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Samstag, 30. April 2016

Projekt Literatur-Oase

Es wird stetig schwieriger, sich auf dem Buchmarkt als Debütautor/rin zu etablieren, insbesondere im Selfpublishing.

Mitte letzten Jahres erhöhte sich der Anteil der Selbstverleger im Ebookbereich explosionsartig, was zu einer enormen Vergrößerung des Angebots geführt hat. Der gewinnversprechende Markt wurde unter den großen Medienanbietern neu aufgeteilt und diese versuchen nun, auf ihre Art Ordnung im herrschenden Überangebot zu schaffen. Nicht selten sind es die Debütautorinnen-und Autoren im Eigenverlag, die dabei das Nachsehen haben.

Der Buchmarkt hängt in der Schwebe, vieles wurde versäumt; neue Wege, um am Markt bestehen zu können, werden nur zögernd eingeschlagen und sind oft zu kurz gedacht. Ganzheitliches Denken zum Wohle des Verlags und der Autoren bricht sich nur langsam Bahn.

Es ist ein offenes Geheimnis, dass hohe literarische Qualität als Erfolgskriterium nur mehr eine untergeordnete Rolle spielt. Selfpublisher kämpfen mit Preisdumping, Rechtsfragen, fehlender Werbungsunterstützung, Themenfestlegung der Großverlage und finden daneben kaum noch Zeit, sich ihrer eigentlichen Aufgabe zu widmen: dem Schreiben.

Die Leidtragenden sind die Autoren! Und um die geht es mir. Darum möchte ich mich auf meiner Website den akuten Problemen stellen und Unterstützung anbieten - in Form einer »Literatur-Oase«.

Eine Oase ist ein Refugium für jene, die auf ihrem Weg ausruhen und Kraft schöpfen wollen. Ich will den Autorinnen und Autoren dazu mit ihrer neuen Literatur, abseits des Mainstreams und offen für jedes Genre, die Möglichkeit bieten, sich hier mit ihren Werken ausführlich zu präsentieren. Künftig soll das in einem erheblich erweiterten Umfang geschehen.

Ich biete den Autorinnen und Autoren und auch Verlagen an, über meine Rezension zu ihrem Buch hinausgehend, auch von ihnen genehmigte Leseproben und die dazugehörigen Buchtrailer einzustellen. Jedes Buch bekommt in Zukunft eine eigene Seite, auf dem die Rezension, Leseprobe und Buchtrailer zu finden sein werden. Darüberhinaus kann eine Verlinkung zum Autorenporträt erfolgen.

Doch eine Oase erfreut sich auch einer hohen Bekannt-und Beliebtheit: Dieser virtuelle Ort soll helfen, die hier vertretenen Bücher als Boten einer neuen Literatur ans Licht zu holen. Darum biete ich an, die Buchtrailer auch auf meinem YouTube-Kanal durch Verlinkung bekannt zu machen.

Außerdem werde ich regelmäßig Werbung für die hier vertretenen Werke sowie jede neueingestellte Rezension sowohl auf meiner Google+ und Facebookseite teilen. Davon würden Sie als Autoren und Autorinnen profitieren.

Aber auch ich bin auf Ihre Mitarbeit angewiesen: Helfen Sie mit, diese Website und die neue »Literatur-Oase« bekannt zu machen! Davon profitieren alle hier vorgestellten Bücher und Sie selbst, jedes Teilen, Liken, Twittern zählt.

Halten Sie mich auf dem Laufenden über geänderte Links zu Ihren Werken und Trailern, zu neuen Büchern aus Ihrer Feder und neuen Covern. Also scheuen Sie sich nicht und schreiben mich an, dass wir gemeinsam die neue Seite für Ihr Buch erstellen können. Senden Sie mir dazu Ihre Leseproben zu dem Buch, welches ich rezensiert habe, und - falls vorhanden - den Link zu Ihrem Trailer.


info@penndorf-rezensionen.com


Heidelinde Penndorf







Dienstag, 26. April 2016

Currywurst, extra scharf! Ron Hard



Currywurst, extra scharf

die Pommes mit Mayo sind kalt,
Schlemmerplatte für Loser.
Das Scheiß Bier ist warm.
Hätte lieber nen Döner nehmen sollen
dazu Ayran,
die gesunde Variante.

