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Sonntag, 2. Oktober 2016

Neu* Neu* Neu*: »Tochter mit 44 - Tagebuch eines Kuckuckskindes« - Liane Scholl


Ich hab die Autorin vor drei Jahren während eines Autorentreffens kennengelernt, sie ist eine sehr engagierte sympathische junge Frau und eine mutige noch dazu. Vor knapp zwei Jahren veröffentlichte sie einen Teil ihrer Lebensgeschichte, welcher der Leserschaft sehr nahe ging und in den Medien für Aufsehen sorgte. Stellte die Autorin doch ein sensibles Thema in den Focus, welches in unserer modernen Gesellschaft oft noch ein öffentliches Tabu ist. Doch ganz plötzlich wurde es still um das Buch und deren Autorin. Was ist passiert? Liane Scholl ist den Weg in die Unabhängigkeit gegangen, weg vom bisherigen Verlag, hin zum Selfpublishing. Sie gab ihrem Erstlingswerk einen anderen Namen und ein anderes Buchkleid und veröffentlichte es auf Amazon.




Und nun zur Rezension dieser einmaligen Neuerscheinung:

Verwurzelt so richtig in ihrer Familie war sie als Kind schon nicht.

Da war etwas Diffuses, nicht zu Fassendes, welches ihr immer das Gefühl gab, anders zu sein und irgendwie nicht richtig dazu zu gehören.

Hinzu kam der psychische Missbrauch ihres jähzornigen alkoholabhängigen »Vaters«. Unmöglichkeit einer unbeschwerten, behüteten wundervollen Kindheit! Die Autorin führte ein Leben in Angst und Schrecken und dies noch verstärkt durch den psychischen Druck der Diskriminierung im Schulklassenverband. Sehr früh wurde sie erwachsen, war dazu gezwungen, als ihre Mutter zusammen mit ihrem Bruder und ihr aus der Hölle des Lebens mit dem alkoholkranken »Vater« flüchtete.

Doch eine Lebenslüge ihrer Mutter, traf die 44 jährige mit extremer Wucht eines wütenden Orkans, eines Blitzeinschlags und eines Tsunamis gleichermaßen.

Ihr »Vater« ist nicht ihr VATER. Sie ist ein »Kuckuckskind!« 

Nach 44 Jahren lernt die Autorin ihren biologischen Vater und somit endlich ihre Wurzeln kennen. Das Diffuse in ihrem Leben ist endlich greifbar. Ein monatelanges Wechselbad der Gefühle beginnt, denn ihr biologischer Vater ist ein Mensch mit soziopathischen Zügen, sehr cholerisch. Seine extremen Stimmungsschwankungen bringen ihn charakterlich in die Nähe ihres Scheinvaters. Hoffnungen und Träume der Autorin zerschlagen sich. Psychisch völlig am Ende beginnt ihr Körper zu rebellieren. Die Autorin hat den Kontakt zu ihrem biologischen Vater abgebrochen. Wichtig ist, sie kennt jetzt ihre Wurzeln und es geht ihr gut damit.

Eine sehr außergewöhnlich gute, sehr emotionale und authentische Autobiografie, dieses Tagebuch der Autorin.

Und trotz allem Ungemachs, welches ihr mit ihrem biologischen Vater geschehen ist, sagt Liane Scholl:

»Vati, ich hätte Dich so gern gehabt«

Ein Buch welches ich sehr gern allen Lesern und Leserinnen empfehle!

Heidelinde Penndorf


Und weil die Autorin so glücklich ist, gibt es das eBook bis zum 20.10. 2016 für 0,99 Cent