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Sonntag, 27. März 2016

Ein Osterei für Ulrike Blatter -Rezension zu ihrem Buch: »Vor dem Erben kommt das Sterben«


Dieses Buch ist eine bemerkenswerte, kritische und kriminalistische Liebeserklärung an die Stadt Köln. In weiten Bereichen fast ein Dossier des Untergangs des Severinsviertels, den der damalige skandalöse U-Bahn-Bau mit sich brachte. Geschäftliche Existenzen wurden zerstört, der soziale Abstieg der dort lebenden Menschen war immens.

Es entstehen Bilder im Kopf, wie es sich lebt inmitten einer Stadtviertel-Baustelle, mit all dem Lärm, den provisorischen Stegen und den Rissen in den Wänden vieler Wohnungen.

Die außergewöhnlich bemerkenswerte Metapher ─ Blanches Ermordung, knappe Sekunden nach dem Einsturz des Kölner Stadtarchivs ─ zeigt die tiefe Betroffenheit Ulrike Blatters, ob der Zerstörung dieses Kulturguts.

Das bewog sie, eine ungewöhnliche kreative, fantasiereiche und sehr spannende Handlung in das ganze Baugeschehen des Severinsviertels zu kreieren. Fantasiereich schon deshalb, weil Cleo die Katzendame, den Lesern aus der Position der Beobachterin heraus, die Hintergrundgeschichte zum perfekten Mord an Blanche erzählt.

Dieser kam im Laufe ihres Lebens die Empathie und Selbstliebe abhanden. Die Ursachen dafür sind sehr facettenreich. Ihre innere Leere übertüncht Blanche deshalb mit materiellen Dingen. Fühlt sich vom Leben betrogen und hat nur ein Ziel: ›Sich alles zu holen, was das Leben ihr bisher vorenthielt.‹ Dazu sind der Protagonistin alle Mittel Recht, auch die kriminellen.

Blanche kehrt nach langem Aufenthalt aus der Schweiz nach Köln zurück und eröffnet eine esoterische Lebensberatung.

Skrupellos, gekonnt und gewissenlos zieht sie ihren Kunden das Geld aus der Tasche. So auch der Witwe Sibylle, die den Tod ihres Mannes nicht verkraftet. Sie bittet Blanche um Hilfe, eine Kontaktaufnahme mit dem Verstorbenen zu ermöglichen.

Eiskalt nutzt diese das Mittel der Hypnose zu einer fingierten Rückführung. Führt die Witwe in eine andere zeitgeschichtliche Epoche, in welcher diese ihren Mann wieder trifft. Mit diesem fiesen Trick möchte sie sich ein sehr auskömmliches und zeitlich unbegrenztes Einkommen und Sibylles Erbe sichern. …

Der flüssige, schnörkellose, spannende und metaphernreiche Schreibstil ist einfach perfekt für diese Geschichte und lässt die Leser schnell ins Geschehen hineinfinden. Die Charaktere sind bildhaft beschrieben – Kopfkino!

Das Buch im Zeitkolorit des Untergangs eines ganzen Kölner Stadtviertels, ist ein Heimatroman und gleichzeitig ein Krimi der besonderen Art. Fantasiereich sind tatsächliche Geschehnisse mit einer spannenden fiktiven kriminellen Geschichte verknüpft. Die kölsche Sprache der Einwohner ist das Tüpfelchen auf dem I und wer bisher das Kölsche Grundgesetz nicht kennt, wird es schmunzelnd lieben.
Gibt es den perfekten Mord wirklich?
Wer ist Blanche Mörder?
Wer ist die mysteriöse Person, die im Bad neben der toten Blanche auf den Stuhl sitzt?
Welches Geheimnis umgibt die Katze Cleo?
Antworten auf diese Fragen finden Sie im Buch.

Leseempfehlung: Ein unbedingtes Ja: Lesen sie es, das Buch.