Und überall diese deformierten Gesichter.
Verdammt Leute,
was macht euch so kaputt?
Euer Dasein als brave und harmlos vertrottelte Bürger!
Ja nicht auffallen,
um keinen Preis.
Und keine Meinung äußeren,
die nicht zuvor durch das Boulevard abgesegnet wurde.

Zieht eure Schwänze ein,
sofern ihr noch welche habt.
Eure Eier habt ihr eh schon an der Garderobe abgegeben.
Schwachsinnig wie ihr euch gebt,
mit gekrümmten Rücken,
um besser in die Ärsche des Systems kriechen zu können.

Beklagt Euch dass Eure Kinder
Euch keinen Respekt zollen.
Wozu?
Euch ist doch der Respekt
vor Euch selbst schon lange abhanden gekommen.
Habt ihm dem Konsum geopfert,
der Kuschelecke,
in der ihre Eure Vollkaskosicherheit sucht,
ahnend,
dass es im Trugschluss enden wird.

Wer soll Euch noch respektieren,
wenn ihr selbst es nicht könnt?
Nein, belügt Euch nicht schon wieder!

Oh ja, auch ihr tut Euren Unmut kund.
Nur nicht zu laut,
ihr könntet ja gehört werden.
Maulhelden die ihr seid.

Sorry
ich muss
kotzen.

© Ron Hard

Ron Hard ist ein authentisch schreibender Autor, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Seine Gedichte sind schnörkellos und stupsen die Leser auf die Härte des Lebens. Viele Leser werden sich mit seinen Texten identifizieren können. 

Wer mehr über den Autor wissen möchte, folgt diesen Link: Ron Hard- Hardstoff



Offener Brief an Amazon - Schreib fair bittet Autoren und Leser, per Kommentar zu unterzeichnen. Danke!

Anmerkung:  

Ich schließe mich dem an - denn auch die Teammitglieder so eines Buchprojekts sind die Gelackmaierten, stecken sie doch ihren ganzen Elan, ihre ganze Kreativität, Zeit und Arbeit in Buchtrailer, Buchsatz, Illustrationen und Lektorat, um dem Buchkind den Start zu erleichtern.

Heidelinde Penndorf



Liebes Amazon! 


Wir – das sind eine Menge Autoren und Leser – lieben Amazon. Vor allem wir KDP Autoren sind doch sehr zufrieden mit dem System. Und deshalb engagieren sich einige von uns dafür, dass das System auch eins bleibt.

Seit geraumer Zeit hat sich eine Spezies im Amazonasgebiet angesiedelt, die das Ökosystem empfindlich stört. 

»Autoren« wäre an dieser Stelle zu hoch gegriffen, nennen wir sie mal beim Namen: KU-Trickser und Betrüger. Sie betreiben seit vielen Monaten ein sehr lukratives Geschäftsmodell. Da werden z.B. lustig Rezepte, Anleitungen, Ratgeber von Webseiten kopiert und als Ebook hochgeladen. Das Ganze durch die automatische Übersetzung gejagt und schon hat man alles in mindestens sechs Sprachen, das lohnt sich dann auch viel mehr. Frei verfügbare Inhalte finden den Weg in den Kindle-Shop, werden bei Select angemeldet und die Kopierer kassieren dann monatlich den All Star. 

Moment! War da nicht was? Ach ja, man darf ja nicht Inhalte anbieten, mal abgesehen von der Klauerei, die anderswo digital verfügbar sind. Solche Bücher waren bei KDP Select ausgeschlossen. Nicht so die Kopierwerke dieser Klautoren. Das scheint völlig in Ordnung zu sein für Dich, Amazon. Wir ehrlichen Autoren investieren unsere Zeit, unsere Nerven und unser privates Geld, um die Plattform sauberzuhalten, damit der All Star Bonus die Leute motiviert, die Motivation brauchen: die Selbstschreiber. 

