuhmacher



Diesmal überraschte mich der Autor mit einem beeindruckenden Rezensionsexemplar, welches vier Kurzgeschichten beinhaltet, die unter die Haut gehen, fast düster, wenn da am Ende nicht jedes Mal ein Ausweg und eine beginnende positive Lösung aufgezeigt wird. Die Geschichten beschreiben aus den Blickwinkeln junger Erwachsene unterschiedlicher sozialer Herkunft, dass Innere unserer Gesellschaft. 

Erfahrungswerte im zwischenmenschlichen Miteinander – Erfolgsdruck, der kaum auszuhalten ist und junge Menschen manchmal zu Hilfsmitteln/Rauschmitteln greifen, um das überhaupt auszuhalten, um weiter mithalten zu können, nach dem vorherrschendem Motto: ›Immer schneller, immer höher immer weiter, immer besser zu sein, als die anderen.‹

Das Buch erzählt von unserer Ellenbogengesellschaft, die diejenigen an die Wand drängt, die da nicht mithalten können, die einfach ausgesondert werden, deren Probleme man nicht sehen will, deren Seelen zertrampelt werden und die dann soviel Frust in sich ansammeln, dass sie dann austicken, wütend und unbeherrscht ihren Mitmenschen entgegenkommen – zum Beispiel in den Ämtern – Ausweglosigkeit.

Marc Schuhmacher schreibt auch über das Geschehen einer Liebe, die eigentlich nicht sein darf, weil einer der Partner anderen Glaubens mit strengen Sitten und Gebräuchen eines anderen Landes ist.

Überhaupt ist die Liebe der Lichtblick im Buch, denn alle beschriebenen Charaktere folgen am Ende ihrer Story, dem Pfad der Liebe und gehen einen neuen besseren Weg.

Es ist auch ein Buch, welches vom nicht loslassen der Vergangenheit erzählt, auch wie schwierig es ist, die persönliche falsche Konditionierung abzustreifen und das eigene Ich zu finden.

Und immer wieder begegnen den Leserinnen und Lesern im Buch der anarchistische Schriftsteller und Philosoph ›Dian the Sain‹ mit der Band ›Anarchonauten‹, die sich ziemlich kritisch mit unserer Gesellschaft und der Welt auseinandersetzen – düstere Texte, düstere Musik – passend zur Stimmung der jungen Menschen, die nicht mehr weiter wissen.

Die Storys bringen das Ganze sehr gut rüber, bringen es im Kern auf den Punkt, was in unserem Land schief läuft, an was unsere Gesellschaft krankt und was es manchmal mit den Menschen macht. Ein Buch welches unbequem ist, für Menschen, die das nicht sehen wollen und die nach dem Motto leben: ›Immer schneller, immer höher immer weiter, immer besser als die anderen‹. Der Ausweg aus alle gelebten Irrungen und Wirrungen, so zeigt es auch der Autor, ist immer die zwischenmenschliche Liebe; Freundschaft und der Weg zu sich selbst.

Heidelinde Penndorf

(17.10.2019)