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Donnerstag, 21. November 2019

⭐ neue Leseempfehlung ⭐: Apostelmord: Ein Kriminalroman aus dem römischen Wien (Antike Morde 2) - Alex Wagner



Das Grundthema des Buchs: Die Auswirkungen des Fanatismus – wenn durch unterschiedliche Religionen/Glaubensrichtungen durch bestimmte Interessengruppen Machtansprüche entstehen und man Andersgläubigen mit Gewalt den eigenen Glauben aufzwingen will. Das Thema ist so alt wie die Menschheit selbst und doch immer noch aktuell, eigentlich aktuelle denn je. Denn immer noch werden im Namen verschiedener Religionen Verbrechen begangen und gemordet. Es ist uns Menschen über die Jahrhunderte hinweg nicht gelungen, gegenüber jedem anderen Glauben Akzeptanz zu zeigen und einem guten zwischenmenschlichem Miteinander Raum zu geben – das zeugt von einer immensen charakterlichen Schwäche der Menschheit. – wir lernen einfach nicht aus den historisch belegten Fehlern, die gemacht wurden.

Das Ganze hat Alex Wagner gut gekonnt, im zweiten Teil ihrer Buchserie ›Antike Morde‹ integriert. Die Leserschaft wird wieder in die römische Provinzstadt Vindobona, das spätere Wien, entführt, begegnet dort den liebgewonnenen Protagonisten des ersten Teils und erlebt hautnah mit, wie im Namen der Religion, ein ziemlich intelligent ausgeführter Serienmord initiiert wird.

Die fiktive Handlung ist durchweg interessant, spannend, lebendig und intelligent, wartet mit einigen Verwicklungen auf und führt die Leserschaft erst auf den letzten Buchseiten zur Auflösung des Serienmords.

Ich empfehle das Buch sehr gerne weiter.

Heidelinde Penndorf

(21.11.2019)






Samstag, 16. November 2019

⭐ neue Leseempfehlung ⭐: Let's talk about 6 - Hilde Willes



Der Roman ist ein richtiger Knaller, ein Gassenhauer der literarischen Unterhaltung. Er beschreibt den ganz normalen alltäglichen Wahnsinn unseres Lebens. Ein echter Hilde Willles Roman eben – authentisch, gewürzt mit feinsinniger Ironie, Wortwitz, einer entwaffneten Offenheit und manchmal einer saloppen Sprachführung. Es ist ein Feuerwerk der Emotionen unterschiedlichster Situationen und Gefühle.

Vier Frauen und jede davon mit ihrem individuellen Lebensrucksack ausgestattet. Vier beste Freundinnen, die zusammenstehen, wenn mal wieder das Chaos ausbricht und die Karten des Lebens neu gemischt werden. Sie helfen und unterstützen sich gegenseitig, reden nächtelang, lachen und weinen gemeinsam und teilen ihre Erlebnisse und Geheimnisse miteinander. Unverzagt und positiv dem Leben zugewandt, bauen sie gemeinsam aus den Trümmern ihrer Vergangenheit etwas Neues und Schönes. Echte Freundschaft eben.

Alle Charaktere der Handlung sind lebendig gezeichnet, mit all ihren Stärken und Schwächen, es sind Menschen, wie du und ich auf der Suche nach Liebe, Glück, Geborgenheit, auf der Suche nach dem eigenen Ich, nach dem Sinn des Lebens.

Es ist auch ein bissel wie ››SEX and the City‹‹ – ein Spiegel unserer heutigen Zeit, in welcher man sich immer mehr ins Internet zurückzieht, um den richtigen Partner zu finden. Einsamkeit, Neugierde, Bestätigung und auch Lust auf Sex, die die Freundinnen dazu führt, sich in Dating-Portalen anzumelden. Die Erfahrungen, die sie mit den unterschiedlichsten Dating Partnern sammeln, stimmen nachdenklich, sind manchmal zum Brüllen komisch und auch skurril, manchmal auch traurig und wunderschön.