Wir haben in den vergangenen Monaten viele dieser Fake-Bücher ausfindig gemacht – Rätselbücher, Sprungmarkenbücher und, und, und – wir haben sie gemeldet, gemeldet, gemeldet. Wir haben Listen erstellt, wir haben telefoniert mit Deinen Mitarbeitern. Wir haben E-Mails geschrieben. Während im März noch zaghaft reagiert wurde, seid Ihr inzwischen auf Tauchstation gegangen und es passiert nichts. 

Warum? Seid Ihr selbst von dem Ausmaß erschrocken? Aber warum behindert Ihr uns dann? Wir haben um eine E-Mail-Adresse gebeten, damit man diese Dinge gesammelt melden kann. Da hieß es, dass eben genug Leute das melden müssten, wir sollten mehr Leute aktivieren, die das immer wieder ankreiden.

Ist das Dein Ernst, Amazon?

Das würde ja bedeuten, dass man relativ sicher plagiieren und betrügen kann auf Deiner Plattform. Denn wer macht sich schon die Mühe, Dutzende Melder zu nötigen, eine E-Mail zu schreiben?


Es scheint in der Tat recht sicher zu sein, denn die Bücher sind zum großen Teil immer noch online.

Die Kopierer und Betrüger machen weiter.

Aber die überführten Plagiatoren! Die bekommen wenigstens den Account gesperrt! Auf Lebenszeit! Haben wir gedacht.

Gut, ganz so ist es nicht, liebes Amazon. Du lässt den Plagiatoren ihren Account und bietest ihnen zusätzlich den Kindle-Deal an. Den sie doch sehr gern annehmen.

Das ist ein Schlag ins Gesicht für die ehrlichen Autoren, die sich langsam fragen, wofür sie noch selbst schreiben. Betrügen lohnt sich so viel mehr, hat überhaupt keine Konsequenzen und ist ganz einfach.

Warum siehst Du Dir nicht die potentiellen Empfänger eines All Stars vorher etwas genauer an? Dann würde es Dir vielleicht seltsam vorkommen, wenn ein »Autor« plötzlich sagenhafte KENP-Zahlen erreicht, die er nach markttechnischen Gesichtspunkten niemals erreichen dürfte. Professionelle KU-Klicker – das sagt Dir doch sicher etwas. IT ist doch genau Dein Ding, warum ignorierst Du das Offensichtliche? 

Okay, unterm Strich kann es Dir vermutlich egal sein, ob Du richtigen Autoren die Gelder überweist oder Betrügern. Aber was sagen Deine geschätzten Kunden, die ihre KU-Abos kündigen, weil sie immer mehr Müll angeboten bekommen? Was wäre, wenn immer mehr Autoren keine Lust auf immer weiter sinkende Seitenentlohnungen haben und gleichzeitig höhere Anforderungen für den All Star? Es passiert jetzt bereits, dass immer mehr Deiner Top-Autoren Select den Rücken kehren. 

Wir, die Autoren, spielen nach Deinen Regeln, die Betrüger tun es nicht und werden belohnt. Merkst Du, was an diesem Bild nicht stimmt?

Es wird nichts unternommen.

Und damit wird ein falsches Zeichen gesetzt.

Meldet ein empörter Leser einen Kommafehler, bekommt der Autor eine Aufforderung, diesen zu entfernen und das Buch neu hochzuladen. Wieder und wieder.

Stellt der Klautor ein Plagiat online, passiert – nichts. Stellt der Kopierer ein Buch ein, das nicht den Bedingungen für Select entspricht, passiert – nichts. Sind Profi-KU-Klicker am Werk, passiert – nichts.

Verstehst Du, dass die ehrlichen Autoren frustriert sind? Wenn die Betrüger das erst verinnerlicht haben, wird das KDP-Angebot irgendwann zum großen Teil aus kopierten Onlineartikeln und zwölffach hochgeladenen Erotikkurzgeschichten mit Sprungmarken bestehen, die von Klick-Farmen hochgepusht werden. Vielleicht wird dann – irgendwann – etwas geändert.

Aber schöner wäre, Du tust genau jetzt was dagegen, Amazon, und zeigst uns, dass unsere investierte Zeit nicht umsonst war. So viele von uns arbeiten für ein korrektes, plagiatfreies Angebot in Deinem Laden. Du auch?

Es grüßen

KDP-Autoren und Kindle-Leser


Samstag, 23. April 2016

Welttag des Buches - Der lange Weg zum Buch



Da sitzen angehende Autoren, haben Fakten recherchiert und schreiben nun. Stunden, Tage, Wochen und Monate vergehen. In dieser Zeit sind sie oft versunken in einer Welt, die nur sie sehen. Die Worte ihrer Geschichte fließen ihnen aus der Seele und sie hauchen ihrem Text Leben ein. Auch nachts, wenn die Autoren nicht schlafen können, zieht es sie an den Schreibtisch, zu ihrem Manuskript. Und so entsteht nach und nach eine Handlung, mit geschlossenen kleinen Welten und Charakteren, welche in verschiedenster Weise beieinander leben und agieren. Ihre geistigen ›Schöpfer‹ sprechen mit ihnen und fühlen mit ihnen.

Nach langer Zeit entsteht ein fertiges Manuskript, liegt in der Schublade und wartet, manchmal viele Jahre.

Doch ab und zu rumort es in der Lade, der Text macht sich bemerkbar, wird erneut hervorgeholt, gelesen, geändert – und schwupp, wandert er wiederholt in den Schrank.

Das Manuskript ist still, sehr still und setzt Staub an. Nur nachts wird es lebendig – die Schublade wird wie von Geisterhand geöffnet und nach und nach schlüpfen aus dem Manuskript die handelnden Personen heraus. Sie sind winzig klein, wie das eben mit einem unfertigen Buch ist. Sie halten Rat, denn sie wollen leben, sie wollen dass die Leser ihre Geschichte lesen.

So kann es geschehen und geschieht sehr oft. Denn Autoren klammern, können sich manchmal von ihren Manuskripten kaum lösen.

Und grad Autoren, die faszinierend gut schreiben, in einem brillanten Deutsch und stilistisch einwandfrei, haben Zweifel am Wert ihrer Werke und ändern ganze Passagen, verwerfen komplette Kapitel und schreiben diese neu. Schriftsteller sind sensible Künstler, die immer ein Stück Seele in Ihre Manuskripte reinlegen.

Viel Einfühlungsvermögen, Empathie und ein immenses Vertrauen sind nötig, damit sie ihr Werk Menschen anvertrauen, die dafür Sorge tragen, dass ihr ›Baby‹ geboren wird. Häufig klappt das nicht sofort auf Anhieb und die Schriftsteller gehen auf Suche, bis sie das richtige Team für ihr Manuskript gefunden haben.

Es kommt auch vor, dass Autoren entweder keine passende Geburtshilfe finden oder auch, dass es ihnen am nötigen Kleingeld fehlt, um das Team zu bezahlen. Sie organisieren die Geburt dann selbst als Indie-Autor. Carl Spitzweg hat schon 1839 mit seinem bekannten Bild ›Der arme Poet‹, darauf aufmerksam gemacht, dass die meisten Schriftsteller vom Erlös ihrer Arbeit oft nicht leben können. Daran hat sich bis heute wenig geändert.

Nehmen wir an, dass den Autoren ein passendes Team zur Seite steht. Nun sorgen liebevolle Hände und kluge Köpfe für das Lektorat, Korrektorat, den Buchsatz und für die Illustration des Buchcovers. Akribische Kleinarbeit ist von Nöten, ehe das Manuskript gedruckt und als Buch geboren werden kann. 

Die Indie-Autoren kümmern sich in dieser Zeit in gleicher liebevoller und arbeitsreicher Weise allein um ihr Manuskript, oftmals unterstützen sie sich dabei untereinander.