Eine Geschichte, wie sie das Leben schreibt – mit genau der richtigen Portion Tiefgang, Leichtigkeit und Humor, die sie zu einem richtig guten Lese-Erlebnis macht. Ich empfehle das Buch sehr gerne der Leserschaft weiter und nicht nur den Damen, sondern auch den Herren. Yes – Let's talk about 6

Heidelinde Penndorf

(16.11.2019)







Donnerstag, 14. November 2019

⭐ neue Leseempfehlung ⭐: DER TÄNZER: Gay-Geister-Geschichte - Mari März



Ein kleines Büchlein – aber was für eines – Mari März stellt den verpflichtenden moralischen Aspekt ›Gegen das Vergessen‹ in den Vordergrund und erinnert an die bisher dunkelste grausame Geschichte unseres Landes. Einfühlsam und empathisch nutzt sie dazu eine fiktive Geschichte und verknüpft sie gekonnt mit den Verbrechen Hitlerdeutschlands.

Worum geht es? Es geht um das Anderssein – wenn Menschen nicht dem Raster der Werte und Normen entsprechen, die die Gesellschaft festgelegt hat. Mari März macht insbesondere darauf aufmerksam, dass in der Nazizeit Homosexualität aufgrund des Unzuchtparagraphen strafbar war, viele der Betroffenen in Umerziehungslager kamen und oft grausam zu Tode gefoltert wurden. Sie erinnert an die Mordaktion gegen Homosexuelle des Sommers im Jahr 1942 und auch daran, dass der Paragraph 175 bereits im 19. Jahrhundert im Gesetz Akzeptanz fand, dieser während der NS-Zeit verschärft wurde, in der ehemaligen DDR übrigens schon Ende der Fünfziger Jahre gestrichen, aber erst im Juni 1994 im wiedervereinigten Deutschland außer Kraft gesetzt wurde. Da hat sich Deutschland mit der Akzeptanz des Andersseins ziemlich schwergetan. Kein Wunder, dass nur wenige eine Opferrente bekommen und in den Geschichtsbüchern kaum darüber berichtet wird und wenn nur am Rande.

Es gibt eine Stelle im Buch, die hat mich aufhorchen lassen:

›Und auch, dass ein weiteres Mal das Licht zu erfrieren drohte, weil wir unsere Hoffnung verloren, unsere Identität, Das WIE‹.

Dieser Satz ist für mich eine Metapher – eine Warnung – das Licht unserer Seele verdunkelt sich, angesichts des rechten Gedankenguts, welches sich in unserem Land verstärkt hat. Es ist das WIE, welches überaus wichtig ist: Wie wir miteinander umgehen, die oft fehlende Akzeptanz des Anderssein, die moralischen emphatischen Werte, die verloren zu gehen scheinen. Deshalb kann nicht oft genug gemahnt werden, nicht oft genug daran erinnert werden, dagegen gesungen, Filme gedreht werden und geschrieben werden, so wie Mari März es mit dieser kleinen Novelle tut. Gegen das Vergessen angehen, denn so etwas darf sich nie wiederholen.

Chapeau Mari März! Das Buch hat meine absolute Leseempfehlung und ich wünsch der Autorin, dass das kleine Büchlein vielen Leserinnen und Leser haben wird.

Heidelinde Penndorf

(14.11.2019)






Mittwoch, 13. November 2019

⭐ neue Leseempfehlung ⭐: Daddy: Weltbürger wider Willen - von Nina Pfeffer Câmara & George Pfeffer



Eine bemerkenswerte und atypische Autobiografie eines Weltenbürgers wider Willen –Georg. M. Pfeiffer – ein jüdischer Wanderschauspieler – der den Regeln Hitlers trotzte und den Davidstern nie trug.

Einer der schon in jungen Jahren wusste, was Verantwortung ist, der in den schwierigsten Situationen immer einen Ausweg fand, um sich und seine Familie zu schützen und für sie zu sorgen – ein ziemlich kluger, kühler Kopf und Lebenskünstler.