Und dann ist es endlich soweit! Ihr Buch wird gedruckt oder als eBook erstellt und zieht in die Welt, besucht, wenn es von einem Verlag herausgegeben wird, viele Buchläden und Online- Büchershops. Buchbabys von Indie Autoren, besuchen zumeist als eBook, einen großen bekannten Online- Büchershop.

Viele Leser werden es kaufen und lesen, sich daran erfreuen, sich wegträumen und auch aus dem Gelesenen lernen. Sie werden mit den handelnden Personen fühlen, mit ihnen lachen, weinen, traurig, zornig sein, mit ihnen tanzen. Dadurch wird es wachsen und gedeihen, das Baby, und wenn es Glück hat, und es entweder einen Buchvater-Autor oder eine Buchmutter- Autorin hat, denen immer wieder neue Geschichten einfallen, bekommt es Geschwister.

Es geschieht aber auch, dass die Bücher eine lange Anlaufphase benötigen, in welcher wenige Leser sie kaufen und lesen. Das kann geschehen, obwohl sie sehr gut ausgestattet sind und überaus spannende Geschichten erzählen. Oftmals liegt das nicht an den Autoren und ihren Werken und deshalb möchte ich ihnen Mut machen, an sich und ihre Werke zu glauben und sie mit meiner Website unterstützen.

Heidelinde Penndorf





Freitag, 22. April 2016

Neuvorstellung!! »HIGH FIVE - WER FÜNFMAL LACHT« - Valerie le Fiery, Dirk Harms, Frank Böhm, Karin Kaiser, Harald Grenz



Die fünf Geschichten des kleinen Büchleins sind sehr unterhaltsam und kurzweilig.

»Pipo«, die kleine Maus, ist ein vorwitziges, lustiges, kleines Ding und hält den Menschen in bestimmten Situationen einen Spiegel vor. Amüsant beschreibt Jerome seine Aufgabe, über die Semesterferien eine kleine Geschichte zu schreiben und wie er zunächst wankelmütig zwischen den Ideen seiner Freunde hin und her springt, bis der Autor in spe zu sich selbst findet. In der Praxis des Dr. Winzig begegnet den Lesern eine Sprechstundenschwester, die wie Till Eulenspiegel handelt, in der vierten Geschichte eine Autorin, deren Schreibblockade sich in ihren Träumen personifiziert und last but not least lernen die Leser in der fünften Geschichte Dorfbewohner kennen, die sich wie Pfauen mit aufgeschlagenem Rad benehmen.

Geschichten mit einem kleinen Zwinkern, die die Eigenheiten der Menschen liebevoll auf die Schippe nehmen und die Seele lächeln lassen. 

Übrigens das Motto aller fünf Autoren lautet in diesem Fall: ›Schreiben und Schmunzeln für den guten Zweck‹ die erzielten Tantiemen werden in voller Höhe für einen solchen gespendet. Danke an alle fünf Autoren - HIGH FIVE !

Ich empfehle das Büchlein sehr gern. Es ist ein kleiner Seelen-Sonnenstrahl.


Leseempfehlung: »Sohn der Nitribitt: Und alle schweigen« - James Henry Burson

Ein sehr komplexes Thema, das Leben Rosemarie Nitribitts. Die Handlung führt mich das erste Mal an das Leben dieser Frau heran, den Film habe ich nie gesehen. Sie muss eine sehr charismatische Frau, mit einem unbändigen Freiheits- und Bildungsdrang gewesen sein, deren Charme sich Männer kaum entziehen konnten. Gut gelungen ist dieser Spannungsroman, mit Elementen eines Spionagethrillers. Außerdem ist das Buch eine »WAS WÄRE WENN« - Geschichte.

In der Handlung erkennbar, steckt der psychologisch nachvollziehbare Wunsch Bursons, zu wissen, wer ihn gezeugt und geboren hat.

Während umfangreicher Recherchearbeiten entdeckt er diverse Parallelen, es passte da einiges zusammen und führt zu diesem Roman. Verständlich, dass der Autor diese Thematik aufgreift, denn Burson erfährt vom Tag seiner Geburt an totale Ablehnung, als Kind psychische Gewalt, seelischen Missbrauch, Demütigungen und die völlige Ignoranz seiner Individualität. Fast die totale Isolation, wenn da ab und an, nicht Menschen eingegriffen hätten, die ihn mochten und mögen, so auch Herr Heuss. (Buch I und II »Ich sag’s nur Dir«)

Der Autor sucht seine Wurzeln. Sicher möchte er auch gern die Hintergründe seiner Geburt und seines Heimlebens geklärt wissen, damit er sich damit auseinandersetzen und abschließen kann. Ich wünsche dem Autor, dass er Gewissheit bekommt und die weißen Flecken auf seiner Lebenslandkarte gefüllt werden.

Bis dahin können die Überlegungen zu seiner Vergangenheit eben nur »WAS WÄRE WENN« - Varianten sein.

Ich empfehle das Buch sehr gern.



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Medien



Leseempfehlung:»»Ich sag`s nur dir« Teil I und II« - James Henry Burson



James Henry Burson wählte für seine Duo Biografie einen sehr individuellen Buchtitel. »Ich sag`s nur dir« - birgt eine gewisse Intimität, eine unmittelbare Nähe zum Leser. Der erlebt über den Inhalt beider Bände fast so etwas wie ein sehr ernsthaftes, stark emotionales Zwiegespräch zwischen sich und dem Autor, verstärkt wird dieser Eindruck auch durch die ICH-Erzählweise Bursons, die sehr charmant rüberkommt, in einfacher verständlicher Weise.

Und doch ist irgendwie eine Distanz spürbar, manchmal hatte ich den Eindruck der Autor wahrt auch innerlich zu sich selbst Distanz – schildert mit einem gewissen innerem Abstand seine stark traumatisierte Kindheit, Jugend und sein junges Erwachsenenleben.Vielleicht eine Schutzmaßnahme. 

Bursons Courage, das Trauma seiner Kindheit und Jugend und seine Entwicklung zum Erwachsenen für uns aufzuschreiben, ist bewundernswert.

Ich geh nicht direkt auf die Handlung und Ihre Protagonisten der Duo Biografie ein, das wurde schon genügend getan.

Mir sind folgende Aussagen der Biografie wichtig:

Was ist dem Autor James Henri Burson in seiner Kindheit und Jugend passiert und welche Auswirkungen hatte das für ihn?

Ein Baby erfährt ab dem Moment seiner Geburt die totale Ablehnung, als Kind dann heimtückische psychische Gewalt, seelischen Missbrauch, Demütigungen und völlige Ignoranz seiner Individualität. Er wird abgeschoben, immer wieder abgeschoben, von einer Pflegefamilie in die nächste, von einem Heim ins andere und erfährt schon sehr früh die totale innere Isolation und auch übelste psychische Gewalt.

Ein psychisches intensives Trauma, über viele Jahre – ein Schattenleben, aus dem er erst mit Beginn einer gewissen wirtschaftlichen und persönlichen Selbstständigkeit herauswächst

Narben auf der Seele, Risse im Herz – manche werden wohl nie verheilen.

Entwicklung von Schuldgefühlen, mangelndes Selbstvertrauen und Selbstwertgefühl, fehlende Selbstkontrolle, eine gute Portion Aggressivität und das Begreifen einer intakten Familie in einer festgelegten engen Grenze waren die Folgen, die Burson mit hinübernahm in das junge Erwachsenenalter.

Der zweite Teil von »Ich sag`s nur dir« erzählt von seinem ganz eigenem inneren Kampf und auch seiner Auseinandersetzung mit seinem sozialen Umfeld auf seinem Weg zu sich selbst.

Er hat so seine Schwierigkeiten auf diesem Weg – Schwierigkeiten, seinen eigenen Ruhepol in sich selbst und auch seinen Platz in der Gesellschaft zu finden. Ich denk, dieser Weg ist auch noch nicht abgeschlossen für ihn. Und doch hat er sich schon emanzipiert, sich nach oben gekämpft und das verdient Respekt! Die Wegbegleiter, die ihn dabei unterstützt haben, die würd ich gern kennen, insbesondere seinen ehemaligen Vormund und die Gräfin.