Sein Talent und sein Einfallsreichtum waren enorm. Georg M. Pfeiffers Idee einer Wanderbühne, die er in die Tat umsetzte, rettete seiner Familie und ihm während der Nazizeit das Leben. Fast nie waren sie sesshaft, nirgend gemeldet, sondern zogen von Ort zu Ort. Dadurch fiel die Familie aus dem Raster der Nazis. Das verlangte der ganzen Familie einiges ab, fast immer unterwegs, nie irgendwo heimisch – kein zu Hause in dem Sinne, wie wir es kennen.

Aber es bewahrte die Familie vor dem KZ – die Wanderbühne war der beste Schutz. Doch es schützte nicht vor der inneren Zerrissenheit, denn aus der Ferne miterleben zu müssen, wie viele ihrer Freunde und auch einige Verwandte den Gräueltaten der Nazis zum Opfer fielen, war kaum zu verkraften. Als die politische Situation in Deutschlands sich immer mehr zuspitze emigrierte die Familie, um zu überleben, nach Brasilien.

Georg. M. Pfeiffer schrieb das Manuskript seiner Biografie schon in den 80er Jahren, seine jüngste Tochter Nina Pfeffer Câmara begleitete ihren Vater in den letzten Tagen seines Lebens, saß an seinem Bett und las in Abschnitten sein niedergeschriebenes Werk.

So kommt es, dass die Leserschaft zwei Erzählperspektiven erlebt – die des Vaters und die seiner Tochter, die zwischendurch immer wieder Rückblicke ihres ganz persönlichen Erlebens dieser Zeit mit ihrer Familie schildert und so das Manuskript ergänzte und bereicherte.

Beim Lesen war sie mir oftmals sehr nahe. Es fühlte sich an, als ob ich ihr lauschte, wie sie mir persönlich die Lebensgeschichte ihrer Familie und ihres Vaters auf sehr emotionale empathische Weise schilderte.

Die Autorin hat eine einfühlsame sachte Schreibweise. In jedem Satz schimmert die Liebe zu ihrem Vater und ihrer Familie durch die Zeilen. Es ist eine sehr berührende Lebensgeschichte, eine Autobiografie, die Mut macht, sich auch in schwierigen Zeiten zu behaupten und seine Liebsten zu schützen, eine die aufzeigt, das sich diese grausame Zeit, das bisher dunkelste Kapitel der deutschen Geschichte, nie wiederholen darf.

Das Buch hat meine uneingeschränkte Leseempfehlung.

Heidelinde Penndorf

(13.11.2019)





Dienstag, 12. November 2019

⭐ neue Leseempfehlung ⭐: Lindenhof: Der beschwerliche Weg zurück - Danielle A. Patricks



Ein Gegenwartsroman, fast würde ich sagen, ein moderner Heimatroman, der durch die Beschreibung eines idyllisch gelegenen Gestüts, Bilder im Kopf der Leserschaft malt. Er erzählt von zerstörten Träumen, Zukunftsängsten, verlorenen Leben, Hoffnung, Liebe, zerbrochenen Freundschaften, von überholten Wertvorstellungen, einem kleinen Wunder und einem Neubeginn.

Die Story hat genau den richtigen Mix aus Spannung, Drama und Entspannung, gefällt mir sehr gut. Die Protagonisten und auch der Antagonist sind charakterlich sehr gut ausgearbeitet und sorgen für ein turbulentes zwischenmenschliches Miteinander.

Ich habe viel Wissenswertes über die Hippotherapie – ein therapeutischer Umgang und auch Reiten für Kinder und Erwachsene mit Handicap erfahren. Interessant, wie positiv sich der Umgang mit geschulten Pferden, auf die Physis und Psyche auswirken kann. Ein Roman, der Wissen vermittelt, der der Liebe zur Natur und zu den Pferden Raum gibt und eine bewegte Familien- und Liebesgeschichte erzählt und eine Frau in den Mittelpunkt stellt, die trotz einschneidender gesundheitlicher Beeinträchtigungen voller Mut und Zuversicht ihren Weg geht.

Gerne empfehle ich das Buch weiter – gute Lektüre zum Entspannen und Wohlfühlen – ein Frauenroman.

Heidelinde Penndorf