Zwei sehr einfühlsame, sehr emotionale Bücher, welche unter die Haut gehen. Sehr zu empfehlen und sehr lesenswert.

Die beiden Bücher machen den Lesern auf ganz eigene Weise bewusst, wie man nicht mit Kindern umgehen darf – physische und psychische Gewalt ist Mißbrauch! Kinder sind unsere Zukunft, sie sind der größte Schatz, den wir haben. Jedes Kind hat es von Geburt an verdient geliebt zu werden, die besten sozialen Voraussetzungen zu haben und die besten Bildungschancen.

Heidelinde Penndorf

Medien

James Henry Burson


Mittwoch, 20. April 2016

Neu +++ Neu+++ Neu+++ »Luchstränen« - Stefanie Friedl




Das Buchcover ist ein charismatischer Blickfang und verführt die Leser zum Lesen des Klappentextes und mich außerdem zur Zusage, das Buch zu lesen und zu rezensieren.

Der Debütroman der Autorin beschreibt in bildhafter Diktion eine wundervolle Fantasywelt, in welcher Gestaltwandler mit Menschen friedlich zusammenleben. Diese besonderen Wesen sehen aus wie Menschen, doch sie tragen eine zweite Identität in sich, die eines Tieres, in welches sie sich in den verschiedensten Situationen verwandeln.

Die Autorin verzichtet auf einen Prolog, der auch ob ihres Schreibstils nicht nötig ist. Schon mit dem ersten Wort des Buchs stehen die Leser zusammen mit Miranda, der Hauptprotagonistin, mitten im Geschehen. Einem Geschehen, welches der in unserer Welt gleicht.

Egoismus, Intrigen, Manipulationen, Entführung, Mord und Krieg drohen die Welt der Gestaltwandler zu vernichten. Maxim, ein machtbesessener und auf Rache sinnender Vampir, will zusammen mit seinen manipulierten gezüchteten Zöglingen, uneingeschränkt über diese Welt herrschen.

Doch er hat nicht mit dem Zusammenhalt der todesmutigen Gestaltwandler und schon gar nicht mit der herausragenden Rolle Mirandas gerechnet. Denn ihr ist, durch besondere Gaben, vorherbestimmt, das Volk der Gestaltwandler zu retten.

Stefanie Friedl ist der Spagat gelungen, den Lesern, die harmonische Zweisamkeit von Mensch und Tier sehr glaubhaft zu vermitteln, ihre handelnden Charaktere sind sehr lebendig.

Mirandas körperliche Vereinigung mit ihrem Seelengefährten Michael ist auf ganz feine Weise beschrieben. Die menschlichen Gelüste genauso bildhaft dargestellt wie die tierischen. Die Autorin hat grad diese Szenen vom Mensch und vom Tier aus gedacht. Respekt! Dies zeigt sich auch im unterschiedlichen Sprachstil der Liebesszenen, der ein klein wenig Dirty Talk-mäßig herüberkommt, was ich ganz okay und originell finde, um beiden Lebewesen gerecht zu werden.

Manchmal schlich sich ein wenig Langatmigkeit ein, die wichtige Rolle der Wächter, als Einblende mitten im Kriegsgeschehen, wirkt überhastet.

Doch insgesamt ist »Luchstränen« ein Roman, den ich gern empfehle, nicht nur Lesern des Fantasy-Genres, sondern auch anderen Leser, die gern einmal in eine andere Welt eintauchen möchten, einer Welt die unserer gleicht und doch so ganz anderes ist.








Freitag, 15. April 2016

Ausblick auf den Sommer: »Summer in the City» - von Ron Hard





Heisse Tage
verdammt heisse Tage
am Himmel nicht die Spur einer Wolke
über den Dächern der Stadt flimmert die Luft
kein Windhauch

Die Katzen haben sich in die Kühle der letzten dunklen Winkel verzogen
um ihre Reserven für die lauen Nächte zu schonen
in denen ihr Liebesgejammer aus den Vorgärten tönt

Selbst die Schwalben fliegen langsamer als sonst
im Schongang
würden ihrer Beute lieber Fallen stellen
anstatt ihr hinterher zu jagen

Verwaiste Fußgängerzonen
wer nicht muss
geht nicht

Und wer es sich leisten kann
sucht den Schatten unter den großen Sonnenschirmen der Eiscafés
um sich bei kühlen Drinks und sahnegekrönten Eisbergen
der Illusion vom dolce vita hinzugeben
bevor er wieder in sein Hamsterrad zurück kriecht

Wer es sich nicht leisten kann
sucht den Schatten auf den Bänken am Bahnhof
unter den Bäumen
            dort
wo die Gescheiterten ihren Stammplatz haben
            an dem Brunnen
der dich mit seinem eintönigem Plätschern zum Dösen einlädt
und in dem sie Bier, Wein und Füße kühlen
            dort
wo ich in letzter Zeit immer öfter meinen Platz suche
            dort
wo man sich mit einem Kopfnicken begrüßt
weil es nichts zu sagen gibt
auf diesem Platz
am Bahnhof
im Schatten der Bäume
am eintönig plätschernden Brunnen
der dich zum Dösen einlädt

Manchmal
bietet mir einer eine Flasche aus seinem Sixpack an
manchmal
bringe ich auch ein Sixpack mit
und stelle es in den Brunnen zu den anderen
und manchmal
lese ich dann zwei oder drei von meinen Poemen vor
und sie sitzen da
und rauchen
und trinken
und hören zu
erkennen in den Sätzen ihre eigene Verlorenheit
und nicken wieder nur stumm mit dem Kopf
weil es nichts zu sagen gibt
auf diesem Platz
am Bahnhof
im Schatten der Bäume
am eintönig plätschernden Brunnen
der dich zum Dösen einlädt

Ab und zu bevölkern wie debile Idioten gekleidete Touristen den Platz
und benutzen den Brunnen als Motiv für ihre blödsinnigen Erinnerungsfotos
geflissentlich darauf achtend
niemanden von denen ins  Bild zu bekommen
für die sie nur ein Kopfschütteln übrig haben
die Tapferen unter ihnen, die Helden, auch mal das Wort
           
            „Bahnhofspenner“

im Weggehen
über die Schulter
meistens die linke

Ab und zu fährt eine Polizeistreife vorbei
langsam
scheinbar jeden Einzelnen musternd
ihre Präsenz demonstrierend
Doch niemand von denen die dort mit gesenkten Köpfen sitzen
und den ersten Rausch des Tages ausdünsten
nimmt Notiz von ihnen


Am Ersten
werde ich freilich wieder in die Eiscafés gehen
einen Espresso und eine Kugel Zitroneneis für drei Euro achtzig
mit Trinkgeld sind's dann vier
           
            ein paar Tage
           
dann werde ich wieder Sixpacks kaufen
für zweineunundzwanzig
plus Pfand
aber das Pfand bekomme ich wieder
und Trinkgeld gebe ich im Supermarkt keins

Und dort auf den Bänken
auf diesem Platz
am Bahnhof
im Schatten der Bäume
am eintönig plätschernden Brunnen
der mich zum Dösen einlädt
            dort
wo sich die Gescheiterten treffen
            dort
wo man sich die Sixpacks teilt
            dort
wo man sich mit Kopfnicken begrüßt
weil es nichts zu sagen gibt
            dort

fühle ich mich zuhause

© Ron Hard


Ron Hard ist ein authentisch schreibender Autor, der kein Blatt vor den Mund nimmt. Seine Gedichte sind schnörkellos und stupsen die Leser auf die Härte des Lebens. Viele Leser werden sich mit seinen Texten identifizieren können. 

Wer mehr über den Autor wissen möchte, folgt diesen Link: Ron Hard- Hardstoff